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Jüdische Wochenschau · 1967-09-22 · 2236 (22.9.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2236 (22.9.1967)
Date
1967-09-22
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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A — Viernes, 22 -de Septiembre de 1967 JUPI8CBB WOCHENSCHAU **• XXVIII. — N* >23$ Mr Die radikalen Tendenzen (Schluss von Seite l) sehen Antisemiten? Warum werden Juden gehass'?" „Die Macht der Juden in Deutschland. Die jüdischen Einflüsse und ihre Ausschal long" sind geeignet antisemitische Tendenzen zu für dem oder hervorzurufen. Der Herausgeber fordert die Wiederherstellung eines Grossdeutschen Reiches unter Einschluss des „Memelgebiets, Danzig* und des Sudetenlandes“ Für die DNZSZ ist vor allem eine Verständigung mit dem polnischen und dem tschechischen Volk unerwünscht. Beide Staaten werden mit Ausdrücken wie „Verb’eeherstaat“, „Mörderregime“, „verbrecherische Interessen“ herabgesetzt. Die Regierungserklärung des Bundeskanzlers Kiesinger über das Verhältnis zu Polen und der Tschechoslowakei mit dem Wunsch nach Aussöhnung mit beiden Völkern bezeichnet die DNZSZ als „geistigen, politischen und nicht zuletzt moralischen Irrwitz“. In diesem Zusammenhang behauptet das Blatt, die polnische Schuld sei „die ungleich schwerere und ungleich ältere, sie habe erst die deut sehe Schuld ausgelöst.“ „In nicht minder polemischem Ton behandelt die DNZSZ innenpolitische Themen. Die Bundesrepublig Deutschland sei ein Staat „minderen Rechts“, der sich von Verbüideten, Neutralen und Gegnern „um die Wette erpressen“ lasse. „Den Devisenausgleich gibt sie als „Tributleistung eines Vasallenstaats“, die Entwicklungshilfe als „Krebs übel“ aus. Die Deutschen liessen sich ohnehin seit 20 Jahren „ohrfeigen“. Ausweg aus dieser Situation bietet «ach Meinung des Herausgebers nur eine mit Atom- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PR0PIEDADES FRANKENBERG 8. R- I* De rät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kaut odei Verkam von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAECSEBN VIRREY OE1 PINO 2262 T. E. 73-78*7 waffen ausgestattete. allein -deutschem Befehl unterstellte Bundeswehr. Solange diese sich ..nicht in verteidigungsfähigem Zustand befin det, ist die Bundesrepublik jeder Erpressung ausg«diefert“. Völkerrechtliche Verträge hinderten im übrigen eine nationale Atombewaffnung nicht. Durch derartige Verträge wäre die Bundes republik lediglich verpflichtet. keine Atombomben auf „eigenem“ Territorium zu produzieren.“ Auch die Tätigkeit internationaler Faschisten in .1er Bundesrepublik bat sich gegenüber 1965 verstärkt, wobei eine nordamerikanische Gruppe besonders aktiv war. Jedenfalls wurden ein Amerikaner und ein Deutscher verhaftet die u.a. 3ie Zentralstelle zur Verfolgung der NS-Verbrechen in Ludwigsburg und ein Erinne rungmal an die NS-Verfol gungen in die L »ft sprenger und den Frankfurter Generalstaatsanwalt Dr. Bauer „umlegen“ wollten. Bei die sen Faschisten fand man eine beachtliche Anzahl Maschinenpistolen, Gewehre. Waffen anderer Art und Munition. Beide wurden inzwischen zu zwei J ahren Zuchthaus verurteilt. Die Verbindung mit der „World Union of National Socialists“ wurde erwiesen. — Insgesamt 88 Flugschrif ten und Broschüren sowie 66 verschiedene Zeitschriften faschistischen Inhalts wurden in die Bundesrepublik .geschleusst“. ohne dass die Auflageziffern dieser Publikationen bekannt wären. Die einzige deutsche Sektion des internationalen Faschismuß sei die „Deut sehe Soziale Bewegung“ die aber viele Mitglieder an die NPD verlieren würde. Wenn diese Darstellung zutrifft, beweist sie nur, dass sich die Mitglieder anderen, offensichtlich gleichgesinnten Gruppierungen zuwenden, von denen sie sich einen grösseren politischen ELekt versprechen... Ein besonderes Kapitel bilden die etwa 23 000 kroatischen