Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2234 (8.9.1967)
- Date
- 1967-09-08
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vleme», 8 de Septiembre de 1967 i, A SEMANA ISRAELITA Am» XXVIII, Nr 2234 — S Die Lage in Mittelost HARDI SWARSENSKY: Jerusalem. ■— Man er war tet, dass Israel erneut seine Bereitschaft bekunden wird, mit den arabischen Staaten über die Lösung aller Aspekte des Mittelostkonflikts zu verhandeln. Die Vorschläge Is ráele zum wirtschaftlichen Fortschritt, insbesondere die Projekte für Bewässerung und Verbindungen, würden ivon der Weltbank und auch aus privaten Quellen finanjiert werden. Wie in Jerusalem verlautete, dürfte eine wichtige Massnahme im Rahmen dieser israelischen Friedensoffensive in der UN-Generalversammlung am 19 September enthüllt werden Man nimmt an dass Israel einen lateinamerikanischen Resolutions - Vorschlag, über den sich verschiedene südamerikanisohe Länder geei- | nigt haben, seinerseits unterstützen wird. In offiziellen Kreisen verweist man auch mit Genugtuung auf die kürzliche Erklärung des USA-Botschafters vor den UN, Arthur Goldberg, dass die Vereinigten Staaten ihre Politik im Mittelosten weiter nach den fünf Punkten des von Präsident Johnson aufgestellten Plans ausrichten, der u.a die Unabhängigkeit aller Nationen in diesem Raum und ihr Recht auf freie Benutzung der Wasserwege gefordert hat. Zu dem viel besprochenen Plan des jugoslawischen Präsidenten Tito äusserte ein Sprecher des Aussenministelitims, dass dieser „nichts anderes als ein neuer Versuch «ei, mit anderen Worten die gleiche Resolution zu präsentieren, die Jugoslawien in der Ausserordentlichen UN-Genelalversammflung im Juni vorlegte, und die abgewiesen wurde." „Israel“, so fuhr der Sprecher fort, „ist im allgemeinen gegen jedweden Vermittlungsversuch von Dritten, weil es glaubt, dass nützliche Verhandlungen nur direkt «wischen den in den Konflikt verwickelten Parteien geführt wenden können.“ Nach An- 'TScht hiesiger Beobachter hegt CAIA POPULAR DE BELGRANO fOOPERATÍVA ®f CREDÍTO LTDA. DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA <CASA central- AMEN ABAR 2963 «CENCIA N° 1; ‘Cabildo 3102 esq ibera «CENCIA N° i Corrientes 2294 p. 1« «sq. PASTEUR Horario; de 12 a 16 Hs. {nscripcidn «ft tramite <jn él *e|i slio de Entidades Financieras! He bancaitas del Banco Central CAPÍTAl REALIZADO ACTUAL J 200.000.000.-. ein noch wichtigerer Grund für Israels ablehnende Haltung gegen den Plan Titos in der darin enthaltenen Forderung, dass die Israelische Armee die heute besetzten Gebiete räumen solle, noch bevor Israel Garantien gegen neue arabische Angriffe be sitzt und ohne dass die Araber auch nur den Willen bekunden, Israel anzuerkennen und sein Recht auf Existenz zuzugeben. EINE STIMME AUS ENGLAND New' York. — Die ..New York Times“ publizierte einen Artikel von Anthony Eden, der sich zu der Möglichkeit äussert, zu einer Lösung der Krise im Mittelosten zu gelangen. Eden schreibt u. a.: „In diesem Sommer waren wir Zeugen des kurzen Krieges zwischen Israel und den Arabern. Niomard kann bezweifeln, dass die Sperrung des Golfes von Akaba und der Meerenge von Tiran diesen Krieg unvermeidlich auslösten, der mit dem dramatischen Sieg Israels endete. Es ist wohlbekannt, dass die USA, Grossbritannien, Frank reich und andere seefahrende Nationen sich verpflichtet hatten, die Wasserstrassen für den Handel aller Völker offen zu halten... „Jetzt, nach den Kämpfen, bietet sich eine neue Mög lichkeit zu einem Abkommen im Mittelosten. Diesmal Ist das Ziel der dauerhafte Frieden in diesem Raum. Dies bedeutet das Ende der Epoche der Kriege, die