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Jüdische Wochenschau · 1968-03-15 · 2259 (15.3.1968) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2259 (15.3.1968)
Date
1968-03-15
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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i — Viert»«*, )S -de KUX JÜDISCHE WOCHENSCHAU Mt* MIX. — DP ms Die Juden in Amerika (Schluss von Seite 1) Verschiedenen anderen Epochen zu nennen. Adams rieh- : tele diese Zeilen an Noah; Dach Beendigung seiner Präsidentschaft und vor dem .Beginn der Präsidentschaft Seines Sohnes John Quinev Adams, des 6. USA-Präsidenten. Noah war einer der ersten amerikanischen Juden, die zu hohem Rang und diplomatischen Aemtern aufgestiegen waren. Als amerikanischer Konsul in Tunis kam er mit dem Elend der breiten jüdischen Massen in Berührung und entwarf verschiedene, darunter uns heute merkwürdig anmutende Projekte zur Hilfe. Aber auch ihm selbst waren bittere Enttäuschungen nicht erspart geblieben, die vielleicht nicht typisch für die Haltung amerikanischer Dienststellen sind, aber im Zusammenhang mit den höchst interessanten Formulierungen des hier zitierten Briefes von Adams das jüdische Problem, und vor allem das der assimilierten amerikanischen Juden, beleuchtet. Während seiner Amtszeit in Tunis hatte Noah die Aufgabe, dort gefangenge- Bcmmene amerikanische Bürger zu befreien. Hierfür verausgabte er grössere Beträge, als sie ihm vom Pinanzminiister bewilligt waren. Deswegen kam es zu unerquicklichen Differenzen zwischen Noah und der Regierung. 1815 schrieb der damalige amerikanische Aussenminister Monroe einen Brief, in -welchem er ihn als Konsul abberief, da er als Außsenminister bei Noahs Ernennung nicht gewusst habe, dass ,.seine Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 Konfession ihm im W’ege sein wird, seine Pflicht zu erfüllen"' . . Noah wurde zwar einige Jahre später rehabilitiert und zu anderen wichtigen Posten berufen Monroes Brief aber ist erhalten geblieben, in dem die Entlassung des Konsuls Noah mit der schlichten Begründung ausgesprochen wurde, er sei Jude. Selbst der wohlwollende Adams spricht von jüdischen ..Besonderheiten“, die abgelegt werden würden, wenn die Juden nicht mehr verfolgt sein werden Adams reisst übrigens mit seinen wenigen Sätzen das ganze jüdische Problem auf. wie es sich damals der nichtjüdischen (gutgesinnten) Oeffentlichkeit dargeboten hat. Weil jüdische Wissenschaftler am Fortschritt der Menschheit Anteil genommen haben, soll man allen Juden die staatsbürgerlichen Privilegien erteilen, die alle anderen Menschen, gleich welcher Herkunft. ohnehin auch ohne Berufung auf berühmte Forscher haben. Adams wünscht aufrichtig, das« ..die Angehörigen Ihrer Nation" diese Rechte iiberall in der Welt erhalten. Mit der Formulierung „Ihrer Nation" distanziert er sich zugleich von seinem Landsmann Noah, der als Jude dem Gesetz der doppelten Loyalität unterliegt, wie man das in moderner Zeit ausgedrückt hat. Auch die Hoffnung, die Adams in seinen letzten Worten außdrückt, ist aufschlussreich Er wünscht, dass „jede engstirnige Vorstellung in Religion, öffentlicher Verwaltung und im Handel beseitigt“ werde. Wenn der ehemalige Präsident dieses Verlangen außspricht, dann muss man daraus folgern, dass bis dahin die engstirnigen Vorstellungen nicht überwunden waren. Inzwischen sind genau 150 Jahre verstrichen. Ist die Frage unberechtigt, ob »liese Wünsche Adams’ inzwischen erfüllt wurden? Mit jedem Menschen kann man diese Frage ruhig diskutieren und beleuchten, nur nicht mit den amerikanischen Juden selbst, denn sie weigern sich, diese Frage überhaupt zu stellen oder