Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1967-08-25 · 2232 (25.8.1967) · p. [Seite 4]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2232 (25.8.1967)
Date
1967-08-25
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9615794-9616078--4958-9616082
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

£ — Viorne», 25 if Agosto de 1967 J O I) I 8 C H P WOCHENSCHAU Afio XXVIII — N* 2232 Der alte Friedhof in der Schoenhauser Allee Ereignisse der Woche Kampf gegen Vorurteile Wohl jeder Jude, der aus Bern Ausland nach Berlin fährt, wird nach dem im ©stsektor gelegenen Friedhof in Weissensee fahren, auf Kever Avoth, um die Gräber ■einer Lieben zu besuchen. Wenige aber werden auch auf den alten Friedhof in der ßehönhauser Allee gehen, denn es zieht sie nichts Per- ■önlicbes mehr hin. Ich selber habe es immerhin bei einem meiner Besuche in ©atberlin getan, weil sowohl »eine Grosseltern, wie meine Urg rosseitern Neufeld dort begraben sind. Leicht war es freilich nicht, die Gräber zu finden, denn die Wege «Ind ■war geordnet, aber zwischen den einzelnen Reihen ist kaum ein Durchgang möglich, und viele Zweige und ßträucher erschweren das .Vorwärtskommen. Immerhin Ist anzuerkennen, dass die jüdische Gemeinde tut, was ■ie kann. Aber die einzelnen Gräber sind kaum gepflegt, weil die älteren der Jetzt noch Lebenden in Weissensee begraDen sind, und ihre Gräber daher noch gepflegt werden, während kaum jemand •ich um die Gräber der vorangegangenen Generationen kümmert. Bevor man zum Friedhof gelangt, kommt man an einem Gebäude vorbei, das einstmals eine wichtige jüdiache Stätte war. Hier war das von Moritz Mannheimer gestiftete zweite Altersheim der Berliner Gemeinde, in das die Bewohner der Umgebung auch gern am Schabbat zum Gottesdienst gingen. Heute wird dieses völlig unbesrhädigte Haus von der Polizei benutzt. Bs gab früher noch einen älteren Friedhof, in der Grossen Hamburgerstrasse, ungefähr 1672 nach der Neu. griindung der Berliner Gemeinde angelegt, aber er ist durch die Nazis oder durch Kriegßfolgen vernichtet worden. Ein Mahnmal deutet darauf hin, dass hier auch der Mann begraben ist, der die Entwicklung der deutschen Juden so massgeblich beeinflusst hat: Moses Men. delssohn. Innerhalb von 150 Jahren war dieser Friedhof vollbelegt, und ein neuer dringend erforderlich. Man w'ählte ein Terrain ausserhalb der damaligen Stadttore, in dem hügeligen Gelände vor dem Schönhauser Tor. Bel Einweihung des Friedhofs im Jahre 1827 wagte es der damalige Rabbinats-Vertreter Jakob Josef Oetringer eine deutsche Rede zu halten, wo. mit er das Missfallen der reaktionären preussischen Regierung erregte. Als der Friedhof eingeweiht wurde, war Berlin immer noch eine Mittelgemeinde von wenigen tausend Seelen. In den mehr als fünfzig Jahren, in denen er benutzt wmrde, wuchs die Gemeinde in ungeahntem Ausmass. Um 1845 zählte sie erst 8.000 Seelen. Um 1865 schon 24.000, 1871 36.000 und 1885 sogar 64.000 Seelen. Jeder, der Irgendwie mit dem Schicksal des deutschen Judentums verbunden ist, muss bei Besuch dieses Friedhofs emofinden, w-ie all das Grosse, was gewesen ist, vernichtet wurde. Denn die jii. dische Gemeinde ist gewi6sermassen das Spiegelbild des gesamten deutschen Judentums geworden. Hier finden wir alle, die Rang und Namen hatten, die Einfluss in Wissenschaft und Kunst