Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2258 (8.3.1968)
- Date
- 1968-03-08
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Viernes, 8 de Marro de ÜMBt SEMANA ISRAELITA Año XXIX. — N® 2258 Von Syrien geht der Drnck aus In den führenden sowjetischen Zeitungen erschienen mehrfach Vorwürfe gegen radikale Kreise im arabischen Lager, die ,,unverantwortliche Aeusserungen“ abgeben. Aller die russischen Zeitungen, die sehr um die Gunst der Araber besorgt sind und denen in den letzten Monaten besonders daran lag, die arabi sehen Länder mit Hilfe der Spitzenkonferenz zu einer einheitlichen Politik zu veranlassen, haben die „Unverantwortlichen“ nie beim Namen genannt. Die moskauer Regierung ist seit langem mit dem Verhalten Syriens, das die Resolution des Sicherheitsrates vom 22. November 1967 abgelehnt hat und das nicht mit dem UN-Botschafter Jarring zusammenarbeitet, nicht zufrieden. Aber die Russen haben sich gehütet Syrien öffentlich zu tadeln. Im Gegenteil — bei jeder Gelegenheit wird trotz bestehender Meinungsverschiedenheiten das Regime von Damaskus gelobt. Die Zeitung der ostdeutschen Kommunisten „Neues Deutschland“ berichtet regelmässig UM WIM«» El- IttKlGMNO« CAIA POPULAR OEBELGRANO COOPERUmt OE COEOITO LT OH DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA CAS* CfNIfMb AMENA8AR 2%* AGENCIA ti° l CABILDO 310? esa «ERA AGENCIA N° 2 CORRIENTES TM P I“ esa PASTEUR Horario de 12 a Ib Hs * ahora alenoemoa saludos de 10 a 12 39 hv inscrlpctOiei» «amito a* ei Regislfb <J* EnMUaoe* financie»«) no bancada* de* Banco Central CAPITAL REALIZADO ACTUAL -J 310 000 000 über die Hilfe, die russische Techniker bei der Oelsuche in Syrien und bei der Durchführung anderer Projekte leisten. Das Blatt würdigt ebenso die „Solidarität“ Syriens mit dem kommunistischen Lager und verschweigt. dass Moskau eigentlich die Syrer als unverantwortlich betrachten möchte. Rügen und direktes Eingreifen passt nicht zur russischen Doktrin, denn die moskauer Politiker versichern ja immer wieder, dass sie den Arabern nur helfen, sie dagegen nicht „beherrschen“ wollen. Wenn die Syrer auf Russlands Meinungen in der Mittelost- und Israel - Frage nicht hören wollen, so dient dies Moskau nur als willkommener Beweis dafür, dass arabische Staaten letztlich unabhängig sind und dass Russlands Einfluss „nicht allmächtig“ ist. EIN NEUER DIPLOMAT Die Sorge über das ungebärdige Verhalten Syriens ist jedoch in Moskau gewachsen, und daher haben die Russen einen „konstruktiven“ Schritt unternommen, um die Männer von Damaskus zur Räson zu bringen. Sie lösten ihren bisherigen Botschafter Barkowski, der sieben Jahre im Amt war, ab und ernannten an seiner Stelle Nuriddin Muchitdinow zum diplomatischen Vertreter der Sowjetunion in Damaskus, Der neue Botschafter kommt aus Usbekistan, ist (oder war) selbst Moslem und fungierte in den Jahren 1955 bis 1957 als Führer der kommunistischen Partei in dieser zentralasiatischen Sowjetrepublik. Damals holte sich Krutschew diesen von ihm als fähig erkannten Politiker nach Moskau und machten ihn zum Mitglied des Partei-Präsidiums. Nach dem Sturz Krutschews verschwand auch Muchitdinow aus der Parteispitze, aber er wurde nicht gänzlich beseitigt, und jetzt haben die Machthaber in Moskau auf diesen erfahrenen Politiker zurückgegriffen und ihm den heute sehr wichtigen Posten in Damaskus übertragen. ALFRED0 STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76 9088 r Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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Denn im Moment scheinen die Russen tatsächlich die Pläne der Machthaber von Damaskus zu fürchten. Syrien gilt zwar als isoliert in der arabischen Welt, es beteiligt sich nicht an SDitzenkonferenzen und arbeitet nicht mit UN-Emissär Dr. Jarring zusammen. Aber diese radikale Politik findet bei der arabischen nationalistischen Jugend Anklang Aus seiner Isolierung heraus unterstützt Syrien weiter die verschiedenen Untergrund- Organisationen und hat die übrigen