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Jüdische Wochenschau · 1968-02-16 · 2256 (16.2.1968) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2256 (16.2.1968)
Date
1968-02-16
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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View«*, 1« de Febrero de 19«8 SEMANA ISRAELITA Toynbees Juden-Psychose von JOSEF FRAENKEL Año XXIX. — N9 2256 Vorbedingung für den Frieden Paris. — Bei einem Bankett beleuchtete der französische Aussenminister Maurice Couve de Murville die Lage in Nahost und 'bemerkte, dass .der Frieden nur dann hergestellt werden kann, wenn Israel aner kannf. das Problem der Flüchtlinge ge öst und die freie Schiffahrt im Golf von Akaba und im Sue/kanai gesichert wird“. Er fügte hinzu, dass ..diese Sicherheitsabkommen die Vorbedingungen für einen arabisch-israelischen Frieden darstellen. der von der internationalen Gemeinschaft garantiert werden muss". Murville wies die Vermutungen zurück, dass das Waffenembargo der Franzosen das Rüstungsgleichgewicht im Mittelosten gefährdet habe. ..Die militärische Ueberlegenheit Israels ist so offensichtlich be wiesen worden“, äusserte er, ..dass es kein Problem gibt, selbst wenn man die kiirzlichen sowjetischer. Waffenlieferungen in Betracht ziehen wollte.“ (ITA) Arnold J. To.vntoee sympathisierte zuerst mit dem Zionismus und gehörte zu den Freunden der zionistischen Bestrebungen. Das war vor, während und auch nach der Balfour - Deklaration. Während des Ersten Weltkrieges veröffentlichte er ein Buch „Tutkey. A Past and a Future“. Damals konkurrierte England mit Deutschland um oas Wohlwollen der Juden, hauptsächlich in Amerika und so gab es im Jahre 1917 eine spezielle Auflage seines Buches für New York. Toybee hob hervor, dass die Syrer aus der Türkei auswandern, wogegen die Juden — ,,deren Geburtsrechc in Westasien genau so alt ist wie das der Syrer“ — nach Palästina zurückkehren und ,,ihre Zahl zwischen den Jahren 1881—1914 von 25.000 auf 120.000 gestiegen ist.“ Er schilderte die Gründung von „blühenden landwirtschaftlichen Kolonien“ und meinte, dass es in Palästina „riesige unkultivierte Landstrecken gibt, die die Juden kultivieren können und werden“. Die Juden hätten bewiesen, so erklärte Toynbee, dass sie „Fähigkeiten besitzen, um sieh im Gelobten Land zu vermehren“. Durch die jüdische Kolonisation habe Palästina begonnen, seinen ehemaligen Wohlstand wieder zu erlangen“. Toynbee bewunderte den Aufbau des Landes durch die Juden, die „die Malaria durch Kanalisation und durch Pflanzung von Eukalyptusbäumen bekämpften“. Er, Toynbee, zitierte das „Basler Programm“, das Aufltben der hebräischen Sprache, die Gründung des „Zion-Mule-Corps“, dessen Truppen den Gallipoli-Feldzug mitgemacht hatten, und er fügte hinzu „Das zionistische Judentum ist eine Nation, und es benötigt ein Mutterland, damit es werde wie andere Nationen“. Tynbee stellte die Frage: „Was für Aussichten existieren für Palästina nach dem Krieg?“ Wenp die Türken und die Deutschen Palästina räumen werden, antwortete Toynbee, dann „sind die Zionisten da, die Palästina als ein britisches Protektorat haben wollen, mit der Aussicht auf Palästina als britisches Dominion“. Hier haben wir Toynbee, der sich für Forderungen eingesetzt batte, wofür Josiah Wedgwood und Vladimir Jabotinsky unter dem Schlagwort „Seventh Dominion“ innerhalb des britischen Reiches vergebens gestrebt haben. Dann kam die Aenderung. Aus dem freundlich gesinnten Toybee wurde ein Feind des Zionismus. Was er als Gegner über Juden. Zionismus und Israel ausführt, ist schon vor ihm gesagt worden Nichts Neues ist bei ihm zu