Freiheit der Schiffahrt, die Botschaft zu leben und lebten zu lassen, die Regelung der Grenzen und den ernsten Versuch, das Problem der Flüchtlinge zu lösen. „All dies erfordert Zeit doch es ist kein Ding der Unmöglichkeit. Israel schritt nur zur militärischen Aktion, um sein Lebensrecht zu verteidigen. Israel will keinen arabischen Nachbarstaat zerstören, doch es verlangt die Beendigung des Kriegszustandes, denn ohne gegenseitige Duldung oder gar Zusammenarbeit kann es keinen dauerhaften Frieden geben. „Jetzt wäre es an der Zeit, dass die Weltbank zu arbeiten beginnt. Pläne für Be- Wässerung, Verbindungen, gemeinsame Ausbeute der natürlichen Bodenschätze könnten dieses Gebiet verändern, den Lebensstandard seiner Bewohner heben und der Weg öffnen, um das Problem der Flüchtlinge durch Arbeit anstatt durch Almosen zu lösen. Doch damit all dies und noch viel mehr möglich ist, muss eine Bedingung erfüllt sein.d. h. der Kriegszustand muss auihören. „Diese Forderung ist aus technischen und politischen Gründen unabwendbar. Das Problem der Flüchtlinge ist ein wichtiges Beispiel, denn diese humanitäre Frage wurde leider Jahre hindurch als politische Waffe ausgenutzt. Mit dem besten Willen wird ihre Lösung eine lange Zeit beanspruchen, jedoch solange sie politischen Zwecken nutzbar gemacht wird, kann es keinen wahren Fortschritt geben. Wenn aber andererseits der Krieg und die hieraus resultierenden Zustände ausgeschaltet sind, dann könnte die finanzielle Hilfe wirksam und rasch einsetzen. Das internationale Bemühen und die individuelle Förderung könnten dann mit Hoffnung auf Erfolg zuiamenwirken und vorteilhafte Ergebnisse für die Flüchtlinge und die ganze Bevölkerung erzielen." SCHUESSE AM SUEZKANAL Jerusalem. — Laut israelischen Meldungen griffen die Aegypter die israelischen Besatzungstruppen im Hafen von Tewfik am Suezkanal mit Kanonen- und Maschir.engew'ehrfeuer an. Dies geschah am Dienstag um 12 Uhr 45. Die Israelis erwiderten das Feuer. Der Schusswechsel dauerte über sechs Stunden. Elin israelisches Communiqué berichtet, dass ein ägyptisches Torpedoboot versenkt wurde und die Israelis einen Toten und drei Verwundete zu beklagen hatten. DIE AEGYPTISCHE VERSION Kairo. — Der ägyptische Staatsrundfunk verbreitete ein offizielles Communiqué, in dem es hiess, dass „der Feind mit einem bewaffneten Schiff, einem Fischerboot und einem Transportdampfer den Suezkanal zu befahren versuchte.“ Als die israelischen Schiffe trotz Warnungsschüssen auf ihrem Vorhaben beharrten, „eröffnete die ägyptische Artillerie das Feuer, wobei der israelische Transportdampfer getroffen wurde, Walther Rathenau (LEBEN, WERK UND WOLLEN) Juden in Karpatorussland (12. Fortsetzung und Schluss) Berühmt geworden ist ein Gespräch, das Einstein und Kurt Blumenfeld. Lehrmeister der jungen zionistischen Generation in Deutschland der Jahre zwischen den beiden Weltkriegen, mit Walther Rathenau einig« Wochen vor dessen Ermordung geführt haben. Blumenfeld hat hierüber in seinem Erinnerungsbuch „Erlebte Judenfrage“, erschienen 1962 in der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart, einen genauen Bericht geschrieben, der einen tiefen Einblick in die tragisch-einzigartige, zerrissene Denkweise Rathenaus vermittelt, dessen dialektische Gewandtheit selbst einem Meister der Diskussion und des geistigen Gesprächs vom Range eines Blumenfeld überlegen war. Blumenfeld hatte den Versuch gemacht, den vor ihm kein Geringerer als Theodor Herzl erfolglos unternommen hatte, Rathenau für den Zionismus zu gewinnen. Es ist eine, wenn auch nicht bekannte Tatsache, dass Ratten au vor der Uebernahme seines