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Jüdische Wochenschau · 1967-09-08 · 2234 (8.9.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2234 (8.9.1967)
Date
1967-09-08
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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£ — VitnMt. i de Septiembre de 1967 JODIAlll ROCIINICIIS At* XXVIII — N* 2X34 Brücke zwischen West und Ost J <3chlus6 von Seite 1) ftlngs. Dennoch blieb China iiir die meisten nicht nur ein Land mit tausend versicgel ten Geheimnissen, sondern Uninteressant, weil es doch wo weit entfernt liegt. Die Vielen Berichte über die inteereji Machtkämpfe beruhigten das Gewisser vieler, weil Sie aus diesen Vorgängen schliessen au können glaubten, dass die chinesische Gefahr vorbei oder nicht erheblich sei. Die theoretische Klassifizierung der von Mao geprägten Ideologischen Linie des Komrnunismus muss hier ausser Betracht bleiben Schon 1946 {tagte seine Gegner von ihm- ,,Maoe grosse Leistung war, den Marxismus aus einer europäischen in eine asiatische Form verwandelt zu haben...'* Auf dem Kongress der chinesischen Kommunisten wurde tun 12. 8. 1966 ein Communi guö herausgegeben, das in der Zeitschrift O6t-Europa abgedruefct war und lautete: ,,Gehosse Mao Tse-tung ist der grösste Marxist Leninist unserer Zeit. Genosse Mao Tsetung hat den Marxismus-Leninismus in genialer Weise schöpferisch und allseitig übernommen, verteidigt und •weiterentwickelt und somit den Marxismus - Leninismus auf eine völlig neue Stufe gehoben. Die Lehre Mao Tsetungs ist der Marxismus-Leninismus in der Zeit, in der der Imperialismus seinem allseitigen Zerfall und der Sozialismus seinem weltweiten Sieg entgegengeht “. Mao hat die , .westlichen Schablonen“' überwunden und seiner Lehre die erforderlichen chinesischen Merkmale beigefügt, die den „Maois-!mus“ zu einer neuen, eigenen, man könnte sagen, chinesisch-bodenständigen Idee des Kommunismus gemacht hat. Mao betont immer das Eigene, das bedeutet auch das Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nach». 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PROPIEDADES FRANKENBERG g. R. L. berät Sie kostenlos und anverbindlich beim Kauf oder Verkauf von geschaeften WOHNUNGEN HAEÜSEBN VIRREY DE1 PINO ¿262 T. E. 73-7887 j Unterschiedliche. Sein Sozia lismus, sein Marxismus-Leni. nismus. sein Kommunismus ist chinesisch, das bedeutet gleichzeitig; ist nicht identisch mit den Theorien, Auffassungen und Ideen Mos kaue. Wenn Mao fordert: ,.Wir müssen die westlichen Schablonen abtun, das leere und abstrakte Geschwätz soll abklingen. der Dogmatismus soll schweigen; sie sind durch ein frisches, lebendiges, echt chinesisches Wesen und Gebaren zu ersetzen..dann halten diese Gedanken sicherlich einer kritisch-analytischen Untersuchung nicht stand, weil wir ans in dieses ..echt chinesische Wesen und Gebaren“ nicht einfühlen können und auch nicht recht begreifen, was hierunter zu verstehen ist. Aber trotz unseres Unverständnisses und unserer Kritik drücken diese Worte den wahren Sachverhalt aus, sind also gleichermassen Tatsachen, die wir zur Kenntnis nehmen müssen. Ein Volk von 700 Millionen, das lange Jahrhunderte hindurch im Schatten der Ge schichte gelebt hat, dürfte einen Anspruch auf Eigenleben. Eigenexistenz und eigene Ideen haben, die von unserer westlichen Welt erkannt werden sollten. Die Bereitschaft zu solchem Verständnis ist nicht oder wenig vorhanden, weil man nur die äusseren Faktoren, die Macht ■ kämpfe, die Berichte über Hunger und Bruderkriege die Spannungen und die Drohungen zur Kenntnis zu nehmen bereit ist. Aus welchen historischen, wirtschaftlichen, soziologischen Gründen diese Bewegung hervorgerufen und getrieben wurde, übersieht man geflissentlich, sehr zum Schaden der westlichen Welt selbst, die noch immer wie in früheren Zeiten ganz im Bann ihrer eigenen kulturellen Schaffungen und