Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2233 (1.9.1967)
- Date
- 1967-09-01
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 1* de Septiembre de IWF JODISOBS ROOBlNgOMD Am XXVIII. — N? 223* — 3 Nazis in arabischen Diensten Die Haltung der Sowjetunion und eine« Teiles der osteuropäischen Staaten im nahöstlichen Konflikt erhält ein zusätzliches Relief durch die Tatsache, dass sich immer noch eine ganze Reihe von gesuchten und gerade auf osteuropäischen Fahndungslisten ausgeschriebenen Naziyerörechern nicht nur in Aegypten und Syrien und in anderen arabischen Ländern aufhalten, sondern dort in offiziellen und inoffiziellen Funktionen ihr in der Nazi zeit begonnenes verbrecherisches Werk fortsetzen. Während von Osteuropa aus jedes Ueberbleibsel nazistischer Vergangenheit in Westdeutschland — mit Recht — angeprangert wird, schweigt die kommunistische Propaganda zur Nazi-Beteiligung der arabischen Kampagne gegen den jüdischen Staat. Während in sozusagen allen arabischen Staaten die Kommunistische Partei verboten ist und ihre Funktionäre in Gefängnissen und Konzentrationslagern sitzen, wäh- Neue Parteigriindung München. — Der frühere bayerische Landesvorsitzende der NPD, Florian Winter (Tegernsee), erwägt die Grün, düng einer neuen Partei. Auch der Name der möglichen neuen Partei steht schon fest: Sie soll ,.Deutsche Republikanische Partei in Europa“ heissen. Winter war Anfang November 1966 aus seiner Partei ausgeschieden, weil sich ..innerhalb der NPD eine Gruppe in den Vordergrund schiebt, die nichts vergessen und nichts gelernt hat.“ M0E3ELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 T. I? 35 - 7033 CABILDO 26 f4 PAMPA 4979 fast Ecke triunvirato Zahlungserie: chteiv. ngen Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung rend auf der anderen Seite in Israel diese Partei legal existiert und sogar Abgeordnete ins Parlament entsenden kann, wird Israel andauernd durch sowjetische Sprecher wortreich als imperialistischer Vorposten angeprangert, der Nazimethoden anwende, um den Kampf gegen die „progressistischen“ arabischen Völker zu führen. Das von Simon Wiesenthal geleitete Dokumentationszentrum in Wien hat eine Liste von Nazis zusammengestellt, die zur Zeit in arabischen Staaten tätig sind. Aus dieser Liste führen wir hier nur diejenigen Namen an, die durch Justizbehörden osteuropäischer Staaten wegen ihrer Tätigkeit während des Zweiten Weltkrieges in Europa gesucht werden. Alois Brunner war lange Zeit für den syrischen Geheimdienst tätig und arbeitet nun in Kairo. Wegen seiner Stellung äks enger Mitarbeiter von Eichmann, in welcher Eigenschaft er vor allem bei der Judenvernichtung in Griechenland und in der Slowakei mitwirkte, steht er auf der österreichischen, der ungarischen und der tschechoslowakischen Fahndungsliste. In Kairo tätig ist ebenfalls Franz Abromeit gleichfalls ein Mitarbeiter Eichmanns in Ungarn und in Theresienstadt. Sein Name figuriert wegen Mordes auf der österreichischen, deutschen, tschechoslowakischen, ungarischen und jugoslawischen Fahndungsliste. Seit 1959 arbeitet Franz Bartel, ehemaliger Mitarbeiter des Gestapochefs von Kattowitz, für die Judenabteilung des Pmpagandamini steriums in Kairo. Er wird von der polnischen Justiz gesucht. Die polnischen Behörden fahnden ebenfalls nach dem ehemaligen SS-Standar tenführer Baumann, der als Angehöriger einer Einsatzgruppe in Polen an der Ver nichtung des Warschauer Ghettos teilgenommen hat Baumann lebt in Aegypten und arbeitete zuerst für das Kriegsministerium, später als Instruktor der „Palästinensischen Befreiungsfront“. Hans Becher von der Judenabteilung der Gestapo Wien lebt seit 1950 in Alexandrien, wo er wahrsoheinlieh für die Polizei tätig ist. Wegen seiner zahlreichen Verbrechen an Juden in Wien und in Theresienstadt wird er durch die österreichischen und tschechoslowakischen Behörden gesucht. Als Berater der politischen Polizei ist in Kairo der ehemalige SS- Sturmbannführer