Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2231 (18.8.1967)
- Date
- 1967-08-18
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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ffiaSKÜKO Viera««, IS 4« Agwat* de 1967 LA SIMillá |8t i lilt 4 Año XXVIII. — V» 22SI — I Das Hochplateau des Todes Hinter En Gew, dem Kibbuz am Ostufer des Kinneretsees, hört die Strasse nach Norden auf. Dort war das „Ende der Welt“ — zumin riest der israelischen. Von Stacheldraht umgeben warnt ein Schild „Halt — Grenze“. Jemand hat mit Kreide darüber geschrieben: „Fahr“ weiter, keine Grenze “ Wir fahren weiter. Auf dieser Seite des Kinneretsees gehört zu Israels Territorium nur ein schmaler Landstreifen, den es jedoch praktisch bisher nicht benutzten konnte, da syrische Kanonen von den Golanbergen das Ufer beherrschten. Hier soll die Ein Gew-Chaussee nach Norden hin verlängert werden. Vorläufig liegen hier Minenfelder. die gesäubert werden müssen, gibt es Boden, der nivelliert werden muss, technisch eine besonders schwierige Aufgabe, da der Wasserspiegel des Seeg je nach Wetter und Jahreszeit sinkt oder steigt. Simoha Soloweitschik, der JUNCAL Crédito Ltda. Die Sparkasse des zentraleuropäischen Sektors Cooperativa de Sociedad Montag bis Freitag von 12 bis IS Uhr ARAOZ 2854 T. E. 71-9059 BUENOS AIRES von HERBERT FREEDEJS Mann des Keren Kayemet. der für Landentwicklung im Norden und Zentrum des Landes verantwortlich ist, und schon die kühnsten Grenzstrassen auf seinem Konto hat, erklärt uns die Arbeit. Man wird einen Teil der Strasse in den See hineinbauen müssen, um die erforderliche Breite zu erhalten. Plötzlich stoppt unser Chauffeur. Zwei Meter vor ihm ragt ein Stück Draht aus der Erde. Eine Mine, behauptet er. Simcha steigt aus er ist überzeugt, dass die kleine Fahrrinne, durch die er uns führt, frei von Minen sei. Einen Tag zuvor allerdings, so gibt es zu, war ein Raupenschlepper auf eine Mine gestossen, der einen Meter vom Weg abgewichen war. Wir sehen die riesige Maschine stehen, beschäd.gt, hilfslos wie ein verwundeter Elefant, aber ihr Fahrer war heil davon gekommen. Der Draht entpuppt sich als harmlos. Simcha ist sicher, dass der Weg passierbar ist. Br steigt in seinen Jebp und fährt als erster weiter. Wir folgen ihm, über Sand und Gestein bis der Boden sumpfig wird Dann bie gen wir nach Norden ab, auf eine asphaltierte Strasse, einen der vielen Patrouillenwewe, die die Syrer in dieser Gegend gebaut haben und die fast bis zum See hinunterreichen. Wir haben die ehemalige Waffenstilistandslinie zwischen Israel und Syrien überschritten. Die Topologie ändert sich. Das einzige, was hier „wächst“, sind Kanon nen und Tanks, nunmehr zerstört und ausgebrannt. Die Golanberger sind mit Bunkern bestückt Als wir die Höhe erreichen und der Kinneretsee unter uns liegt, werden wir an eine Reihe von Befestigungen geführt, die 19 Jahre lang diesen See und seine Dörfer von oben beherrscht haben. An einer der schönsten Stellen haben die Syrer ein Offizierskasino gebaut, aber auch das ist von ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76"9088 Laufgräben und Artillerie Stützpunkten umgeben. Das Hochplateau in einer Tiefe von 25 km, über die Stadt Kuneitra hinaus, war bis vor kurzem noch die Stätte von riesigen Militärlagern, die sich eines an das andere reihten; jedes von ihnen mit Torbögen geschmückt, voll von militärischen Bildern und Aufrufen. Selbst einige der Dörfer waren nichts anderes als kaschierte Kriegsarsenale. Hart und dunkel wie das vulkanische Gestein, das einen grossen Teil des Bodens bedeckt. sind die dunkelsteinigen Baracken und Häuser, in denen der Angriff auf Israel vorbereitet wurde. Zerschossene syrische Tanks, die Wracks von Panzerwagen, verlassene Lastautos flankieren den Weg. Nur ein paar Dörfer der Drusen und Tscherkessen sind unberührt und unbewohnt. Männer, Burschen und Kinder bieten uns Obst zum Kauf an. Weiter nördlich sind die Quellen des Banias. eines der Quellflüsse des Jordan die die Syrer ableiten wollten. Hier wird die Landschaft sanfter und grüner. Wir klettern einen Hang hinunter zu einem Wasserfall, der seine Kühle schon von weitem ausstrahlt — ein idealer Picknick-Platz auf diesem harten und harschen Hochplateau. Nicht weit davon sind die Felsen