Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2230 (11.8.1967)
- Date
- 1967-08-11
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9615794-9616060--4940-9616064- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
4 — Viernes, il de Agosto de 1967 JVDlíCBt WOCBEN8CHMI A Ae XXVÍII. — N<* 223« Die Maeuse von Jad Waschern Mause haben die Archive Ton Jad Waschern angenagt. Der Schaden, so erklärte man, ist nicht allzugross, denn das Archivmaterial ist bereit« photographiert, liegt in Mikro-Filmen gesichert [vor. Die Mäuse hätten das Archiv aber nicht annager. können, wenn die Archivare [(statt der Mäuse) tätig gewesen wären. In den Verließsen von Jad Waschern waren die Mäuse ungestört, ... obwohl Jerusalem einen Ueberschuss an Katzen hat Hätte man zu den 65 Beamten von Jad Waschern noch zehn Katzen mit hinzu genommen, so wäre im Archiv nicht passiert, was passiert ist. Doch das nur nebenbei. Die nagenden Mäuse von Jad Waschern wurden von einer Untersuchungskommission entdeckt, die der ressortmässig zuständige Minister für Erziehung und Kultur Salman Aran eingesetzt hat* nach berühmtem Vorbild, ein Siebener-Ausschuss. Den Vorsitz führte A. L. Pinkus. der im Hauptberuf Vorsitzender der Zionistischen Exekutive ist. Der Bericht zeigt, dass nicht nur Mäuse an Jad Waschern nagen, sondern auch ein beachtliches Defizit, dass elf Abteilungen bestehen, wo drei oder vier genügen würden. und dass ein Millionenaufwand äusserst geringe Resultate zeitigt. Der verstorbene Direktor von Jad Wavon SCHALOM REIS CHORUS schem, Dr. Arie Kubovi s. A hat selbst noch die Untersuchung seines Instituts angeregt — nachdem er bereits durch Krankheit weitgehend die Leitung aus der Hand geben musste, ohne dass sich eine Hand fand, in die er sie beruhigt legen konnte. Nun hat also die Untersuchungskommission ihren Bericht vorgelegt, nachdem sie Berge von Papier durchgearbeitet hat. Hier kann man wirklich sagen: ..Berge kreissten und haben ein Mäuslein geboren“, wie Horaz im Anklang an den Fabeldichter Aesop gesungen hat. Ein nagendes Mäuslein w urde geboren. E)s nagt nicht nur an den Papieren des Archivs von Jad Waschern, sondern an unserem Herzen. Denn um was für Papiere geht es hier? Um Dokumente unaussprechlicher Leiden, um die Martyriologie des jüdischen Volkes im zwanzigsten Jahrhundert! folgungen sammelt. Auf Anregung des Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses Dr Nachum Goldmann soll für dieses neue Dokumentationszentrum die Villa am Grossen Wannsee Nr. 56—58 gewählt werden, wo am 20. Januar 1942 die ,,Endlösung der Judenfrage“ beschlossen wurde, sprich: die physische Ausrottung der Juden. Der Regierende Bürgermeister von Beri lin hat dieser Anregung be- I reits zugestimmt. In der Umi Wandlung der Wannsee-Villa l in ein derartiges Forschungszentrum liegt eine Symbolik, wie Archivdirektor Josef W'ulf! betont, die aller Welt cinsichi tig gemacht werden kann. | Aber die Symbolik einer Gedenkstätte auf dem Hiige! über Jerusalem spricht noch eine andere, eindringlichere Sprache. Hier pocht das Herz des jüdischen Volkes. Pocht es wirklich? Jad Waschern ist die Gedenkstätte des Judenvolkes für seine Opfer in den Schreckenslagern der NS- Verfolgungen. Es ist nicht die einzige Stätte dieser Art. Gegenwärtig ist man in Berlin mit der Errichtung eines Internationalen Dokumentationszentrums