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Jüdische Wochenschau · 1967-10-13 · 2239 (13.10.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2239 (13.10.1967)
Date
1967-10-13
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 13 de 0«tubf« de :1M>7 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afta XXVIII. N* 2239 Die Idee der Versoehnung (Schluss von Seit« 1) «lern in der Gefahr der Zer Störung jener Lebenselemente, die überhaupt das Zusammenleben ermöglichen. Freiheit, jenes alte Ideal aller Völker, wird zur Ungebundenheit. Die entfes «eiten Leidenschaften erschüttern das Fundament einer Gesellschaft, deren Ordnung in Jahrhunderte alten Bemühungen bestimmte Normen der gegenseitigen Achtung und des Selbstrespektes aufgestellt hat, die jetzt beseitigt werden sollen. Aber was kann man von ei »er Jugend erwarten, die nur Krieg und Blutvergie ssen um sich herum beobachten kann und sich in ihrer eigenartigen Weise über die Hilflosigkeit der anderen, der Aeiteren, der Verantwortlichen hinwegzusetzen versucht. Dieser Sturmangriff der Jungen gegen die Gesell Schaft der Aelteren finde* nicht nur in den Ausserlichkeiten ihre« Lebens Aus druck, in der Kleidung, in der Nachlässigkeit der Fermen, in den langen Haaren der Männer und den kurzen Kleidern der Frauen. Man soll nicht die Verantwortung verlagern: auch hieran haben nur die Eltern und die Ackeren die Schuld, dent. die Moden werden nicht von der Jugend, sondern von den Industrien gemacht. Dass die Jugend diese Aeusserlichkeiten auf ihre eigene Art „verinnerlicht“, dass sie auG langen Haaren der Jungs und der männerähnli chen Kleidung der Mädchen eine Theorie oder gar eine Gesinnung macht, mag mar als eine Entartung betrachten, die allerdings ohne die Duldung der Erzieher kaum möglich wäre. Vielleicht ist es richtig, dass die Jugend ohne Ideale, ohne das Streben nach Hö- Dr. FfiEY ABOCADO PUEYRREDON 2190 1* isq. nachm. IC—19 Uhr Tel «fen: 80-6930 REAL PEN Füllhalter _ REPARATUREN Spezialqeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S . K L. berät Sie kostenlos und an verbindlich beim Kaut oder Verkauf von geschafften WOHNUNGEN HAEUSEBN VIRREY DEI PINO T. E. 73-1897 •berem ihr eigenes Leben zu gestalten versucht. Aber welche Ideale haben die Verantwortlichen dieser Jugend gegeben? — Wae haben sie dieser Jugerd ausser den schönen Worten zu bieten? — Ist nicht der Unterschied zwischen den For- -derungen. die man heute -predigt, und der Wirklichkeit so gross, dass die Ju gend den Glauben an di.' Richtigkeit -de® Weges verloren hat. auf dem sich Menschen wie Völker befinden? Die Beatles sind zu Hero ■en einer Generation geworden, die sich durch exzentrische Musik in eine Art Ekstase zu versetzen liebt Aber haben nicht die Erwachsenen diese neue Kultur der Kulturlosen hochgezüchtet? Haben nicht die -Manager, die doch keine Jugendlichen «ind, aus dieser „neuen Linie“ eine Kultur gemacht? Haben nicht die Verantwortlichen diese Beatles in den Adelsstand erhoben? — Wenn solches ge schieht. was kann man von der Jugend erwarten, die in solchen Ausdrucksformer nur die Anerkennung ihrer idealloeen Existenz erblik ken kann. Wir begegnen einer schweren Auseinandersetzung zwischen den Rassen, einem Kampf, dessen Opfer das jüdische Volk erst vor wenigen Jahrzehnten geworden ist. Es ißt nicht die Jugend, die diesen Kampf provoziert hat, der in der letzten Zeif an Heftigkeit in ungeahnten Ausmassen zugenommen hat. Man kann nicht Wasser predigen und Wein trinken. Niemand hat die Empfindung für diesen Kontrast in gleicher Intensität wie der junge, der heranwachsende Mensch. Man kann nicht vor. Näctetenliebe sprechen und Andersdenkende oder Andersgläubige nur deswegen verfolgen, weil sie anders sind. Man kann nicht vor Recht und Freiheit, von Demokratie und Gleichheit sprechen, wenn man gleichzeitig anderen diese Wohltaten vorenthält, nur weil sie anderer Rasse sind. Dase sieh die Unterdrückten oder nngerecht behandelten