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Jüdische Wochenschau · 1968-02-09 · 2255 (9.2.1968) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2255 (9.2.1968)
Date
1968-02-09
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — § 4f Frbrer« df Ktt ¿«BISCI8 WOCHENSCHAU AS* XXIX. N»»î Die unbeliebten Prozesse (Schluss von Seite 1) durchgeführt werden, ist ei ne Behauptung, deren Anklage — wäre sie richtig — sieh nicht geger die Juden, sondern gegen die Deutsch* n wendet. Denn dann würde das deutsche Volk nachträglich die Schande der Verbrechen akzef.beren. indem es stillschweigend zu einer neuen Tagesordnung ubergeht. Zum Glück ist dies nicht der Fall. Diejenigen, die für das deutsche Schicksal heute die Verantwortung tragen, empfinden es nicht als eine politische Notwendigkeit, diese Prozesse einxuleiten, sondern als eine moralische Verpflichtung, die Täter vor ein Gericht zu stellen. Die Ueberfuhrung der Täter ist nach so vielen JpViren meist ausserordentlich schwierig. Die wenigen Zeugen der Verbrechen sind zu einem guten Teil auch nicht mehr a;n Lehen. Die Identifizierung der Täter ist nicht einfach, da sie alt oder älter geworden sind da sie nicht mehr in ihren Uniformen herumlaufen, da sie sich aus natürlichen Gründen verändert haben }n einem Prozess, der zur Zeit in Hildesheim abrollt, sind vier Angeklagte über 70 Jahre alt (71, 72, 75 und 76). Wenn man die Ereignisse um 25 Jahre zurücklegt müssen schon rein körperliche Veränderungen an den Angeklagten vorgegangen sein, wie,sie in einem solhen Zeitlauf selbstverständlich sind. Der Vorwurf der verspäteten oder späten Durchführung dieser Prozesse kann den verantwortlichen deutschen Stellen nicht erspart bleiben. Es bleibt unverständlich, wie langsam die Dr. FREY ABOGADO PUEYRBEDON 2190 I* iiq. nach. 16—19 Uhr Tel. 8# 6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN SpeziakjeschaeH CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG s. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7*87 deutschen Behörden übe' das Verschulden der unter Anklage gestellten früheren NS-Leute informiert werden. Schliesslich handelt es sich in der überwiegenden Mehr heit der Fälle um Uebelt'ater. denen nicht vereinzelte Straftaten sondern Beteiligung an Massenmorden vorgewor/er: wird. Da gibt es einen früheren Legationsrat des Auswärtigen Amtes in Berlin, dem neben der Deportation und physischen Vernichtung von 11.343 bul garischen Juden ausserdem vorgehalten wird, er habe den Transport von 20.000 griechischen Juden nach Auschwitz veranlasst. Also insgesamt 31.343 Juden hat dieser Mann auf seinem Gewissen. Trotzdem konnte er von 1958 bis 1963 im Bundesverteidigungsministerium zuletzt als Oberregierungsrat arbeiten... Erst dann wurde er unter dem Verdacht dieser strafbaren Handlungen vom Dienst suspendiert... Dass es sich hierbei durchaus um keinen Einzel- IjII handelt, wird nicht be dritten werden. Dieses Beispiel leitet zu einem anderen Problem über, das bei der Verfolgung der NS-Verbrechen bisher keine zufriedenstellende Lösung gefunden hat, wobei auf die Ursachen im einzelnen nicht cingegangen se:. Es handelt sich nicht nur um die Frage, aus welchen Gründen die Täter so spät ermittelt und vor Gericht gestellt wurden, sondern um eine grosse Reihe von Fällen. die man offensichtlich mit voller Absicht bisher nur in wenigen Ausnahmen zur Verantwortung zog: die sogenannten Schreibtischinörder. Hierunter werde: i jene früher führenden oder in leitenden Stellen sitzen den hohen Beamten gemeint, die zwar nicht seihst und nicht unmittelbar gefoltert und getötet haben, aber für die Anordnung und Durchführung der grausamen Massnahmen die Veranwortung tragen, die zum Massenmord führten. Als der typische Fall wird der des ehemaligen Staatssekretärs des verstorbenen Bundeskanzlers