Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2231 (18.8.1967)
- Date
- 1967-08-18
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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( — VW»»«-»«. IS de Aceat« de Ifi67 J (I O I ( C H I WOCHENSCHAU A fie XXVIII. — X» 2»3l Ereignisse der Woche Eine Feier zur Erinnerung In diesen Tagen waren es 15 Jahre her. dass eine Reihe bedeutender jüdischer Schriftsteller in der Sowjetunion ermordet worden sind. Nur spärlich waren die Nachrich. ton. die von diesem Massenmord in die freie Welt drangen; die sowjetischen Machthaber leugneten diese Schandtaten und versuchten, die Wahrheit zu unterdrücken. Oie erklärten, nur Feinde der Sowjetunion könnten solche Behauptungen auffstel- Jen. Heute wissen wir, dass es das stalinistische Regime gewesen ist das die Ermordung »Iler jüdischen Schriftsteller Und Künstler von Rang anordnete, unter ihnen den bekannten Thjaterdirek'or CShlomo Mlchols. den grossen Novellisten David Bergeisohn, die Dichter Perez Markish. Der Nister, David Hofstent. Izak Fefer und viele andere. Mit der Ermordung dieser Gruppen führender intellek tueller Persönlichkeiten des beute noch drei Millionen Beelen zählenden sowjetischen Judentums sollte der Untergang dieser Volksgruppe in Russland eingeleitet werden. Bis heute wurden diese unschuldigen Opfer des loten Faschismus nicht rehabilitiert, auch nicht zu jener Zeit, als die Regierung sich darin gefiel, die Fehler der etalinistischen Aera heraus- Bustreichen. Die Lage der Juden :n der Sowjetunion hat sich mit dem Abbruch der Beziehungen zu Israel erneut verschlechtert. Jedenfalls gibt «s in Russland keine jüdische ßchule, nicht ehe Zeitung ©der Zeitschrift in jiddischer Bprache, kein jüdische.« Theater und nur vereinzelte Synagogen. dit nunmehr die einzigen Reste des jüdischen Lebens geblieben sind. In Erinnerung an die Op- Ser des Ma.'.ser.i ordes vor 15 Jahren wurde unter .den Auspizien der DAIA eine Feier im Theater ..Presidente ’Alvear“ abgeh alten, auf der «. a. der berühmt« argentinische Dichter Jorge Luis Borges, Frida Schutz de Mantovani und der Präsident der AMIA. Dr. Tobias Kamen- I szain sprachen. —! Abschied von Dr. Gefen! Der Rat an der israelischen; Botschaft. Minister Dr. Aba \ Gefen, wird in diesen Tagen nach langjährigem Aufenthalt Argentinien verlassen, , wo er eine besonders erfolgreiche diplomatische Arbeit geleistet hat. Dies konnte , nian unschwer bei dem Ab- | schiedsabend erkennen, den ' der Botschafter für ihn gegeben hat, und zu dem viele 1 wichtige Persönlichkeiten des öffentlichen argentinischen Lebens neben ausländischen Diplomaten erschienen waren. Dr. Gefen hat es neben seiner schwierigen diplomatischen Tätigkeit verstanden, sich besonders zahlreiche Freunde in jüdischen Kre;sen zu schaffen, die .hm ein Abschiedsessen gaben, dessen angenehmer und würdiger Verlauf dem hohen Niveau des Ehrengastes entsprach. Dr. Gefen geht mit seiner Gattin, die ihn bei seiner umfangreichen Tätigkeit wirkungsvoll unterstützte, als Israels Generalkonsul nach Toronto (Kanada!. — Vortrag in Lamrot Hakol Sehr herzlich vom Rabbiner der Gemeinde, Herrn Paul | Hirsch, begrüsst sprach Dr. j Hardi Swarsensky in seiner I Eigenschaft als Präsident des j argentinischen Keren Hajes. | sod über seine Israel