beschäftigt, das alle Akten über die NS-Ver- BIBLIOTECA POPULAR JUDÍA Publicaciones del Ejecutivo Sudamericano del Congreso Judío Mundial CORRIENTES 1979 BUENOS AIRES Colección: HECHOS DE LA HISTORIA JUDIA 1. Menajem Bore-isho: LA HISTORIA DEL IDT3CH 2. Teodoro Herzl: EL PRIMER CONGRESO SIONL?TA 3. Abraham Platkm: LA HISTORIA DEL HEBREO Colección: GRANDES FIGURAS DEL JUDAISMO 1. Samuel Rodansky: SCHOLEM ALEIJEM 2. Natan Gesang- YEHUDA HALEVI 3. Simja Sneh: SCHMUEL IOSEF AGNON 4. León Dujovne: MAIMONIDES 6. Nahum Goldmann: TEODORO HERZL 6. Scnalom Rósenoerg- FILON DE ALEJANDRIA 7. Eugen Relgis: STEFAN ZWEIG 8. Dav’d Elnecavé: JEREMIAS 9. León Dujovne: MOISES HESS EN PREPARACION: Hardi Swarsensky: WALTHER RATHENAU Mark Turkow: JANUSZ KORCZAK Bibliografía de Temas Judíos en Castellano Bestellungen dieser hochinteressanten Serie direkt im Büro des Jüdischen Weltkongresses (T. E.: 49-2817) Die Untersuchungskommission musste feststellen, dass es keinen Nachwuchs unter den Historikern der Verfolgungszeit gibt. Hier macht sich der Mangel einer Zusammenarbeit mit der Hebräischen Universität peinliehst bemerkbar. Wir haben an der jerusalemer Hochschule ein Institut für zeitgenössisches Judentum, wir haben in der Abteilung für jüdische Geschichte Kreise, die sich mit neuerer Geschichte unseres Volkes befassen, aber wir haben nicht den Weg zu den Archiven von Jad Waschern gefunden und diese den ... Mäusen überlassen. Wühlmäuse im Keller von Jad Waschern sind ein Symbol dafür, dass die Grundlagen unseres jüdischen Empfindens angenagt sind. Erst kürzlich klagte ein Historiker der Hebräischen Universität öffentlich darüber, dass sich immer weniger Studenten zum Studium der jüdischen Geschichte hingezogen fühlen und die Klassen für all. gemeine Geschichte einen weit stärkeren Zulauf akademischer Jugend zu verzeichnen haben. Wen wundert das? Das sind die Früchte der Erziehung im Lande und Staate Israel. Man meinte jahrelang, die patriotischen Gefühle der Jugend durch eine Entwertung der Diaspora züchten zu können. Wenn der ..Golusjude“ nur als beklagenswerte, meist sogar lä. cherliche Gestalt gesehen lililí„ económica* contador»* públicos nocional»* * consultóte* de 'emprasmí ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES ANONIMAS j PASTEUR 254 * 2’ y 5° pisos CU. ««-7)68-1377 ÍUENOS AIRES 'Miiimiiii.iiimmmmiiiiiiiiiiiiiaiiiiiMiiiiiiii! LA DE wird, — wenn er allenfalls in der pittoresken Manier eines Mendele Moicher Sfurim einer freien Jugend im Judenstaat vorgeführt wird, dann darf man sich nicht wundern, dass diese Jugend, selbst — und gerade wenn sie an Geschichte interessiert ist, — es vorzieht, sich mit der Geschichte des Freiheitskamp, fes anderer Völker zu befassen statt mit der Leidensgeschichte des eigenen Volkes. Pädagogische Mäuse nagten am Herzen der israelischen Jugend. Man hat vor fünf Jahren, angesichts des Eichmann-Prozesses eine Aufwertung der jüdischen Leidensgeschichte jüngster Vergangenheit versucht. Man hat aber nur einen oft abgründigen Hass gegen alles Deutsche in junge Herzen ge. pflanzt, nicht die wirkliche Liebe zum eigenen Volk, zum eigenen heroisch ertragenen Schicksal. Das Verständnis für die spezielle Situation der Juden in der Diaspora fehlt der israelischen Jugend. Ergebnis: nur alte Leute befassen sich in Jerusalem noch mit der