Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2232 (25.8.1967)
- Date
- 1967-08-25
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 25 de Agosto de 1967 LA SEMANA ISRAELITA Afi* XXVIII. N“ 2232 — 5 Prime- Plena S San a îuwa ^a y en Piones ni e r‘tasuna esa iigU. arê«ntinis origen, ienten más en su sen- Wahrnehsen der in lebenden aui Initia- Weltkon- "ideres Sub. sehen Kongegründet, liedem des Ländern gegehören. so S’Pten, Sy. k. Tunesien JI) israelische Ostblocksich im vo- 40 Prozent, rchschnittlitng nur 17 ptomber) attfinden ptember, d Frau ) 19..« 20. Aff :1—3 21. Avi 22 AW 23. Aff 24. AW 25. Aff 26. Aff 27. Aff 28. Aff 29. Aff 30. Aff 1. EM 2, E3ul 3, H“1 4. 0ul ENDE GUT, ALLES GUT Israel ist das Volk des Buches, und so ist es nur selbst- ▼erständlich, dass über jeden israelischen Sieg Bücher geschrieben werden, was auch dieses Mal der Pall ist. Eine ganze Literatur über den letzten Krieg ist entstanden Nicht weniger als acht Bücher zu diesem Thema sind schon in England und Amerika erschienen. Einer der englischen Autoren ist Ran. dolph Churchill, und in Amerika hat der bekannte Militärschriftsteller General S. L. Marshall ein Bufch verfasst Die Illustrierte ,,Life‘‘ gab eine Sondernummer heraus, die einen Dollar das Stück kostete. Würde Israel für alle diese literarischen Erzeugen DAVID SCHWARTZ hauptet hätten. Jetzt ist Jeder ein Chodhem, und man fragt sich nur, warum keiner dieser Schlauköpfe nicht vorher gesprochen hat. In Israel möchten manche Mosche Dajan zum Ministerpräsidenten machen. Wenn er trotz aller Reklame, deren Gegenstand er war, diesen Posten nicht bekommen sollte, so wird er bestimmt nicht lange arbeitslos bleiben. Es gibt sicher viele grosse Länder, die ihn gern als Premierminister haben wollen. Auch einige der neuen Nationen würden sich um die Gelegenheit reissen, und ich bin sibewerb für die Miss Welt teilzunehmen. In einem TV-Interview erzählte sie, dass sie nach ihrer Rückkehr nach Israel wieder das Gewehr in die Hand nehmen und die Manöver mit machen werde, falls Nasser noch einmal gegen Israel Krieg zu führen Lust verspüren sollte. Nebenbei gesagt braucht die So.datin Batia kein Gewehr, um Eroberungen zu machen. Besonders gefiel ihre Antwort auf die Frage, ob sie die Araber hasse. ,,Mich lehrte man nicht, irgend jemanden zu hassen'1, entgegnete sie. Aus zahlreichen Berichten scheint hervorzugehen, dass viele Araber im Grunde auch den Sieg Israels begrüssen. J. 1NL V* ¡SV: Das alte Gebäude des Hadassa Hospitals auf dem Skopus nisse Tantiemen erhalten, so ■würde sich der Verkauf von Israel-Bonds erübrigen. Auch die Sowejtpresse kommentierte die Ereignisse ausführlich. Die ,,PrawTda‘, die zwar nur Auszüge aus der Rede Kosygins veröffentlichte, brachte ebenso wie „Istwestja" zahlreiche Artikel und Bilder über Israel. Natürlich freuen sich die Russen nicht über Israels Sieg Sie können es nicht verwinden, dass Israel für etwa zwei Billionen russisches Kriegsmaterial zerstört oder erbeutet hat. Dabei berücksichtigen sie anscheinend nicht, dass den Israelis die erbeuteten Waffen sehr gelegen kommen. Man pflegt zu sagen, dass in der „Prawda“, was übersetzt Wahrheit heisst, kein wahres Wort steht, und in der „Istwestja“, was Neuigkeiten bedeutet, nichts wirklich Neues zu fin. den ist. Beide