Reise, , von der er vor kurzen. Wr -! chen zurückgekehrt ist. Der j Redner erklärte einleitend, | dass er an dieser Stelle nicht i ohne innere Bewegung sprechen könne, an der er vor vielen Jahren als Präsident der Nueva Corm.nidad Is'-aelita diese Synagog“ LAMF.OT HAKOL eingeweiht und die Schlüssel den Herren Neumaver und Mannheimer übergeben habe. Dr. Swarsensky wies darauf hin, dass man den neuen Menschen, den neuen Juden, den Israeli begreifen und kennen lernen müsse, wenn man die gewandelte Situation unseres Landes und Volkes erkennen will; die Auf fas- | sungs- und Betrachtungsweise der jüdischen Lage und Probleme haoe sich entscheidend | gewandelt. Der Redner stellte I diese beiden jnterschiedli- | chen Juden gegenüber, den i der Galut, wie ihn der ¿roj sse Dichter Heine in einem! «einer wunderbaren Lieder j geschildert hat, und den an- \ deren. den Herzl mit seiner ergreifenden Vision von den neuen Makkabäern, die aus der Erde wachsen werden voraus? iss:gt hat Heute sind die Makkabäer tatsächlich! auferstanden... In seinen weiteren 4,usfüh rungen sch’’eierte der Referent Einzelheiten dessen, was ei u. a in der Sinai-Wüste, am Suezkanal, in Sharrr. el Sheik, in Jeric*-" und iti den Höhen von Gi.lan gesehen und erlent hatte. Die Ausfiihrungen wurden beifällig von dem zahlreich erschienenen Publikum auf genommen. Von der Israel-Botschaft In Buenos Aires traf Herr Josef Govrin ein, der hier an der israelischen Botschaft das Amt des Ersten Sekretärs einnehmen wird. Govrin, der j im Jahre 1930 in Rumänien i geboren wurde, lebt seit 1947 | in Israel, wo er Studien in hebräischer Literatur, jüdischer Geschichte und internationalen Beziehungen an der Hebräischen Universität absolvierte. Seit 1953 steht er in Dien- ' sten des Auswärtigen Amtes, \ wo er verschiedene Funktio- ( neu ausübte. .Zuletzt war ,er , Erster Sekretär an der israelischen Botschaft in Moskau. Syrische Delegation Aus Damaskus kommend, | ist in Buenos Aires eine syj rische Delegation eingetroffen, die unter der Leitung J des Professors Mohamed Ju-! nes steht und Lateinamerika j bereisen soll. Offensichtlich ist dieser Professor Nachfol- | ger des traurig berühmten Triki. der hier eine zeitlang ‘ als Chef der Arabischen Liga Deutsche feierten Hitler ln Johannesburg in der Südafrikanischen Union ist es zu heftigen Zusammenstossen zwischen Deutschen und Juden gekommen. In dem Bierlokal ,,Deutscher Keller" im Vorort Hillbrow ereigneten sich in letzter Zeit wiederholt Auseinandersetzungen zwischen jungen Juden und jungen Leuten deutscher Herkunft Am 20. April soll es dort zu einer makabren ,,Geburtstagsfeier“ für Adolf Hitler gekommen sein, bei der angeblich mehrere hundert Deutsche das Deutschlandlied 6angen und im Chor ..Heil Hitler"' und ..Sieg Heil“ riefen. Schon damals stürmten junge Juden den Keller und sangen jüdische Lieder. Einige Zeit später kam es wieder zu einer Schlägerei, die erst von der Polizei geschlichtet werden konnte. Daraufhin wurde der gesamte Vorort von der Polizei stark bewacht. Anonyme Anrufer hatten zwei Zeitungen die Sprenung des deutschen Lokals und des örtlichen deutschen Konsulats angekündigt. Sprecher beider Gruppen haben inzwischen die Zusammenstos.se bedauert. Nach Ansicht der deutschen Botschaft sollte ..einer kleinen Gruppe unverantwortlicher