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Jüdische Wochenschau · 1968-03-08 · 2258 (8.3.1968) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2258 (8.3.1968)
Date
1968-03-08
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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ft — Vtows, 8 de Mar«) de 1968 JÜDISCHE WOCHENSCHAU An* XXIX. N° 2258 Die Zukunft der Juden! Schicksal einer Synagoge (Schluss von Seite 1) nen Anfängen von (evangelisch-) christlichen Kreisen getragen; er fand im Hof- («rediger Stöcker seinen prominentesten Vertreter. Dieser Antisemitismus hatte durchaus keinen missionären Charaker; er wäre nicht einfach verschwunden, wenn «ich die Mehrheit der Juden hätte taufen lassen. Wirtschaftliche Motive standen in «weiter Linie; sie waren vielleicht als primitive Leidenschaften wie Neid und Eifersucht gegen jüdische Erfolgsmenschen bestimmend, nicht aber ein dezidierender Faktor für die Führung der antisemitischen Bewegungen, deren es im deutschen Kaiserreich, also in der ..guten, alten Zeit", mehrere gegeben hat. Bald traten politische und rassistische Gesichtspunkte bei den antijüdischen Auseinandersetzungen auf, lange Zeit vor dem Anbruch des Dritten Reiches, das die Eliminierung der Juden ..als Fremdkörper aus dem Körper des deutschen Volkes“ und später die physische Ausrottung aller Juden, die in seinen Machtbereich fielen zum Mittelpunkt seiner Politik gemacht hat. Während die katholischen Könige sich mit der Ausschaltung der Juden durch ihre Vertreibung aus Spanien .begnügten“, ging das Dritte Reich noch einen Schritt weiter mit seiner „Endlösung der Judenfrage“ der sechs Millionen Juden zum Opfer fielen . Wiederum war es ein christliches Volk — wie in Spanien —, das diesen totalen Einordnungsprozess der Juden durch Gewaltmassnahmen unterbrach. Allerdings Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 gibt es einen erheblichen Unterschied: die katholischen Könige handelten im Zeichen des Kreuzes, dieNS- Macbthaber waren bewusste Antichristen, vor allem Hitler. Auch das ist ein interessanter Gesichtspunkt, der bei der Formung von Ansichten und Wertungen berücksichtigt werden sollte. In der Zukunftsschau des Dr. Hanauer, die kurz vordem Anheben des grossen Sturmes über Europa und und die ganze Erde vorgenommen worden ist, wird die Existenz der zionistischer. Bewegung als eine beruhigende Tatsache aufgefübrt, da es das Ziel des Zionismus sei, das Judentum und das jüdische Volk zu erhalten. Auch in der damals erfolgten Schaffung jüdischer Kulturvereinigungen sieht der Autor Massnahmen, die der Erhaltung des jüdischen Bewusstseins und damit des Judentums dienen, Er glaubte also mit gutem Grund, hoffnungsfroh trotz einer gebotenen Skepsis in die jüdische Zukunft blicken zu können. Rückblickend wissen wir nach den Erfahrungen der letzten sechs Jahrzehnte, dass diese Prognose im grossen und ganzen richtig war, dass aber die Probleme grösser und tiefer liegen, als dies der damaligen — wie gesagt „guten, alten“ — Zeit entsprach und erkennbar war. Ein wesentlicher Unterschied dürfte darin liegen, dass der religiöse Aspekt bei der Bewertung der jüdischen Zukunft heute an Bedeutung hinter anderen Problemen zurückgetreten ist. ln der Galut sind die religiösen Strömungen innerhalb des Judentums zu einer Art nicht vereinbarter Koexistenz gelangt. Jedenfalls sind schärfere Auseinandersetzungen in der Oeffentlicbkeit nicht spürbar. Die absolute Beherrschung der religiösen Lebensäusserungen im Staat Israel durch die Orthodoxie (israelischer Prägung) wird zwar von vie len Seiten angegriffen, aber von allen respektiert. Von einer Taufbewegung kann heute wohl nirgends gesprochen werden, wenn auch diese ..Gefahr“ nicht gebannt sein mag. Uebertritte von Juden zum Christentum gab