und serbischen Faschisten, die in der Bundesrepublik Zuflucht gefunden haben. Seit 1964 sind im Bundesgebiet allein 32 Ezilkroaten wegen Sprengstoff- Attentaten verurteilt worden. Um das Treiben dieser Elemente, die sich auch anderorts breit machen, zu il lustrieren, sei nur erwähnt. Ihr Frisftur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 78 5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - MazzotTaschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73 9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 78-1049 dass am 7. März 1966 füh lende Funktionäre des „Kroatischen Demokratischen Ausschusses“ bei der Einreise au* Belgien verhaftet worden sind, die 40 kg Sprengstoff bei sich führten und illegal einschmuggeln wollten... Dagegen ist die Zahl der antisemitischen lind nazistischen Ausschreitungen gegenüber dem Jahr 1965 zurückgegangen. Es wurden im Laufe des Jahres 1966 „nur“ 449 Vorfälle (gegenüber 521 im Jahre 1965) bekannt. Unter den Vorgängen werden Brandstiftungen (z B. in der Synagoge in Kassel), sowie in der Hauptsache Friedbofsschändungen verzeichnet. Wenn man dem Bundesinnenministerium folgen will, sind Friedhofs Schändungen in der Bundesrepublik zu einem beliebten Delikt geworden, denn nur 38 Prozent der verzeichneten Schändungen waren gegen jüdische Friedhöfe gerichtet. Schmieraktionen wur.ten in 228 Fällen registriert. In der Mehrheit aber habe es sich hierbei um unpolitischen Unfug von Kindern und Jugendlichen gehandelt. Es gab aber auch zugege benermassen ernstere Fälle. Unbekannt gebliebene Täter malten mit Teerfarbe ein grosses Hakenkreuz an der Eingang der Synagoge in Augsburg. An eine Kapelle bei Siegen malten ebenfalls unbekannte Täter ein Hakenkreuz und die Worte „Es lebe Adolf Hitler“. An das Portal einer evangelischen Kirche wurde die Parole „Juden ‘raus“ geschmiert... In 99 Fällen wurden in Deutschland lebende Juden bedroht und beleidigt. Anonyme Droh- und Schmähbriefe sowie telefonische Belästigungen richteten sich mehrfach gegen die israelische Botschaft in Köln, den Zentralrat der Juden in Deutschland, die Deutschisraelische Gesellschaft in Berlin, mehrere jüdische Gemeinden sowie gegen einzelne Bürger. Eine jüdische Familie in Ahlen/Westfalen wurde wiederholt durch telefonische Anrufe beleidigt und be droht, worüber wir berichteten. Als Täter wurde ein Polizeihauptwachtmeister ermittelt, der jetzt einem gerichtlichen Verfahren entgegensieht. Eine Witwe aus dem Kreis Arnsberg, die in einem Konzentrationslager inhaftiert war, fand im Juli in ihrem Geechäftslokal ein Pappschild mit groben rassistischen Schmähungen. Vielfach werden die Empfänger von Drohbriefen aufgefordert, die Bundesrepublik Deutschland zu verlassen und nach Israel auszuwan- JAC0B LAPIDUS Jipi. Mobtl NEUE ADRESSE V1AMONTE 8*37 4» B 46-1716 und 48-8124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES;ELEFON: 78-4784 F«n4s für Kibbuz'un London. — In London wurde ein Fonds gegründet der den zerstörten Kibbuzim in ihrem Wiederaufbau helfen soll. Nicht nur der ma terielle Wiederaufbau soll gefördert werden, sondern auch der kulturelle. dem. ln anderen Fällen nahmen die Schmähungen auf die Gaskammern und Vernichtungslager Bezug. Richter und Staatsanwälte. die an Prozessen gegen NS-Verbrecher beteiligt wa ren, sowie Polizeidienststellen und Zeitungsredaktionen erhielten anonyme Schreiben mit Drohungen im Stil des Nationalsozialismus. Relativ häufig sind nach wie vor antisemitische Beleidigungen jüdischer Mitbürger auß Anlass persönlicher Streitigkeiten oder unter Alkoholeinfluss '53 Fället. Derartige Delikte werden von den Gewehten empfindlich geahndet. So hat das Amtsgericht Hannover einen mehrfach vorbestraften Angeklagten wegen antisemitischer Beleidigung und Volksverhetzung zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten verurteilt. Wer sind die Täter? Diese Frage lässt eich