Jugendlicher keine zu grosse Bedeutung beigemessen werden". Ein führendes Mitglied der jüdischen Gemeinde äusserte ebenfalls sein Bedauern, fügte aber hinzu, vor allem die jüngeren jüdischen Mitbürger seien empört, dass solche Dinge wie etwa die Hitler-Feier heute in Südafrika möglich seien. Der Abgeordnete von Hillbrow im Unionsparlament, Gideon Jacobs, appellierte an Juden und Deutsche gleichermassen, Ruhe zu bewahren. Fremdenverkehr Jerusalem. — Laut Mitteilung des Ministeriums für Fremdenverkehr wurde in Tel Aviv eine Jugendherberge eröffnet, in der 230 Personen Aufnahme finden können. Die Fluggesellschaft Anda, den den Flugdienst im Inland durchführt, kündigte tägliche Flüge nach der S-inai-Ha?'.insei. nach Scharm-el Scheik und von Tel Aviv über Galiläa nach Elat, sowie die Benutzung des neuen Flughafens Kalandia in Jerusalem an, der ehemals den Transjordaniern gehörte. (ITA) antijüdische Hetzpropaganda betrieben hat. Auf dieser Linie soll auch Mohamed Junes arbeiten, der bereits Erklärungen abgegeben hat, die für die Juden Argentiniens beleidigend und verleumderisch sind. Es steht zu erwarten, dass von offizieller Seite die erforderlichen Massnahmen getroffen werden, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, das nur dazu geeignet ist, den inneren Frieden Argentiniens zu stören, zumal hier Juden und Araber friedlich nebeneinander leben. contador** públicos nocional»* consultores de 'empresa* ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES ANONIMAS PASTEUR 254 - 2» y 5’ pisos Kt, 48-7161. 137} e ffUENOS AÍRES Ein Attentat Wie man aus der Tagespresse entnehmen konnte, explodierte eine Bombe in der Männer toilette eines Cafés, das an der Kreuzung der Avenida Corrientes und der Strasse Montevideo im Zentrum von Buenos Aires gelegen ist. Von den Attentätern fehlt jede Spur. Zur selben Zeit als die Bombe platzte, fand in einem nahegelegenen Saal die Erinnerungsfeier an die von den Sowjets vor 15 Jahren ermordeten jüdischen Dichter und Schriftsteller statt. Sofort tauchte der Verdacht auf, dass der Bombenanschlag möglicherweise gegen diese Veranstaltung geplant war. Wie weit irgendwelche Beziehungen zwischen diesem Attentat, der Erinnerungsfeier an die ermor deteten jüdischen Intellektuellen und der Wiederaufnahme der Tätigkeit der Arabischen Liga bestehen ,ist nicht geklärt. Israelische Festspiele Jerusalem. — Bei den 7. israelischen Musik- und Theater festspielen, die alljährlich stattfinden, musste ein Teil des Programms wegen des kürzlichen Krieges geändert werden. So sagte eine indische Tanzgruppe auf Wui.seh der Regierung ihres Landes den Besuch ab. Aehnliche Absagen trafen von bulgarischen und jugoslawischen Chören ein. Ein schottischer jüdischer Chor schickte nur einen Teil seiner Mitglieder, Und ein Chor aus Los Angeles erschien nicht, sondern sandte den vollen Betrag der Reisekosten als Spende für Is- I rael. (ITA) | : Energischer Protest! UN. — Israel protestierte vor dem Präsidenten der UN- General Versammlung, dem Afghanen Pazhwak. gegen die „verleumderische und giftige Aufhetzung zum religiösen Hass“, zu der der sauditische Delegiert« Jamil Barudi die UN-Tribüne missbraucht hat, ohne dass er „vom Leiter der Versammlung zur Ordnung gerufen" worden sei Barudi machte beleidigende Aeusserungen