Menschen, Völker oder Rassen mit elementarer Wucht für ihr eigenes Recht erheben, dass sie wörtlich nehmen, was die Herrechenden nur theoretisch meinten, das ist nicht die Schuld der Verfolg ten oder Zurückgesetzten, das ist nicht die Verantwort Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 7fe 5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI SChabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - MazzotTaschen - Hand- und Masohinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73 9155 Confitería NIZA Servidos de lunch 'de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 8296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 lichkeit der Stiefkinder der menschlichen Gesellschaft. Dass mitunter oder meis* die Kampfmethoden der Rebellen für ihr Recht nicht die richtigen sind, dass sie Häuser anziinden und Bomben werfen, mag man mit vollem Recht verurteilen, aber mit der Bekämpfung solcher Kampfmittel werden die Ursachen dieses Kampfes nicht eliminiert. Dass die Schwarzen glauben, das Unrecht dej Weissen gäbe ihnen solche Rechte, ist ein tragischer Irrtum, durch den die Sünden von Jahrhunderten nicht überwunden werden können. Denn noch niemals wurde Recht dadurch geschaffen, dass man neues Unrecht an die Stelle des alten gesetzt bat. Das alle Menschen im Ebenbild Gottes geschaffen worden sind, ist ein jüdiecher Gedanke. Aber die Erkenntnis der Richtigkeit einer Idee genügt eben nicht Sie muss in die Wirklichkeit des Alltags transponiert werden, wie jede Idee ohne Bestand und ohne Leben ist, wenn sie nur ein sittliches Postulat bleibt. Diese Forderung finden wir in zahlreichen philoßophischen Systemen wieder, z. B. bei Kant, der auch „vom ewigen Frieden“ träumte und die Sinnlosigkeit solcher Ideen erkannte, von denen man annimmt, s)e können nicht gelebt und verwirklicht werden. Das Judentum ist auf dem nationalen Boden eines Volkes gewachsen, aber hat sich niemals damit zufrieden gegeben, dass die übernommenen Verpflichtungen, wie das Zehnwort, daes seine Idee vom Frieden und von der Gerechtigkeit, von der Gleichheit und der Brüderlichkeit und für das jüdische Volk gelten würden. Das Judentum trägt in diesem Sinn einen universellen Charakter, mag dies den anderen angenehm sein oder nicht. Unsere Psalmen werden von vielen Völkern gesungen; sie miiseen also einer allgemeinen und keineswegs nur jüdischen Sehnsucht e I sprechen. Unser Sittengesetz ist zum Rechtskodex aller Nationen geworden, auch wenn die meisten sich hiervon keine Rechenschaft abgeben. Unser Versöhnungstag soll nicht nur die Ver s&hnung unter Juden und für Juden bringen, sondern zum Segen der ganzen Menschheit werden, auch dann, wenn nur jüdische Gebete an diesem Tag mit Inbrunst und echter Frömmigkeit zum Himmel emporsteigen. Es mag sein, daes der „moderne“ Mensch verlernt hat zu beten. Aber der tiefe Glauben und die ehrliche Hoffnung auf eine Umkehr JACOB LAPIDUS dipl, Mehel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 V B 46-1716 und 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Lord Atlee gestorben London. — Lord Atlee, früher Clement Atlee. der Führer der englischen Labour-Partei in den Jahren 1936 bis 1957 und von 1945 bis 1951 Premierminister, ist in London gestorben. Seine Regierung leitete die englische Politik in der Zeit kurz vor und nach der Gründung des Staates Israel. Unter Atlee unternahm der damalige, inzwischen verstorbene Aussenminister Ernest Bevin entschiedene Bemühungen, die Errichtung des jüdischen Nationalheims zu vereiteln anstatt das Mandat zu erfüllen, und bekämpfte mit allen Mitteln nicht nur die israelischen Siedlungen, die Zionistische Organisation und die Hagana sondern liees auch die Führer der Jewish Agency verhaften und wollte die Ueberlebenden der nazistischen Ausrottungslager zwingen, nach Deutschland zurückzukehren, Atlee lieh allen diesen Bemühungen aktive Unterstützung. Er hatte sich zwar neben seiner antizionirstischen und antiisraelischen