es bereits in Vor 60 Jahren wurde in idem jüdischen Zentrum in wesentlichen durch fosen die neue grosse Syn wo Judealten Zeiten dort sein i das Bekenntnis zur j'idi sehen Glaubenswelt seinen Ausdruck fand. Dass heute bei der Verhinderung von Taufen, insbesondere in Kreisen der assimilierten jüdischen Jugend, die jüdische Reformbewegung eine positive Rolle spielt, muss auch von den Gegnern der j Reform anerkannt werden I wobei hier unter „Reform" j keine besondere religiöse i Richtung verstanden weri den soll, sondern nur jene agoge eingeweiht, die die Funktion dreier kleinerer Bethäuser religiös-konservativer Observanz übernahm. Viele Jahre hatte man die Synagoge geplant. 1902 war ein Wettbewerb für sie ausgeschrieben worden, an dem sich berühmte Architekten beteiligten. Die Baukosten von 850.000 Mark waren für jene Zeit sehr beträchtlich. An diesem Bethaus wirkten bekannte Rabbiner und Kantoren und vorbildliche Gemeindeführer. Viele Be- Tendenzen, die mit den Auf- I lende füllten das Jahr hin- LA SEMANA ISRAELITA durch das etwa 1.200 Plätze aufweisende Bethaus. Die Geschichte der Synfassungen der Orthodoxie und eines konservativen Judentums nicht vereinbar sind. Es ist interessant zu j - beobachten, wie gerade in i den verschiedenen Judenheidiesen Kreisen ein Hebrai-! ten in den entlegensten Ge- H»r Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76.5842 JUDITH SCHENK0LEWSK! Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZÂ Servicios de lunch de categoria SALON DE FIESTAS ECHEVEBRIÀ 3296, «*q. CONDE 76.6286 73 1049 sierungspro-zess der Jugend angestrebt und teilweise auch erreicht wird. Damit tritt der Faktor Israel wieder in den Blickpunkt jeder Betrachtung, die sich heute der jüdischen Zukunft widmet. Nichts dürfte schwerer sein, als mit exakten Worten zu erklären, was eigentlich unter dem Begriff „jüdisches Volk“, den heute alle Kreise mit einer grossen Selbstverständlichgenden unserer Erde sind undiskutierbar. Sie wirken sich nicht nur in Aeusserlichkeiten oder in der Lebensauffassung aus. Das Zusammenkommen von Juden mit hoher Kultur aus den europäischen Ländern, unter denen es bereits erhebliche Unterschiede gibt, mit den Juden aus den arabischen Ländern jn Israel zeigt augenfällig eine Gegensätzlichkeit in allen Auffassungen keit benutzen, zu verstehen j zum Leben. Und doch: Sie ist. Die Schwierigkeit einer i s*nc* Juden. geeint durch Erklärung sollte niemanden ' M agoge, so verheissungsvoll mit einem Festakt eingeleitet, war von kurzer Dauer. 1914 begai.n der Erste Weltkrieg, und 1919 wurde Posen polnisch, und damit begann eine verstärkte Emigration der Juden aus Posen. Schon vor der Besetzung durch die Deutschen fanden sich nur noch wenig Betende mehr ein. Mit dem Zweiten Weltkrieg und der Katastrophe wurde Posen zu einer Stadt ohne Juden. Noch stehen die äusseren Mauern der. einstigen Synagoge; jedoch wird ihr Inneres heute als Schwimmbad benutzt. Touristen aus Libanon Jerusalm. — Wie es hiess. hat Israel keine Bedenken, seine Grenze mit Libanon für den Tourismus zu öffnen. falls dem Aussenministerium ein diesbezüglicher Antrag zugehen sollte. In der Presse verlautete, libanesische Reiseagenten hätten Reisen zu organisieren versucht, die auch in das Heilige Land und nach Beirut führen sollten. Beobachter meinten, dass Libanon seine 'Zustimmung hierzu verweigern würde. (1TA1 Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltóa. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredün 2190. 