Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2233 (1.9.1967)
- Date
- 1967-09-01
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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It — Viernes, 1» #* Septiembre ée IIM7 JtDIttll WOC1IR8CII« Alt« XXVI». jp taxi r Der erste Zionisten-Kongress (Schluss von Seite 1) Opfer der Rassenkaempfe Detroit. — Vorläufige Schätzungen bezifferten die jüdischen Verluste bei den Unruhen in Detroit mit etwa 50.000 Dollar bei einem Gesamtschaden von rund einer Milliarde. Man stellte fest, dass zahlreiche Geschäfte und Lagerhäuser in der Umgebung der Stadt durch Brände und Plünderungen stärker beschädigt wurden; als man angenommen hatte. Ein Grossist, der die Strasse Nr. 12 beliefert, wo 6ich früher das jüdische Ghetto befand, berichtete, daS6 30 Jüdische Kaufleute in dieser Strasse alles verloren haben, da ihre Läden in Brand gesteckt und ausgeplündert wurden. Sie können ihre Verluste auch nicht ersetzen. weil die Versicherungsgesellschaften schon seit geraumer Zeit keine Polize für diese Gegend ausstellen Unter den jüdischen Opfern sind viele ältere Leute, welche immer noch in dem früher jüdischen Dexter-Di- 6trikt wohnten, sie blieben ohne Lebensmittel und ohne Geld, um sich Essen zu kaufen. Das Gemeindezentrum und die Bety-Jahuda-Jeschiwa verteilten Pakete mit Konserven an die am schwersten Geschädigten. Bän weiteres Hilfseomite, das Kleidung verteilte, wurde eingerichtet. Keines der jüdischen Gemeindegebäude ist beschädigt worden, und die Büros der jüdischen Organisationen konnten ihre Tätigkeit fortsetzen. (ITA) Idyllisch erscheinenden Tagen des Basler Kongresses vom Jahr 1897 haben Sturmfluten alle Völker unserer Erde aufgewühlt. Nicht nui das politische oder wirtschaftliche Bild nicht nur die geographische Landkarte, nicht nur die äusseren und inneren Lebensbedingungen wurden einem Wsnde' untersagen, der keinen Stein auf dem anderen Hess, auch die Mentalität, die Hoffnungen, die Zukunftsperapektiven ha foen sich völlig geändert. Kein Mensch von gestern könnte Sich in der Welt von heute SU rechtfinden. Millionen Menschen sind ln diesem Sturm der letzten 70 Jahre auf der Strecke geblieben. unter ihnen auch Millionen Juden. Wissen Schaft und Forschung, ein alle Grenzen der Erwartungen wbertreffender technischer Fortschritt, Bitdeckungen und Erfindungen haben uns neue.Gebiete der Erkenntnis und des Lebens erschlossen nicht aber zu verhindern Vermocht, dass die alten Kernfragen menschlichen Schicksals keiner echten und dauerhaften Lteung nähergebracht werden konnten. Die Kräfte, die für den Fortschritt und eine konstruktive Entwicklung der Menschheit freigelegt worden sind, können morgen genau so wirksam für die totale Vernichtung und den Untergang des Menschengeschlechtes eingesetzt werden. Das ist die Welt, in der Wir leben... In dieser, einer neuen und völlig veränderten Welt steht die Zionistische Organisation, die sie tragend* Bewegung und das gedankliche Fundament, auf dem wir aufgebaut haben, wieder einmal vor der Frage ihrer eigenen Zielsetzung, ihres eigenen Weges, Dr. F*tY A B 0 « A 0 0 PUEYRREDON 2190 l?faq. nachm. 16—19 Uhr Teleta: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialq—chaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. 1* berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DE1 PIN’O 2268 T. E. 73-78« ihrer eigenen Aufgaben und damit ihrer Existenzberechtigung. Mit Mut und Entechlos senheit haben die verantwortlichen Kreise in allen Phasen dieser siebzigjährigen Ent. Wicklung immer wieder diese Fragen aufgeworfen und um ihre Beantwortung gerungen, nicht nur in den schrecklichen Krisenzeiten des Zweiten Weltkrieges, sondern auch nach der Erfüllung des alten Traumes unseres Volkes von der Wiedergeburt im eigenen Lande und der Errichtung des jüdischen Staates. Das Basler Programm, das der 1. Kongress aufstellte, ist gegenstandslos geworden Es lautete: ..Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich . rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina“. Das war das äussere Ziel, die politische Aufgabe im Jahr 1897. Auch das innere Ziel darf man — jedenfalls im wesentlichen — als erreicht betrach ten, die Wiedergeburt des Volkes, die Erweckung und Stärkung des Volksbewusst- | seins, die Schaffung des damals im Niedergang befindlichen Zusammenhangs zwischen den verstreuten Judenheiten. Auch hier erfüllte sich Herzls Traum: „Darum glau be ich, dass ein Geschlecht wunderbarer Juden aus der Erde wachsen wird. Die Makkabäer werden wieder auferstehen“. — Sie SIND auferstanden. Dennoch hat die Zionistische Bewegung, repräsentiert durch die Zionistische Organisation und ihre Kongresse als deren höchste Instanz, auch ihre Gegenwartsaufgaben, die nicht geringer als die früheren Pflichten sind die sich diese Bewegung selbst auferlegt hat. Die Grosse der Herzischen Erkenntnisse lag nicht oder nicht allein in der Forderung nach einem Judenstaat, sondern in dem Wagnis, diesen Gedanken in die Wirklichkeit eines differenzierten, mit tausenden Schwierigkeiten belasteten internationalen politischen Lebens umzusetzen. Organisation und Kongress waren die entscheidenden Massnahmen zur Vertretung politischer Zielsetzungen und Programme. Denn bis zum Jahr 1897 hatte das jüdische Volk keine Tribüne, von der herab es sich an die Welt wenden konnte. Es gab viele überragende Geister und edle Man ner, die nicht nur gelegent- Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 JUDIYH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker Tabisbeutel - Käppchen Mai zot-Taschen Handune Maschkjensückerei von Bett- und Ilsenwäseße Dt. P. L RIVERA 258t (fr. Bebedero) T. E 13-9155 lieh ihren Einfluss zugunsten der ..armen, verfolgten, verelendeten, entrechteten Juden“ geltend machten. Aber es gab keine repräsentative Körperschaft, es gab kein vom Volke verliehenes Man dat, es gab keine gewählte Leitung, die in Vertretung ihres Volkes vor die Welt zu treten vermochte und fordern konnte, was Recht und Gerechtigkeit verlangten. E6 war nicht mehr ein einzelner Idealist, nicht mehr ein einzelner edler Philanthrop, nicht mehr ein einzelner Einflussreicher, der für die Juden sprach. Mit dem Kongress war es das Volk I selbst, das durch seine ge wählten Delegierten und Repräsentanten um seine Rechte kämpfte. An die Stelle der Bitten um Gerechtigkeit, traten die Forderungen auf das Recht. Wie sich die allgemeine Konstellation der Wen geän dert hat, so ist mit dieser Wandlung auch ein grundle gender Strukturwechsel im jüdischen Leben und in den existentiellen Bedingungen des jüdischen Volkes eingetreten. Das Bestehen des jüdischen Staates ist eine Tatsache, die nicht nur das Leben der Israelis, sondern das Leben jedes einzelnen Juden, wo er sic-h auch immer befinden mag. von Grund auf gewandelt hat. Da der jüdische Staat wie jedes andere Staatsgebilde einer eigenen Gesetzmässigkeit unterworfen ist, die nicht für die Juden ausserhalb Israels gilt, werden mit diesem Phänomen neue, bisher nicht bekannte Probleme aufgeworfen, die es zunächst zu erkennen und dann zu meistern gilt. Damit hebt sich die Möglichkeit einer unterschiedlichen Entwicklung der Juden in Israel und ausserhalb Israels ab. Die so oft bewunderte Einheit dei Juden in aller Welt, die durch ein unsichtbares Band fest miteinander verbunden sind droht sich zu lockern oder gar zu verschwinden. Ein innerer jüdischer Dualismus taucht auf, der bereits in der Formulierung „Das jüdische Volk ist der einzige bedingungslose Verbündete Israels“ zum Ausdruck kommt Denn schon fehlt die Identifizierung. Man kann nicht sein eigener Verbündeter sein, zum Bündnis gehören immer mindestens zwei. An dieser drohenden Bruchstelle setzt die Aufgabe und Verpflichtung der Zionistischen Bewegung ein. zunächst einmal die Brücke zwischen Israel und Galutjudentum zu werden, eine Brücke, die so stark ist, schwere Belastungen auszuhalten. Hierbei geht es nicht nur darum, gewisse politische oder wirtschaftliche Funktionen zu erfüllen. JACOB LAPIDUS dip!. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4? B 46-1716 and 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Super! 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 die allein schon wichtig genug sind, um die Lebensberechtigung der Zionistischen Bewegung zu bejahen; denn sie ist die einzige Organisationsform unseres Volkes, die alle Stürme und Krisen der Zeit Überständer» hat. Mindestens gleichbedeutend ist eine andere Aufgabe, die wahrscheinlich noch schwieriger ist; die geistige und kulturelle Einheit unseres Volkes durch die Orientierung der älteren Generationen und die Erziehung der Jugend zu gewährleisten. Das ist ein schwieriger Prozess. Einem Volk aber, dem es gelang, seine soziale Struktur con Grund auf in wenigen Jahrzehnten zu ändern und zu gesunden, dem es gelang, „aus armen Juden jungen stolze junge Juden werden“ zu lassen, wie Herzl es einmal formuliert hat, einem solchen Volk wird auch die ser geistige und seelische Israel-Pavillon Montreal. — Ein ganz grosse Photographie der Tempelmauer von Jerusalem wurde an den jüdischen Pavillon nach Montreal gesandt, dazu Bildmaterial über die Altstadt. Der israelisclie Pavillon gehört zu den meistbesuchten, er steht in dieser Beziehung vor Deutschland und Bäigland. Bis zum Ende der Ausstellung rechnet man in der Leitung des israelischen Pavillons mit acht Millionen Besuchern. Die Rollen vom Toten Meer, die Ausstellungen über Massaaa, über die Katastrophe im Zweiten Weltkrieg und über das Leben im Kibbuz erwecken das stärkste Interesse. Von den arabischen Staaten hat sich nur Kuweit von der Ausstellung zurückgezogen, angeblich wegen der Sympathie-Aeusserungen Kanadas gegenüber Israel. In Wirklichkeit hafte der Pavillon aber nur wenige Besucher. Das israelische Gebäude dürfte nach Schluss der Weltausstellung der Stadt Montreal als Geschenk aberlassen werden. Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-82U RAYOS X PARADENTOSF TELEF. VORANMELDUNG Prozess gelingen, wenn er mit dem gleichen Enthusiasmus, mit der gleichen Hingabebereitschaft und dem gleichen heiligen Bäfer betrieben wird, der unser Leben und unseren Kampf um unser Recht, um unsere Freiheit, um unsere Zukunft beseelt hat. Der Wächter über diese Entwicklungen, über diesen LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Balitado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500,— jähri. innigen Zusammenhang und Zusammenhalt zwischen Land und Volk, zwischen Israel und Galut, zwischen unserem Heute und dem Morgen, die. ser Wächter ist die Zionistische Organisation, deren erster Kongress vor 70 Jahren abgehalten worden ist. Der in unserem Judentum tief verwurzelte Geist und die Liebe zu unserem Volk, die alle Teilnehmer des Ersten Kongresse« erfüllten, sie sind in ihren Kindern und Kindeskindem lebendig geblieben und werden auch den kommenden Geschlechtern der Leitfaden ihres Lebei:6 »ein, Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HFï CUERA 1915 — T. E. 58-44)52 CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe de) Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. 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