Blätter machen jedenfalls ihrem Ruf Ehre. Heute behauptet jeder, er habe es vorher gewusst. In den USA konnte man in der Tagespresse lesen, der Geheimdienst habe den Präsidenten schon zuvor informiert, dass Israel die Araber sehr schnell besiegen werde, und aus Paris hörte man, dass de Gaulle seine militari sehen Sachverständigen befragte, die das gleiche becher, dass eine kleine Annonce z. B. in der ..New York Times“ Erfolg haben würde. Aber wazu braucht Dajan eigentlich den Posten eines Ministerpräsidenten? Er hat schliesslich schon einen Mann zum Premierminister von England gemacht Als Mosche Dajan vor einigen Jahren Burma besuchte nahm er seinen Rückweg über Indien Zufällig weilte Englands Pre mierminister Harold McMillan zur gleichen Zeit am gleichen Ort wie Dajan. Das dortige Hotel war derart überfüllt, dass der israelische General kein Zimmer bekommenkonnte. Da schrieb er McMillan, dass der Mann angekommen sei, der ihn zum Premierminister gemacht hatte, womit er ihn natürlich an die erste Suezkampagne erinnern wollte. Dajan hatte an diesem Feldzug teilgenommen, der zum Rücktritt Edens führte, an dessen stelle McMillan dann getreten war. McMillan war so erfreut über die Mitteilung Dajans. dass er ihm sofort zwei Z;mmer von seiner Suite zur Ver. fügung stellte. Kürzlich besuchte auch ein anderes bekanntes Mitglied der Israel-Armee Amerika Ich meine die Soldatin Batja Kabiri, die zur Miss Israel gewählt wurde und Urlaub erhalten hatte, um am Wctt- Die arabischen Hausierer freuen sich über das gute Geschäft, das sie in Jerusalem machen. Die Araber vom westlichen Jordanufer wissen sehr gut, dass es Mosche Dajan war, der mithalf, dass der arabische Bezirk von Nazaret elektrischen Strom und andere Verbesserungen bekommen hat, und eine arabische Freundin von Frau Dajan, die schon seit zwanzig Jahren mit ihr bekannt ist, bat darum, ihr das Kleid zur Hochzeit ihres Sohnes schneidern zu dürfen. So freuen sich alle. Sogar Barry Goldwater war froh und schrieb einen enthusiastischen Artikel über den israelischen Sieg. Uebrigens berichtete in diesen Tagen die israelische Zeitung „Maariw“, dass ein Bewohner von Ramat Gan, der ein Gedenkbuch für die in den Gaskammern der Nazis amgekommenen Juden der polnischen Stadt Konin verfasst hat, von Goldwater einen Scheck über 50 Dollar mit der Bitte erhielt, ihm ein Exemplar dieser Ausgabe zuzusenden. Goldwaters Grossvater, bekanntlich ein Jude, lebte in Konin, das er glücklicherweise noch rechtzeitig verliess. Tod eines Nazis Montreal. — Adrien Arcand, Exführer der kanadischen Nazis, starb kürzlich in völliger Vergessenheit nachdem er in den Tagen des Dritten Reiches grosspurig erklärt hatte, mehr al6 hunderttausend Anhänger zu haben und bald die Macht zu übernehmen, um alle Juden aus Kanada zu vertreiben. Nach Mitteilungen des Bulletins des Kanadischen Jüdischen Kongresses „lebte Arcand in den letzten Jahren in relativer Dunkelheit, obwohl noch einige seiner alten Parteigenossen seinen Worten Gehör schenkten.“ — CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 -1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma Und die Bibel hat doch Recht „Die UN-Vol)versammlung forderte in der Nacht auf Sehabbat, mit 99 Stimmen bei 18 Stimmenthaltungen und beim Fernbleiben von vier Delegationen Israel auf, von der Vereinigung der beiden Teile Jerusalems Abstand zu nehmen. Israel hat an der Abstimmung nicht teilgenommen.