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Jüdische Wochenschau · 1967-09-15 · 2235 (15.9.1967) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2235 (15.9.1967)
Date
1967-09-15
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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jüdische inoran PUEYRREOON 2190 — 1* izq. JûxjfemxinaDkAaelitcL T. E. 83 - 26 1 3 Año xxvin. BUENOS AIRES, VIERNES 15 DE SEPTIEMBRE DE 19*57 NT 2?35 Geheime Beschlüsse in Khartum Wie verlautet, sollen die letzten Zwischenfälle am Su ezkanal auf geheime Becblüsse zurückzuführen sein, die auf der Khartumer Gipfelkonferenz gefasst worden sind. Die arabischen Staatsmänner befürchten, ihre bisherige Politik und Taktik, die Dinge treiben zu lasten, könne nicht den erhofften Erfolg haben, da Israel sich anschickt, alle zur Verwaltung der im letzten Krieg besetzte« Gebiete erforderlichen Massnahmen zu ergreifen. Durch Aufsehen erregende Zwischenfälle, die entsprechend von der Propaganda aufgebauscht werden, soll die Diskussion über die Zukunft der besetzten Gebiete wieder aufgenommen werden. Wenn auch nicht die Möglichkeit besteht, die Richtigkeit dieser Kombinationen ku beweisen, da die Geheimbeschlüsse von Khartum der Oeffentlichkeit nicht übergeben worden sind, gibt es doch verschiedene Faktoren. die einen solchen Beschluss wahrscheinlich machen. Denn die Grossmächte haben mehrere Wochen hindurch zur Nahost-Problematik keine klare Stellung genommen. Man hat von allen Seiten die Tito-Reiise mit einer gewissen Skepsis aufgenommen. wobei es dahingestellt bleiben kann, ob die arabischen Länder selbst diesen Versuchen des jugoslawischen Diktators eine wirkliche Bedeutung beigesmessen haben. Jedenfalls haben die Russen nur schwach reagiert,, da sie Ti tos Unternehmungen stets mit Misstrauen betrachtet haben. Die Belgrader Wirt schaftskonferenz zur Hilfe für die Araber dürfte auch kaum etwas Positives gebracht haben, zumal die meisten kommunistischen Länder, Russland nich ausgenommen, mit erhebli Chen eigenen ökonomischen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Die reichen arabischen Länder, also die Oellieferanten des Westens wie Saudi Arabien. Libyen und Kuweit, erklärten in Khartum ganz offen, sie würden ihre Lieferungen wieder aufnehmen und dadurch ihre eigenen wirtschaftlichen Sorgen be heben. Zum Ausgleich für ihr Einverständnis mit die iem Vorgehen erhielten die armen arabischen Staaten eine Zusage auf Unters+üttung. Wie weit diese Hilfeeistung wirklich erfolgen vird, muss dahingestellt »leiben. Mit aller Wahricheinlichkeit werden jedoch lie Amerikaner wie bisher mmer einspringen. wenn nan ihnen irgendwelche una toch so zweifelhafte Verbrechen einer zumindest licht anti - amerikanischen ialtung machen wird. Kairo und Washington ha *en viele Jahre trotz ihres ffiziellen Spannungsverhält (isses eng zusammengear- »eitet. Die amerikanischen ilusionen waren eine ausreihende Bindung an die ägyptschen Perspektiven und für lié Hoffnung, die russische tonkurrenz schliesslich doch rieder ausschalten zu könteft. Wie weit eü heute noch lasser möglich sein wird eine bewährte Schaukefeoliik weiterzubetreiben hängt Weniger von ihm. oder von Washington, als vielmehr »an Moskau ab: von B. B. SAMUEL Sowohl Araber wie Amerikaner und deren westliche Verbündete suchen nach einer Möglichkeit, die seinerzeit abgebrochenen diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen. Der Libanon hat hierum bereits vor mehreren Wochen ersucht. Da die Amerikaner dieser libanesischen Fühlungnahme nicht ablehnend gegenüberstehen, dürfte mit einer alsbaldigen Regelung gerechnet werden, die dann als Auftakt zur weiteren Normalisierung auf dem Gebiet der diplomatischen Beziehungen der arabischen zur westlichen Welt angesehen werden muss Undurchsichtig ist die La ge in Syrien, wu es zu neuen Revolten oder Umbildungen der Regierung gekommen sein soll. Dass in Sy rien erhebliche Schwierigkeiten vorhanden sind, dürfte bereits die Tatsache beweisen, dass sich dieses Land an den letzten arabischen