Geschichte der NS- Verfolgungen, und Mäuse „befassen“ sich mit den Dokumenten auf ihre Weise. Jad Waschern hat eine gan. ze Anzahl von Büchern publiziert. Die Durchschlagkraft dieser oft sehr kostspieligen Unternehmungen war äusserst gering. „Das Tagebuch der Anne Frank“ allein hat eine grössere Auflage erlebt als alle Publikationen von Jad Waschern zusammen und hat unmittelbar zum Herzen von Millionen gesprochen: als Buch, als Theaterstück, das über Hunderte von Bühnen gegangen ist und vor allem als Film und im Fernsehen. Jad Waschern, das sagt der Bericht nicht, leidet unter unklarer Profilierung. Was ist es? Eine Dokumentations, zentrale, ein Ausstellungszentrum, ein Archiv, eine Forschungsstätte, ein Gedenkort, an dem Memoria1-Feiern im grossen und kleinen Stil vollzogen werden? Es will das alles zugleich sein und kann daher den so verschiedenartigen Aufgaben nicht wirklich gerecht werden. Ein Beamter von Jad Waschern, der Fremde zu führen hat und wöchentlich mehrmals die Gedenkfackel durch einen Gast entzünden lässt, sagte mir melancholisch: „Ich lebe auf dem Friedhof“. Es ist eine Ueiierforderung von Beamten, wenn man sie jahrelang in dieser Abteilung belässt. — Entweder wird das Gedenken für sie zur Routine, die sich herzlos, oder mit angenagtem Herzen, als eine tägliche Pflicht abrollt, oder aber solche Menschen müssten gemütskrank werden. Daher würde es sich empfehlen, nicht länger ais ein Jahr einen Beamten in dieser Abteilung zu beschäftigen. Die Untersuchungskommis. sion schlug eine dreifache Teilung der BefugniÄe vor: ein administrative) Direktor soll dem Werk vorstehen, ein wissenschaftlicher Leiter sol1 die Bibliothek (die sehr unzulänglich sein soll) und die Archive verwalten und Forschungsarbeiten im Zusammenwirken mit der Hebräischen Universität und wohl auch anderen U nvers'täten des In. und Aus andes überwachen, und ein Spezialist für Aussenbezienungen soll dafür sorgen, dass die Publikationen und V^ransta'tungen von Jad Waschern einen weltweiten Kreis erreichen, was bisher nicht cer Fall ist. Organisation und Ordnung sind wichtig, sind unerlässlich bei einem Orter nehmen von der Grösse und Bedeu tung von Jad Waschern, das nicht nur dem Staat Israel und der Sochnut, sondern dem ganzen jüdischen Volk gehört. Aber Organisation und Ordnung, die heute zu vermissen sind, wie der Berieht unmissverständlich darlegt, sind das erst*, nicht das ». ,. . L; ' '! y ,f'v . * 4 ' V - - -- . S ::: O"' ' SO VERWALTETEN SIE DIE HEILIGEN STAETTEN: Jüdische Grabsteine benutzten sie zum Treppenbau letzte Wort. Wenn nicht die brennende Liebe zum Schicksal des Judenvolkes dazu kommt, wenn nicht aus dem Impuls der Identifikation der Ueberlebenden mit den Opfern das Werk weitergeführt wird, ist es zum Leerlauf verdammt. Die Verfolgungen des Judentums in den Jahren 1933 bis 1945 waren nur ein Kapitel in der mehr als zweitausendjährigen Leidensgeschichte unseres Volkes, das sich immer dadurch ausgezeichnet hat, dass es ein Volk des langen und des wachen Gedächtnisses war. Israel hat nichts vergessen: nicht den listigen Anschlag des Laban gegen unseren Vater Jakob, nicht das Verdikt des Pharao, alle neugeboreren hebräischen Knaben in den Nh zu werfen, nicht die Zerstörung des Tempels unter Nebukadnezar von Babylon, nicht die Anschläge des Hainan im Perserreich des Ahasveros, nicht