ersten Ministeramtes in der Weimarer Republik plante, eine Reise nach Palästina zu unter, nehmen, da er es für richtig hielt, „gelegentlich ein eigenes Urteil zu bilden". Um diese Zeit hatte Rathenau auch bei einem Palästinenser hebräischen Unterricht genommen. im Gespräch mit Einstein und Blumenfeld wich Rathenau immer wieder aus. Einstein fragte ihn, was er damit bezwecke, so häufig das Thema zu wechseln „Ich bin“, so erwiderte Rathenau, „in dieser Unterhaltung nur ein .advocatus diaboli’, mich interessiert es, die zionistische Sache unter verschiedenen Aspekten zu sehen". Nach diesem Gespräch sagte Einstein zu Biumenfeld: „Es war interessant zu beobachten, wie sehr Rathenau an dieser Unterhaltung persönlich beteiligt war... “ und Blumenfeld bemerkte: „Ja, aber der Mensch Rathenau kann nie gewonnen werden.“ Unermüdlich hatte sich Rathenau Jahrzehnte hindurch um die volle Anerkennung der Juden als Deutsche bemüht. Auf der Höhe seines Lebens konnte er nicht mehr umkehren, obwohl er selbst mit der ihm eigenen geistigen Klarheit die Fehlerhaftigkeit vieler seiner Anschauungen erkannt haben muss. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg hatte Rathenau geschrieben: „Noch ehe ein Jahrzehnt vergeht, wird der letzte Schritt zur Emanzipation der Juden geschehen sein.“ Er selbst hatte noch miterleben müssen, wie nach dem Frieden von Versailles und der Errichtung der Republik die antisemitische Bewegung wuchs, bis sie ihn als einen der ersten deutschen Juden, als den Mann, der diese deutsch.jüdische Symbiose repräsent’er- 1«, durch feigen Mord verschlang Das v.ar der Anfang vom Ende eines jüdischen Lebens auf deutschem Boden, worüber ur.s auch die späten Ausläufer nicht hinwegtäuschen können. Rathenaus gewaltsamer Tod hat das Rätsel seines Lebens nicht geklärt und die Widersprüche seines Lebens nicht gelöst. Rathenau war nicht nur der Mann, der trotz seines Bekenntnisses zum Judesein die höchsten Stufen bürgerlicher Erfolge in einer ihm stets feindlichen Atmosphäre im kaiserlichen und dann im republikanischen Deutschland erklommen hat. Er war auch in mancher Hinsicht ein mutiger Revolutionär, der inmitten einer konser. vativen Wirtschaftsstruktur, die ihn selbst za einem der grössten Wirtsch&ftskapitäne seiner Zeit gemacht hatte für einen Staatssozialismus würden wir heute sagen, geplant und geebnet hat, einen Weg, der zur Befriedung der Gesellschaft durch Ueberwindung der Klassengegensätze ohne Kampf, ohne Blut, ohne Barrikaden führen sollte, und den er in mancher Hinsicht vorbereitet hat. Für uns aber ist er zum Symbol einer versunkenen Zeit geworden, zum Träger eines grossen historischen Irrtums, dem er sich trotz seiner überragenden geistigen und menschlichen Eigenschaften nicht entziehen konnte. Sein Leben war dennoch beispielhaft durch die Suche nach Erkenntnis und durch sein Streben nach einem echten Humanismus. Sein Lebensweg wird durch seine Sehnsucht nach einem Frieden für alle Völker und durch eine niemals versiegende Hoffnung auf eine bessere und gerechtere Zukunft für alle Menschen gekennzeichnet Rathenau war ein mutiger Mann, der nicht nachgab, als ihm deutlich und bewusst wurde, dass er für seine Gesinnung mit dem Leben zahlen müsse, mit seinem Leben, das von seinen Gegnern offen und schamlos gefordert worden ist. Von seiner historischen Mission überzeugt, ging er diesen seinen Weg als „Deutscher und Jude" mit Würde und Gradlinigkeit in Treue zu seinen Idealen bis zu dem Augenblick, da ihn die Kugeln seiner Mörder niederstreckten. Mit ihm wurde nicht nur eine grosse, ü Der ragende Persönlichkeit zu Grabe getragen sondern auch die Hoffnungen