ihre Berechtigung anzuerkennen. Aue auf einem der REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49 5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN *H A E U S E R X VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Hir Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 letzten Zionistenkongresse einer der Redner wagte, von amerikanischer Galut zu sprechen. reagierten selbst die führenden amerikanischen Zionisten gegen diese Ausdrucksweiße. Es gäbe keinen amerikanischen Golus (Galut), sondern höchstens eine amerikanische Diaspora. Mit anderen Worten haben die Amerikaner damit eine Debatte eröffnet, ob die Gesetze dejüdischen Geschichte und unsere in Jahrtausenden gemachten Erfahrungen an den Gestaden des nordamerikanischen Kontinents und vor den Toren New Yorks Halt machen und nur für die anderen, nicht aber für die nordamerikanischen Juden gelten würden. Dass die amerikanischen Juden gute Zionisten und in ihrer überwältigenden Mehrheit — von einigen unbedeutenden exotischen Ausnahmen abgesehen — aufrechte und einsatzbereite Israel-Freunde sind, steht ausser Zweifel. Was Herzl sagte, wird akzeptiert. Nur seine These von der Galut, die stört die amerikanischjüdische Ruhe und Sicherheit. Aber selbst diese Haltung hat zahlreiche Analogien in unserer langen und in unserer jüngsten Geschichte. Man braucht nur an das Schickßal des einst nicht mit Unrecht stolzen deutschen Judentums zu denken. In wenigen Wochen wurden die im Grundgesetz verankerten Rechte von einer antisemitischen Regierung mit Füssen getreten, die Gleichberechtigung war ein Traum, eine Illusion, ein leeres, inhaltloses Wort geworden. Vom deutschen Judentum sind nur einige Reste geblieben, die langsam mit ihren Trägern verschwinden. Dieses Kapitel unserer Geschichte ist geschlossen, jedenfalls in unserer Gegenwart. Das alles liegt nur wenig mehr als drei Jahrzehnte zurück. Vor 50 Jahren haben noch die meisten deutschen Juden gedacht, dass Polen oder Russland, Ungarn und Rumänien GalW seien, Deutschland aber war für sie eine Diaspora, eine bleibende Heimat, ihr Land, Die zionistischen Bestrebungen und die Herzischen Ideen waren gut für die anderen, die armen und verfolgten Juden im europäischen Osten, aber nicht für sie, die deutschen Staats bürger jüdischen Glaubens. Gewiss überstieg die rauhe Wirklichkeit des NS-Regimes jede Möglichkeit menschlicher Vorßtellungen, jeden- Amnestie Jerusalem. — 97 mohammedanische Araber wurden anlässlich des Opferfestes ,.Id Aladha“ freigelassen und kehrten zu ihren Familien zurück. Die Amnestie wurde von den Militär-Gouverneuren verfügt. Die 97 Araber waren wegen verschiedener Vergehen, die zum Teil mit Sicherheitsfragen in Zusammenhang standen, zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. (ITA) Allgemeine Zionisten Tel Aviv. — Die Weltunion der Allgemeinen Zionisten 'beschloss auf einer Konferenz, ein Programm für Ali ja. Absorption und die Erneuerung der zionistischen Bewegung aufzustellen. Den Vorsitz bei dieser Tagung führte Dr. Emanuel Neumann aus den USA. Er forderte die sofortige Einführung einer neuen Absorptions-Politik, die Einwanderer hauptsächlich aus dem Westen ins Land ziehen würde. Hierbei bemerkte er jedoch. dass Absorption und Einwanderung nicht getrennt behandelt werden könnten sondern in Händen der Jewish Agency verbleiben müssten. (ITA) Krfegtveferanen aus USA Tel Aviv. — Das Exekutiv-Comité des nationalen VerbALdes der Kriegsveteranen aus den USA hielt seine Jahreskonferenz zum ersten Mal auf fremdem Boden, in Israel, ab. National- Kommandant Samuel Samuels erklärte, Israel verteidige die Demokratie im Mittelosten, so wie die USA sie