Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2238 (4.10.1967)
- Date
- 1967-10-04
- Page
- [Seite 18] (sequence 18)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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18 — Miéreoles, 4 de Octobre de 1007 JÜDISCHE WOCHENSCHAU «*■ <’*L Stimmen zur Nah-Ostkrise Gk,d“c^'“^rnss‘ von JAKOB KATZ-ROGASEN als spezielle S>udar:tätsor ganisation der DDR hat bei jeder Gelegenhei die unein geschränkte Identifizierung der DDR mit dem „antt 'm perialistischen Kampf des arabischen Volkes“ zu betonen. — Anweisung 4: In den Grossbetrieben .müssen Solidaritätskundgebu-ger ab^ehalten werden bei denen sich die Werktätigen eindeutig auf die Seite der Araber zu stellen haben. — Interessant ist eine weitere Anweisung, die besonders kommentiert werden muss und die lautet- ..Das Rote Kreuz der DDR leiste sotort in grosszügiger Weise Medikamentenhilfe an die Opfer der israelischen Aggression“. — Aehnl.zh wie einst das Deutsche Rote Kreuz sich eindeutig und bedin gungslos der nazistischen Herrschaft unterwarf und die nazistischen Verbrechen gegen die Menschiiehkei und gegen die Menschheit mitmachte, was inzwischen erwiesen ist, stellt sich dat Ostdeutsche Rofe Kreuz in den Dienst der kommunisti sehen Machthaber und macht sich damit zu einenwillfährigen Instrument der sowjetischen Poli lk. Eine andere Deutung dieses sicher lieh erzwungener aber mitgemachten Verhaltens ist nicht möglich. — In der Nationalen Volksarmee der DDR sol' es im Führungsstab der Truppen ebenfalls zu Schwierigkeiten gekommen sein da die Generäle, wie es heisst, nicht imstande gewesm wären, eine ausreichende Erklärung für den Sieg de*- israelischen Waffen zu geben Daher wä re einfach befohlen worden, dass Uber den israelischen Sieg keine Diskussionen zu dulden seien... Im übriger soll der schnelle Sieg Israels einen schweren Schlag gegen die Ostdeutsche Vo.ksarmee bedeutet haben, weil sie dieselben Waffen, die gleichen Tanks. Ganzer- und Kanonen typen, die von der ägyptischen Armee gebraucht worden sind, eben falls benutzt. Welche Erklärung konnten also die ostdeu,sehen Generäle ihren Mannschaften dafür geben, dass die ägypti scheu Offiziere las gesamte Kriegsmaterial »tehen dessen und aus ihren Panzern flüchteten? — Die ostdeutsche Hetze ge gen Israel war zu einem s*uten Teil gegen d> westdeutsche Bundesrepublik gerichtet und diente aus diesem Grunde zum Vorwand, die innerdeutschen Rechnungen zu begleichen und innerdeutsche Gegensätze auszutre gen. Dass auch dieser Versuch daneben g’.ig, hat die weitere Entwicklung bewiesen. Die Dokumentotion im Sonderheft der „dem schland berichte“ kann hiei im einzelnen nicht wiedergegeben werden. Auf über mehr als 60 langen Schreibmaschinenseiten werden Auszüge aus der ostdeutschen Presse gebracht. Karikaturen veröffentlicht, Aufrufe abgedruckt und Berichte wiedergegeben, die sämtlich einen Niederschlag der kommunistischen Propaganda nach den Anweisungen aus Moskau und Ostberlin darstellen. Alle diese Veröffentlichungen stimmen beinahe wörtlich iiherein, geben jedenfalls die Politik wieder die vom Kreml nach der arabischen Niederlage befolgt worden ist. Nur einige dei Dokumente seien hier erwähnt wie die Botschaft des ..Vorsitzenden des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik* . Walter Ulbricht an den Präsidenten Syriens, der unter der feiten Uebersehrift ,,DDF. entschlossen an der Seite der arabischen Staaten“ erschienen ist. Der erste Absatz dieser Botschaft soll hier wörtlich zitiert werden, denn allein hieraus ergibt sich die Einstellung Ulbrichts, des 9*>ersten Führers der Kommunisten in Ostberlin; „Mit grosser Besorgnis und tiefer Empörung verfolgen Staatsrat und Bevöl kerung der DDR die feind seligen und aggressiven Ak tionen der US^-Imperialisten und Israels gegen die Syrische Arabische Repu blik und die anderen arabi sehen Staaten.