Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2235 (15.9.1967)
- Date
- 1967-09-15
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9615794-9616105--4983-9616107- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 — Viernes, 15 (h ífpticml)« -de W67 / t) » 8 C 0 B WOCHENSCHAU AA* XXVIII. — N*. 2?96 Gegensaetze berühren sich (Schluss von Seite 1) henlos, mit jenen sich an einen Tisch setzte und jene mit allen Ehren eines St*a*sgastes überhäufte, die -bei sieh zu Hause die Kommunisten verfolgten. Die Demokraten machten diese „Politik“ mit. Die Amerikaner schickten auch dann, noch Waffen und Lehensmittel nach Aegypten — um bei diesem drastischem Beispiel zu bleiben, — als die diplomatischen Vertretungen vom „Volk“ — auf höheren Befehl — angegriffen wurden. Zweckmässigkeitsgesichtspunkte verdrängten alle Prinzipien, brachten die Moral zum Schweigen und verdeckten die Grundlagen der bürgerlichen Existenz in der demokratischen Weit. Dabei soll nicht der Unter schied zwischen dem Verhalten der einen und der anderen vergessen werden: Der Westen ging auf d:eses teuflische Spiel ein. aber er sank niemals auf dieses Niveau herab, indem er etwa die gleichen Mittel angewandt hätte. — III. Gleiche Reaktion Die Gleichförmigkeit der Denkkategorien, der Gefühlswelt und der politischen Reaktion, die zwischen den rechten wie den linken Extremen bestehen, traten mit Deutlichkeit wiederum nach dem Sieg Israels über die arabischen Länder zutage. Der Sachverhalt wird als bekannt vorausgesetzt. Russland, dem der Sieg Israels über seine (faschistischen; Verbündeten nicht ins politische Konzept passte, beschuldigte Israel wider besseres Wissen als Angreifer. Niemand wird annehmen können, dass Männer vom Intelligenzgrad eines Kosy- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 gin oder Gromyko nicht zu unterscheiden vermögen, von wem aus die Bedrohung im Mittleren Osten au^gegangen ist. Da aber für die sowjetische Politik aus vielen Grün -den die arabische Niederlage eine erhebliche Verminderung des kommunistischen Einflusses in einer weltpolitisch und weltwirtschaf'lich wichtigen Zone bedeutet, richtete sich die politische und diplomatische Aktion ausschliesslich ind mit voller Wucht gegen Israel. Dass verschiedene Satellitenstaaten den sowjetischen Kurs nur zögernd mitmachten. ist bekannt Diese Länder hegen durchaus keine sonderlichen Sympathien für ' Israel, aber sie haben sich trotz ihrer kommunistischen Linie noch ein Gefühl für Recht und Gerechtigkeit erhalten. Sie empfanden die Anschuldigung gegen Is*ael als Angreifer unter den gegebenen Umständen und in Anbetracht der aller Welt sichtbaren Tatsachen für ein Unrecht. Sie folgten schliesslich in ihrer Mehrheit dem Zwang, der vom Kreml ausgeübt wurde, dessen Feindschaft man vermeiden wollte, zumal es sich nicht um eine Lebensfrage für die betroffenen Länder gehandelt hat. — Nach unbestätigten Infor mationen soll sogar im Ober sten Sowjet nicht Einstimmigkeit darüber herrschen, ob die bisher eingeschlagene politische Linie gegenüber Israel die richtige ist. Hierbei muss man berücksichtigen, dass die OeffentlichkeP von den internen Auseinandersetzungen in Moskau bisher niemals etwas erfahren hat, bevor nicht irgendwelche „Reinigungsaktionen“ oder sonstige Ümdisposiiionen bekannt wurden. Jedenfalls soll es eine .harte“ und eine weniger harte Linie geben. Dass in den 0-.tblock-Tändern gewisse Widerstände gegen die offizielle Israel- Politik vorhanden ist, wurde aus vereinzelten Meinungsäusserungen mutiger Intellektueller evident. — Man findet die selbe Reaktion. die in der russischen Haltung gegen Israel ihren Ausdruck findet, auch bei den braunen oder ehemals braunen Faschisten. In diesem Zusammenhang sei nur auf das viel diskutierte Beispiel der National- und Sol- REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. I*. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kaut odei Verkaut von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRRET DE! PIN'O 2262 T. E. 73-7887 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 datenzeitung verwiesen, das hier nicht mit Einzelhe:‘en aufgeführt werden muss. IV Kn Einwand Man könnte den Einwand erheben, der französische Präsident, General Charies de Gaulle, bi« zum letzten Krieg zwischen Israel und den Araberländern ein treuer Freuno Israels, habe die gleiche Reaktion bewiesen, die man sonst nur bei Kommunisten und Faschisten beobachtet hat. Dieses Argument liegt nahe, und man muss eich mit Jiesem Fall auseinandersetzen. Uebrigens sei besonders betont, dass die Haltung de Gaulles in dieser Frage auf den schärfsten Widerepruch weitester Kreise in Frankreich gestossen ist, sodass sich die Festlegung de G'iulles in diesem Punkt beinahe zu e<ner Kabinetts-Frage entwickelt hätte. Charles de Gaulle ist weder über Nacht zum Antisemiten noch zum Hasser Israels geworden. Er fühlte sich übergangen Der General ist kein nüchterner Poli tiker. Er witterte eine neue Chance, seinen, von ihm gehassten Verbündeten einen neuen Streich zu spielen oder eine neue Schlappe beizu bringen. Alte Seatiment6 aus der Zeit des Zweiten Krie ges. in dem die Amerikaner den General mit äusserster Skepsis betrachteten, wurden bis heute von dem Affektmenschen de Gaulle nicht überwunden und nicht ergessen. Er will nicht im amerikanischen Schlepptau segeln. Er sucht Unabhängigkeit. Seine Absage an die NATO, seine Weigerung, die Engländer an der EWG zu beteiligen und dadurch den Platz Frankreichs als europäische Macht Nr. 1 zu gefährden, liegen auf der gleichen Linie, eine selbständige, unabhängige und zwischen den Blöcken manöv rierende Politik zu führen Nur so kann de Gaulle und mit ihm Frankreich eine do minierende Rolle spielen. Jede Annäher: ng an Moskau verstärkt die Position Frankreichs gegenüber den USA. Auf unbedingt tr^ue Bundesgenossen pflegt man keine Rücksich*igen zu nehmen. Hierin liegt Israels Schwäche gegenüber den Amerikanern, die sich in jedem Fall der Haltung Israels gewiss sind, da Israel keine Wahl hat. De Gaulle w ill nicht unbedingt auf der amerikanischen Linie mar schieren. Deswegen geHen ausschliesslich Zweckmässigkeitserwägungen, ob de Gaulle mit den Amerikanern oder den Russen vorgeht Da Frankreich nur dann seinen Russische Kanonen Tel Aviv. — Sowjetische Kanonen, die israelische Soldaten im Sechs'agekrieg von den Aegyptern erbeuteten, wurden zum ersten Mal /on den Israelis in der /ergangeren Woche bei len Kampfhandlungen am Suezkanal eingesetz*. Mit diesen Kanonen wu-de die ägyptische Artillerie zum Schweigen gebracht, welche von der Stadt Ismalia aus die israelischen Positionen auf dem Ostufer des Kanals unter Beschuss nahm. (ITA) verlorenen Einf’uss im Mittleren Orient zur"ckgewinnen kann, wenn die amerikanibaren Konsequenzen S;nd auch nicht ersichtlich geworden. — Jedenfalls ändert der Sonderfall de Gaulle nichts an der Tateache, dass sich die rechten und linken Radikalismen — zu denen de Gaulle (bisher) nicht zu rechnen ist. — berühren. — ★ Im übrigen wirkt es durchaus überraschend wenn man vergleicht, wie die Linken und die Rechten schre’ben und reden. Die Terminologie und sonstigen Ausdrucksformen der Extremen wurden übrigens von de Gaulle im Fall Israel nicht übernommen, worin man bereits den Unterschied in der Haltung trotz des gleichen Endergebnisses der Anschuldigung gesehe Position schwächer! gen Israel erkennen kann JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - MazzotTaschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73 9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76.0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE?037 4" B 