die Macht im wirtschaftlichen Leben und auch einen gewissen Einfluss in der Politik hatten. Da ist in der Ehremeihe das Doppelgrab der beiden national-liberalen Politiker Ludwüg Bamberger und Eduard Lasker mit einer Inschrift, die an weit, weit zurückliegende Zeit erinnert: Hier liegen im Tode vereint, die im Leben gemeinsames Streben für Deutschlands Einheit und Freiheit verband. Dann die F’amilie Gebert die uns mit ihrem prominenten Mitglied Jettchen Gebert so vertraut ist, und das Leben, Fühlen und Handeln jener Bieoermeierzeit verkörpert. Dann wieder zurück zur Ehrenreihe, w'o die Rabbiner und geistigen Führer jener Zeit ruhen: Michael Sachs, der Vertreter der gemässigten Mitte, noch heute in seinen Machsorim fortlebend der radikale Kämpfer Abraham Geiger und noch extremer Samuel Holdl.eim, der aus einem Jeschiwa-Bachur der Prediger im Sonntags, tempel geworden war. Ferner Moritz Veit, Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde, Stadtveordneter und Vertreter der Stadt Berlin im Preussischen Landtag! Und an ganz anderer Stelle finden wir einen weit Späteren: Max Liebermann, erst in den Jahren der Naziherrseliait im Alter von fast 90 Jahren gestorben, aber im Familiengrab seiner Altberliner F'milie neben seinen Eltern begraben. Es war wohl eine «er letzten Beerdigungen, die damals auf dem alten Friedhof stattfand. Liebermann selber hatte nur lose Verbindungen und ging eigentlich neben dem jüdischen geistigen Leben einher, aber soweit hielt er doch die Treue, dass er an dieser Stätte liegen wollte. Es war ungefähr 1927, da ging er zu seiner Kollegin Käthe Kollwitz, die in der naheliegenden Weissenburger Strasse Der ..moderne Antisemitismus“, wenn diese Bezeichnung gestattet sein sollte, basiert auf Vorurteilen, die seit Jahrhunderten bestehen und in unserem Fall ein Bild vom Juden entwerfen, das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Das bekannteste Beispiel hierfür dürfte der Israeli, der junge und neue Jude Israels, sein. Antisemi. ten beschimpfen die Juden ständig deswegen, weil sie ,,Geldgeschäfte“ machen oder akademische Berufe erlernen und ausüben, nicht aber sich als Soldaten oder Ackerbauern bewähren würden. Diese Art diffamierender Behauptungen und Propaganda ist auch noch heute üblich, sie ,,zieht“ nach wie vor, ist billig und einprägsam und wird geglaubt. Dabei bewundert die gleiche Welt das Land Israel, dessen Soldaten in wenigen Tagen eine vielfach überlegende Streitmacht wütender Feinde zerschmetterten und dessen Bauern aus der Wüste blühendes Land zu machen imstande waren. — Vorurteile wachsen nicht auf der Ebene des Verstandes, sondern werden von Gefühlen getragen, die schwer durch Argumente widerlegt werden können. Wie tief die Vorurteile gegen die Juden eingewurzelt sind, konnte man in den Stud;en bestätigt findet, die vom Centro de Estudios Sociales“ der DAIA herausgegeben werden. Bereits das 5. Boletin ist erschienen, das sich mit dem gleichen Problemkreis beschäftigt, Die dort wiedergegebenen Studien sind interessant, wenn auch nicht sehr gründlich. Man sollte erwägen, diese ,.Schriftenreihe“ wohnte, um ihr zum 60. Geburtsiag zu gratulieren. Be5 dieser Gelegenheit besuchte er auch die Gräber seiner Eltern. Nach damaligen Zeitungsberichten hatte er nachgedacht, wie lange er schon nicht hier gewesen war, und sich gesagt: ..Hier ruhen meine Eltern, und hier werde ich einst ruhen“ Glanz und Leistung einer sterbenden, einer gestorbenen Zeit künden uns die Grossen, die auf diesem Friedhof, diesem Bet Olam, an dieser Stätte der Ewigkeit ruhen. Protest New- York. — Ladis.aw Mnacko, ein bekannter tschechischer Schriftsteller, verliess sein Land, um sich in Israel niederzulassen, weil er mit der antiisraelischen Poli. tik der CSR nicht einverstanden ist. Mnacko ist kein Jude. Mnacko, Träger des Klement-GottwaldLiteraturpreises und mehrere Male mit dem Titel „Künstler des Volkes“ geehrt, erklärte, er werde eines Tages ir sein Land zurückkehren, doch vorher wolle er ein Buch schreiben, „um der Beeinflussung seiner Landsleute durch die einseitig pro-arabische Politik der tschechischen Presse entgegenzuwirken“. (ITA) Das Schneider-Kostüm wird wieder modern. Miguel Angelo Pesa, ein Modellist von Weltklasse, er. wartet Sie bei CARLTON. Feine Mass- und Fertig- Kleidung für Herren und die Herren Söhne. Man nimmt auch Ihre Stoffe an. Durchgehend geöffnet, CARLTON MÄIPU 982 — 31-7845 in anderer Form herauszugeben, um sie wirksam zu gestalten. — A.C.I.B.A. „ACIBA informa“, wie sich das Mitteilungsblatt dieser Organisation nennt, über die bevorstehende Generalversammlung mit einem Bericht, der allgemeines Interesse in Anspruch nehmen darf. Die Organisation, die viele Jahre hindurch mit erheblichen Schwierigkeiten kämpfen musste, hat eine recht positive Entwicklung genommen, wenn auch natürlich noch viele Probleme zu lösen sind. Ein erfreulich breiter Raum wird im Bericht dem religiösen Leben und der Kulturarbeit eingeräumt. Aber auch alle anderen Zw’eige des gesellschaftlichen Lebens werden behandelt. So gewinnt man ein anschauliches Bild über die Tätigkeit einer Organisation, die während bald 30 Jahren ihre für die damaligen Neu-Einwanderer wichtige Arbeit leistet, eine Arbeit, die auch heute noch sinnvoll und notwendig ist, und die einer neuen, hier geborenen Generation den Weg in ein jüdisches Leben aufweist. — CENTRA berichtet Wie die CENTRA-Leitung aus Monteviweo mitteilt besuchte Rabbiner Dr. Winter vor einiger Zeit die Gemeinde in Porto Alegre, während Rabbiner Loewenstein (Santiago de Chile) demnächst eine Reise nach Bolivien und Paraguay unternehmen wird. Bei ihren Aufenthalten in diesen Gemeinden halten die Centra-Rabbiner Gottesdienste ab, widmen sich religiösen und erzieherischen Fragen der Kleingemeinden, sprechen über kulturelle und aktuelle Probleme des Judentums, Israels und unserer Zeit und geben Anregungen für die weitere Arbeit in diesen kleinen Gemeinden, die sämtlich w’egen des Mangels an geeigneten Kräften und an Kulturbeamten mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, Ehrung San Martins Die DAIA hat sich der allf gemeinen Ehrung des Befreier-Generals San Martin an seinem 117. Todestag ange. schlossen und u. a. folgendes erklärt: “En ese alto en la actividad general que al promediar la tarde del 17 de Agosto hace el país todo, para evocar al Padre de la Patria,, el pensamiento se reconcentra en la evocación de su figura que sigue ofreciéndonos en sus dimensiones de prócer máximo de la nacionalidad el ejemplo de su vida y de su conducta. San Martín es el heroísmo pero es también una moral. Es para los argentinos el Libertador, por antono¿rtasia, y ésto define su