finden. Er versteht es, alte antijüdische Schlagworte zu sammeln und sie «eu zu bearbeiten. Juden bezeichnet er als „ein verknöchertes Volk“, droht mit dem Vorwurf wegen „doppelter Loyalität“ und warnt Im Kampf gegen Nazismus ~ Das Museum für jüdische Geschichte dei jugoslawischen Hauptstadt hat es unternommen, Material über die Beteiligung der Juden an dem Widerstand gegen die naz.istischen Einoringlinge und dem Freiheitskampf des jugoslawischen Volkes im Zweiten Weltkrieg zu sammeln. Wie es heisst, handelt es sich um eine Aktion, die „die Wahre Rolle“ der jugoslawischen Juden in der Zeit der Verfolgungen und im Krieg darstellen soll. (OJI) vor der ..Fünften Kolonne“ Tov Jbee hört auf, Historiker zu sein, und wird ein Pamphletist, wenn er sich mit jüdischen Problemen abgibt. Er verliert jedwede Objektivität und wird ein Propagandist. In seinen Büchern und Artikeln wiederholt er kommunistische Losungen. Zionismus ist für ihn ein „überspannter Nationalismus“ und „Zionismus und Antisemitismus“ sind „Ausdrücke identischer Gesichtspunkte“. Wenn er über Juden schreibt, so merkt man gleich, dass er keine Ahnung vom Geist der jüdischen Geschichte, über die moralischen Ziele des Zionismus hat, und die Seele des jüdischen Volkes ist ihm fremd.' Toynbee ist auch ein ,.Etzesgeber“ in religiösen Fragen. Die Juden sollen als Volk verschwinden und jedwede Verbindung mit dem Staat Israel aufgeben. Dann könnte die jüdische Religion eine „Weltreligion“ werden Wie sich das Toynbee vorstelT? Aus der Bibel und den Gebeten alle Sätze, wo Erez Israel erwähnt wird, zu streichen?! Nicht durch die Zahl der Anhänger, Mister Toynbee, wurde sie schon längst eine Weltreligion, sondern durch die Bibel und durch ihre Verkündung des Monotheismus wurde sie auch Mutter von zwei anderen Weltreligionen. Vor dem Zweiten Weltkrieg. so erzählt Arnold J. Toynbee in seinen „Acquaintances“ (Oxford University Press, 1967, 35s), wurde er von der „Nazi Law Society“ eingeladen, um dort einen Vortrag zu haltey. Sir Charles Webster, der Historike* und Freund der zionistischen Bewegung, machte ihm Vorwürfe, dass er in einer Zeit der Nazibarbarei Berlin besuchen wollte. Trotzdem ging er hin. Toynbee verschweigt den Titel seines Vortrages, dagegen ist er stolz, dass das nazistische Aussenminiterium eine „volle Vorlesung“ ins Deutsche übersetzt und zirkuliert hatte. Als Adolf Hitler hörte, dass Toynbee in seinem Dritten Reich weilte, lud er ihn in die Wilhelmstrasse ein. Hitler rief, und Toynbee lief. Adolf hielt-eine Ansprache, und Arnold notierte, dass der Führer zu ihm 130 Minuten gesprochen hätte. Und was antwortete ihm Toynbee? Protestierte er gegen die Nazigrausamkeiten? Gegen die Verfolgungen dev Juden? Gegen die Konzentrationslager? Gegen die Nürnberger Gesetze? Darüber schweigt Toynbee. In einem Krieg zwischen Russland und Deutschland, sagte Toynbee zu Hitler, wird Deutschland „entscheidend“ siegen, und es wird in de»- Lage sein, „die Ukraine und das Uralgebiet mit ihren unermesslichen landwirtschaftlichen und mineralischen Schätzen zu annektieren“. Hitler und Toynbee reichten sich die Hände zu Beginn und am Ende der Unterhaltung. Toynbee fügte hinzu dass er „die schönen Hände“ Hitlers studiert hätte, dessen Bewegungen er für „graziös“ hielt, seine Stimme klang „angenehm“ — „menschenfreundlich“, nur wenn der Führer das Wort Russland hervorstiess, so wurde seine Stimme „heiser“, „rauh“, und er „wurde echt toll“. Toynbee hatte zehn oder mehr Bücher mit Anklagen gegen einige Länder veröffent.ich. Mqjpr Q. Mp lps, in seinem Buch „Antwort auf eine Schmähschrift“ 1922) meinte: „...Toynbee, welcher mit unersättlichem Hass gegen die Griechen fortgesetzte Artikel gegen das Land, dessen Geschichte er lehrt, veröffentlicht .. konzentriert seinen Hass gegen den Zionismus. Er beschmutzt den Zionismus, den er n.it Nazismus vergleicht Wenn sich dagegen ein Sturm erhebt, so entgegnet er: .ich widmete 60 Seiten der Verfolgung der Juden’.