Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2256 (16.2.1968)
- Date
- 1968-02-16
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viem«*, 16 de Febrero de 1968 SEMANA SRAELITA A ®o XXIX. — N? 2256 Juden und Neger in den USÂ In der letzten Zeit konnten die nordamerikanischen Juden beobachten, dass die antisemitischen Manifestationen gewisser Führer der schwarzen Massen zunehmen. Man muss sich fragen, ob diese antijüdische Haltung die Gefühle der gesamten schwarzen Bevölkerung der USA widerspiegelt ob der Antisemitismus unter den Negern nur eine Form des Hasses gegen die Weissen ist. ob die Feindseligkeit gegen die Juden nicht daher rührt, dass viele Neger von den jüdischen Hausbesitzern und Inhabern von Läden, deren es eine grosse Anzahl in den Negervierteln gibt, ausgebeutet werden oder ob es sich um den chronischen Antisemitismus der christlichen Gesellschaft handelt. Schliesslich stellt sich noch die Frage, ob der Kampf der Neger um die Bürgerrechte notwendigerweise die Beziehungen zwischen Negern und Juden verschlechtern müsse. Alle diese Probleme behandelt das kürzlich erschienene Buch ,.Protest und Vorurteil“ von Gary T. Marx, das sich auf ein von offizieller Seite durchgeführtes Studium der von prominenten Negern bezogenen Stellungnahme stützt. Die Umfrage, die für das Buch als Basis diente, wurde im Oktober 1965 von dem angesehenen Institut für Erforschung der öffentlichen Meinung veranstaltet, das der Universität von Chicago angeschlossen ist. Der Bericht des Instituts bildet die Ergänzung einer Studie des Antisemitismus, die von der Universität von Kalifornien von WILL MlASLOW unter den Auspizien der Antidiffamierungs-Liga unternommen worden war. Die Befragung begann nach den sommerlichen Unruhen des Jahres 1964. die der Auftakt einer Kette von ..langen, heissen Sommern“ waren. Allerdings scheinen die weit schwereren Unruhen der Jahre 1985 und 1986. die separatistischen Bestrebungen der Anhänger des ..Black Power“ in den Elendsvierteln der amerikanischen Städte und die Unstimmigkeiten innerhalb der Bewegung für die Bürgerrechte, die in dem vorerwähnten Buch dargestellte grundsätzliche Einstellung geändert zu haben, wie aus späteren Studien und besonders aus der Umfrage erhellt mit der die Wochenschrift ..Newsweek“ das Louis-Harris-Institut beauftragte. Befragt wurden erwachsene Neger, die in Städten des Landesnordens leben, sowie Bewohner von New York. Chicago, Atlanta und Birmingham. Prof. Marx zerlegt seine Untersuchung in folgende drei Teile: die Haltung der Neger zur Bürgerrechtsfrage, zu den Juden, und drittens zu den Weissen im allgemeinen. Um die antisemitische Einstellung der Neger zu prüfen, verglich der Verfasser die auf neun verschiedene, auf Juden bezügliche Fragen erhaltenen Antworten und gelangte auf diese Weise zu einer ,, Wertmessziffer des Antisemitismus“. Sein Resultat lautet, dass 36 Prozent der Neger „keine Antisemiten“. 40 Prozent ..wenig antj-emitisch“, 18 Prozent „sehr“ und 6 Prozent ,,enragierte Antisemiten“ sind. Von besonderem Interesse ist eine Reihe von Fragen, die ergründen sollten, ob die Neger einen Unterschied zwischen jüdischen und nichtjüdischen Arbeitgebern, Hauswirten oder; Geschäftsinhabern machen i Hier stellte sich heraus, dass | 34 Prozent der Befragten; antworteten, sie würden liej ber für einen Juden arbei- : ten, während 19 Prozent einem Nichtjuden den Vorzug gaben; 20 Prozent erklärten, der jüdische Ladenbesitzer sei ..besser” als andere weisse Geschäftsleute, und 7 % behaupteten das Gegenteil.; 24 Prozent fanden jüdische I Hauswirte besser, und 7 % j meinten, sie seien schlechter; die übrigen erklärten, sie seien alle gleich. Bei der Ausweitung dieser Ziffern gelangt Prof. Marx zu der