“ — von HORST WINCKLER di? kommunistische und die braune Pres« erhesiben T°n fal,en Und die gleichen Beschuldigungen Heb 6S Um elne" Gegner gehtder vermeint lieh gegen ihre gemeinsamen Interessen ver?tösst ist ei* ■ Erfahrung. Sie wird aber immer aufs neue tec.tat'gt, wie in dem letzten Fall, der sich oräsentiertedem Sieg Israels. Den Kommunisten kam dieser Sieg höchst ungelegen, denn er zeigte die Fehlerhaftigkeit einer Pobtik, die nur auf Expansion der kommunistischen Einflussphären eingestellt ist. ohne darauf zu achten wer eigentlich der „Verbündete“ bei diesen Bestrebungen ist. So musste es in der eigenen kommunistischen Welt zu Argwohn und Zweifeln führen, dass die arabischen Oelscheichs und Latifundienbesitzer zu Kampfgenossen des Kreml wurden, der immer noch unter der Parole „Pro- »etarier aller Länder vereinigt euch!“ seine alte Propaganda-Walze laufen läset. — Auf der anderen -'eite haben die deutschen Ehemaligen aller braunen Schattierungen — auch jener, die sich der Brüderschaft einiger merkwürdiger jüdischer Figuren rühmen, — alle Hebe, in Bewegung gesetzt,um diesen Sieg Israels zu erläutern, der ihnen unter keinem Konzept in ihr Programm passt. Von Folterungen armer arabischer Frauen and wehloser Kinder bis zu Gaskammern ist keine Lüge ausgelassen worden. Von dieser Seite ist die Welt, und sind nicht nur wir, seit vielen Jahrzehnten die übelsten Verleumdun?en gewöhnt, die sie unter den Segnungen der Demokratie — Pressefreiheit — ungestraft ausstossen können. Da es aber immer Menschen gibt, die gern bereit sind, auch die sinnlosesten Beschimpfungen zu glauben, weil „doch irgendetwas Wahres dran sein müsse“, — das berühmte Rezept der Verleumder „aliquid haeret!“ — kann auch die unsinnigste Propaganda mit Erfolg rechnen, was Hitler und seine Mitarbeiter vom Stil eines Goebbels, Ley und Konsorten bewiesen haben. In das selbe Horn bfästi jetzt auch die von Reichskanzler Wirth gegründete Deutsche Volkszeitung. Der vornehme Reichskanzler Wirth, ein Mensch edler Gesinnung, ist längst tot und würde sich wundern, was alles unter seinem Rubrum fabriziert wird. DVZ lässt einen Kurat (was ist da« eigentlich?) unter dem Titel „Hier Israel, hier Araber“ heftige Verdächtigungen über Israel publizieren,.die sich in nichts von den Erfindungen der DNZ Unterscheiden, nur dass die Angriffe der DNZ offener sind, während hier altes versteckt und unter dem reichlich zerfetzten Mantel christlicher Nächstenliebe verschleiert und deswegen nur noch unerträglicher wird. Unter dem munteren Feuer zahlreicher Angriffe und gelegentlicher Anerkennungen wird Stimmung gemacht, wo Recht walten sollte. Dass sich aber ein Kurat, ein Geistlicher, dazu hergibt, Politik zu machen und nur deswegen in dieser Form schreibt weil die Zeitung plötzlich den neuen Kurs steuert, bleibt bedauerlich. Durch solche Entstellungen und Berichte unfcekannter Korrespondenten, anonymer Briefschreiber gelegentlicher Irformanten oder wohltuender Schwestern wird nichts getan. Weder die Wahrheit noch die Wirklichkeit kann hierdurch beeinflusst werden. Am Kernproblem gellen alle diese Autoren wohl wissend, was sie tun. vorbeit die Frage der Verantwortung für einen Krieg, der Israel aufgezwungen wurde, wagen sie nicht mehr anzurühren, denn die Welt hat inzwischen begriffen, dass an der Schuld der Araber kein Zweifel möglich ist. — Der ausserordentlich aktive Herausgetier der „deutsrhlaud-berichte“. der deutsche Journalist Rolf Vogel ein ergebener Freund der Sache Is raels. hat eine Dokumentensammlung he.