46-1716 und 48-2124 wird, hielt es de Gaulle für richtig, auch zu den Ansriägern Israels zu gehören. In den letzten Wochen hat de Gaulle auch andere Wege eingeschlagen, die beinahe die Formen eines internationalen Skandals annehmen. Er entwickelte sich zu einem greisen ^nfant terri ble. Ohne ersichtlichen Anlass schuf er Differenzen mit Kanada, weil dort ein Teil der Bevölkerung französischen Ursprungs ist. Seine Parole „Quebec den Quebekern“ ist ebenso absurd wie diejenige etwa ..Eisass den Elsässern“ auszugeben, weil dort erheblich': Bevöikerungsteile deutschen Herkommens sind. Was würde also de Gaulle sagen, wenn man seihen Spiess umdrehen wollte. Ob sich der General bei seinem letzten Besuch in Polen viele Freunde in dem ihm verbündeten Westdeutschland mit seinen Bemerkungen über Oberschlesien und Danzig gemacht hat, muss bezweifelt werden. De Gaulles verschiedene TIusarenritte gen Ctetland lassen an der Ernsthaftigkeit dieser politischen Vorstesse zweifeln. Irgendwelche gieif- Keine neue Teilung Jerusalems Rio de Janeiro. — Monse¬ ñor Goncalves, Generalsekretär der Nationalkonferenz des brasilianischen Episkopats, erklärte bei seiner Rückkehr von einem Besuch in Israel, dass Jerusalem niemals wieder geteilt werden dürfe Er sprach sich auc.i gegen eine Internationalisierung der Heiligen Stadt aus, da Israel den freien Zutritt der christlicnen Pilger zu den heiligen Stätten in Jerusalem, Nazareth, Bethlehem, Jericho, Hebron und allen anderen Wall fahrtsorten der Christen ga rantiert habe. Seine Erklärung wurde im „Jornal do Brasil“ publiziert Monseñor Goncalvez rühmte das Verhalten der israeli sehen Behörden und ihre hu manitäre Fürsorge für die Araber in den besetzten Gebieten. (ITA) Die Gleichartigkeit der Form und des Inhaltes zahlreicher, von der faschisti sehen wie der kommunistischen Presse veröffentlichter Artikel geht so weit, dass man schwer unterscheiden kann, von welcher Seite sie kommen. Nicht nur im ge meinsamen Paktieren oder in einem gleichartigen Vor gehen erkennt man die frappierende Berührung der Gegensätze, auch in ihren Wor ten. Phrasen, allgemeinen Redensarten und Beschuldigungen. Jedes Mittel iet LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. K. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. recht, das dem selben politischen Zweck dient. An dieser Grundkonstellation würde sich auch dann nichts ändern, wenn aus irgendwelchen Gründen ein Stellungswechsel eintreten sollte, was durchaus nicht auegeschlossen werden kann. Wenn auch die Politik die Kunst des Mög’ichen sein mag, zu einer Stabilisierung der Verhältnisse wird die Menschheit erst gelagen, wenn sie in ihrem Zusam menleben andere Grundsätze als diejenigen einer wechselnden Nützlichkeit oder Zweckmässigkeit anlegen wird. — MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE telef. VORANMELDUNG CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. Blumenfeki (Director) Jefe de) Servido de Ortopedia y Traumatología de) Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Medicas de Bueno* Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 - 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73 8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmiento 3116 J. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN L'PNIZKY ZAHNARZT ROENTG EN STRAHLEN — ZAHNZIEHEN — K1E- FEfcCHJKt RGIE — REGULIERUNG DER ZAHN- STELUNG — KIEFERORTHOPAEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorherigei Vereinbarung fOSE KERNANDE2 2518 LE. 76-8673 u. 73-0500 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HFT GÜERA 1915 — T. E. 58-4052 Dr. L. KLEIN - Médico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag. Dienstag, Mittwoch a Freitag von 15—19 CTh» Es wird gebeten, sieb vorbei telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542