Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2261 (29.3.1968)
- Date
- 1968-03-29
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 29 de Marzo de ]9€8 ABe XXIX. — N? 2î£$ JÜDISCHE WOCHENSCHAU (Schluss von Seite 1) Die Risse im Monolithen tlven einer Entwicklung, deren Anfänge wir jetzt mit erleben, über deren Ausgang niemand etwas Entscheidendes auszusagen vermag. IV. Dass bei der russischen Revolution einige Juden, die aber keine Juden sein wollten, mitgewirkt haben, mag zutreffen. Für die Entwicklung der russischen oder kommunistischen Politik nach dem Zweiten Weltkrieg kann aber von einem jüd; sehen Einfluss nicht gesprochen werden. Diese Behauptung entspringt den Zweckbebauptungen von Faschisten, Antisemiten oder anderen politischen Hasardeuren, die nach Belieben bereit sind, mit den Kommunisten zu paktieren, wenn es ihnen nützlich erscheint In der kommunistischer Welt gibt es nicht einen einzigen jüdischen Politiker von Einfluss, in China bestimmt nicht, aber auch nicht in P.useland und seinen Satelli ten. Mit Ausnahme der Sowjetunion, in der noch Millionen Juden leben, gibt es auch in den kommunisti sehen Ländern keine jüdischen Gemeinschaften in nennenswerter Zahl. In Po len, wo vor dem Zweiter Weltkrieg mehr als 3 Millionen Juden lebten, befinden sich heute noch 20.000. Trotzdem spielt die jüd»- sche Frage und vor allem der Staat Israel, an dessen Schaffung die Sowjetunion führend beteiligt war, bei den heutigen Auseinandersetzungen innerhalb des Ostblocks eine sehr erhebliche Rolle, ein Phänomen, das die grösste Aufmerksamkeit erfordert. Wenn man nur die Begebenheiten während der ietz- Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 REAL PEN PUEYRREDON 2190 1® izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN H A E U S.E R N VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 ten Monate nach dem ..Sechctage-Krieg“ Israelis gegen seine feindlichen Nachbarn dieser Analyse zugrundelegt, sind folgende Tatsachen zu beachten: mindestens zwei kommunistische Länder, die bisher eindeutig in ihrer Politik, vor allem in ihrer Aussenpolitik. den Richtlinien des Kreml folgten, weigerten sich, der Forderung des Kreml Folge zu leisten und | Israel als Angreifer zu brand marken. Zunächst ist es interessant. dass Kuba es ablehnte. einen solchen Beschluss zu fassen und dabei eine Begründung gab, die mit aller Schärfe gegen die Poli tik des Kreml gewandt war: Aus welchen Gründen sollte Kuba seine diplomatischen Beziehungen zu Israel mit der Begründung abbrechen, Israel sei ein Agent des Imperialismus, solange der Kreml Beziehungen mit den USA aufrecht erhält. Damit war die einheitliche kommunistische Stellungnahme des Ostblocks bereits durchbrochen. Der Riss wurde aber noch tiefer, als sich Rumänien weigerte, dieser politischer» Linie des Kreml zu folgen, und seit diesem Zeitpunkt seine eigenen Wege beschreitet. Das wurde durch die Vorkommnisse auf der kommunistischen Konferenz in Budapest vor wenigen Wochen unterstrichen, äks der syrische Delegierte die Ru mänen angriff und sich offensichtlich auf russische Veranlassung nicht zu einer Entschuldigung bereit fand. Jedenfalls verliesisen die Rumänen die Konferenz. Der Bruch war damit, wenn auch nicht endgültig, — gibt es überhaupt endgültige Ent Scheidungen? — un verhüllt vollzogen. Bereits vorher waren die Schriftsteller in Prag auf einer Sitzung zu dem Ergeh nis gelangt, eine Verurtei lung Israels als Angreifer abzulehnen. Den Ausschlav gab ein Mitglied des Schriftetellerverbandes, der durchaus kein Freund der jüdischen Sache und des Staates Israel ist. Dieser Mann fragte die Versammlung, ob man die CSR heute als Angreifer bezeichnen würde, wenn sie sich einen Tag vor der deutschen Besetzung Prags und der Beseitigung des tschechisch-slowakischen Staates gegen die Nazis mit der Waffe in der Hand zur Mir Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Wehr gesetzt hätte. Damit war der Vorschlag einer antüisraelischen Resolution gefallen. Soweit bekannt ist. haben sich auch sehr viele russische Intellektuelle geweigert, eine Erklärung gegen Israel zu unterzeichnen, ein Verhalten, das noch vor einigen Jahren mit ihrer Beseitigung beantwortet wor den wäre. Dass es in verschiedenen Ländern Tendenzen gibt, die darauf hinetreben, dem rumänischen Beispiel zu folgen und sich von der Moskauer Zentrale unabhängiger zu machen, trat durch die Unruhen in Warschau und Prag in Erscheinung, wo es die Studenten waren, die in ihren lauten Demonstratio nen die Freiheit der Meinungsäusserung verlangten. Wie man diese Vorfälle bewerten und beurteilen mag. kann dahingestellt bleiben, jedenfalls sind sie in dieser Form eine offene Auflehnung gegen das kommunistische Gewaltregime, wenn auch wahrscheinlich nicht gegen die kommunistischen Lebensprinzipien. In der CSR wurde die Forderung nach dem Rück tritt des Präsidenten Novotny immer lauter, der als der Repräsentant der „alten prisowjetischen kommunisti sehen Garde“ bezeichnet worden ist. Es war nicht mehr allein von einer stalinistischen Haltung Novotnys die Rede, ein Vorwurf, der in Russland selbst zu einer „Reinigungsaktion" geführt hatte. Der Sturz Novotnys wurde vielmehr wegen seiner prorussischen Einstellung verlangt, ein