mit den Quellen, Felsen, in deren Höhlen ernst der Heidengott Pan verehrt wurde — nach dem der Ort benannt ist. Ueber den Spuren des Tempels des Heidengottes wurde eine Kreuzfahrerkirche und spä ter eine Moschee erbaut. Weiter .geht es. an leeren Dörfern vorbei, streunende Tiere begegnen uns, zurrückgelassene Hunde, die nach Fra ss und Trunk suchen, Esel, scheu und mager, deren Geschrei durch die Stille dringt, vergessene Hühner, Der Wagen hält. Wir wissen nicht warum. Nichts ist zu sehen als eine Fläche von Stein und Geröll. Als wir einige Meter nach Süden geführt werden, befinden wir uns wieder in einer ehemaligen militärischen Stellung — zwei-drei Stockwerk tiefe Bunker, die miteinander verbunden sind und Raum für Tanks und schwere Artillerie haben Dann entdecken wir, LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - 83-2615 12. Aw 5727 18. August 1ÍW7 PROZESSE GEGEN NS-VERBRECHER Der bundesdeutsche Justizminister Gustav Heinemann erklärte nach einem Besuch in der Zentralste, le zur Verfolgung von Kriegs verbrechen in Ludwigsburg, dass die Prozesse gegen Kriegsverbrecher bis mindestens 1971 fortgesetzt werden. Die Verjährungsfrist zur Einleitung von Verfahren geht am 31. Dezember 1969 zu Ende, und dann werde es noch zwei Jahre dauern, urm die Prozesse durchzuführen. Die Möglichkeit einer Aufhebung der Verjährung sei aber nicht ausgeschlossen. 843 Verfahren sind abgeschlossen und 317 noch hängig. In der Hauptsache handelt es sich hierbei um Fälle, bei denen die Fortführung der Untersuchungen von der Mitwirkung der osteuropäischen Behörden abhängig ist. Die Zusammenarbeit mit Polen und der Tschechoslowakei ist gut, es sei zu hoffen, dass auch bald die sowjetischen Archive geöffnet werden. In Westberlin werden ausserdem noch 300 Verfahren gegen Nazis geführt, die der Mithilfe bei Massen verbrechen beschuldigt werden. Fünf leitende Beamte des Sicherheitsdienstes der Nazis, darunter ein Mitarbeiter Eichmanns, wurden in verschiede- T. HERZL VIAJE ESPECIAL PROXIMA SALIDA PARA HAIFA >*■ 8 de Octubre fle 1967 PRECIOS REBAJADOS - FACILIDADES DE PAGO Consulte é su Agente de Viajes G a □Cí M ZIM Israel Navigation Co. Lia. Maipu 866 * Buenos Aires *è Agentes generales f n *1anîerior flel país: '.O; : Ma _ >6 AUSTRAL mmm nen Teilen Deutschlands verhaftet. Sie wurden nach Westberlin gebracht. Bernhard Baatz, 58 Jahre alt, Dr. Joachim Deumling, 57 und Harro Thomson, 56, waren Leiter in der Abteilung für Polen; der SS-Oberst Dr. Emil Berndorff, 74, war im gleichen Amft tätig; Fritz Wöhm, 62, war ein Mitarbeiter im Büro Bichmanns; Berndorff leitete das Amt für Schutzhaft. Deumling war bisher in Kairo. Noch weitere Angeklagte der jüdischen Abteilung werden jetzt vor Gericht gestellt. Drei israelische Zeuginnen sollten im Stuttgarter Prozess aussagen. Sie teilten dem Gerieht, mit, dass ihre Männer mobilisiert sind und dass sie in der gespannten Lage au sserstande sind, jetzt ihre Familien zu verlassen. warum diese Bunker gerade hier errichtet wurden, warum sie sich gerade -hier Kilometer entlangziehen Unter uns, wie auf einem Präsentierteller liegt das Huletal — liegen Fischteiche und Felder, Dörfer mit Schulen und Kindergärten, ein bevölkertes Siedlungsbereich, neunzehn Jahre lang der Willkür und dem Terror der syrischen Berge ausgeliefert. Ein Tal voll fruchtbarer Erde, die einst ein Sunvpf war. Männer bringen die Ernte ein. Kinder dürfen wieder lachen und spielen. Die Schatten des späten Nachmittags, die sich von den Bergen senken, sind nicht mehr die drohenden Schatten der Kanonen. Zum ersten Mal können die Menschen da unten frei atmen, frei leben, „Man sollte die Vertreter der Vereinten Nationen einladen, sich das hier anzusehen“, schlägt einer unserer Begleiter vor. „Sie wissen es“, meint Simcha nachdenktlich, „auch wenn sie davon nichts wissen wollen — sie kennen es — Golan, das Hochplateau des Todes.“ Kriegsschaeden Nach einer ersten Schäfc. zung erreichen die Kriegsschäden, welche den landwirtschaftlichen Siedlungen, des Keren Hajessod in de« verschiedenen Teilen des Landes, von Galiläa bis itf den Negew, zugefügt wurden, die Summe von 38 Millionen. IL. MOESELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO H4T T. 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