arabischen Länder mit der Parole erschreckt dass im nächsten Frühjahr ein neuer Krieg ausbrechen müsse. Für junge, radikale Menschen hat die syrische Haltung sicher etwas Bestechendes: Syrien handelt nicht um den „kleinen Gebietsstreifen, den man zeitweilig verloren hat“, sondern bereitet sich auf das neue „schicksalhafte Ringen“ vor. Die Gewehre, die Mörsergranaten und Minen, die die Saboteure in Israel und an den Grenzen benutzen. sind russischen oder chinesischen Ursprungs und werden aus Syrien geliefert. Der Befreiungsrat für Palästina hat seinen Sitz in Kai ro, aber seine Sympathien müssen zu Syrien neigen, da von dort die wirkliche aktive Unterstützung kommt und die letzte Mitteilung des Befreiungsrates und der Leitung von Hammude, dass man sich mit „Al Fatach“ zumindest in begrenztem Umfange geeinigt habe, weist auf die Richtung hin, in die auch der ganze Befreiungsrat gehen kann. Die Russen wissen natürlich vom Auftauchen chinesischer Waffen in Syrien und bei den Untergruudkämpfern und fürchten, dass China noch mehr Einfluss gewinnen wird, wenn sie etwa das syrische Regime eindeutig verurteilen. FURCHT VOR DAMASKUS Die meisten arabischen Staaten lehnen den Radikalismus des syrischen Regi- SOLARIS Der Anzug für warme Tage, wie Sie sich ihn wünschen. Innen, unä aussen meisterhaft ge. arbeitet. Ein Anzug guten Stils. Masslrieidung - Fertigkleidung Carl ton Maipü 982 — 31-7845 (wenn es funktioniert) mes ab, aber sie fürchten es zugleich. Es hat immerhin fertiggebracht, dass keine Spitzenkonferenz zustande kam und angesichts der radikalen Haltung gewisser Jugend - Schichten würden auch Beschlüsse von Spitzenkonferenzen nur begrenzten Wert haben. Nasser nimmt in seinen Entschlüssen auch auf den Druck Rücksicht, der von Damaskus und von Algerien kommt, und im Moment sucht Nasser Zuflucht bei Tito und beim Präsidenten Aref, der mit de Gaulle verhandelt hat, um durch die Gewinnung von Persönlichkeiten von Weltrang auf die Araber Eindruck zu machen. Aber der irakische President Aref, der durch seinen pariser Besuch an Prestige gewonnen hat. fühlt sich selbst auch nicht so sicher; daher war er in Paris recht vorsichtig und vermied jede wirkliche Stellungnahme zu de Gaulles Friedens - Programm, da er einen Nachbarn hat, der von Frieden nichts wissen will und nur im Krieg die Zukunft sieht. Die Syrer haben über die Einheitsfront mit Hilfe der Reaktionäre, der Oelfürs»en, immer nur gespottet; und wenn Kuweit jetzt die Einstellung der Hilfszahlungen LA SEMANA ISRAELITA ShMANARlO INDEPEND ENTE Bs Aires - PUEVRHEOON 2190, 1* izq - 83-2618 8. Adar 5728 8. März 1968 an die vom Krieg betroffenen arabischen Staaten beschlossen hat, so ist dies für die Syrer nur ein Beweis dafür, dass sie recht hatten, die an die „guten Absichten“ der Oelreaktionäre nicht glaub ten und die sogenannte Einheitsfront als brüchig erachteten. Alle Korrespondenten berichteten in den letzten Wochen aus den arabischen Hauptstädten, dass eine fieberhafte Aktivtät um Jarring und um die Frage der Einberufung des Sicherheisrats im Gange sei. Das isolierte Syrien hat sich an dem nicht beteiligt, es hat seine Methode des Drucks und der weiteren Propagierung des bei den Arabern so beliebten hemmungslosen Radikalismus festgesetzt, und es dürfte mehr Anhänger finden, als manchen arabischen Politikern und ihren Freunden in Osteuropa lieb ist. Dieser Entwicklung soll der Diplomat Muchitdinow in der Höhle des Löwen, an Ort und Stelle, entgegen wirken. Niemand weiss jedoch, ob das Experiment eines Orientalen im Auftrag Russlands in Damaskus den erwünschten Erfolg bringen wird. Indische Presse New Delhi. — Der Herausgehn der indischen Tageszeitung „Pratap“ erklärte kürzlich, Indien müsse mit Israel freundschaftliche Beziehungen pflegen; 95 Prozent der indischen Zeitungen sind bestrebt, das indische Volk dahingehend zu beeinflussen, dass es als Ganzes nicht die pro-arabische Politik der indischen Regierung unterstützt. 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