in Südostasien verteidigen. Staatspräsident Shazar und Premierminister Levi Eshkol sprachen zu den Veteranen. (ITA) In Rotterdam Rotterdam. — Eine riesige Menora soll im Zentrum der Stadt aufgestellt werden, wenn im kommenden Mai die jüdische Gemeinde Rotterdams zugleich mit dem 20. Unabhängigkeitstag des Staates Israel ihr 1400jähriges Bestehen feiern wird. — (ITA) Kein Jude mehr London. — Ein Buch über die Verbrechen der Nazis gegen die Juden und die übrige Bevölkerung in der Sowjetrepublik Lettland ist hier erschienen. Der Herausgeber, ein Russe namens A. Kadukas, stützt seinen dokumentarischen Bericht U 8CMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Eetrellas Editorial Ltóa. Director: AwwUo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, l9 izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 16 Dollar jährlich auf offizielle russische Quellen. Nn. Text und anhand voh Fotografien wird von der Ausrottung der jüdischen Gemeinden in Lettland in den Jahren 1941—1945 berichtet. Viele Letten kollaborierten damals mit den Deutschen und beteiligten sich an den Greueln. Die Letten, welche nicht kollaborieren wollten, wurden ebenfalls verhaftet und getötet. Vor 1941 lebten 150.000 Juden in Lettland. Heute gibt es dort keine Juden mehr. (ITA) JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios (le lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipt. Muhel NEUE ADRESSE YTAMONTE 2037 4? B T. E. 46-5473 falls bei den Juden. Sie deswegen anzuklagen oder zu beschuldigen, ist falsch. Aber ihr furchtbarer Irrtum bedeutete für leider zu viele Menschen Untergang und Tod. In dieser aufgewühlten Gegenwart werden die USA von rassischen Kämpfen erschüttert, von rassischer! Auseinandersetzungen, die sich nicht gegen Juden, sondern gegen die Neger richten. Aber dass hinter diesen furchtbaren und blutigen Kämpfen die Gefahr einer antisemitischen oder antijüdischen Kampagne lauert. — ßowohl auf der Seite der Neger wie auf der ihrer weissen Feinde (KluKluxKlan und ähnliche Verbände', wird niemand bestreiten wollen oder können, wenn man auch die Schwere der Gefahr unterschätzen oder verschiedenartig beurteilen mag. Es gibt nicht nur Wohnviertel oder Häuserblocks in New York, in denen zu wohnen es den Negern untersagt ist! Die Zukunft der Juden liegt auch nicht in Nordamerika. E«ä gibt nur eine Lösung der Judenfrage und für alle Juden, von Mordechai Immanuel Noah bis zum Richter und amerikanischen UN-Delegierten Arthur Joseph Goldberg. Für die Zukunft zu leben, bedeutet die Augenblicks-Si tuation zu erkennen und sich vorzubereiten. CENTRO fJMYADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeH (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia j Traumatología del Hospital Israelita — Profanar de la Facultad de Ciencias Medicas de Harnee Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 M0KEL N. PLAKSIN Superí 2719 NEUES TELEFON: 78.4784 Dr. Bernardo SCNWARCZ ZAHNARZT VERREIST bis 20. Maerz ESTOMBA 2283 — 76-8216 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN VERREIST vom 19. big St. Jemuar uad vom 4. Februar bk S. Maerz In der Sprechstunde vertreten durch: Dr. AKIVA HERSZXOWICZ (70 0495, Dra. IRIS LIEBER (73.44M) CUBA 2141 T. E. 114182 ». 13 6811 Enfermedades Cardiovasculares Aparato (tradatorio Dr. SAULIMANSKY MEDICO CIRUJANO IL P. 929« Sarmiento 3M6 T» Et 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY Z A HNAKZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFEROBTHOPAEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518. TJE. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L. 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