eines grossen Teiles der deutschen Judenheit, dass sich Rathenaus Träume von der Symbiose zwischen Deutschtum und Judentum jemals verwirklichen könnten. In dem vormals tcchechoslowakischen Landbezirk Karpatorussland, in dem es eine grosse jüdische Massensiedlung gab, leben jetzt noch zirka 2.500 Juden, in etwa zehn Orten, darunter in Munkacz 500 und in Ungvar etwa 500. Es handelt sich um die Reste einer streng orthodoxen, meist chassidischen Bevölkerung, die jetzt aber gezwungen sind, an den jüdischen Feiertagen zu arbeiten. Die Juden, meist über 50 Jahre alt, sind vornehmlich als Handwerker und Gewer betreibende in den Genossenschaften als Schneider Schu- CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR d calzado legítimo de espuma de goma ster, Bäcker etc. organisiert Früher waren sie auch Kleinhändler. In Munkacz wurde eine Synagoge unter dem Vorwand geschlossen, dass dort Devisengeschäfte durchgeführt worden seien. Die Synagoge in Ungvar, auf deren Dach der Davidstern noch sichtbar ist, wurde in ein Museum umgewandelt. Einmal kam eine Amateurgruppe aus Czernowitz und gab einige Vorstellungen. Die Jugend besucht das Gymnasium und hält soweit es unter diesen Umständen möglich ist, an der religiösen Tradition fest. Da die Bezahlung nach Arbeitsnormen erfolgt, die von beruflich nur notdürftig angelernten Leuten nicht erreicht werden können, ist die Wirtschaftslage vieler Familien nicht gut. Die ältere Generation kann weder russisch noch ukrainisch und liest daher auch keine Zeitungen. Eine Verbindung mit Juden anderer Länder besteht nicht, ausser wenn gelegentlich einmal ein Tourist kommt, um seine ehemalige Heimat zu besuchen. der sich von den anderen Schiffen begleitet nach Süden zurückzog.“ Das Communiqué meldete ferner, dass israelische Artillerie und Tankeinheiteîin der Gegen der beiden am Südzipfel des Suezkanals gelegenen Häfen Tewfik und Gazira Schüssen abgaben. „Als aber unsere Truppen zum Gegenangriff schritten“, heisst es weiter, „versuchten feindliche Flugzeuge einzugreifen die jedoch von unseren Jagdflugzeugen auf gehalten wurden und sich durch Flucht dem Kampf entzogen.‘ KAIRO KLAGT ISRAEL AN Kairo. — Aegypten beschuldigte Israel, ausländische Schiffe, sowie ein Hospital und Zivilgebäude bei dem Gefecht am Suezkanal bombardiert zu haben. Ein Militärsprecher teilte mit, dass 8 ägyptische Zivilisten getötet und 35 verwundet wurden, und behauptete im weiteren, ein griechisches und ein indisches Schiff seien während der Kampfhandlungen von israelischen Geschossen getroffen worden. UN VERFUEGT WAFFENRUHE Die Aufforderung der UN, das Feuer einzustellen, wurde nach mehrstündigem Kampf befolgt. Beobachter in Kairo meinen, es könne sich bei diesem letzten Zwischenfall um einen anscheinenden Versuch Israels handeln, die Reaktion der Aegypter auf die Anwesenheit „feindlicher“ Schiffe in den Kanalgewässern zu erproben. Eis war der erste Schusswechsel, seit es dem UN-Schlichter Odd Bull gelang, am 27. Juli von Israel und Aegypten die Zusicherung zu erhalten, dass beide Länder den Kanal nicht befahren würden. Diese Abmachung war auf einen Monat befristet, wurde jedoch später „bis auf Widerruf" verlängert. SCHUSSWECHSEL AM JORDANUFER Jerusalem. — Trarsjoröanische und israelische Truppen wechselten Schüsse aus Mörsern und Maschinengewehren längs der Feuereinstellungs-Linie unweit der über den Jordanfluss führenden AUenby-Brücke. Israel und Transjoidanien teilten mit, dass sie Verluste zu beklagen haben. Beide Gegner warfen sich gegenseitig (Schluss auf Seite 8) Fiambres Finos “FRIG UIN CIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA