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Jüdische Wochenschau · 1968-02-16 · 2256 (16.2.1968) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2256 (16.2.1968)
Date
1968-02-16
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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? — Vientes, 16 de Febrero de lífijj JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afte XXIX. — 2256 Der groessere Zusammenhang (Schluss von Seite 1) durch bereits einen Anspruch auf die Beherrschung der anderen zu begründen, jedoch diese Möglichkeit nicht auszuschliessen. Je grösser eine solche Gemeinschaft wird, desto stärker Ireten diese Tendenzen hervor, um sich dann langsam zur allein gültigen Form religiösen Denkens und Lebens zu entwickeln. So wuchs allmählich in der idbendländischen Welt eine Form des christlichen Denkens zur „Staatsreligion“ hei an, durch welche im Prinzip jede andere Art religiösen Lebeens ausgeschlossen worden ist. So kam es zum Kampf zwischen kirchlicher und weltlicher Macht, der für die westlichen Kulturen charakteristisch gewesen ist. wenn sie auch heute als ■überwunden oder beinahe überwunden betrachtet werden kann. Es ist keine Frage, das« die späteren Ausstrahlungen dieser eigenartiger. Entwicklung auch heute noch wirken und in manchen Ländern feststellbar geblieben sind. Da das jüdische Volk, durch sein Schicksal über alle Länder der Erde verstreut, in seiner Mehrheit innerhalb des Machtbereiches der christlichen Vorstellungen gelebt hat. musste es von diesem Machtkampf als der schärfste Exponent der nicht-christlichen Auffassungen auch zum hauptsächlichen Angriffspunkt der um die Macht streitenden Faktoren werden. Hinzukommt noch ein weiterer Gesichtspunkt, der von Hans Liebeschütz in seinem ausgezeichneten W7erk „Das Judentum im deutschen Geschichtsbild von Hegel bis Max Weber“ hervorgehoben worden ist und hier wieder- Dr. FREY ABOGADO PUEYR REDON 2190 1? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 806930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 holt werden soll. In der modernen Auseinandersetzung, die im vergangenen Jahr hun lert mit der Schaffung der Nationalstaaten geführt worden ist, spielt die Tatsache eine erhebliche Rolle, dass die Juden als ein ..Religionsvolk“. das seine Formung im Altertum erhalten und bis auf die neueste Zeit bewahrt hatte, ein ..Gebilde war das aus der Antike in die moderne Welt hineinragtf und sich in ihr als ein Fremdkörper zu behaupten schien“. Es ist interessant, dass das jüdische Schicksal sich nichi wesentlich oder grundsätzlich änderte, als vor etwa 50 Jahren durch die Russische Revolution ein neuer Faktor in die geistigen Auseinandersetzungen mit der Durchsetzung des kommunistischen Gedankenguts und mit einer ausgesprochen antireligiösen Tendenz eintrat, die aus dem Kommunismus eine neue Religion machte, die Religion der Religionslosen. Wiederum übertrug sich der Streit der Ideen und der Weltanschauungen auf die irdische Ebene machtpolitischer Auseinandersetzungen. Während aber der Kommunismus oder seine staatliche Orga nisalion in der Form der roten Diktatur durch die Sowjetunion einen Ausgleich mit den christlichen Bekenntnissen wenigstens nach aussen suchte, stand er der jüdischen Volks- und Religionsgemeinschaft ratlos gegenüber und wusste keinen anderen Weg zu beschreiten, als den Versuch zu unternehmen, die geistige Position des Judentums und die sie tragende Judenheit „mit Feuer und Schwert“, das heisst mit den staatlichen Machtmitteln niederzukämpfen. Dass der Kommnuismus zu keinem Ergebnis trotz der entfalteten Machtfülle und trotz der grausamen Methoden, die er anwandte, gelangt ist, beruht auf der ungebrochenen Lebenskraft der jüdischen Vorstellungswelt und auf dem unbeugsamen Willen der Juden, ihr geistiges Erbe zu wahren. Der ständige Kampf, die niemals endende Auseinandersetzung mit den sehr verschiedenartigen Faktoren der Umwelt, die immer wiederkehrende Verfolgung der Juden während ihrer langen Galulgeschichte haben zu Folgeerscheinungen geführt, die für das jüdische Leben, Mir Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 vor allem für die physische und materielle Existenz der Juden mitunter von grossem Nachteil gewesen sind und die sich auch heute noch negativ auswirken. Das Dasein als eine hoffnungslose Minorität in einem Meer von Andersdenkenden, die ihnen meist feindlich gesinnt waren. konnte an den Juden nicht spurlos vorübergehen Aus dieser Entwicklung sind die grosse Anpassungsfähigkeit an neue Verhältnisse das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit und die stete Bereitschaft zu gegenseitiger Hilfe als Eigenschaften zu erklären, die sich aus einem Leben in der Gefahr und aus dem ständigen Wechsel der Lebensbedingungen ergeben haben. So verständlich es auch sein mag. dass der Jude schon zufrieden ist, wenn er nicht angegriffen wild, so wenig befriedigend ist das A'bfi:.den mit einem Mindestmass an Recht, an Toleranz, an Freiheit. Das hat dazu geführt, dass sich Juden oftmals in Sicherheit wiegten, wenn die Flammen des Hasses schon sehr nahe an ihr Haus herangekommen waren. Vielleicht an keiner anderen Judenheit hat sich dieser Traum normalisierter Lebensbedingungen so grausam gerächt wie an der deutschen, die selbst noch in ihrer vernichtenden Katastrophe nicht wahrhaben wollte, was mit ihr geschah. Die w arnenden Stimmen vor der grossen Illusion, die sich bereits hundert Jahre vor dem Eintritt des Endes erhoben hatten und niemals verstummten, wurden überhört, weil niemand glauben wollte, was nach seiner Meinung nicht sein konnte und nicht eintreten durfte. Wir alle haben in den vergangenen Jahrzehnten unsere eigenen Erfahrungen machen müssen. Haben wir die Lehren gezogen? Haben wir aie selbst erlebte Geschichte unseren Kindern weitergegeben? Ist das Verschweigen des harten Loses, das uns traf, ein Ausdruck unserer Liebe oder Fürsorge, damit ihnen das zu wissen erspart bleibt, was wir selbst durchmachen mussten? Niemand wird unsere Erlebnisse als eigene Erfahrungen übernehmen aber die Möglichkeit wird jedem gegeben, seine Position zu überdenken und zu überprüfen. Denn die Rudimente der Vergangenheit klingen in das Leben unserer Kinder und aller kommenden Geschlechter hin. Unsere Verantwortung zwingt uns, das Schweigen zu brechen und auszusagen, damit alle über da« Geschehene nachzudenken vermögen und ihre eigene Gegenwart und Zukunft überprü- JAC0B LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4’ B T. E. 46-5473 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Erklaerungen Abba Ebans Jerusalem. — Aussenminister Abba Eban empfing erneut den UN-Emissär Gunnar Jarring, um die Unterhaltungen fortzusetzen, deren Ziel die Aufnahme direkter Verhandlungen zwischen den Gegnern ist Die Presse informierte aus den arabischen Ländern, dass Jarrings Mission gescheitert sei und vorgeschlagen wurde, den Fall wieder dem Sicherheitsrat zu unterbreiten. Eban erklärte, Israel werde sich von einem solchen Vorhaben distanzieren, falls Jarring diesen Vorschlag überbringt, und das Kabinett teilt diese Auffassung. Der Aussenminister informierte ferner über die in Paris zwischen dem Präsidenten de Gaulle und dem irakischen Präsidenten Aref gepflogenen Unterhaltungen und kritisierte das gemeinsame Communiqué der beiden,, in dem er besonders einen Punkt, welcher sich auf den Beschluss des Sicherheitsrates vom 22 November, nämlich der Rückzug der israelischen Truppen aus den eroberten Gebieten, entschieden beanstandete. Eine solche Auslegung der Resolution entspräche nicht den Gegebenheiten, so unterstrich er, da sie zu Irrtiimern führt Er oemängelte im weiteren das Communiqué, weil in ihm nicht vom Frieden gesprochen wird. (ITA) Anklage Bonn. — Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Anklage gegen den letzten Kommandanten des schlesischen Konzentrationslagers Gross Rosen, den Braunschweiger Kaufmann Johannes Hassebroek, wegen neunfachen Mordes und Beihilfe zum dreifachen Mord erhoben. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wird Hassebroek verdächtigt, während des Krieges die Exekution von acht jüdischen und einem russischen Häftling angeordnet sowie von anderer Seite befohlene Exekutionen von zwei jüdischen und einem russischen Häftling veranlasst zu haben. Zeugen sind nicht vorhanden. Die Anklage stützt sich nur auf Dokumente. — (AWZ) fen können. Das ist der Sinn jedes Lebens, das weder mit einem Menschen noch mit einet Generation beginnt und auch nicht mit ihnen aufhört, sondern sich stets in die Zukunft fortsetzt. Das bedeutet die Unsterblichkeit unserer Gedankenwelt und Ueberleben unseres Volkes trotz aller Gefahren und trotz aller Verfolgungen. Die Zeiten der Not können nur dann überwunden werden, wenn wir die Kraft entfalten, der Wahrheit und der Wirklichkeit unserer Existenz zu begegnen. ZEUGEN werden gesucht für den Aufenthalt von ISRAEL (SERGIO) ZONNNENSCHEIN in den Lagern: VERTU- JENI (Bessarabien), MO¬ GILEV, TULCHIN, BER- SAD, SLIVNAIA, VAVA- ROVCA, NIKOLAJEV (Ukraine) Mitteilungen an: Dr. I. Zonnenschein Santa Fe 3445 Tel. 80-0706 Buenos Aires Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT VERREIST bis 20. Maerz ESTOMBA 2283 — 76-8216 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-44)52 Arabische Touristen London. — Aus Ramalla verlautete, dass Israel kürzlich die Reisebeschränkungen im westlichen Jordanbezirk liberalisierte. Viele Palästinenser nahmen die Gelegenheit wahr, um per Autobus oder Taxi Ausflüge nach Amman oder anderen transjordanischen Orten, einschliesslich Beirut, zu unternehmen. LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltóa. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich Verleihung eines Ordens Montreal. — Samuel Bronfman, Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses und Vorsitzender der nordamerikanischen JKW- Exekutive, wurde von der kanadischen Regierung der Kanada-Orden verliehen. Diese Auszeichnung ist die höchste Ehre, die einem Bürger Kanadas zuteil werden kann. Nur 25 Personen besitzen diesen Orden, und Bronfman ist der einzige jü. dische Ordensträger. (ITA) CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeM (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología de) Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencia# Médicas de Bueno« Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URÍBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 nr. BERNARDO GOLDSTEIN VERREIST vom 19. bis 29. Januar und | vom 4. Februar bis 3. 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