Adenauer, Dr. Globke. angesehen, der im früheren Reichsinnenministerium einen entscheidenden Posten innegehabt und einen Kommentar über die Rassengesetze geschrietbr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5042 JUDITH SCHENKOLEWSKl Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Mascbinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios (le lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, eeq. CONDE 76.0286 73 1049 fcen hat. Der Fall blieb bis heute einfach deswegen ungeklärt, weil man Herrn Dr Globke nicht vor Gericht stellte. Waium? Eine befriedigende Antwort auf die‘e einfache Frage W'urde bisher auch nicht erteilt In diesem Zusammenhang werden ferner immer wieder Anschuldigungen gegen Direktoren der IG-Farben erhoben. auf deren Veranlassung die Giftgase für die Ausehwitzer Gaskammern geliefert worden sind. Einige der damals mitwirkenden Direktoren sollen auch heute noch hohe Positionen in diesem oder, in anderen Konzernen bekleiden. Auch gegen sie wurde bis heute kein Verfahren eröffnet. Die Reihe der bekannten.; ber unbehelligten Schreibtischmördic j«t lang. Nicht mit Unrecht wird immer wieder von den angeklagter KZ-Sehindern die Frage aufgerollt. warum sie vor Gericht gestellt werden, wählend diejenigen, die an den Schreibtischen die Mordpin. i ne entwarfen, ungestraft bleiben würden. Eine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage können nur die deutschen Behörden selbst geben, sind sie aber bisher schuldig geblieben. Eine Reihe von Strafverfahren stehen nur in mittelbarem Zusammenhang mit diesen allgemeinen NS-Prozessen: Hierbei handelt cs sich um Verfahren, die gegen ehemalige Nazis e-ngeleitet worden sind, weil sie falsche Aussagen vor Gericht gemacht haben, um sich oder andere zu schützen. Der bekannteste Fall ist der des ehemaligen hohen Ministerialbeamten Viaion. der selbst von den Vorgängen aus seinem engsten Amtsbereich nichts gewusst haben will. Aber Viaion ist einer von vielen. Kürzlich w-.irden vier Zeugen im Wuppertaler Bislystok-Prozess verhaftet, die ebenfalls unrichtige Aussagen gemacht haben sollen. Vier Polizeibeamte, von je-!;*en drei bis zu ihrer Verhaftung im Dienst waren, hatten trotz wiederholter Ermahnungen des Verfilzenden und der Staatsanwaltschaft. die Wahrheit zu sagen, immer wieder behauptet, von den Ersehiessungen in Bialvstok nichts bemerkt und nicht gehört »< haben. Alle vier gehörten während der Vernicfc*ung<- aktion dem Stab des Polizeibataillons 309 an. Dreizehn Mitglieder dieses Bataillons stehen in Wuppertal vor Gericht. Ein Kriminalpolizist hatte während einer Verhandlungspause gehört, dass ein Zeuge zu den drei ande- USA -Flugzeuge für Israel Washington. — Die Lieferung von Skyhawk-Bombenflugzeugen an Israel wird fortgesetzt, obwohl die Mobilmachung von Reserven der Luftwaffe für den Konflikt in Ostasien verfügt worden ist und dies die Einstellung der Sendungen nach Israel und andere Länder bedeuten könnte. Nach Aussage der USA-Behörden begannen die Lieferungen der Skyhawks nach Israel in der letzten Dezemberwoche. Die Herstellung dieser Maschinen, an denen auf Wunsch Israels Aenderungen vorgenommen wurden, ist inzwischen weit vorgeschritten und durch neue Aufträge der USA-Luftwaffe bisher nicht verzögert worden. Allerdings könnte eine weitere Zunahme der nordamerikanischen Anforderungen an die Flugzeugindustrie die Ue'berbeanspruchung der Flugzeugfabriken im Lande verursachen und die Lieferungen an Israel und andere Länder ungünstig beeinflussen. ' ITA) ren gesagt hat. sie sollen i keine Namen nennen . Immer wieder fragt man. aus welchen Gründen diese Leute, die einst die Macht hatten, über Leben und Tod Unschuldiger zu bestimmen, so wenig Zivilcourage aufbringen. um wenigstens heute ihre Verbrechen zuzugeben. Sie alle spekulieren darauf, dass es keine Zeugen gibt, die sie identifizieren und über ihre Untaten aus eigener Sicht und aus eigenem Erleben berichten kennen. Die Verworfenheit des NS-Svstems tritt in der Feigheit dieser Angeklagten erneut in seiner ganzen Schrecklichkeit hervor. Sie alle hatten den Mut. hemmungslos zu morden, aber haben nicht den Mut. ihre Verbrechen einzugestehen, von Ausnahmen, die es immer gibt, abgesehen. Aber gerade dieses Leugnen ist für die NS-Verbrecher typisch. — Nicht nur als Reinigungsaktion einer furchtbaren Vergangenheit sind die unbeliebten Prozesse wichtig. Die Lüge von den jüdischen Uebertreibungen des Geschehens unter der Herr schaft des Dritten Reiches ist durch das umfangreiche historische Material zerstört worden, das von den Staatsanwaltschaften zusammengetragen und von den Gerichten in weitem Umfang bestätigt worden ist. Der Völkermord, den die Nazis begangen haben, ist keine Legende, sondern eine traurige Wahrheit. Heue Banknoten Tel Aviv. — Die israelische Nationalbank bereitet die Ausgabe neuer Banknoten vor. auf welchen berühmte Juden der Gegenwart dargestellt werden. Die Fiinf-Pfund-Note wird der Kopf Albert Einsteins, die Zehn-Pfund-Note das Porträt von Chaim Nachnun Bialik und die 50-Pfund-Note das Bild von Chaim Weizroann zieren. Zusätzlich werden auch erstmalig 100- Pfund - Noten ausgegeben werden; sie werden Theodor Herzl darstellen LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltóa. Director: Amolde W. B. Swarseusky Pueyrredón 2190, 1» izq. T. E. 83-2613 A bono-Preise Argentinien: $ 1.200.— pro Jahr Ausl. S 1.800.— jänrl. Luftpost-Abon© f. d N a chbar-Republiken 10 Dollar jährlich Mahnmal in Rotterdam Zum Gedenken an die in Konzentrationslagern umgekommenen 12.000 Juden aus Rotterdam wurde ein Mahnmal in Form dreier Reliefs an der Aussenwand der Synagoge enthüllt. Nach Bedenken der rabbinischen Autoritäten soll das Relief, das eine menschliche Figur darstellt und deshalb nach der Halacha an einer Synagoge nicht angebracht werden darf, in einen zu pflanzenden Garten bei der Synagoge verbracht werden. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Medicas de Bueno« .aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 JACOB LAPIDUS dipl. Makel NEUE ADRESSE ‘VIAMONTE 2*37 4’ B T. E. 4*-5473 M0HEL N. PLAKSIN Superí 2719 NEUES TELEFON: 71-4784 Bedrtkmt{ London. — Auf den Bahrein-Inseln im Persischen Golf, die beute noch unter britischem Protektorat stehen, .lebten 1948 noch 422 Juden, heute sind es etwa 150 Personen aus 15 Familien. Die Auswanderung erfolgte zumeist nach Israel Von Kairo aus wird gegen das Bestehen des britischen Protektorats mit der Begründung vorgegangen, dass der britische Kolonialismus dem Zionismus eine Gelegenheit zum Eindringen in den arabischen Raum gegeben haben. Dr. DERNARDO GOLDSTEIN VERREIST vom 19. bis 29. Januar und vom 4. Februar bis 3. Maerz ln der Sprechstunde vertreten durch: Dr. AKIYA HERSZKOWICZ (70-0495) Dra. IRIS LIEBER (73.8463) CUBA 2141 — T. E. 73.8782 n. 73 6817 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M P. »298 Sarmiente 3118 T. E. 87-1362 Dr. Dernardo SCHWARCZ ZAHNARZT VERREIST LU 26. Maerz ESTOMBA 22*3 — 74-821« BERNARDO STERN Ansfnkn»i»£ saemtlieher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-44)52 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT JtOENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFERORTHOP AEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERN ANDEZ 2518. T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Médico MAGENuni DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRBCH STUNDEN Montag Dienet**, Mittwoch a Freitag m 15—15 Ob* Bi vtrd gebetm Beb vorbei telefonisch anzumelde*. t SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 «. 44-1543

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