Errungenschaften in einer, ein wenig eitlen Selbstgefälligkeit verharrt. Heute vertraut der Westen darauf, dass die Russen mit ihren früheren Verbündeten, den Chinesen, schon fertig werden, würden. Die Primitivität der westlichen Vorstellungswelt, um es einmal ebenso hart wie deutlich zu sagen, kann man jetzt beim englischen Vorgehen in Hong Kong beobachten, wo man glaubt, mithilfe von Staoheldraht ein „Land“ (gemeint Hong Kong) gegen das Vordringen des Roten Chinas Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - MazzotTaschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73 9155 verteidigen zu können. Man ist garnicht bereit die Denkkategorien der anderen zu berücksichtigen und glaubt, mit einer Hand voll britischer Tcwnhiys eine Position halten zu können, die unter allen Aspekten unhaltbar ist. Man mag diese Formulierung , .primitiv“ nennen, aber dass Hong Kong eher den Chinesen als den Engländerr gehört, dürfte schwer zu bestreiten sein. Der Westen begnügt sich aber mit der einfachen Formel, „die“ Kommunisten wollen die ganze Welt unter die rote Fahne und ihre Theorien zwingen; er übersieht, dass auch in der kommunistischen Welt die nationalen Bindungen stärker als die internationalen sind. Wenn die Oesterreicher das Recht haben, Tirol für sich zu reklamieren, ohne dass klare Erklärungen hierzu abgegeben werden, wenn man sogar das Treiben der „Palästina-Araber“, also der Repräsentanten einer nicht exi stenten Nation, duldet, mit welchem Recht setzt man sieh über die Formel hinweg, die etwa lauten könnte, Chi na den Chinesen? Dass man nicht nur in der östlichen Welt heute über die Rudimente eines längst versunkenen Kolonialismus er ■ staunt (o<!er empört) ist, dürfte als eine selbstverständliche Erscheinung betrachtet werden. Der Nationalismus oder die nationalen Gefühle eines Volkes wurden durch den Internationalismus der Dritten (oder einer anderen) Internationale nicht ausgesohaltet oder gar überwunden. Das russische Volk hat nicht unter dem Banner des Klassenkampfes seine Erde gegen die nazistischen Eindringlinge verteidigt, sondern mit den gleichen nationalen Gefühlen, Gedanken und Parolen, mit denen alle Nationen um ihre Freiheit, ihre Unabhängigkeit und um Ihren Boden ringen. Man kann es nicht nur mit Unverständnis der wirklichen Bedingungen und Verhältnisse erklären, wenn die Vereinigten Staaten von Nord amerika bisher den Eintritt des Roten Chinas — warum sagt man eigentlich immer „Rotes" China, wo es in Wahrheit kein anderes China gibt. — in die Vereinten Nationen verhindern. Dieser „Schachzug" ist durchaus nicht als besonders glücklich anzusehen, ganz abgesehen davon, dass die Rolle, die China ausserhalb der UN spielt, sicherlich gefährlicher ist, als wenn es wenigstens formell an die Prinzipien der UN gebunden sein würde. Dass ein Volk von 700 Millionen von der Völkerfamilie au6 politischen Gründen ausgeschlossen bleibt, während die Zahl der r leinen unc kleinsten Staaten in den UN JACOB LAPIDUS dipl. Moh«l NEUE ADRESSE V1AMONTE 2037 4» B 46-1716 and 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 P*l«n reklamiert Stangl London. — Polens Behauptung. das Recht auf die Aburteilung des Kriegsverbrechers Franz Stangl zu haben, gründet sich auf dessen Verantwortung für den Tod des jüdischen Märtyrers J&nufiz Korczak, wie der Korrespondent des Blattes .The Observer", Eric Clark, enthüllte. Stangl, der im vergangenen Juni von Brasilien an Westdeutschland ausgeliefert wurde, war Kommandant der Ausrottungslager Treblinka und Sobibor. Korczak wurde in Sobibor zusammen mit 200 jüdischen Kindern eines -von ihm geleiteten Waisenhauses ermordet. Obwohl die Nazis nur die Kinder abtransportieren wollten, begleitete Korczak. ein Artz, Schriftsteller und Erzieher, seine Schutzbefohlenen auf ihrem Todesweg. immer grösser wird, zwingt zu der Befürchtung, dass die westliche Rechnung