Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1968-02-09 · 2255 (9.2.1968) · p. [Seite 4]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2255 (9.2.1968)
Date
1968-02-09
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9616177-9616214--5094-9616218
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

4 — * Äf Febrero «Je 1968 SEMANA ISRAELITA AJÍ®. XXIX. — N» jas* Wo Salome tanzte ..Eine Terrasse im Palast Von Herodes . rechts eine Freitreppe, links hinten eine alte Zisterne, umfriedet von einer grünen BTonzemauer. Mondlicht“. So lautet die Anweisung für die Szenerie in Oskar Wiide's ,,Salome“. Als ich im vergangenen Winter das erotisch-schwüle Werk in der bekannten Vertonung von Richard Strauss in der Wiener Oper sah — inszeniert von dem inzwischen verstorbenen Wieland Wagner — hatte ich nicht erwartet, die Szenerie mit Terrasse. Treppe und Zisterne bald im Original zu sehen — ■wenn auch nicht im Mondlicht. Die Sonne brennt auf du Ruinen des biblischen Samaria, nicht weit von Nablus. Von der Wiide-Strauss’- schen Konzeption fehlt das Erotische: nur die Schwüle ist geblieben. 32 Grad im Schatten — soweit es ihn gibt. Hier hatte 926 vor unserer Zeitrechnung König Omri die Hauptstadt des Reiches Israel errichtethier hatte nach dessen Zerstörung König Herodes die Stadt wieder aufgebaut und | sie zu Ehren von Kaiser Augustus Sebastaea genannt (Sa-bastos ist das griechisehe Aequivalent für erhaben — augustus). Vor etwa dreissig Jahren wurden in zwei Expeditionen. an denen sich ausser der Hebräischen Universität in Jerusalem die Britische Schule für Archäologie, de" | Palestine Exploration Fund! und die Harvard Universi-! tät beteiligten, Reste der j verschw undenen Pracht aus- ■ von Herbert Freeden gegraben — Forum. Stadt-! mauer, Stadium, Amphi- | theater und die Säulen eines Tempels des Augustus. i Im Jahre 1185 berichtete ein griechischer Pilger namens Phokas: ,,In der Mitte des oberen Stadtteiles ist ein Hügel. Auf ihm stand der Palast des Herodes, wo das Fest stattfand und jene verruchte Prinzessin getanzt und das heilige Haupt von Johannes dem Täufer als Belohnung für ihren Tanz empfangen hat“. Ein verschlafener Torwächter, mit der arabischer. Kefive als Kopfbedeckung sperrte für uns die Moschee auf, die auf diesem Platz errichtet wurde. Er hat das viele Jahre als Angestellter des transjordanischen Ministeriums für Touristik getan. und er setzt diese Tätigkeit auch unter der Aegide des israelischen Touristenbüros fort. Selbst seinen in Amman 1961 gedruckten Führer durch Samaria verkauft er weiter. Johannes, auf arabisch Nebi Yahva, wird von den Moslems nicht weniger verehrt als von den Christen. Die Moschee ist neueren Datums. Von der Kreuzfahrerkirche, die jener griechische Pilger beschrieben hatte und die auf den Ruinen einer byzantinischen Kirche gebaut war, existieren nur noch die Grundmauern. Wir steigen 21 Stufen hinab in eine Höhle., ist es die ausgetrocknete Zisterne in Oskar Wilde's Szenarium, in der Johannes gefangen gehalten CA TECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma wuide, bevor er aufstieg, als Salome ihn zu sehen wünschte? ln der Höhle ist eine Krypta. Zur Zeit Kaiser Julians, im 4. Jahrhundert brachen Heiden in das Gewölbe, öffneten das Grab, in dem man Johannes vermutete, verbrannten den Leichnam und streuten die Asche in alle Winde. Das hat jedoch die Pilger nicht davon abgehalten, auch in den darauf folgenden Jahrhunderten die Wallfahrt zu dieser Krypta fortzusetzen. Terrasse, Treppe, Zvsterne — eine ideale Szenerie für eine Aufführung vor. ..Salome“. Es ist alles da wie die Phantasie es erträumt. Welch eine Wirkung, wenn der Schauspieler aus derselben Gruft aufstiege, aus der Johannes kam. welch ein dramatischer Höhepunkt, wenn die Enthauptung im Spiel auf dem authentischen Platz der Historie stattfände! Allerdings, so malerisch der Ort ist, ganz authentisch scheint er nicht zu sein. Der Geschichte nach soll Johannes der Täufer auf Befehl von Herodes Antiphas in Machaerus jenseits des Toten Meeres enthauptet worden sein. Sein | Rumpf, so wird berichtet wurde von seinen Jüngern geborgen und in Sebastaea; begraben. Aber w'as geschah mit seinem Kopf? Es heisst, er wurde versteckt Salome selbst dürfte keine Zeit dafür gehabt haben denn entsetzt befahl der König, als sie den Mund des abgeschlagenen Hauptes küsste: ..Tötet jenes Weib!“. Die Wilde'sche Tragödie schliesst: ..Die Soldaten stürmen vorwärts und zermalmten unter ihren Schilden Salome, die Tochter der Herodias, Prinzessin von Judäa“. So wird es ihrer Mutter Herodias zugeschrieben, den Kopf des von ihr gehassten Täufers verborgen zu haben. Unser Torwächter führt uns zu den Ueberbleibseln eines Klosters aus dem 12. Jahrhundert, der ..Kirche des Wiedergefundenen Hauptes“. Man kann mit Mühe noch die Reste JEWISH AGENCY EHRTE DIE GENERAELE. — Unser Bild zeigt den scheidenden Generalstabschef, General RA- BIN, Dr. Naohum Goldmann, den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation und den neuen Generalstabschef des israelischen Verteidigungheeres BAR-LEV. NEUE BUECHER Max Brusto: Im schweizer zer Rettungsboot, Dokumentation. erschienen im Starczewski - Verlag, München. 1967. — clónelas económicas contador** públicos ñacionéle* consultores de'empresmi PASTEUR 254 - 2? y 5? pisos fit 48-7168 * 1371 * #U£NO$ AIRES ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES ANONIMAS (IIUliltlHIHIUI 11 U tt/AJ Di t In der letzten Zeit sind eine Reihe von Publikationen herausgekommen, die sich mit dem Schuldanteil der alliierten Staatsmänner an der jüdischen Katastrophe während der Herrschaft des Dritten Reiches beschäftigen. In diesem Zusammenhang wurden auch, leider begründete Anklagen gegen die neutralen Länder, vor allem gegen die Schweiz, erhoben. Das vorliegende Buch von Max Brusto beschäftigt sich mit diesem Thema. ,,Im schweizer Rettungsboot“ ist ein glänzend geschriebener Erlebnisbericht eines Juden aus Deutschland, der sich in die Schweiz unter vielen Mühen und nach aufregenden Erlebnissen retten konnte. Die Haltung der schweizer Behörden, ihre Ablehnung, Flüchtlingen ein Asyl zu gewähren, ihre Anweisung an alle Grenzstellen, alle Versuche von Flüchtlingen zur Grenzüberschreitung zu verhindern und diejenigen, die als Illegale ins Land gekommen waren, wieder „zurückzustellen“. haben sehr viele jüdische Leben gekostet. Die F t» der schweizer Bürge ■ gegen diese Massnahmen zwangen die Behörden. Flüchtlinge aufzunehmen. Im Verlauf der Kriegsjahre hatten sich über 21.000 Flüchtlinge zusammengefunden, abgesehen von den 6.500, die bereits früher gekommen waren. Das Buch Brustos liest sich wie ein aufregender Roman, aber ein Roman, der keiner ist. sondern das Leben von Juden in ihrer Not schildert und Tatsachen zusammenträgt, die zugleich ein erschütterndes Bild dessen geben, was damals alles möglich war, selbst in einem Lande wie der Schweiz. von ein paar verblichenen Fresken erkennen. Eines zeigt die gehobene Hand des Henkers, die zum Schlag gegen Johannes ausholt; ein zweites eine Gruppe, wie sie sich um das Haupt des Johannes schart, das an diesem Platz wiedergefunden worden sein soll. Es tut dem arabischen Fremdenführer leid, uns enttäuschen zu müssen. Er kann uns das Haupt nicht zeigen, denn obwohl es hier auf mysteriöse Art wiedergefunden sein soll, ist es ebenso mysteriös wieder verschwunden, vor Jahrhunderten schon. Wie und wann kann er nicht sagen. Er scheint traurig darüber, dass die Stätte, die er betreut, jenes Heiligtum nicht mehr enthält. Nur als er uns mitteilt, wo das Haupt liegt, leuchteten seine Augen auf — in Damaskus. Der Ruhm von Sebastaea mag zwar darunter leiden, aber dass das Haupt, Nebi Yahays sich ausserhalb der Reichweite der Israelis befindet, versetzt den Mann offenbar in bessere Stimmung. Flavio Alcaraz Gomes: Morir por Israel, Editorial Ergon, Buenos Aires, 1968. Der Autor ist Kriegskorrespondent, ein Brasilianer, der den Sechstagekrieg mitgemacht hat. Er selbst bezeichnet sich als ‘einen Freund der Araber und der Juden, der Araber, die in der Wüste fielen, und der Juden, die für Israel starben. Dieses Buch ist nicht das erste, das uns ein Kriegskorrespondent und Augenzeuge der Geschehnisse des Juni 1967 vorlegt. Auch nach dem Churchills (La guerra de los seis dias. erschienen bei Candelabro) ist dieses Buch des brasilianischen Journalisten durchaus aktuell, beide Berichte ergänzen sich, geben einen tiefen Einblick in den Gang der Ereignisse und schildern die Bereitschaft der Israelis, für ihr Land zu leben und zu sterben. Alcaraz Gomes hat seine aufregenden Ausführungen mit einigen Tabellen ergänzt, die das Kriegspotential der Israelis und ihrer arabischen Gegner gegen- NACHRICHTER AUS ISRAEL INVESTITIONEN Die Histadrut will im nächsten Jahr 60 Millionen IL Investitionskapital 'bei befreundeten Gewerkschaftsbewegungen in Europa und Amerika mobilisieren. NEUE HOTELS Für die Errichtung neuer Hotels in Israel, deren Bau mit einem Kostenaufwand von 70 Millionen IL demnächst beginnen soll, hat die Regierung 30 Millionen IL als Anleihen zur Verfügung gestellt. AUSSENHANDEL Das Aussenhandelsdefizit in den ersten neun Monaten des Jahres 1967 betrug 150 Millionen Dollar gegenüber 259 Millionen Dollar in den Monaten Januar bis September 1966. Die Importe sind in dieser Zeit um etwa 100 Millionen zurückgegangen, während die Ausfuhr um 21 Millionen Dollar stieg. FUER DAS AUSLAND Wissenschaftliche Uebersetzungen wurden im vergangenen Jahr im Werte von 1,1 Millionen Dollar exportiert. STADT DER JUGEND Kürzlich fand in Haifa die Grundsteinlegung für eine , Internationale Stadt der Jugend“ statt. Zunächst sind für den Bau 1,1 Millionen IL vorgesehen — unter Beteiligung der UNESCO. Die Jugendstadt soll bereits im Sommer nächsten Jahres eröffnet werden und wird zunächst 500 Jugendliche aufnehmen können. Die Stadt Haifa stellte 800 Dunam Boden zur Verfügung. WETTERSTATIONEN Das Israelische Meteorologische Institut beschloss die Errichtung von zunächst vier Stationen im Westufergebiet des Jordan. KARPFEN Als Versuchssendung wurden 30 Tonnen tiefgekühlte Karpfen aus Maavan Zwi nach Deutschland exportiert; der Wert dieser Sendung betrug 30.000 Dollar. überstellen. Diese eindrucksvolle Lektion rechtfertigt, von David und Goliat zu sprechen. Die Uebersetzung aus dem Portugiesischen besorgte Isidoro Luis Kerszenblat. Einige Bilder illustrieren die Geschehnisse und verleihen diesem interessanten Bericht einen dokumentarischen Wert. LU ACH -i KALENDE R ) Freitag den 9. Februar 10. schwat Sonnabend, den 10. Februar 11. Schwat Schabat BECHALACH Haftara: Richter 4 Sonntag, den 11. Februar 12. Schwat Montag, den 12. Februar 13. Schwat Dienstag, den 13. Februar 14. Schwat Mittwoch, den 14. Februar 15. Schwat CHAMISCHA ASSAR B‘SCHWAT) (Neujahrsfest der Bäume) Donnerstag, den 15. Februar 16. Schwat Freitag, den 16. Februar 17. Schwat Sonnabend, den 17 Februar 18. Schwat Schabat JITRO Haftara: Jesajas 6 Sonntag, den 18. Februar 19. Schwat Montag, den 19. Februar 20. Schwat Dienstag, den 20. Februar 21. Schwat Mittwoch, den 21. Februar 22. Schwat, Donnerstag, den 22. Februar 23. Schwat Freitag, den 23. Februar 24. Schwat Sonnabend, den 24. Februar 25. Schwat Schabat MISCHPAT1M — Parschat SCH’KALIM Haftara 2. Buch Könige (Kap. 11) Sonntag, den 25. Februar 26. Schwat **m. Owar Fábchlicí dieses Pr ist eigen r£*s ^íbd el M¡ ***** srt •? ¿„hnlen talüg rá gasses. e>n sses Erlebnis. Zwanzig Jajre »an die Mts fu nicht betreten giiocpn zw nicht neve-- diesen zw a Je unter transjoi UßQ sie uölcl / flerrschaft und ans unerreichbar v.« oin Jahr gDgUUV»*- schon ein Jahr K Dicht ratsam, feindselige arab hieben feindselig' sudt zu begeben ler batte die mo Tempelwache ©ufti und Gros: Amin El Hussei da. Betreten der Moschee“ streng dies seit den Um 1936 in verschärft Trotzdem kam mal - versehent an die Schwelle tums Das war letzte der Uni konimissionen Lande weilte, Vereinten Kai setzte Unter mission, die bescbluss Pal leitete. An Morgen besu ren der Ko Felsendom a' schee. und au dieser E lassen. Ich spät, hatte verraten weri verschlafen den Schuk, sse direkt zui zeigte meine zial-Presseka erreichte d Felsendom blick, da dii mitglieder streifen, um zu betreten, spähte mich Presse-Beamte ¡®d schlug überm Kopf rief mit eine der griechisct entnommen w Chorin! willen — was Ich wusste kh im Begriff feierliches Abi »rechen. Vor Altstadt-Tour »äffllici, mit len ] < d au t-Tour JJ »ufstehendt - ""W. dass Journalisten hon an der harten und ou fi**».* ■oschee verzieht ^taischn ieh reigert hatten jüdische?"zuJas- «in, Journali i ' *berJei,en -SÄ f *0°rte de . «büch do I > Rach». Icl> 1 * ich J *C

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.