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Jüdische Wochenschau · 1968-02-16 · 2256 (16.2.1968) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2256 (16.2.1968)
Date
1968-02-16
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 16 de Febrero de 1968 SEMANA ISRAELITA Año XXIX. N® 2256 Das ist nicht zu verstehen Die deutschen Prozess-Berichterstatter haben mit den vielen Kriegsverbrecherprozessen reichlich Stoff zur Betätigung, aber auch viel Arbeit. Dabei treten immer neue Varianten auf, sodass es verfehlt ist, von einem Schema der Beweisführung zu sprechen, obwohl doch die Technik der Massenmorde beinahe überall die gleiche gewesen ist. In den ersten Jahren, als man in Deutschland damit begann die Mörder und Helfershelfer vor Gericht zu stellen, musste man beobachten, dass beinahe alle die ihnen vorgeworfenen Taten bestritten. Jedenfalls wollte niemand Schuld und Verantwortung tragen. Dort, wo es nichts zu leugnen gab, weil die Täterschaft zu eindeutig war, versuchten die Mörder und selbst die schlimmsten Schinder und Henkersknechte ihre ,,Unschuld“ zu unterstreichen weil sie nichts anderes getan hätten, als den Befehl ihrer Vorgesetzten auszuführen. Die feste Spruchpraxis aller deutscher Gerichte hat mit dem missbrauchten Begriff des „höheren“ Befehls“ Schluss gemacht und die Verantwortlichkeit des von JAKOB KATZ-ROGASEN Menschen für sein Tun an die Stelle eines ebenso bil ligen wie verfehlten Kadavergehorsams gesetzt. In den letzten Jahren ist es sogar des öfteren vorgekommen, dass Täter geständig waren, sich zu ihrer Tat und ihrer Schuld bekannten und zur Rechtsfindung beitrugen Ein solches Verhalten konnte man bei den Verantwortlichen für die Deportation der Juden aus Holland beobachten, sodass in diesem Verfahren Zeugen nicht gehört zu werden brauchten, zumal das Aktenmaterial vollkommen war Aber solche „vereinfachten“ Verfahren, in denen die Angeklagten den Mut zeigen sich ihrer Taten bewusst zu sein und mitunter sogar eine Reue oder ein Bedauern zum Ausdruck zu bringen, sind relativ selten geblieben. Mitunter schlägt das Verhalten der Angeklagten in das Gegenteil um. Die Dreistigkeit des Lügens ist schon nicht mehr mit einem natürlichen Recht auf Verteidigung entschuldbar, das jedem Angeklagten zugebilligt wird. Was sich auf die sem Gebiet dreister Lügen von Zeugen die früheren und sogar noch aktive deutsche Polizeibeamte leisten, tritt im sogenannten Bialystok- Prozess immer wieder zum Vorschein. Das deutsche Polizeibataillon 309 hatte im Krieg in Bialystok gewütet, besser gesagt, wild gemordet. Mindestens 800 Männer, wehrlose natürlich, haben die Polizisten in die Synagoge gesperrt und bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Juden hatten zuerst gesungen und dann in ihrer Todesnot geschrien. Aber die jetzt vernommenen Wachtmeister oder hohen Polizeibeamten haben nichts gehört, nichts bemerkt, nichts beobachtet, obwohl sie nur wenige Meter entfernt vom Schauplatz des Geschehens auf Posten gestanden haben mit der Aufgabe, die Flucht eines Juden aus dem brennenden Gebäude zu vereiteln... Aber all diese Lügen werden zur Selbstverteidigung gebraucht; insofern kann man diese Menschen nur verachten, die „heldenhaft“ gegenüber den Opfern waren .. Ein solcher Held war Polizeihauptkommissar Johannes Otto, der noch heute im Kreis Dinslaken Polizeidienst tut. Dieser Held hat den Opfern befohlen, ein CAJA POPULAR DEBELGRANO COOPERATIVA 0E CREDITO LTDA DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA CASA CENTRAlv- AMENABAR 2%» AGENCIA Hf l CABILDO 310? esa IBERA AGENCIA N° 2 CORRIENTES 229« P l* esa PASTEUR Hofifio de 12 » 10 Hs V Hendemos sododos de 10 * 12 30 As. tflscnpctde en tfamM« en e* RegiStfn Ot Ln'ioaae* financíelas] no aancaoas Oel Banco Genital CAPITAL REALIZADO ACTUAL 1 310 000 000 NUR REICHE JUDEN IN AMERIKA! New York. — In den Zeitungen liest man nur immer von reichen Leuten in Amerika. In den letzten Monaten hörte man vom Programm Präsident Johnsons im Kampf gegen die Armut; auf jüdischer Seite fragte man sich, ob es denn auch arme Juden gibt. — Was heisst arm? Seit 1959 sind die Lebenskosten in Amerika um 50 Prozent gestiegen. Vom statistischen Amt wurde berechnet, dass der Durchschnittsbedarf für eine vierköpfige Familie 10.195 Dollar im Jahre betrügt. Für die Wohnung allein werden 26 Prozent des Einkommens benötigt. Die nächstgrössere Ausgabe ist für Lebensmittel mit 23 Prozent. Der Armuts-Fonds von insgesamt 16,3 Millionen wird nach Regionen aufgeteilt. Für Programme in mehrheitlich jüdischen Bezirken wurden etwa 200.000 Dollar vor- ALFRED0 STERN MALERARBEITEN FÄCHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76 9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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Nur durch viele Opfer und Selbstverleugnung können sie sich am Leben erhalten. Auf der Konferenz wurden die jüdischen Wohlfahrtsbeamten aufgefordert. dem Problem der jüdischen Armen eine grössere Aufmerksamkeit zu schenken. In Boston wurde zum Beispiel festgestellt, das acht Prozent aller jüdischen Familien weniger als 3.000 Dollar im Jahr zur Verfügung haben. In Boston leben jetzt 208.000 Juden. Neunzehntel von ihnen sind bereits in Amerika geboren. Die ursprünglichen jüdischen Viertel Dorchester Mattapan und Ohelsea sind von anderen Kreisen übernommen worden; jetzt sind die Juden in den Vierteln Brooklyn und Newton konzentriert. SOLARIS Der Anzug für warme Tage, wie Sie sich ihr wünschen. Innen- und aussen meisterhaft ge. arbeitet. Ein Anzug guten Stils. Masskleidung Fertigkleidung Carlton Maipü 982 — 31 7845 (wenn es funktioniert) Lied zu singen, bevor sie in den Flammen starben, ein Lied, das textlich lautete: „Wir wollen unseren Mose wiederhaben“ . . Gefragt, besass der Zeuge die Unverschämtheit, dem Vorsitzenden des Schwurgerichts zu antworten: „Ich liebe nun mal Musik“. Und ein solcher Mann tut Dienst! Aber das ist noch nicht alles. Einen anderen Fall haben wir an dieser Stelle vor kurzer Zeit bereits erwähnt. Jetzt erschien im Bialystok- Prozess ein Polizeihauptkommissar und stellvertretender Chef des Reviers Mannheim-Waldhof, der 55 Jahre alte Johann Kressmann, gegen den Ermittlungen wegen „Mordes in zahlreichen Fällen“ liefen als er trotzdem (oder deswegen?) zum Hauptkommissar befördert wurde Wenn das keine Schande und keine Provokation für die demokratische Welt ist, so wüsste ich nicht, was noch geschehen soll, um die Gefühler alter Menschen zu verletzen, die den Massenmord verurteilen. Niemand braucht sich mehr über Friedhofsschändungen zu wundern und dar über, dass die Polizei leider die Schuldigen nicht findet. Niemand braucht aber auch über das Anwachsen des Rechtsradikalismus erstaunt zu sein... LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPEND1 ENTE Bs Aires - PUEVRREDON 2190, 1» izq. - 83-2615 16. Februar 1968 17. Schwat 5728 Tagung des JWK London. — Auf einer Konferenz der britischen. Exekutive des Jüdischen Weltkongresses wurde eine Resolution gefasst, die die Juden in England und anderen Ländern auffordert, sich nicht an den Vorbereitungen der polnischen Regierung zur Feier des 25. Jahrestages des Aufstands im Ghetto von Warschau zu beteiligen. In der Resolution wird mit „grosser Unruhe und Bedauern“ festgestellt, dass Polen seine freundschaftlichen Be Ziehungen mit Israel abgebrochen und „heftige und grundlose Angriffe gegen das iüdische Volk“ gerichtet hat (ITA) Nachai Sinai Jerusalem. — Auf den 1.2000 Dunam Boden, die den Nachal-Einheiten in Sinai zur Verfügung gestellt wurden, entstehen neue Siedlungen. In der Gegend von El Arisch liegt nach Mitteilungen der Jewish Agency eine Kolonie, die den Namen Nachai Sinai tragen und Gemüsebau treiben wird. Dort hatten schon die Aegypter landwirtschaftliche Experimente durchgeführt. (ITA) Saat aus der Luft Tel Aviv. — Eine dänische Fluggesellschaft hat den Auftrag erhalten, von der Luft aus eine Fläche von zehn Hektaren im israelischen Wüstengebiet mit Gras und Weizensamen zu besäen. Wenn der Versuch gelingt, soll diese Methode in grossem Masstab im Gebiet der Sanddünen an der Mittelmeerküste angewendet werden. MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO II47 T F 35 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke ••riunvirat« Zahlungserle'chte.-i.ngeD Eigene W'irkstäiten Zuvorkommende taeümänr.ische Bedienung Fiambres Finos “FRIG UINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA Estudio Jurídico Internacional Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE BUEROSTUNDEN: von 15 — 19 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch (Ich bitte, nicht vor 14 Uhr zu erscheinen^ oder nach Vereinbarung I. 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