über die jüdischen Traditionen und verleumdete die Zionisten, die „jetzo das Recht beanspruchen, die Jerusalemer Altstadt zu verwalten, wozu er noch bemerkt hatte, dass „es heute leider keinen Jesus gibt, der ö;e Wucherer aus dem Tempel verjagt." — (ITA) Dx« Schneider-Kostüm wird wieder modern. Miguel Angelo Pesa, ein Modellist von Weltklasse, erwartet Sie bei CARLTON. Feine Mass- und Fertig- Kleidung für Herren und die Herren Söhne. Man nimmt auch Ihre Stoffe an. Durchgehend geöffnet, CARLTOH MAIPU 982 — 31-7845 Literarische Notizen Gastvorlesungen Oberriohter Mosche Silbe rg, Vizepräsident des Israelischen Obergerichts, wird als Gastprofessor am Jüdisch-Theologischen Seminar in New York über israelisches Recht lesen. Literarischer Preis Der Verband der Ueberlebenden von Bergen-Belsen hat einen preis von 2.500 Dollar für das beste literarische Werk über die Katastrophe ausgesetzt. Der Preis wird im November 1907 verliehen werden. Ehrung Dr. Astorre Mayer, der Mailänder Unternehmer und Philanthrop, wurde vom italienisehen Präsidenten zum „Ritter der Arbeit" ernannt. Damit wurde ihm die höchste italienische Ehrung auf dem Gebiet der Wirtschaft zuteil. Weizmann-Preis Lord Sieff erhielt den Weizmann-Preis 1966 für Wissenschaften und Geisteswissenschaften in Anerkennung seiner führenden Rolle bei der Schaffung, dem Aufbau und der Entwicklung des Staates Israel und bei der Gründung des Daniel-Sieff- Instituts. Der gleiche Preis wurde Rebecca Sieff, seiner verstorbenen Frau, verliehen, Leib Gierntz Am Jüdisch-Theologischen Seminar in New York wurde eine Diskothek nach dem Kantor und Komponisten liturgischer Musik Leib Glants benannt. Die sehallplattensammlung, die grösste Ihrer Art in Amerika, enhält viele seltene Werke. Glantz war von 1927 bis 1953 Kantor in New York und Los Angele* und ging dann nach Israel. Jerusalemer Bibliothek Teddy Kollek, Bürgermeister von Jerusalem, hat eine Gesellschaft der Freunde der Jerusalemer Bibliothek geschaffen, die unter der Leitung von Edward Warburg steht. Jiddische Bücher Der Jüdische Verlag in Polen hat im vergangenen Jahr 10 jiddische Werke auf dem Gebiet der Prosa, Poesie, Geschichte und Folklore herausgegeben. Das Programm für 1967 enthält Ausgaben von Mendele Modher Sforim | anlässlich von dessen 50. Todestag und eine Anzahl an- I derer Werke. Für die so überaus zahlreichen Glückwünsche und Freundschaftsbezeugungen zu meinem 90. GEBURTSTAG danke ich allen auf diesem Wege sehr herzlich. ROSA LABQSCHIN San Miguel (FCNGSM), Gaspar Campos 2975 LUAGH — (KALENDER) Freitag, den 18. August 12. Aw Sonnabend, den 19 August 13. Aw Schabbat NACHMU — WATCHANAN (Deut. 7:12) Haftara: Jesajas 40:1 — 26 Sonntag, den 20. August 14. Aw Montag den 21. August 15. Aw Dienstag, den 22. August 16. Aw Mittwoch, den 23. August 17. Aw Donnerstag, den 24. August 18. Aw Freitag den 25. August 19. Aw Sonnabend, den 26. August 20. Aw Schabbat EKEW (Deut. 7:12) Haftara: Jesajas 49:14—20— 50:1—11 — 51:1—3 Sonntag, den 27. August 21. Aw Montag, den 28. August 22 Aw Dienstag, den 29. August 23. Aw Mittwoch, den 30. August 25. Aw Donnerstag, den 31. August 25. Aw Freitag, den 1. September 26. Aw Sonnabend, den 2. September 27. Aw Schabbat RiEEH (Deut. 11:26) Haftara: Jesajas 54:11—17 und 56.1—6 Ro6ch Chodescih-Benschen