Novum in den Auseinandersetzungen innerhalb des sowjetischer Monolithen, die möglicher weise seit längerer Zeit bestehen, jetzt aber erst nach aussen sichtbar geworden sind. Im übrigen hatte sich auch der Schriftstellerverband dieser Forderung angeschlossen und in einem Schreiben Novotny zur Demission aufgefordert, derselbe Verband, der eine Verurteilung Israels als Angreifer abgelehnt hatte. Das Verlangen nach Freiheit der eigenen politischen Entscheidung ist ebenso in Ungarn wie in Polen laut geworden, wobei alle diese Länder betonen, dass sie ihre Politik auf die Allianz mit der Sowjetunion stützen. Die entscheidende Wandlung der Position dieser osteuropäischen Länder bleibt durch diese Beteuerung der weiteren Verbundenheit mit der Sow jetunion nicht verborgen. Denn das rumänische Beispielt zeigt, da»3s die Freiheit der eigenen Aktion durchaus die Möglichkeiten JACOB LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE VIA MONTE 2037 49 B T. E. 46-5473 MOHELN. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Reinefarfh ist Rechtsanwalt Kiel. — Der frühere SS- Offizier und Bürgermeister von Westerland, der jetzt 64jährige Heinz Reinefahrt, ist vom schleswig-holsteinischen Justizministerium als Rechtsanwalt beim Amtsgericht Westerland und beirr Landgericht Flensburg zugelassen worden. Seine Zulassung als Anwalt hatte für eine von den Russen abweichende Politik eröffnet. Besonders schwerwiegend aber waren die Vorkommnisse in Polen, wo die Stu dentenunruhen Ausmasse snnahmen, die zu scharfer» Gegenmaßnahmen der Regierung führten. Bis in die letzten Tage ist es zu Zwischenfällen gekommen, zu mal die Regierung Massenversammlungen einberief, von denen tausende Studenten durch die Polizei gewaltsam zurückgehalten wurden. Plötzlich tauchte ein neues Argument auf, mit dem wohl niemand gerechnet hatte. Für das Vorgehen der Studenten seien die Zionisten verantwortlich, vor denen die Studenten aufgewiegelt worden wären. Es wäre verfehlt, gegen dieses Argument polemisieren zu wollen, dass es gar keine Zionisten in Polen gibt. Die Juden in Polen sind heute ein Faktor ohne jeden Einfluss. Das Rezept, die Zionisten verantwortlich zu machen, entspricht einet alten (antisemitischen) Taktik, den Juden für eigene Fehlschläge die Schuld aufzubürden. Da die Studenten und sicherlich auch die polnische Oeffentlichkeit diese billige Polemik durchschauen, zumal sie wissen, dass sie nicht von Zionisten aufgewiegelt wurden, wird ein weiteres Argument hinzugefügt: die Zionisten seien für die Politik der Deutschen Bundesrepublik gegenüber- Polen verantwortlich... Derartige absurde Behauptungen verraten nur die Unsicherheit der polnischen Machthaber, die auf diesem Umwege den Freiheitsdrang der Studenten unterdrücken wollen. Diese Vorkommnisse beweisen nur, dass erhebliche Veränderungen im kommunistischen Block vor sich gehen. Dass hierbei die Existenz Israels und die jüdische Frage eine Rolle spielen, müssen wir zur Kenntnis nehmen. Man sollte sich hierüber aber nicht wundern, denn das jüdische Volk hat immer für die Freiheit gekämpft und wird von vielen Menschen als deren Herold betrachtet, für die Freiheit, die es sich selbst nach beinahe zweitausend Jahren mit der Schaffung des Staates Israel auch tatsächlich errungen hat. Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Reinefarth beantragt, nachdem er im Spätsommer des vergangenen Jahres von dem Verdacht, bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes 1944 Verbrechen begangen zu haben, mangels Beweisen ausser Verfolgung gesetzt worden war. Reinefarth, der im Kriege zuletzt SS-Gruppeniührer und Generalleutnant der Polizei war, hatte für die Niederschlagung des Warschauer Aufstands 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz erhalten. (AWZ- Besuch in Israel Rom. — Eine offizielle Delegation aller Fraktionen des italienischen Parlaments besuchte kürzlich Israel. Wiedervereinigung von Familien Tel Avv. — Achtzig Verwandte von Bewohnern des Westuferbezirks wurden iiber die Allenby-Brücke herein, gelassen, um die Wiedervereinigung der Familien zu gestatten. Die Operation fand ohne Ueberwachung des Interna tionalen R<Jten Kreuzes statt. General Mosche Dajan informierte die Beamten dieser Organisation, dass Israel die direkte Verantwortung übernüimmt, nachdem das Rote Kreuz dies abgelehnt hatte. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.200.— pro Jahr Ausl. 4 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich Das Thema war „Israel“ Paris. — Kürzlich fand in der französischen Hauptstadt das 9. jährliche Kolloquium jüdischer Intellektueller statt an dem sich 200 Personen, die einen hervorragenden Platz in der Geisteswelt behaupten, beteiligten. Auch Israel-Botschafter Walter Eytan und Dr. Nachum Goldmann, Präsident des JWK und der Zionistischen Weltorganisation, gehörten zu den zahlreichen Referenten über das Thema der Veranstaltung, das „Israel“ lautete. (OJI) Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, csq. CONDE 76.0286 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe de) Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Bueno« Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E. 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