Konferenzen nicht beteiligt hat. Die syrische Entwicklung ist für Israel von grosser Bedeutung für eine künftige Friedensgestallung. Die Hoffnung auf eine vernünftige Regelung der Streitfragen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn wurde noch nicht aufgege ben. Inzwischen wurden von Israel weitere Geheimbefehle und andere Dokumente veröffentlicht, aus denen sich die systematische Planung des Ueberfalls auf Israel ergibt, der im letzten Augenblick durch den israelischen Gegenangriff aufgehaben werden konnte Aus allen diesen Dokumenten spricht ein abgrundtiefer Hass und der Willen, Israel zu vernichten und seine Bevölkerung auszumorden. Unter diesen Schriftstücken befindet sich ein Aufruf des Chefs der ägyptischen Polizei im Gazastreifen an alle seine Untergebenen, der vom 25. Mai 1967 datiert ist, in dem alle angespornt werden, alles dafür zu tun, damit ,.Israel ausgelöscht“ werde Polizeichef Generalleutnant Mamduh Shibly schrieb, der Augenblick sei für die zum Angriff bestimmten Truppen gekommen, sich siegreich auf den Feind zu ttürzen, um ,,die Existenz Israels zu eliminieren“. Dieses wie andere ähnliche Dokumente beweisen einmal mehr, dass die Aegynter den Ueberfall anf Israel bis in alle Einzelheiten vorbe eitet hatten, um einen neuen Völkermord zu begehen. Da insbesondere Aegypten sich nicht nicht nur in seiner inneren Struktur, sondern auch in seinen allgemeinen Methoden der bekannten fa schistischen Mittel bedient, bleibt es umso unverständlicher, dass ausgerechnet die kommunistischen Länder auch jetzt noch mit den Arabern gemeinsame Sache machen. WIE ICH ES SEHE * Gegensaetze berühren sich .von JEHVDA GOTTHEIMER Vorbemerkung Die zeitweise unsichtbare, aber immer vorhandene Kooperation zwischen den rechten und den linken Extre nen tritt nicht immer in Funktion, obwohl sie mit aller Wahrscheinlichkeit stets den gleichen politischen, hist »rischen und ökonomischen Bedingungen und Gesetzmässigkeiten unterworfen ist. Es gibt Zeiten, in denen die sich berührenden Gegensätze hart aufeinanderprallen, um den „Endkampf“ auszutragen, bei dem Millionen Menschen auf der Strecke bleiben, die Entscheidung aber niemals fällt. Dem oberflächlichen Betrachter wird nicht bewusst, dass die extremen Bewegungen letztlich doch den gleichen Gesetzen gehorchen. Die moralischen — oder besser gesagt: die nicht-moralischen — Voraussetzungen für die Entstehung und Ausbreitung radikal - extremer Gruppenbildungen sind oftmals oder stets die selben, wie sich auch die wirtschaftlichen, soziale«, soziologischen und in deren Folge die psychologischen (genauer: psycholQgisch pathologi sehen) Bedingungen ähneln. Da es sich hierbei um ge schichtliche Situationen han delt, kann man nicht mit mathematischer Exaktheit Vergleiche ziehen oder Be weise liefern. Dass dennoch Gesetze walten, die da;, ge sellschaftliche Leben der Menschen und ihrer Gemeinschaftsformen wie Staat und Kommune bestimmen, dürfte nicht mehr abgestritten werden. Um das klarste Beispiel anzuwenden, steht es ausser Frage, dass der Kommunis mus nur dort gedeihen und sich entfalten kann, wo Unruhe aus irgendwelchen Gründen herrscht. Unterdrückung, gesellschaftliche Benachteiligung, wirtschaftliche Sorgen und Schwierigkeiten, politische oder nationale Deklassierung, Entzug oder Vorbehalt von Rechten bilden das schwankende Fundament für die Entfaltung kommunistischer Umtriebe wie sie auch den Sumpfboden jeder braunen schwarzen oder sonstig farbigen Diktatur abgeben. II. Beispiele In der Weimarer Repub'ik bekämpften sich die Roten und die Braunen mit dem Fanatismus, der die extre REPRESSALIEN IM GAZASTREIFEN . New York. — Die „Times“ informierte aus Tel Aviv, dass laut Mitteilungen eines glaubwürdigen Gewährsmannes vier Häuser in Chabalia im Gazastreifen von israelischen Besatzungstruppen gesprengt wurden, nachdem ein Reserveleutnant auf einem Patrouillengang durch die Explosion einer Mine getötet worden war. Vier israelische Soldaten trugen bei dieser Explosion Verwundungen davon. Die Militärregierung befolgt