trayectoria. El soldado, el hombre, el ciudadano, nos dictan una única lección de dignidad humana y de abnegación sobrehumana. Quiso un país y un continente libres, pues veía en la antigua subordinación un menoscabo de la dignidad de cada hombre y de todos los hombres a los que sentía iguales. “La Libertad es la primera condición de una plena realización humana y San Martín quiso que ella fuera posible en su patria y en América, sin limitaciones ni discriminaciones de ninguna índole, Al honrar a esa figura sin tacha, los argentinis, sin distinción de origen, raza o religión, se sienten más unidos que nunca en su sentimiento de patria.” Vertretung von Interessen Tel Aviv. — Zur Wahrnehmung der Interessen der in arabischen Ländern lebenden Juden wurde hier auf Initiative des Jüdischen Weltkongresses ein besonderes Subcomité der israelischen Kongress - Exekutive gegründet, dem ausser Mitgliedern des JWK aus diesen Ländern gebürtige Juden angehören, so aus Marokko, Aegypten, Syrien, Libyen, Irak, Tunesien und Algerien. (OJI) Ausfuhr Tel Aviv. — Der israelische Export nach den Ostblockstaaten erhöhte sich im vorigen Jahr um 40 Prozent, während die durchschnittliche Exportsteigerung nur 17 Prozent betrug. BIBLIOTECA POPULAR JUDIA Publicaciones del Ejecutivo Sudamericano del Congreso Judío Mundial CORRIENTES 1979 BUENOS 4IRES Colección: GRANDES FIGURAS DEL JUDAISMO 1. Samuel Roüansky: SCHOLEM ALEIJEM 2. Natan Gesang- YEHUDA HALEVI 3. Sim ja Sneh: SCHMUEI. IOSEF AGNON 4. León Dujovne: MAIMONIDES 5. Nahum Goldmann: TEODORO HERZL 6. Scnalom Rósenberg- FILON DE ALEJANDRA 7. Eugen Relgis: STEFAN ZWEIG 8. Dav'd Elnecavé: JEREMIAS 9. León Dujovne: MOISES H153S 10. Jaime Barvlko: ISAIAS 11. Josef Fraenkel: NAHUM GOLDMANN 12. Heszel Klepfisz: BAAL SCHEM TOV 13. Mark Turkow: JANUSZ KORCZAK Bibliografía de Temas Judíos en Castellano Bestellungen dieser hochinteressanten Serie direkt im Büro des Jüdischen Weltkongresses (T. E.: 49-2817) MW " MIM ESTUDIO PASTEUR 254 » 2’ V 5° pisos /El, 48-ZH8 . 1371 * fÚJNQS ¿ÍRE$ contadores públicos national** consultores doTompresmS ESPECIALISTAS EN sociedades \V 11 j Zu der s.G.w sm Schahbat ,, Reell“ (2. September) um 8 Uhr 30 in der Synagoge Moldes 2449 stattfindenden BAR MIZWA-Feier unseres Sohnes DANIEL laden wir Fheunde und Bekannte herzlich ein. Halachischer Vortrag des Bar Mizwa: 2. September, 21 Uhr, Moldes 2449, 2. Stock. Zuhause: Sonntag, 3. September, 17—20 Uhr, JOSEF OPPENHEIMER und Frau MARGARETE geb. CAHN Mendoza 2285 LUAGH — (KALENDER) Freitag den 25. August 19- Aw Sonnabend, den 26. August 20. Aw Schabbat EKEW (Deut. 7:12) Haftara: Jesajas 49:14—26— 50:1—11 - 51 Sonntag, den 27. August Montag, den 28. August Dienstag, den 29. August Mittwoch, den 30. August Donnerstag, den 31. August Freitag, den 1. September Sonnabend, den 2. September Schabbat REEH (Deut. 11:26) Haftara: Jesajas 54:11—17 und 55 1—5 Rosch Chodesch-Benschen Sonntag, den 3. September Montag, den 4. September Dienstag, den 5. September Mittwoch, den 6. September Donnerstag, den 7. September Freitag, den 3. September Sonnabend, den 9. September Schabbat SCHOFTTM (Deut. 16:18) Haftara: Jesajas 51:12—23 — 52:1—12 1—3 21. Aw 22 Aw 23 Aw 24. Aw 25. Aw 26. Aw 27. Aw 28. Aw 29. Aw 30. Aw 1. Elul 2. Elul 3. Elul 4. Elul

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.