Bernhard Becher beamtet, der für die Gestapo in Warschau tätig war und von der polnischen Justiz gesucht wird. Diese sucht ebenfalls den ehemaligen SS - Untersturmführer Wilhelm Böckler, der an der Vernichtung des Warschauer Ghetto teilgenommen hat und seit 1949 in Aegypten lebt, wo er in der Israel-Abteilung des ägyptischen Informationsdienstes tätig ist. Der ehemalige SS-Standartenführer Leopold Gleim war während des Krieges als Angehöriger der Gestapo in Polen tätig und ist für zahlreiche Verbrechen verantwortlich, deretwegen er auf der polnischen Fahndungsliste aufgeführt ist. Seit 1955 in Aegypten, ist er für den dortigen Geheimdienst tätig. Wegen Verbrechen in der Ukraine an Juden und Russen wird von den Justizbehörden der Sowjetunion SS- Standartenführer Moser gesucht. Er lebt heute in Kairo und ist Berater für militärisehe Ausbildung von Jugendgruppen. Gustav Wagner war stellvertretender Kommandant des Lagers Sobibor, ein Gehilfe von Franz Stangl und steht auf der deutschen der österreichischen und polnischen Fahndungsliste. Seit 1958 befindet er sich in Aegypten. Für die Polizei in Ale xandrien ist der ehemalige SS - Standartenführer Dr Erich Weinmann tätig. Als Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Prag ist er ver an t wörtlich für zahlreiche Verbrechen. Sein Name befindet sich auf der tschechischen Fahndungsliste. Die gleiche Sowjetunion, die seit dem Beginn der Wiederbewaffnung Deutschlands immer wieder die Vereinigten Staaten und die Bundesrepu blik wegen der Tatsache anklagt, dass sie sich ehemali ger Nazifunktionäre für ihre Revanche - Pläne bedienten, schweigt nicht nur zu dieser Mitwirkung schwerbelasteter Verbrecher an den Vernichtungsplänen der arabischen Führerschaft, sondern sie macht sich ohne Rücksicht selbst zu einem Komplizen. Damit fällt der letzte Rest an moralischer Glaubwürdigkeit ihres angeblichen Kampfes gegen das Wiedererstehen nazistischer Tendenzen dahin. LA SEMANA ISRAELITA semanario independiente Bs. Aires - PUEYRREDON 2t90, 1» ¡zq. - 83-2613 26. Aw 5727 1 Sep4«»ber 1967 Antisemitismus in der Türkei Proteste und Trauer ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76^9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein _ wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI2083 TEL.: 52-2993 4 Quader von Station Urguiza New Orleans. — Auf der Nationalkonvention amerikanischer Kriegs - Veteranen machte Samuel Samuels, der neue Kommandant des Verbandes jüdischer Kriegsveteranen, die Tschechoslowakei wegen des dort herrschenden Antisemitismus für den Tod von Charles H. Jordan verantwortlich. Er beschuldigte die tschechischen Behörden pogromistischer Tendenzen „als Rache für die politische Niederlage der Kommunisten im Mittelosten“. Samuels schlug vor, die Tschechoslowakei aus den Programmen der amerikanischen und besonders der jüdischen Touristen zu streichen sowie einen Boykott des tschechischen Pavillons auf der Weltausstellung in Montreal durch alle Amerikaner, um auf diese Weise gegen die neue antisemitische Welle in der CSR wirksam zu protestieren. Jerusalem. — Die Weltkonferenz jüdischer Gemeinde dienste verschob ihre Eröffnung um einen Tag und hielt eine Trauersitzung für Charles H. Jordan, den amtierenden Vizepräsidenten des Joint DC. ab, dessen Leiohnam aus der Moldau bei Prag auf gefischt wurde. Jordan sollte auf dieser Konferenz als Redner auf treten. Der Trauersitzung wohnten Staatspräsi dent Salman Shazar. Mini sterpräsident Levi Eshkol, Kultusminister Dr. Serach Wahrhaftig und andere be kannte Persönlichkeiten bei. Der Hauptredner bei dieser Veranstaltung war Wohl fahrtsminister Dr. Josef Burg Eine weitere Trauersitzung veranstaltete die Exekutive der Jewish Agency unter Leitung von Arie Pincus, der Jordan .einen grossen Mensehen und grossen Juden* nannte. Die hervorragenden Ver dienste des Verstorbenen wurden ebenfalls von Frau Zena Harman, der Gattin des Israel-Botschafters in Washington, und Louis Horwitz, Präsident der israelischen Sektion des Joint, gewürdigt ZWEIFEL IN PARIS Paris. — Eine der bedeutendsten Abend - Zeitungen „Paris Soir“, schloss die Möglichkeit eines Unfalls oder Selbstmordes als Ursache des Todes von Charles H. Jordan aus und schrieb: „Eis bleibt nur die Möglichkeit eines Verbrechens, nämlich eines politischen Mordes“. In einem detaillierten Bericht über den Fall heisst es: „Es kann sich nicht um Selbstmord handeln, denn alle Freunde Jordans wissen, dass es ihm gesundheitlich und auch sonst gut ging.