Haltung früher als Gegner des Antisemitismus bewiesen. Nach Schaffung des jüdischen Staates lud die israelische Regierung ihn ein. Israel zu besuchen, aber Atlee akzeptierte niemals diese Einladungen (ITA) zum Guten sind auch im modernen Menschen nicht erloschen. Diesen Glauben und diese Hoffnung müssen wir zur Lebensgrundlage der neuen Generation machen. Wir müssen erkennen und zuge ben. dass die bisherigen Be mühungen und Anstrengungen. die irdischen Dinge dieser Welt zu regeln, gescheitert sind. Wir müssen unkchren. Dieser Gedanke und diese Forderung zur Umkehr gehören zu jenen alten jüdischen Postulaten, die den Schabbat zwischen dem Rosch Haschanah und dem Jom Hakipurim, den Schabbat Schuwa, in das Zeichen der Umkehr gestellt haben, wie es in den Prophetenworten heisst, die an diesem Tag verlesen werden: „Kehre um, Israel, zu dem Ewi gen, deinem Gott, denn du bist gefallen durch deine Schuld“. Auch dieses Wort ißt nich: ,/iur an ein Volk, sondern an die ganze Menschheit gerichtet. Denn nur die Um kehr und die Besinnung auf Recht und Gerechtigkeit, auf Frieden und Versöhnung kann die Menschheit vor jener schrecklichen Katastrophe bewahren, die nun nicht mehr einzelnen Nationen oder einzelnen Individuen, sondern der Gesamtheit aller Völker und Menschen droht. Jeder einzelne aber sollte verstehen, dass die Erkenntnis ces Rechten nicht genügt Wenn Judentum Verwirklichung seiner Gedanken bedeutet, ist jeder einzelne Mann und jede einzelne Frau verpflichtet, der neuen Generation vorzuleben wie ein Mensch sich zu bewegen und zu verhalten hat Man kann von seinen Jüdische Sozialarbeiter Jerusalem. — Eine Welttagung jüdischer Sozialarbeiter fand im August in Israel statt. Aus Amerika ka^ men 400, aus Europa 15 Teilnehmer, daszu 200 weitere Fachleute aus Israel. Das einleitende Referat hieb Professor Ernst Simon. Pas Ehrenpräsidium hatte Präsident Shazar inne. Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE telef. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlieher MALERARBEITEN I HELCÜERA 1915 — T. E. 58 4052 Kindern keine Moral verlangen, wenn man selbst unmoralisch lebt. Wer die Gebote nicht achtet, kann nicht er warten, dass seine Söhne und Töchter nicht auf Abwege geraten, denn ßie selbst haben doch gefehlt und geirrt. Die Forderungen, die an uns Juden gestellt werden, sind eberso klare wie unerbittliche. Sicher i«t kein Mensche perfekt, sonst sähe LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece lo6 Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swaroensky Pueyrredón 2190, 19 ízq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. es anders auf Erden aus. Aber das ernste Bemühen um die Erfüllung wird jene Grundlage für das Leben wiederherstellen, die der einzige Ausgangspunkt für Versöhnung und für Frieden ist. Hierzu sind wir alle, hierzu ist jeder einzelne von uns aufgerufen. Hoffen wir* dass wir im kommenden Jahr, und nicht nur wir, dem Frieden und dem Recht für alle Menschen näher kommen. Leisten wir selbst den Beitrag, den wir von an deren erwarten, tragen wir nicht nur Ideale in unseren Heizen, sondern bewähren wir uns im Leben. — CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. Blumenfeki (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Medicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73 8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr, BENJAMIN L’PNIZK Y ZAHNARZT ROLNTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE- FEROHIRIKG1E _ REGULIERUNG DER ZAHN- STELCNG — KIEFfcROB THOPAEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend aaeb vorheriger Vereinbarung fOSE HERNANDE2 2518 LE. 76-8673 u. 73-050C Pr. L. KLEIN - Medico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag. Dienstag. Mittwoch n Freitag von 16— Es wird gebeten «cir vorher tetelonlscb ansumewen SANTA FE 1391 1. £• 44-9493 o. 44-1542 j ÉNÍ^Mii<ÉilBMiihlÉlrtiíliliis ti inriiii'i wa

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