“ Seine 60 Seiten über die Naziverbrecher können seine Todsünde gegen den Zionismus nicht verdecken. Ein Student in Montreal fragte;hn in einer Versammlung ab er ein Antisemit wäre. „Nein“, antwortete er, „eiin England sind Juden.“ Wie oft hörte man vor dem Krieg solche Redensarten in Berlin md in Wien! L. B Namie*- sagte einst; „Wenn ein Nicht-Jude beginnt: .Ich habe Freunde unter den Juden’, so weiss der Jude, dass dies keine Einleitung für Komplimente ist, sondern dass unvermeidlich bald ,ein Aber* kommen wird, welches zu antisemitischen Bemerkungen führt.“ Es kam, wie man erwarten konnte. Toynbee pilger te nach Kairo. Arabische Würdenträger und der Botschafter Englands, Sir Harold Beeley, der einst sein Assistent war, begrüssten ihn. Im Jahre 1961 sagte er den Arabern; „Warum Palästina als Land der Juden? Sie vollen irgendein anderes Gebiet, irgendwo in Europa. bekommen“. Arabische Einigkeit, äusserte er, wäre notwendig, damit die arabischen Flüchtlinge „unter einer palästinensisch - arabischen Regierung“ zurückkehren sollten. Kairo jubelte genauso wie einst Berlin. Auch die Arabische Liga war entzückt genauso wie einst das nazistische Aussenministerium. Isaiah Berlin, in seinem Essay über L. B. Namier, meinte, dass in den dreissiger Jahren „dieselben Leute, die gegen den Zionismus waren, zu den Gegnern von Churchill“ gehörten, und er zitierte ei'ige Namen, darunter Tovnbee. Isaiah Berlin fügte hinzu: „Pro-Deutsche (Nazis) und Pro-Araber bilden eine Rotte.“ In „Acquairitanees“ beschreibt Toynbee Verwandte und Personen, vom ,.Onke' Hariv“ bis „Lord Samuel“. Fast alle seiner Porträts, eigentlich Skizzen, sind unvoll ständig und manche verzerrt. Er bewundert Professor Samuel David Margoliouth als Gelehrten, den er oft in Oxford auf Spaziergängen begleitete. Margoliouth, der auch ein „Geistlicher der anglikanischer- Kirche“ war. hatte eine Arbeit über Mohammed veröf fentiieh, die einen ..Sturm dem Protestes in der islamitischen Welt“ hervorgerufen hätte. Ein Kritiker meinte, dass Margoliouth alles, was „orientalisch“ wäre, hasste, Toynbee erzählte nicht, dass sein Vater. Ezekiel Margoliuoth sich taufen liess und dann Missionär wurde. Es scheint, dass Toynbee von Margoliouth die Bekehrungssucht geerbt hatte. C. P. Slott war Redakteur des ..Manchester Guardian“. , und Toynbee ist ihm dankbar. dass er ihn als Mitar beiter „generös“ bezahlt | hätte Scott hatte sich histo-! rische Verdienste um die Erlangung der Balfour-De klaration erworben, aber darüber schweigt Toynbee. Im Kapitel über „Lora Bryee“ berichtet Toynbee dass er unter Aufsicht von Lord Bryce ein „Blaubuch“ über die Verfolgung der Armenier durch die Türkei geschrieben habe. Er ist boshaft weil die Zionisten und nicht die Armenier eine Balfour-Deklaration erhalten hätten. Nebenbei: die Balfour-Deklaration wurde nicht nach der Eroberung Jerusalems durch AJlenby. sondern Wochen vorher ver kündet. Toynbee übergeht die Tatsache. dass die Zionisten — von Herzl bis Sokolow und Wei .mann — immer harmonisch mit den Armeniern zusammengearbeitet hatten. Lord Bryce war seit seinem Besuch in Palästina (1914) ein Freund des Zionismus, und er hatte in herzlichen Worten die Balfour-Deklaration begrüsst. Lord Cecil (reute sich, dass Vertreter der Araber und Armenier am 2. Dezember 1917 bei der feierlichen Versammlung im londoner Opera House dabei waren, und erklärte: „Es ist unser Wunsch, dass arabische Gebiete den Arabern, Armenien den Armeniern und Judäa den Juden gehören sollen.