“ So konnte man am Sonntag, den 18 Juli, in der Presse lesen. Die für Israel so ungünstige Abstimmung, bei der es selbst nicht anwesend war. ging in der Nacht auf den Schabbat 15. Juli 1967 vor sich. Welcher Schabbat war das? Der Schabbat des 40. Wochenabschnittes: Balak. Numeri 22, 2—25 9. In diesem Wochenabschnitt findet sich in der Bileams. Perikope (Numeri 23, 9) die Charakterisierung Israels, die sich in dieser Jerusalemnacht der UN wortwörtlich erfüllt hat: „Wohlan, ein Volk allein wohnend ist es und unter die Nationen rechnet sich s nicht.“ In der Geburtsstunde Israels wird es schon durch den i heidnischen Seher Bileam als der „Nonkonformist unter den Völkern“ (Leo Baeck) bezeichnet, und offenbar ist diese Charakterisierung auch heute noch, nach über dreieinhalb Jahrtausenden, zutreffend. Die vereinten, gegen Jerusalenr vereinten Nationen haben beschlossen, dass Israel alle Massnahmen zur Wiedervereinigung, Befreiung und Gesundung Jerusalems annullieren müsse. Aussenminister Abba Eban gab darauf keine Antwort mehr, aber an reiner Stelle erteilte der Prophet Sacharja (12, 2—3) die Antwort: „Siehe ich mache Jerusalem zur Taumelschale für alle Völker ringsum;... An jenem Tage mache ich Jerulem für alle Völker zum Laststein, an dem sich alle, die ihn aufheben wollen, wundreissen werden, und alle Völker der Erde werden sich zusammentun wider die Stadt.“ Die Versammlung der UN, die ihre Beschlüsse gegen Jerusalem fasste, w’rd in Psalm 2 vortrefflich charakterisiert. Wir zitieren nur Vers 1—2 a und Vers 10—11: „Warum toben die Völker und sinnen die Nationen vergebliche Dinge? Könige der Erde stehen auf und Fürsten ratshlagen miteinander... Nun denn, ihr Könige, werdet weise lasset euch warnen, ihr Richter auf Erden!“ Wir aber trösten uns in diesem sinnlosen Planen gegen Frieden und Einheit mit dem Worte Jesaja 8, 3—10- „Tobet ihr Vö’ker und erschrecket! Horchet auf, alle Fernen der Erde! Rüstet euch und erschrecket, ja rüstet euch und erschrecket! Plant einen Plan — er geht in die Brüche! Beschliesst einen Beschluss er wird nicht bestehen! Denn mit uns ist Gott.“ Oft sind wir in diesen Tagen ratlos und suchen vergeblich nach Orientierung in dem schweren politischen Ringen um unsere Existenz im Lande. Da;st es immer und immer wieder die Bibel, unser Thenach. der uns Antwort und Richtschnur gibt. Nicht in einem übertragenen Sinne, sondern mit atemberaubender Unmittelbarkeit Dabei sollen wir zwei Dinge klarmachen: unsere Existenz in diesem Lande gründet sich auf die Verheissungen der Bibel, und wir werden bei Millionen Christen in Europa und Amerika, die wirklich mit der Bibel leben Verständnis finden, auch wenn ihre Regierungen oft von diesem Verständnis noch weit entfernt sind. Unser erster Bundesgenosse sind die Juden in aller Welt, die sich immer mehr und mehr, so weit sie Juden bleiben wollen, mit Israel identifizieren. Diese Erkenntnis ist nun Allgemeingut bei uns geworden. Unser zweiter Bundesgenosse aber sind die Bibelchristen, vor allem in den protestantischen Kreisen. Diese Erkenntnis hat sich noch keineswegs durchgesetzt. Wir blicken fasziniert nach Rom, auf den Vatikan, der aber nur einen