Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2230 (11.8.1967)
- Date
- 1967-08-11
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616703-9615794-9616060--4939-9616063- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 11 de Agosto de )M7 LA SEMANA (8KAEL1TA Año XXVIII. — N” 88.?» — 3 Heilige Stadt Jeruschalajim Gleich zu Beginn des kurzen israelisch-arabischen Krie ges, bereits am zweiten Tage, gelang es den heldenmütigen Fallschirm - Truppen, unter Führung des Obersten Mor- Idechai Gur, im Laufe eines Tages und einer Nacht die Jerusalemer Altstadt zu erobern. Der Sieg hat auch von Israel zahlreiche Opfer gefordert, gab doch das Artiieefcotnmando die Weisung, die Heiligen Stätten unter allen Umständen zu schonen. Als es dann frühmorgens so weit war, durchschritt der Armee-Oberrabbiner General Schlomo Goren unter den ersten Soldaten das Stadttor Schar Haarajot (Löwentor), wobei er in der einen Hand eine Thorarolle an sich presste und mit der anderen einen Schofar umklammerte. Er ging, oder besser gesagt, er lief über die holperige Via Dolorosa mitten unter den Soldaten, während noch hunderte Kugeln über ihren Köpfen hinwegsch wirkten. Kaum an der Westmauer des Tempels, am Kotei bamaaravi, angelangt, liess Rabbi Goren aus voller Kehle den Segensspruch Sehehechejanu ertönen, den der plötzlich entstandene Soldatenchor mit Amen beantwortete. Dann griff der Rabbi nach dem Schofar und blies mit ungeheurer Kraft die „Tekia gedola“ wie sie in dieser Stärke vielleicht noch nie vor der Klagemauer gehört wurde. Die mit Staub und Pulverrauch bedeckten Soldaten, unter ihnen vielleicht auch solche, die noch nie ein Gebetbuch in Händen hielten, fielen über die Mauer ner, sie schmiegten sich an sie, lieb ■ kosten und küssten die mäch- «an Dr. YOMTOV LUDWIG SATO MÖBELHAUS WATERMANN Das Haus der % Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO M47 T E SS - 7633 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke vriunvirato Zahlungserle;chter<.ngen Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung tigen grauen, von den Jahrtausenden angenagten riesigen Quadersteine, für deren Eroberung die Besten ihr Elut hingaben. Plötzlich wurde die Hatikwa gesungen und im Anschluss daran wurde Kaddisch gesagt. Kaddisch — zum ersten Mal an der Mauer nach einer Zwangspause von neunzehn Jahren. Neunzehn Jahre? Zwei der Television sahen oder über die Dinge nur in der Zeitung lasen, um all diese jüdischen Menschen spannt sich jetzt ein festes Band der Brüderlichkeit. Viel schrieb und sprach man in Israel in der letzten Zeit, wie notwendig es wäre, dass die Herzen einander näherrücken. ,,Keruv levavot", wie es in Israel heisst. Die alten Steine der Einflüsse auf Israel Washington. — Die „Washington Post“ berichtete, dass die USA einen starken Druck auf die israelische Regierung ausüben, um Israel zu „einseitigen Konzessionen“ zu bewegen. „In einem gewissen Augenblick“, schreibt Joseph Kraft in der Post, hätten die USA fast für die von Pakistan vorgeschlagene Resolution gestimmt, die den bedingungslosen Rückzug der Israelis aus Jerusalem forderte, statt sich bei der Abstimmung in den UN der Stimme zu enthalten.