1? izq T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: 4 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono t. d Naehbar-Repabliken 10 Dollar jährlich schrecken. Denn meistens sind die gebräuchlichsten Begriffe am schwersten zu definieren. Es genügt, dass jeder weiss, was unter „Volk“, was unter „Nation“, was unter ..Staat“, was unter ..Geschichle“, was unter „Ethik“ verstanden wird. Wir wollen ein Beispiel herausgreifen: Der Glauben an den Einen Gott bindet das jüdische Volk. Man kann aber nicht in Abrede stellen, dass viele Menschen, die sich als Juden bezeichnen und für die eine Zugehörigkeit zum jüdischen Volk die selbstverständlichste Sache der Welt ist. diesen Gott- \ glauben nicht teilen oder j behaupten, ihn nicht mehr zu besitzen. Haben sie des- I halb aufgehört, Juden zu sein? — Nach der heute übel-wiegenden Auffassung der Juden sicherlich nicht. In einem solchen Phänomen — und die Beispiele könnten auf andere Gebiete des Denkens, des Fuhlens und der Einstellung zu den Weltproblemen erweitert werden, — liegt zu einem guten Teil das jüdisches Geheimnis begründet. Allein die Tatsache des jüdischen Ueberlebens trotz aller Verfolgungen und trotz aller Assimilationen kann man nur schwer rationell begründen. Die trennenden Faktoren j der Entwicklung zwischen Posthume Ehrung New York. — Posthum wurde vom Staat Israel mit einem Medaillon der portugiesische Diplomat Aristides de Sousa Mendes geehrt, der seine eigene Person gefährdete, um Juden während der Naziokkupation Frankreichs zu letten. Das Medaillon wurde seiner Tochter übergeben; es wurde von Jad Waschern geschlagen und enthält den talmudischen Spruch, der besagt, dass der, der einen Menschen rettei. gleichsam eine ganze Welt schützt. JACOB LAPIDUS tfipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4? B T. E. 46-5473 den Willen zur jüdischen und zur gemeinsamen Zukunft... Das ist unleugbar wenn es auch möglicherweise nicht mit allen seiner. Einzelheiten erklärt und gedeutet werden kann. Auf ein Problem unserer jüdischen Zukunft sei noch kurz hingewiesen, das vor 60 Jahren nicht bestanden hat Welches Schicksal wird das amerikanische Judentum haben? — Die Frage mag im Augenblick nicht , in ihrer ganzen Tragweite aktuell sein. Die amerikanischen Juden werden sieh sogar dagegen sträuben, dass hier überhaupt eine Frage vorliegt; so sicher fühlen sie sich, so stark verbunden und verwachsen sind sie mit ihrem Amerika. Es mag auch nicht populär sein, solche Problem aufzuwerfen, die geeignet sind, Menschen zu beunruhigen. Aber das ändert nichts daran, dass wir zu einer Prüfung verpflichtet sind und eine Antwort darauf suchen, ob die Gesetze unserer vieltausendjährigen Geschichte durch das Land der ehemals unbegrenzten Möglichkeiten gebrochen werden. Gibt es wirklich auf die Dauer eine gute und eine schlechte Galut?. eine gute Galut, das sind die USA und eine schlechte, das ist z. B. die Sowjetunion Die Frage ist für unsere Zukunft so bedeutungsvoll, dass sie einer ausführlichen Behandlung bedarf. (wird fortgesetzt) M0KEL N. PLAKSJN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78.4784 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT VERREIST bis 20. Maeri ESTOMBA 2283 — 76-821« BERNARD 0 STERN A*sfübntitg soemtlieber MALERARBEITEN HELGUERÁ 1915 — T. Ë. 58-4652 CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 In Dr. BERNARDO GOLDSTEIN VERREIST vom 19. bis 29. Januar und vom 4. Februar bis 3. Maerz der Sprechstunde vertreten durch: Dr. AKIVA HERSZKOWICZ (70-0495) Dra. IRIS LIEBER (73.8463) CUBA 2141 T. E. 73-0182 i. 73-6811 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9288 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFERORTHOPAEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Medico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN R0ENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag Dienstag, Mittwoch a Freitag fco 1#—19 U*1® Br wird gebeten sich vorbei teletonlech enzumelden- 8ANTA FE 1381 I. E. 44.9493 u. 44-1542

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