mit Sicherheit nicht beantworten, denn nur 163 der insgesamt 449 Straftaten konnten aufgeklärt werden, wobei 224 Täter ermittelt wurden, unter diesen 53 Kinder unter 14 Jahren, also 24 Prozent. Diese Ziffer ist erschrekkend und zeigt einen Mangel an geeigneter Erziehung. Wenn man zu dieser Kindergruppe noch die Jugendlichen bis zu 20 Jahren hinzuzählen will unter denen weitere 26 Täter ermittelt wurden, die 12 Prozent der Täter ausmachen, ergibt sich ein betrübliches Bild Denn mehr al* ein Drittel der gefassten Täter sind in einem Alter, in welchem sich die Wirkungen der Erziehung eigentlich deutlich erkennen lassen müssten. Man hat sich auch mit der Frage beschäftigt, we.cbe Motive für die Täter massgebend gewesen sind und ist dabei zu der Feststellung gelangt, dass nicht weniger als 87 der insgesamt ermittelten 224 Täter politische Uebergangs- oder Affekttäter gewesen sind Wenn man die 53 Kinder ausser Betracht lässt, die hierbei nicht berücksichtigt wurden, bleiben nur noch 171 Täter zur Betrachtung, d. h. mehr als dte Hälfte sind in irgendeiner Form politische Rechtsbrecher. Will man noch die 13 Täter übergehen, die als geisteskrank bezeichnet werden, wird der Prozentsatz der politischen Ueberzeugungstäter noch höher. Wenn man die Gesamtbevölkerungszahl der Bundesrepublik in Befracht zieht, sind vielleicht 449 derartige Straftaten niest besonders schwerwiegend. Man könnte sich mit einem solchen Hinweiß beruhigen. Dagegen Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TeLEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemllichtr MALERARBEITEN HFÏ.GUERA 1915 — T. E. 58-4052 dürfte bereits Jetat die geringe Zahl der aufgeklärten Straftaten dieser Art alarmierend sein. Nur etwa 36 Prozent der Straftaten wurden aufgeklärt, beinahe 74 Prozent blieben im Dunkel. Es wäre interessant zu er fahren, wie das Verhältnis zwischen aufgeklärten und nicht aufgeklärten Verbrechen und Vergehen anderer Straftaten ist. Laufen in der Bundesrepublik 74 Prozent aller Mörder frei herum, weil sie nicht gefasst werden können? Da* ist nicht anzunehmen. Es dürfte interessant sein, die Informationen über das Jahr 1967 zu erfahren, um feststellen zu können, welche Wirkung die anti isratisehe Hetze gewisser Kreise — mögen sie auch noch so klein und unbedeutend sein, — gehabt hat. Die statistischen Erhebun gen und Analysen über den Rechtsradikalismus sind anerkennenswert, wenn man auch den Interpret Mionen, die vom Bundesinnenministerium gegeben werden nicht immer zu folgen vermag. Bedenklich bleibt die seit Jahren gerügte, wenig erfolgreiche Arbeit der zuständigen Behö-den, insbesondere der Polizei und Kriminalpolizei bei der Aufklärung der Straftaten und die durch nichts erwiesene Ab- LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece loe Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 19 jzq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: 8 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500,— jährl. Wälzung der Verantwortung auf Kinder und Jugendliche, durch die nur die mangelnde Erziehung auf moralischem und staatsbürgerlichem Gebiet zu Tage tritt. Wenn man auf der anderen Seite berücksicht' gt, dass noch viele ehemalige NS-Pädagogen am Werke sind, dass viele Mitglieder der Polizeistellen ehemalige SS-Chargen innehatten oder Kriminalräte des Dritten Reiches waren, so ist man geneigt, hier eine Verbindung zu suchen. Ob diese Hypothese richtig ist, können wir nicht beweisen. Widerlegt wurde sie bisher jedoch nicht. — CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW Jefe det Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Medicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E, URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernande« CUBA 2141 — T. E. 73 8782 ■. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmiento 3116 T. 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