die Politik, Häuser zu demolieren, in denen sich Saboteure verbergen <>der Waffen versteckt sind. Etwa ein Dutzend Leute wur den in Chabalia verhaftet. Die Explosion ereignete sich auf einem Weg, welcher zur Hauptstrasse nach Gaza führt. Polizeistreifen entdeckten die Spuren von vier Männern, die sie bis Chabalia verfolgten einem Dorf mit einem Flüchtlingslager, das von 20 000 Ara bern bewohnt ist. (ITA) men Bewegungen oder Par teien kennzeichnet nicht nur in der Theorie oder in der Diskussion, nicht nur in ihrer Presse und bei ih^en Versammlungen sondern auch auf der Strasse und im Hinterhalt, mit Messern und Revolvern, mit allen Möglichkeiten und den vielen Mitteln, die ihnen zur Verfü gung standen. Das erste Mal schrak die Oeffentlichkeit aus ihren Illusionen auf, als die Nazis und die Kommunisten in Berlin einen gemeinsamen Streik proklamierten und durchführten. Die Unversöhnlichen, die sich nicht nur mit verbalen Waffen unerbittlich gegenüberstanden, mussten doch vorher Kontakte gehabt haben, um zu dieser Streikvereinbarung zu gelangen. Als dann die einen (die Nazis) an die Macht kamen, liquidierten sie mit den auch bisher geübten jedenfalls aber immer angekündigten Mitteln die anderen (die Kommunisten), wobei es keinem Zweifel unterliegt, dass es umgekehrt genau so oder recht ähnlich ausgesehen hätte. Nur die Nichtradikalen, die demokratischen una „bürgerlichen“ Parteien räumten ihren politischen Gegnern wie I allen Andersdenkenden bi; | zur Selbstaufgabe das Recht der freien Entfaltung ihrer Kräfte ein. Kein Faschismus auch nicht der rote, ist hierzu bereit. Der Hitler-Stalin Pakt übertrug die innenpolitische Erfahrung auf das internationale Gebiet. Was niemand zu glauben bereit war — weil man nicht scharf analysierte und nicht wahrhaben wol’te, was nicht geschehen sollte, — wurde über Nacht Wirk lichkeit. Wieder kooperierten die rechten und die linken Extremen so lange zusam men, bis der eine Hitler) seine Stunde für gekommen hielt, um den anderen (Stalin) zu vernichten — Dann kam eine Zeit, in Schriftsteller wehten sich von' ARIE ASHKENAS Die befohlene Pressehetze gegen Israel ln den ose* europäischen Ländern ist aui eine« spürbaren Widerstand gestossen. Nicht alle Journalisten und Autoren haben stell bedingungslos in den Dienst ihrer kommunistischen Her» ren gestellt, wie man das aus früheren Zeiten und Kan»« pagnen gewohnt war. Man braucht nur an die Schaupro** 1 zesse zu denken, die von den Sowjets in Russland und ei* nigen Satellitenländern durchgeführt worden sind and die von der Presse durch aufwühlende, verleumderische und die Tatsachen entstellende Artikel vorbereitet und begler tet wurden. In unrühmlicher Erinnerung dürfte noch der Slansky-Prozess sein, der nicht nur jeden erschrecke» und warnen sollte, irgendwelche Pläne oder gar Schritt» gegen die Moskauer Zentrale zu unternehmen, der v'eH mehr gleichzeitig auch die antijüdischen Gefühle zu pro* vozieren und die Juden als Gesamtheit anzuprangern bo* zweckte. Den Moskauer Kurs machten die osteuropäischen Sa-* telliten diesmal — nach dem israelischen Si?g — nur zögernd mit, beugten sich jedoch schliesslich alle mit der Ausnahme Rumäniens den Anweisungen des Kreml. Das» sich aber Schriftsteller gegen die offizielle Haltung ihrer Regierung aufbäumen würden, hatte niemand erwartet. Da war zunächst der Fall des tschechischen Autors Ladislav Mnacko, dessen Bücher sehr hohe Auflager, erlebt haben. Er veröffentlichte — allerdings im Ausland — einen Aufruf in der Frankfurter „Allgemeinen Zeitung“, ic« er in Anlehnung an Tolstois berühmtes Manifest „Ich kann nicht schweigen“ betitelte. Mit scharfen Worten wandte sich Mnacko gegen die anti israelische Stellungnahme der tschechischen Regierung, weil diese Politik gegen ein ganzes Volk gerichtet sei, das vernichtet werden soll Der berühmte Schriftsteller hob die bekannten Argument« hervor, aus denen sich die ungerechte Position des gan« zen Ostblocks ergibt, der aus politischen Gründen die Arabersache in Schutz nimmt, ohne auf den wahren Sachverhalt Rücksicht zu nehmen. „Warum muss die Tschechoslowakei die arabischen faschistischen Abenteurer unterstützen?