nicht aufgeben kann. Die politischen Spekulationen werden zu einer Zerstörung der Grundlagen führen, auf denen die Vereinten Nationen beruhen sollten. Denn diese Politik treibt die Chinesen in eine Sonderstellung hinein, in welcher sie ihren eigenen Standpunkt und ihre eigene Linie auch theoretisch und eigenwillig begründen müssen, um vor sich selbst zu bestehen. Die Völker, die aus ver schiedenen Gründen, sei es aus wirklicher Ueberzeugung, aus Tradition, aus Gründer ihrer Entwicklung und ihrer Vorstellungswelt oder aber aus Zwang sich dem Westen zugehörig fühlen oder fühlen müssen, und unter ihnen auch Israel, sind durch diese äusseren Umstände zu einer inneren Bindung veranlasst, die letztlich mit ihren Anschauungen nicht in Einklang gebracht werden kann. Da die Mehrheit der Juden — einmal von der Haltung Israels abgesehen. — in westlichen Vorstellungen erzogen worden ist, weil sich die Geschichte unseres Volkes im Laufe der Jahrtausende im westlichen Kulturkreis entwickelt und abgespielt hat, haben die meisten zunächst den tiefen Wandel der internationalen Struktur nicht begreifen wollen, der sich mit der chinesischen Renaissance und dem Aufbau eines (kommunistischen) Staatsgebildes in China herauskristalliert hat. Im Grunde genomimen, gibt es keine Logik darin, dass China antijüdisch oder antiisraelisch ist. Selbst unter dem Aspekt brutaler Macht- Politik ist eine solche Haltung nicht zu rechtiertigen. Nur wenn China die Juden als bedingungslose „Westler“ und Partner der amerikanischen Asienpolitik: zu betrachten Veranlassung hat, wird die radikale anti-israelische Einstellung erklärbar. Denn Israel ist, obw-hl antikommunistisch, ein fortschrittliches Land, in welchem sozialistische Ideen und Realisie- Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG rangen ganz im Gegensatz zu den arabischen Feudalländem die Entwicklung und das Leben der Bevölkerung bestimmen. Wenn die israelische Verteidigungsarmee bei der Zertrümmerung des arabisohen Angriffsringes chinesische Waffen und Materialien gefunden hat, so ist dies nur ein Zeichen für eine schiefe Situation, die mit ideologischen Argumenten wie den inneren Zusammenhalt der kommunistischen Länder ebenso wenig zu erklären ist wie der angekündigte Besuch des transjordanischen Monarchen und England Satelliten Hussein in Moskau. Jedes Volk, und vor allem Israel, wird die Umwandlung des internationalen Kräfteverhältnisses in Rechnung ziehen müssen. Handelt es sich doch nicht nur um die Einstellung zu einer Persönlichkeit wie es Mao Tse-tung ist, handelt es sich doch nicht allein um die Stellungnahme zu seinen Gedanken oder Zielen, sondern gleichzeitig um einen internationalen Strukturwandel, der für das Schicksal aller Länder und Völker von transzendentaler Bedeutung werden kann und in mancher Hinsicht bereits geworden ist. Nur demjenigen wird die LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece loe Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltd a. Director: Arnold# W. B. Swaneñfcy Pueyrredón 2190, 1? iaq. T. K. 83-2613 Abonm Preise Argentinien: $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. Zukunft gehören, der sich aus der Einseitigkeit einer bisher vielleicht gerechtfertigten Orientierung zu befreien vermag. Denn die Welt, .das ist nicht nur der Westen, sondern auch der Osten, der zu neuem Leben erwacht ist. Es dürfte die historische Aufgabe Israels sein nicht nur als Folge geographischer Gegebenheiten die Landbrücke zwischen den Kontinenten zu bilden, sondern zum Mittler zwischen den Kulturen und Vorstellungskreisen des Westens wie des Ostens zu werden. Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq CONDE 76-0286 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN Hr* CUERA 1915 — T. E. 58-4052 CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. 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