Feststellung, dass man nicht ohne weiteres schliessen dürfe, dass die Neger den Juden weniger feindselig als anderen Weissen gesinnt seien, sondern möglicherweise in den Juden nur das kleinere Uebel sähen. Der beunruhigenden Behauptung, dass die jüdischen Kaufleute in den Negervierteln die Schwarzen ,,ausbeuten“, hält Prof. Marx C ATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 - 1017/18 y 1264 SUA V ANDAR el calzado legítimo de espuma de goma entgegen, dass 82 Prozent der befragten Neger erklärten, sie glaubten nicht, dass sie gerade von den Juden schlechter behandelt würden. Das Gegenteil versicherten 16 Prozent. 62 Prozent berichteten, es sei leichter in einem jüdischen als in einem nichtjüdischen Geschäft einen Kredit zu bekommen, was nur 9 Prozent bestritten. Andere 49 Prozent üusserten, der jüdische Kaufmann sei ..verständnisvoller“, wenn der Kunde mit seinen Zahlungen in Rückstand gerate, während 16 % das Gegenteil erklärten. Ueberraschend war die Tatsache, dass 65 Prozent der befragten Neger bei Juden arbeiten oder gearbeitet haben, und 50 Prozent dies von einem Mitglied ihrer Familien erzählten. Dies muss insofern überraschen, A oconómicas ESTUDIO contad oros públicos nacional«* consultoras do :omprosmi 1 PASTEUR 254 . 2’ y 5? pisos fíí. 49-7148 < 137? * fUÍNOS AIR£} ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES ANONIMAS '¡MM DE Chaplin und Ben Gurion Charlie Chaplin Aus Paris verlautet, dass das Projekt, einen Film mit dem Titel „Zweitausend Jahre Liebe“ zu drehen, vor seiner Verwirklichung stellt Er wird die Geschichte des jüdischen Volkes und die des Staates Israel behandeln David Ben Gurion. den Mann, der die Unabhängigkeit des jüdischen Staates verkündete und so viele Jahre die Geschicke Israels geleitet hat. wird von Charlie Chaplin dargestellt werden. Er und die anderen Schauspieler. die in diesem Film auftreten, werden als sym- David Ben Gurion bolisches Honorar eine Einheit der in ihrem Land gebräuchlichen Währung erhalten. z. B. ein Amerikaner einen Dollar und ein Franzose einen Franc. Es ist interessant, dass Produzenten und Schauspieler übereinstimmend beschlossen haben, dass der Reinertrag des Films der Hebräischen Universität in Jerusalem zufliessen soll, um sie zu erweitern und zur grössten mittelländischen Universität aus^ugestalten. Foederation jüdischer Jugend San José, Costa Rica. — Eine Föderation der jüdischen Jugend in Mittelamerika ist auf Initiative des Jüdischen VjtHltkongresses gegründet worden. Zum Präsidenten dieser neuen Föderation wurde Herr Har ry Wohlstein gewählt. (OJI) als die Juden nur 3 Prozent der Bevölkerung ausmachen und relativ wenige industrielle Unternehmen in Händen halten. Zu einer gewissen Ermutigung dürfte die Entdekkung berechtigen, dass 45 ft Neger — gegenüber 3 Prozent, die gegenteiliger Meinung sind — die Ueberzeugung hegen, dass die Juden ..grössere Sympathie als andere Weisse für die Bürgerrechte haben.“ Mit der Zunahme dieser Ansicht dürfte der Antisemitismus unter den Negern sich verringen. In der Analyse der Antworten auf Fragen, die mit den Bürgerrechten Zusammenhängen, schaltet Prof. Marx einen neuen, auf die „Kampfbereitschaft“ bezüglichen Index ein, den er sorgfältig auswertet. Gewisse schwarze Extremisten haben sich vorgestellt, dass mit dem Anwachsen der Feindseligkeit gegen die Weissen, die Bereitschaft der Neger, für ihre Rechte zu kämpfen, parallel steigen werde. Doch die Resultate, zu denen Prof. Marx gelangt, erbringen keine Bestätigung dieser These. Er stellt vielmehr fest, dass „in dem Masse, in dem das Interesse an den Bürgerrechten wächst, auch die Toleranz zunimmt“, und andererseits, „je grösser die Intoleranz ist, der Betreffende wahrscheinlich umso weniger militant