die Zerstörung des Zweiten Tempels unter Titus, nicht die Metzeleien in der Zeit der Kreuzzüge, nicht die Schrecken der Inquisition in Spanien und Portugal, nicht die Pogrome des Kosakenhetmans Chmelniizki und nicht den Pogrom von Kischinew zu Beginn unseres Jahrhunderts. Für alle diese Kapitel unserer Leidensgeschichte sind keine pompösen Institutionen mit Millionenbudget und pensionsgesicherten Beamten errichtet worden, aber im Herzen der Juden brannte das verzehrende Feuer der Liebe! Diese Judenherzen brannten, aber sie waren nicht von Mäusen angenagt. Heute tritt anstelle der lebendigen Impulse die Organisation. Auf allen Gebieten. — Noch nie wurde rational und international so viel über jüdische Erziehung gesprochen und geschrieben wie heute. Noch nie gab es Erziehungskongresse des Judentums w7ie heute, ... und noch nie haben jüdische Kinder ln aller Welt so wenig „Jüdischkeit“ mitbekommen -wie heute, und Siegesmünzen Jerusalem. — Eine silberne Siegesmünze wird im August von der Israel-Bank geprägt ■werden, die ein Andenken an den Sieg Israels über seine arabischen Angreifer darstellen soll. Auf dieser Münze mit einem Nominalwert von 10 IL wird eine Abbildung der Klagemauer, der heiligsten Stät. te des Judentums, und das Datum ihrer Rückkehr in den Besitz der Juden zu sehen sein. Die Rückseite der Münze wird das Emblem der israelischen Verteidigungsarmee tragen. (ITA) Touristen bleiben in Israel Tel Aviv. — Die Zahl der jüdischen Touristen, die sich im Jahre 1966 in Israel für ständig nieder Hessen, betrug 2.280. Seit Staatsgründung verblieben insgesamt 25.000 jüdische Touristen im Land oder im Durchschnitt 1.320 jährlich. Ehrung für Ghetto-Kaempfer Wien. — Die Stadtverwal tung von Bielsk hat beschlossen, eine Strasse nach Josef Kewartowski zu benennen, der zu den Verteidigern im Kampf um das Ghetto in Warschau gehörte dies inklusive in Israel, wo ein Kind zwar einige Dutzend Kapitel der hebräischen Bibel auswendig lernen muss, ohne deshalb vom Geist des Judentums und seiner Ge. schichte, seinem passiven Heldentum des Dulders unter den Völkern auch nur einen Hauch verspürt zu haben. Gehört zu diesen Pflichtkapiteln auch das fünfte Kapitel im Hohen Liede? Hier heisst es im zweiten Vers: „Ich schlafe, aber mein Herz ist wach.“ Heute und hier müsste es umgekehrt heissen: „Ich wache, aber mein Herz 6chläft“, dieses jüdische Herz, an dem die Mäuse zu nagen begonnen haben. LUACH — (KALENDER) Freitag den 11. August Sonnabend, den 12. Augra-t Schabbat DEVARIM Deut 1:1> Haftara: Jesaa 1 1 — 27 Sonntag, den 13 August vlontag den 14. August Dienstag den 15. August Tisha B’A, Mittwoch, den 16. August Donnerstag, den 17. August Freitag, den 18. August Sonnabend, den 19 August Schabbat NACHMU — WATCHANAN (Deut. Haftara: Jesajas 40:1 — 26 5 Aw 6. Aw 7 Aw 8 Aw 9. Aw 10. Aw 11. A* 12. Aw 13. Aw 7:12) Sonntag, den 20. August Montag den 21. August Dienstag, den 22. August Mittwoch, den 23. August Donnerstag, den 24. August Freitag, den 25. August 14. Aw 15. Aw 10. Aw W. AW 18. Aw 19. Aw ¡ritt®“*1 •»-"Seit V der’ :inen Kr 0 «pü*» ■en xüuí < I*“ .„at C T&8 W «ecfcj hat dw ■ Reiner *». »* «ach dem 5 v* jjond P jchwere ken. K leisten Huhne) herum, ton, Pa leDos a ne) de pœg zs Pharao rael h: den Ae auf die Israelis Scheck gegebei troffen erheblii fen ert liefert troffen »er Fr c Direct