-ausgege'-en. die unter dem Titel ..Stimmen der sowjetischen Besät zungszone Deutschlands zur Nah-Ostkrise“ eine F''!le sehr interessanten Mate'«sis enthält, dessen Verbreitung zur Klärung mancher Zusammenhänge beitragen kann. Als ein Teil der kommunistischen Welt und als ein besonders gefügiger Vasall des Kreml hat die Regierung der Deutschen Demokratischen Reptil lik (DDR) die aus Moskau kommenden Direktiven befolgt und mit deutscher Gründlichkeit einen Hassfeldzug gegen Israel entfesselt, der sief kaum von der sowjetischen Hetze Unterscheidet. Jedem Einsich!igen musste es von Anfang klar sein, dass hier weniger antijü'Jt sehe oder antiisraelische Animositäten ihren Ausdruck fanden, o iwohl diese sowohl bei den Russen wie bei den Deutschen vorhanden sind, sondern diese antiisraelischen Aktionen nur einen Teil der grössei en und höheren, die ganze Welt amspannenden sowjetischen Aussenpolitik und der allgemeinen russischen Expansionsbemühungen darstellen. Daher auch die mitunter ungeheuerliche Sciärfe. die schroffen Ungerechtigkeiten und der masslo-e Ton, dessen sich diese Leute in al len Teilen Europas von einigen, wenigen Ausnahmen abgesehen, plötolich wieder einmal bedient haben. Der Bundeskanzler Kie'lnger hat in einer Pariamertsrede den Ostdeutschen vorgeworfen. sie würder durch ihr „unverantwoitliches Verhalten den Konflikt zu sohü ren versuchen. Sie tun das offenbar nur. weil sie hoffen, im Elend ind Grauen des Krieges, wenn die Einsichten durch Leidenschaf ten getrübt werden, einen Fetzen Anerkennung für ihr Regime erhalten zu können“. Man darf unterstellen, das« diese Auffassung Kiesingers über seine ost deutschen Landsleute zutreffend ist. Da die ostdeutsche Presse „gelenkt“ wird, haben alle Zeitungen einheitlich die Richtlinien durebgeführt, die ihnen vom zuständigen Ministerium gegeben worden sind. Zunächst sollte die Presse allgemein darauf hinweisen, dass die USA Grossbritanien und die von den Kommunisten gehasste Bundesrepublik durch ihre Waffenlieferungen an Israel für den Krieg verantwortlich seien. Dies.. Anweisungen sollen eine „Flut von Briefen an die 7eitungen aus allen Teilen der Bevölkerung“ ausgelöst haben, in denen Zweifel an der Richtigkeit der RegierungspoPtik geäussert worden sind. Darauf wurden die Anweisungen seitens der Rehö-den an die Presse verschärft Diese Instruktionen seien hier wiedergegeben. weil sie ei :en guten Einblick in die Technik kommunistisher Propaganda ermöglichen. Die Journalisten wurden aufgefordert, Solidaritätstelegramme an dss Informa* tionsminiöterium der VAR (Vereinigten Arabischen Re publik) und an das ägyptische Pressesyndijtal zu richten. — Anweisung 2: In Resolutionen „aus allen Kreisen des Volkes“ ist .aufend gegen die „massiven Waffenlieferungen aer Bundes republik an die israelischen Aggressoren“ zu protestieren. — Anweisung Nr. 3- Das afro-asiati-jehe Comité HUNDERT JAHRE Das Viertel Mea Schea rim, das vor hundert Jahren als eine der ersten Siedlungen ausserha b dei engen Strassen der Altstadt Jerusalems gegrün let wurde, war damals ketoeowegs die Bastion der Neturei Karta. als das es heute vereinfa chend und allge.neinernd bekannt ist. Dto Gründer wünschten, endlich der Abhängigkeit von der Phi'anthropie der Diaspora zu entweichen. Sie waren Pionie re, so wie Josef Rivlin, der den ersten Schiitt mit der Gründung von Ntochlat Sehiwa gewagt hatte. Sie wollten damals, relativ weit entfernt von der Altstadt. Häuser bauen und Boden erlö sen, um sich dort ihren Lebensunterhalt zu schaffen. Die Förderer waren Zalman Levi, Benzion Leon und Jehoschua Yellin, die einen detaillierten Plan *ür den Häuserbau, die Anteile am Bo den und den Teil des Gebiets, der für Wege und öffentliche Bauten reserviert werden sollte, vorlegten. Der Name Mea Schearim (Hundert Tore) stammt aus dem biblischen Vers Gen. 17, 12. Gründe der Sicherheit bestimmten die Bauweise in Form einer ZitaJelle, wobei MEA SCHEARIM alle Eingänge und Höfe von innerhalb des Viertels zu gänglich waren, während Fenster und Baikone der niedrigen Häuser nach aussen weisen. Sechs Eiseatore wurden bei Sonnenuntergang geschlossen; die Siedler trafen damals alle, Vorkehrungen, um ihr heue.» Wohnquartier vor arabischen Plünderern zu schützen. Mea Schearim. bald eines der grössten Wohnviertel Neu-Jerusalems. war anfänglich nur Wohnstätte weniger. Einige unter ihren waren wohlhabende Kaufleute, die ihre Häuser nach ihrem Tode dem Rat von Mea Schearim vererbten, der noch heute die Wohnungen und Läden vermietet. Auch als sich die Bevölke rung vermehrte war man ständig bemüht, durch Bodenbearbeitung oder Handwerk den Lebensunterhalt zu verdienen und nicht mehr von Gaben zu le ien. Die Bewohner waren glücklich, sowohl jüdische Gelehrte als auch Gemeindeführer unter sich zu haben, die Handel und Gewerbe in Jerusa'em zu fördern suchten. So war das Stadtviertel ein wichti ges Zentrum Jerusalems, bis neue Geschäftszentren In diesem Ton und mit diesem Inhalt geht es weiter. Ulbricht seäuiess seine Ausführungen mit den Worten: „Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen, Exzellenz, auf diesem Wege die volle Svm pathie und Solidarität des Staatsrate« und des Volkes der DDR zum Ausdiuck zu bringen“. .. „Neues Deutschland“, Organ des Zentraicomitös der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ das unter dem Motto „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ erscheint, brachte am 8. Juni 1967 eine Erklärung des Ministerrates der DDR zur „Agg-ession Israels“, in welchem erneut die Bundesrepublik aufgeforiert wird, sofort „die militärische und jede andere Hilfe an den Aggressor Israel“ einzustellen... Am 13. Juni machte „Neues Deutschland" eine „Do kumentation“, aus der sich ergeben sollte, dass es die NATO ist. die „hinter dem Aggressor Israel“ stehe. Die letzten fettgedruckten Zeilen lauten: „Jetzt kennt die Welt die Hintermänner der verbrecherischen Aggession“ und „NATO-Verschwörer sind entlarvt ‘. — Inzwi sehen ist diese These fal en gelassen worden .. Die „Berline* Zeitung“ brachte eine Karrikatur. auf der Dayan die eine Hand auf Gaza, die andere auf Jerusalem hält; vor ihm steht in zerfetzter Uniform e>ne Hitler - Karrika'ur. Hitler sagt: „Machen Sie nur weiter. Kollege Dayan1“. — Diese besonders geschmack lo« wirkende Zeichnung, die nur einem kranken Hirn entsprungen sein kann, erinnert fatal an andere Bildet und Fotos au« 1er westdeutschen „Deutschen National- Zeitung und Soldaten-Zeitung“, die nicht müde wird, Dayan mit Hitler zu verglei chen... Da treffen sich wie der einmal die Extreme, die rote Linke aus Oitberlin mit ihren rechtsradikalen Kollegen und Gesinnungsgenossen aus dem Werten .. Ein trauriges Bild menschlicher Verirrungen spiegelt sich in der Dokumentensammlung. die von den „deutschland berichten“ übersichtlich publiziert worden ist. entstanden und auch das geistige und religiöse Leben sich teilweise verlagerte. Söhne von Mea Schearim wuchsen zu Führern des Landes heran, oahmen am Kampf gegen die Mandatsmacht und für die Befrei ung teil. Inzwischen hat sich Mea Schearim gewandelt. Die Jeschiwot, die Synagogen, das immer bereite Minjan, die ständigen Lerngrupoen, die schon früher der Stolz der' Bewohner waren, sind es auch heute noch. Neue Gebäude für Jeschiwot, Ho tels für Reisende und Flüchtlinge und das Gebäude für das asrhkenasis~he Bet Din sind neue Wahrzeichen geworden Modernisierungen, wie Elektrifizierung und günstige Verbindungen mit den anderes Teilen des neuen Jerusalems sowie Verbesserungen in der Wasserversorgung, in der ursprünglich Mea Seheaiim mit seinen grossen Zisternen Vorbild waren, fulgten. Während des Befreiungskrieges musste Mea Schearim Tag und Nacht Beschieß ssungen und Angriffe über sich ergehen lassen; in der Folge haben viele der alten Bewohner nach dem Waffenstillstand das Viertel verlassen, auch aus der jungen Generation; und sind in neue Teile Jerusalems gezogen. Wirtschaftsdelegation Tel Aviv. — Vertreter verschiedener israelischer WJrtschaftszweige und des Genossenschaftswesen« führten Unterhandlungen in den Ländern Ostafrikas über die Aufnahme engerer Wirtschaftsbeziehungen und über die Entsendung von israelischen Fachberatern in diese Länder. Export von Jeeps Haifa. — Eine erste Sendung von 100 Jeeps für Ghana wurde vor kurzem von der Ilin-Fa'brik auf dem Schiff „Alon“ in Haifa verladen. Auch eine weitere Bestellung auf 150 Jeeps wird demnächst gleichfalls erledigt, Wie die Fabrik mitteilt, wird sich der Export in die sem Jahr auf eine dreiviertel Million Dolla»- belaufen. Tag der Luftwaffe Jerusalem. — Der Tag der Luftwaffe machte in Jerusalem besonderes tiefen Eindruck, da über 19 Jahre Flugzeuge über Jerusalem kaum gesichtet worden waren. Nunmehr sahen die Bewohner der Hauptstadt den grössten Schauflug der Luft waffe Israels. Düsenjäger überflogen in Staffeln die Hauptstadt. Auch dei irakische MIG 21 war in der An ihre Stelle kamen ande re Bewohner, von denen sich ein grosser Teil mit der Gruppe der Neturei Karta identifiziert. AB« XXVIH. _ N* %% Luftparade zu sehen. In der Jerusalemer Altstadt stau* ten sich die arabischen Bewohner auf den flachen Dä* ehern, um nun die Flugzeit^ ge zu bejubeln, die vor ei* nem Monat mit Schrecken und Panik wahrgenommen wurden. — Die Flugzeuge überflogen auch Tel \viv und Haifa. Friedhof geschaendet Washington. — Der gross® jüdische Friedhof Mount Le* banon in Hyattsville direkt vor den Toren der amenka* nischen Bundeshauptstadt, war vor kurzem das Oofer eines Vandalenaktes mii deutlich antiemitischen Vorzeichen. Es wurde erst verspätet bekannt, dass in der Nacht des 4. Juni — also unmittelbar vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten im Na hen Osten — auf dievern Friedhof nicht weniger als 72 Grabsteine umgeworfen und beschädigt oder verunstaltet wurden, — wai, in der traurigen Chronik der Fried hofsschändungen eine ziemliche Rekordleistung ist. Illegaler Waffenbesitz Tel Aviv. — ln Gaza hat ein aus drei Richtern gebildetes Tribunal Gefängnisstrafen bis zu 19 Jahren wegen illegalen Waffenbesitzes verhängt. Bei der Besetzung Gazas hatten sieh die israelischen Einheiten wiederholt gegen Schiesereien zu wehren, da zahlreiche Mitglieder des sogen. Befreiungsheeres für Palästina ihre Waffen behalter und sieb unter die Zivi'bevölkerung gemischt hatten. (ITAO