“ „Paris Soir“ stellt fest, dass es sich unmöglich urr. einen Unfall handeln kann, und kommt zu dem Schluss, dass ein Verbrechen begangen wurde, um fortzufahren: „Die Brutalität der tschechischen Polizei Ist wohlbekannt.“ Das Blatt spricht die Vermutung aus, dass Jorden von der tschechischen Polizei misshandelt und aus Angst vor der Reaktion der Welt getötet wurde, damit er über die Vorfälle nichts erzählen könne. Eine andere pariser Man nimmt an, dass in der Türkei heute 50.000 Juden leben. Hiervon wohnen in Istanbul 39.000. in Izmir 5.000. in Ankara 1.000 und die restlichen in zahlreichen kleinen Gemeinden. Die dreissig Synagogen des Landes, die alle traditionell geführt werden, unterstehen der Aufsicht des Rabbinats in Istanbul. Etwa 50.000 Juden sind in den letzten Jahien nach Israel ausgewandert, trotzdem der Zionismus verboten war. Die Juden sind fast in allen Zweigen der Wirtschaft vertreten. Eine wichtige Rolle spielen sie in Entwicklungsindustrien, wie Autos, Gummi, Textilien, aber auch in gewissen Zweigen der Landwirtschaft. In Anatolien gibt es zahlreiche jüdische Bauern und Käsehersteller. Die Anzahl der Juden in wissenschaftlichen Berufen steigt, wenn sie auch noch nicht so gross ist wie in westlichen Ländern. In Istanbul gibt es zahlreiche Synagogen, die in alter Zeit gegründet wurden, sehr viele kleinere Betsäle werden nicht mehr benützt. Ein jüdischer Fabrikinhaber wollte keinen Kollektivvertrag mit den 237 Arbeitern abschliessen, die deshalb in den Streik traten. In der Presse hiess es darauf in Schlagzeilen, „Jüdischer Unternehmer beutet türkische Arbeiter aus.“ Der Unterneh. mer erklärte, wenn der Streik weiter gehe, werde er die Fabrik schliessen und nach Is rael auswandem. — Links¬ und rechtsextreme Gruppen tung, „Le Monde“, nimmt ebenfalls an, dass Jordan gewaltsam entführt wurde, und fragt: „Wer kann wissen, welche der verschiedenen Abteilungen der tschechischen Geheimpolizei ihn zu Zei- | töten beschlossen hatte?“ verbreiteten Flugzettel, in de« nen die Juden zur Auswanderung im Laufe eines Monats aufgefordert werden. Die Zettel wurden an jüdische Häuser und Mauern von Syn« agogen angeklebt. Studenten haben verlangt, dass die Juden als „unerwünschte Personen“ erklärt werden. Sie legten vor dem israelischen Konsulat einen Kranz mit schwarzen Blumen als Protest gegep die einseitige Vereinigung der beiden Teile Jerusalems nieder. Mi« nisterpräsident Demirel erklärte an einer Pressekonferenz in Ankara, dass die Türken dem Schicksal Jerusalems gegenüber sehr empfindlich seien und einseitige Aktionen nicht anerkannt würden. CAIA POPULAR DE BELGRANQ tOOPERAW» CE CREDITO LTOh DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA «CASA CENJRALy AMENA8AR 2969 AGENCIA N* h CABIl004l02 ísq IBERA AiGENCIAJJ! Í CORRIEÑTÉyZ»- f. V esg PASTÉUf» Horario: de-lil 16 HJ. In^cripciíN A Kimite rn f» Re|istro (fe entidad«* Financieras! «0 bancitTjJ detone3 Cent: ABALIZADO ACTUAL j ído.ooo.ooo.- Estudio Jurídico Internacional Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN ^UEROSTUNDEN: von 15 — 19 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch Fleh bitte, nicht vor 14 Uhr zu erscheinen) oder nach Vereinbarung T. E.: 83-2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaffssachen - Verfraege - Verwaltungen Miels-, Zivil- und Handelssachen T. E.: 80 - 6930 PUEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HERAS #1