Teil der Christenheit repräsentiert und zwar denjenigen, der im allgemeinen der Bibel ferner steht. Das muss Klar erkannt W'erden, in einer Situation, in welcher wir von der Gefahr der internationalen Isolation bedroht sind. SCHALOM BEN CHORIN HARDI SWARSENSKY: ■KXNMBMHaMMsassBsssssssEssasEaunmKaM^MaMSBUHasac» Walther Rathenau (LEBEN, WERK (10. Fortsetzung) Dieser Litwinow wurde Jahre später sowjetischer Aussenminister, bis ihn Stalin beim Pakt mit Hitler opferte. Die Konferenz wurde nicht zuende geführt, weil plötzlich bekannt wurde, dass die Deutschen mit den Russen in Rapallo einen Sonder, vertrag geschlossen hätten. Wfe es zu diesem Sondervertrag gekommen ist, konnte bis heute nicht in vollem Umfang geklärt werden. Ob Rathenau sich sträubte, da er eine engere Anlehnung an den Westen einem Vertrag mit der Sowjetunion vorgezogon haben würde, ob es Maltzan war, der seine Vorgesetzten überredete, ob die Russen diesen Vertrag erzwangen, weil sie mit einem Abkommen zwischen ihnen und dem Westen zur endgültigen Abdrosselung Deutschlands drohten, wir können dies nicht entscheiden. Jedenfalls waren die Auswirkungen des Vertrages und sein weltweites Echo sehr grosse. Die Umklammerung Deutschlands war vereitelt worden. Deutschland, die Weimarer Republik, hatte erstmalig als gleichberechtigter Partner mit einer Grossmacht einen Vertrag geschlossen und damit sich auf diesem Umwege wieder in die vordere Reihe gebracht. Den Preis, den Deutschland hierfür bezahlen musste, war allerdings das neue und verstärkte Misstrauen der Westmächte. Diese Reaktion hat. te Rathenau befürchtet und sich deswegen gegen dieses Abkommen gestemmt. Wirth soll später gesagt haben: „Ich habe damals Rathenau vergewaltigt'“... UND WOLLEN) Wenige Wochen später wurde Rathenau in Berlin ermordet, als er sich in einem offenen Wagen ins Ministerium begehn wollte. Die gegen ihn entfaltete, antisemitische Hetze trug ihre blutige Frucht Es war nicht der erste politische Mord nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland. Durch Mörderhand waren bereits der Katholik Erzberger, der Sozialist Wilhelm Liebknecht (kein Jude) sowie die Juden Kurt Eisner und Rosa Luxemburg gefallen. Aber keine Bluttat erregte die öffentliehe Meinung in einem so starken Masse wie der Mord an Walther Rathenau. Die demokratisch gesinnte Bevölkerung empfand diesen Mord als ein Attentat gegen die Republik. Auf den Strassen fanden riesige Demonstrationen statt. Die Arbeiter protestierten durch einen 24stündigen Streik. Das Reichskabinett beschloss eine Verordnung zum Schutz der Republik die schwere Strafbestimmungen gegen diejenigen enthielt, die öffentlich Gewaltaten gegen die republikanische Staatsform oder Mitglieder der Regierung verherrlichen oder billigen, zu solchen Gewalttaten aufwiegeln und ähnliche Delikte begehen. Im Zeichen des Rathenau Mordes besann sich die Republik ihrer Kräfte und setzte Massnahmen durch, die ihren Bestand sichern und festigen sollten. Aber die Energie erlahmte bald, dife Katastrophe rückte naher, die dann etw’a zehn Jahr*, später mit dem Dritten Reich nicht nur Deutschland, sondern Europa und die übrige Welt erreichen sollte. (wird fortgesetzt) r M.* '//! Fiambres Finos “FRIG UINCIA " 3-1 MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD IGUINCIA