sei“. Diejenigen natürlich, die unter „Kampfbereitschaft“ die Teilnahme an Rassen Unruhen verstehen, werden sehr andersgeartete Folgerungen ziehen. Doch schon Im Jahre 1964 gingen die Ansichten über die Nützlichkeit der Unruhen für die Literarische Notizen Auszsichnung Professor Markus Rainer vom Technion Haifa wurde zum Ehrenmitglied der französischen Gesellschaft für Rheologie ernannt; er ist ein Pionier dieses Zweiges der Physik. Kürzlich erhielt er die englische Goldmedaille für Rheologie. Ausländische Studenten An der Hebräischen Universität in Jerusalem studieren dieses Jahr über 900 Ausländer, unter ihnen 439 aus den Vereinigten Staaten. Die übrigen kommen aus den verschiedensten Ländern aller Erdteile. Je 45 kommen aus Kanada. Südafrika, England und dem Iran. 36 aus Argentinien, 27 aus Deutschland, je 20 aus Holland sowie aus Frankreich. Tilly Edinger gestorben In Cambridge Mass. (U. S. A.) starb die Wissenschaftlerin Tilly Edinger. die mit ihrem 1929 erschienenen Buch — nach dem Studium in Heidelberg — über „Die fossilen Gehirne“ die Grundlage für die Wissenschaft der Paläoneurologie geschaffen hat. Sie war Ehrendoktor von Wellesley, Giessen, von der Sorbonne und von Frankfurt. Tilly Edinger stammte aus Frankfurt, wo ihr Vater ein bekannter Gehirnanatom war. Forsch ungsrabeit Im „Zentrum für Erforschung kollektiver Psychopathologie“ in Sussex (England) soll aufgrund von Studien der Gedankengänge Hitlers und von Inter* views mit Nazi-Kriegsverbrechern eine Forschungsarbeit durchgeführt werden, die sich insbesondere mit der Entmenschlichung gewisser Personen durch andere befassen soll. Todesnachricht In London starb unlängst der älteste Sohn von Sigmund Freud, der Jurist Dr. Marein Freud, lange Zeit Geschäftsführer des Internationalen psychoanalytischen Verlages. Er war ‘Zionist von Studententagen an und verfasste auch einen Artikel über Sigmund Freuds Beziehung zum Judentum. Kunstmesse Der Hafen von Jaffa soll in einen Hafen für Fischerei, Touristik und Sport umgew’andelt werden. Als Touristenzentrum sollen die Kunststudios und Galerien, sowie die Souvenirläden weiterentwickelt w'erden der. In New York erklärten 57 Prozent der befragten Neger, dass „die Unruhen nichts Gutes bringen könnten“, aber diese Meinung wurde nur von 26 Prn7»*>t in Atlanta geteilt. LUACH—(KALENDER) Freitag, den 16. Februar 17. Schwat Sonnabend, den 17 Februar 18. Schwat Schabat JITRO Haftara; Jesajas 6 Sonntag, den 18. Februar 19. Schwat | Montag, den 19. Februar 20. Schwat Dienstag, den 20. Februar 21. Schwat Mittwoch, den 21. Februar 22. Schwat Donnerstag, den 22. Februar 23. Schwat Freitag, den 23. Februar 24. Schwat Sonnabend, den 24. Februar 25. Schwat Schabat MISCHPATIM — Parschat SCH’KALIM Haftara 2. Buch Könige tKap. 11) Sonntag, den 25. Februar 26. Schwat Montag, den 26. Februar 28. Schwat Dienstag, den 27. Februar 28. Schwat Mittwoch, den 28. Februar 29. Schwat Donnerstag, den 29. Februar 30. Schwat Freitag, den 1. März 1. Adar Sonnabend, den 2. März 2. Adar Schabat T'RUMAH Haftara: 1. Buch Könige Kap. 8 Sonntag, den 3. März 3 Adar Montag, den 4. März 4. Adar Dienstag, den 5. März 5. Adar ,, j Toy nt" tbi^und fiehö1 (iS*115 der zio pe^Lpn. Da¡ aucl «ähreDrd. peklarat ÜKsErst£n SSSfti "'T1 JOTS. die Syrer »us aTnD-rn-deI recht» 'VastaS jhistwie das »ach Paüf ina lenund „*hre . den Jahrf i?J S 25.000 aut ¡st - Er schildert «¿g von „blüh* wirtschaftlichen raid meinte, das fetina „riesige te Landstrecken Juden kultiviei und werden hätten bewiesen Tovnbee, dass ketten besitzen Gelobten Land rer. Durch Kolonisation begonnen, sein gen Wohlstand langen“. T derte den A des durch „die Malaria sation und von Eukalypt kämpften“, Er. 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