“ fragte Mnacko. Sein Land leide an einer moralischen Krise, die es zu überwinden gilt. Dass noch viele andere tschechische Schriftsteller und Intellektuelle von den gleichen Gedanken bewegt werden, ergab sich aus einer Kundgebung, die vom Schriftstellerverband bereits unmittelbar nach den Ereignissen veröffentlicht worden ist. Dass auch in Ostdeutschland einige bekannte Autoren ihren Missmut mit der offiziellen kommunistischen Politik gegen Israel zum Ausdruck gebracht haben wurde bereits vor einiger Zeit bekannt. Zu ihnen gehört der heute über 80 Jahre alte Arnold Zweig, wohl einer der wenigen Dichter und Schriftsteller aus den „guten zwanziger Jahren“ von internationalem Format, die noch leben. Arnold Zweig hatte seinerzeit Zuflucht in Haifa vor den NS-Verfolgungen gesucht, das er aber nach dem Krieg verliess, um sich erneut in Berlin niederzulassen, wo er von den kommunistischen Behörden zu höchsten Ehren gebracht wurde. Nachdem aber jetzt die ostdeutsche Regierung den kommunistischen Kurs gegen Israel bedenkenlos mitmachte, sträubte sich Zweig gegen eine solche Haltung: „Ich habe mich geweigert, die von den Behörden ur.ter stützte Kampagne zur Vernichtung Israels mitzumacnen» weil sie identisch ist mit der Politik des Völkermords und der Ausrottung der Juden durch das Nazireich.“ — Wer die Schwierigkeiten der Lebensverhältnisse unter dem kommunistischen Joch kennt, weiss welcher Mut und welche Bekenntnisbereitschaft dazu gehoben, sich gegen den Strom zu stemmen. Vielleicht darf man in diesem Vorbild auch einen Hoffnungsstreifen für eine neue Generation erblicken, die aus der Treue und Liebe zur Wahrheit der Alten den Weg der Jungen zur Freiheit suchen und erkennen wird. —• welcher der braune und schwarze Faschismus ausgeschaltet war, weil er von den demokratischen (und den kommunistischen) Mächten zu Boden geworfen wurde. Die Nachkriegsperiode wird bis heute noch stärker als andere geschichtliche Zeitabschnitte von utilitar'stischen Beweggründen beherrscht. Die Zweckmässigkeit des Augenblicks nicht eine auf lange Sicht vo bereitete, ' von ideologischen Gesichtspunkten beherrschte Politik entscheidet über die Haltung einer Regierung, eines Landes, eines Blocks oder der ganzen Völkergemeinschaft (UN). Deshalb konnten die USA bedenkenlos mit Franco-Spanien ein Bündnis schließen oder die Sowjetunion mit den arabischen Diktaturen verhandeln und paktieren. Die IV. internationale war noch die Zusammenfassung Gleichgesinnter, aber die Aussenpolitik der gleichen Internationale suchte die, Kooperation mit jedem, der hierzu bereit war. ohne Gesinnung oder Ueberzeugung, politische Auffassung, Glauben und Hoffen des Partr er« zu überprüfen Dass die Kommunisten in Aegyoten von der Nasser-Regierung in Konzentrationslagern eir»gesperrt waren, interessierte den Kreml nicht, der bedeu- (Sohluss auf Seite 2> Keine neue Teilung Jerusalems UN. — Generalsekretär U Thant teilte dem Sicherheitsrat mit. dass Israel es ablehnt, die Wiedervereinigung der S adt Jerusalem rückgängig zu machen oder über diese Frage auch nur zu verhandeln. Der Bericht U Thants stützt sich auf die Mitteilungen seines ¡persönlichen Abgesandten, des schweizer Diplomaten Ernest A Thalm>nn, der währnd eines zweiwöchigen Aufenthaltes in Jerusalem feststellte, dass „Israel alle Massnahmen zur Verwaltung der Teile der Stadt trifft, welche vor dem Juni 1967 nicht unter israelischer Oberhoheit standen.“ In dem von U Thant vorgelegten Dokument, übet das auch die bevorste hende Generalversammlung beraten dürfte, wird erwähnt, dass der Stadtrat der Altstadt dtreh eine neue Körpersenaft ersetzt wurde und 170 arabische Beamte wieder eingestellt worden sein sollen. Aus israelischen Quel len verlautete, dass len Mitgliedern des arabischen Stadtrates' anheimgestellt wurde ihre Wiederverwendung zu beantragen. Dieses Angebot wurde jedoch nicht ak zeptiert.

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