“ In den Essays über „Field- Ma-shal Smuts“, „Colonel T. E. Lawrence“ und „Sir Alfred Zimmern“ schweigt Toynbee über ihre pro-zionistische Stellung oder Tätigkeit. Amüsant ist seine Arbeit über „The Webbs“. Es handelt sich um Sidney Webb (Lord Passfield) und seine Frau Beatrice und ob beide „unmenschlich“ wären. Toynbee vergass Lord Passfields „White Paper“ und seine antizionistische Politik zu zitieren. Weizmann hielt in seiner Autobiographie .Trial and Error* eine Antwort von Lady Passfield fest: „Ich verstehe nicht, warum die Juden so einen Lärm machen, wenn eirige Dutzend ihrer Leute in Palästina umgebracht werden. Wöchentlich werden in London genau so viele durch Verkehrsunrille getötet- und niemand kümmert sich darum.“ H. G. Wells sagte über sie: „ sie hatte e:ne knöcherige Seele“. Ein anderer sagte ihr; „Sie sind eine seelenlose Frau“. Toynbee verehrte den Historiker Lewis Namier. Vom. ersten Tag seiner Bekanntschaft fühlte sich Toynbee vom „Ausländer“ und ,,Galizianer“ angezogen. Er beschreibt ihn in herzlichen Worten. Aber wenn er zum Zionisten Namier gelangt, dann schildert er ihn als einen ..hitzigen“, „rachsüchtigen“ und ..giftigen“ Menschen. Toynbee war Redakteur des „Catham House Surve.v“, und er benutzte seine Stellung, um die Geschichte von Palästina unter dem englischen Mandat im antizionistischen Sinn darzusteJlen. Deshalb brach Namie:/ jedweden Kontakt mit ihm ab. Nach Jahren trafen, sie sich auf der Strasse. Toynbee appelierte an Namier. und sie — so erzählt Tovrbee — erneuerten die Freundschaft. Arnold J. Toynbee wird von seiner Juden-Psychose verzehrt. Er ist ein Berufsprediger gegen Juden und Judentum und ein Aufwiegler gegen Zionismus und den Staat Israel. Er ist nichC , der einzige Schriftsteller, l der seine Feder missbraucht. um Hass gegen die I Juden zu verbreiten. Leider hatten und haben wir solche zu Tausenden.. Wir haben sie alle überlebt und werden sie auch in Zukunft überleben. Leistet DDR Militaerhilfe? Berlin. — Zur militärischen Fortbildung sollen sich dreissig ägyptische Offiziere in der DDR aufhal« ten. Wie in Westberlin bekannt wurde, soll Ostberlin Aegypten ausserdem eine MilUärhilfe in Höhe von 180 Millionen Mark angeboten haben. (AWZ) Jüdische Friedhoefe in Indien In einem Telegramm au den Ministerpräsidenten des südindischen Gliedstaates Kerala erbat die südindische Vereinigung die Protektion der Regierung gegen illegale Besetzungen der jüdischen Friedhöfe. 40 Hütten wurden auf dem Gelände des Friedhofes von Chen, namangalan errichtet, dann aber von der Regierung entfernt. In Ernakulam, in Cochirt und in Mala gibt es noch weitere jüdische Friedhöfe. Der Friedhof in Mala wurde der lokalen Behörde übergeben, die ihn pflegen soll, dies aber nicht tut. In Cochin wurde einer der beiden Friedhöfe überbaut. Zufolge der jüdischen Auswanderung wird es immer schwieriger, das jüdische Eigentum zu erhalten. nige meiner besten Freunde > ’ V'.nWt Die 10 gefangenen israelischen Piloten und Seeleute, die gegen 4.481 ägyptische Kriegsgefangene ausgetauscht wurden, sind wieder zu ihren Familien zurückgekehrt. Unser Bild zeigt den Marineoffizier Jaakow Kahanow mit seiner Braut Aia Bar, denen man das Glück über ihre Wiedervereinigung aus den Augen lesen kann. Kahanow war mit einem seiner Matrosen in einem kleinen Boot bei einer Erkundungsfahrt längs des Suezkanals im Juli in ägyptische Gefangenschaft geraten.

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