“ Der Artikelschreiber hebt hervor, dass ,,Trans jordanien offensichtlich gern mit Israel verhandeln möchte“, und fügt hinzu, es sei unangebracht, „Israel jetzt zu willkürlichen Zugeständnissen zu veranlassen“. Er weist darauf hin, dass die arabischen Ödländer ihr Pe troleum wieder verkaufen wollen. In Marokko, so fügt er hinzu, ist das Regime stark genug, um einen bekannten antijüdischen Agitator hinter Schloss und RUeel zu setzen, und in Tunesien ist Präsident Bourguiba bereit, Israel diplomatisch anzuerkennen, sobald Friedensverhandlungen aufgenommen werden. (ITA) Jahrtausende musste unser Volk auf die Eroberung der Altstadt Jerusalems warten, als deren Symbol die Klagemauer galt. Dies war die Wallfahrtsstätte des jüdischen Volkes seit dem Fall des Zweiten Tempels. Selbst aus den entferntesten Ländern der Diaspora pilgerten unsere Vorfahren hierher, um den Sturz des Hedigtums und des Zweiten Jüdischen Staates zu beweinen. Hier stieg ihr Gebet empqr für das Kommen des Maschiach und den Aufbau des Dritten Heiligtums. Und da geschah ein Wunder: die Eroberung der Westmauer und der Altstadt, deren strategische Bedeutung bei weitem von ihrer religiöser, und geistigen Tragweite überschattet wird, erschütterte aufs tiefste alle Schichten des Volkes in Israel und in der Zerstreuung. Alle, auch diejenigen, die sich der Religion entfremdet naben, empfanden in der Tiefe ihres Herzens, was die Eroberung der Klagemauer für das jüdische Volk bedeutet. Und um alle, die diese Vorgänge selbst mite-lebten oder die Mauer besuchten, sie in ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WÜNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76“9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN TAG VON 9—W UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI2083 TEL.: 52-2993 4 Quader von Station Urquizo Klagemauer haben hierbei mehr vermocht, als viele Reden und Schriften. ★ König David eroberte vor etwa 3.000 Jahren aus der Hand der Jebussiter die Stadt Jerusalem, die er dann als die Hauptstadt seines Reiches ausbauen liess. Als dann, ein Menschenalter später, sein Sohn, König Schelomo, den Tempel in Jerusalem errichten liess, strömten auch Fremde selbst aus fernen Ländern herbei, um ihn zu bewundern, denn er stand einzig da unter allen Heiligtümern der antiken Welt. Abgesehen von seiner prachtvollen, imposanten Architektur, unterschied er sich in zwei Dingen von allen anderen Tempeln der Antike, denn er war die Stätte des reinen Monotheismus, in der jegliches Bildwerk fehlte, und der Fremde, der noch viel später, selbst in der griechisehen und römischen Welt, als Feind galt, war hier herzlich willkommen. Ln seiner Einweihungsrede sprach König Schelomo ein besonderes Gebet: „Aber auch den Fremden — sagte er — der nicht von Deinem Volke Lsrael ist, wenn er aus fernem Lande kommt um Deines Namens willen — denn hören werden sie von Deinem grossen und Deinem ausgestreckten Arm — wenn er kommt und nach diesem Haus hin betet, denn höre Du ihn vom Himmel, der JUNCAL Crédito Ltda. Die Sparkasse des zentraleuropäischen Sektors Cooperativa de Sociedad Montag bis Freitar von 12 bis 15 Uh A R A 0 Z 285 T. E. 71 9059 BUENOS AIRES Stätte Deines Sitzes, und tu nach allem, was der Fremde zu Dir ruft“. Diese Worte edelster Menschenliebe wurden im alten Israel bereits vor drei Jahrtausenden laut und bilden bis zum heutigen Tage den Stolz unseres Volkes. Die Worte unserer Thora: „Liebe deiner. Nächsten wie dich selbst“, galten imaner als sehr wichtige Mizwa, deren Anwendung nicht auf Juden beschränkt wurde. Dies hinderte aber die Araber durchaus nicht, nachdem sie auf den Schlachtfeldern eine schmähliche Niederlage erlitten hatten, eine Verleumdungskampagne gegen Israel einzuleiten. Sie bezichtigten es der Unmenschlichkeit und der Barbarei in der Behandlich der Gefangenen und namentlich der Kranken unter ihnen. Sehr lehrreich ist über die Einstellung der Juden zu feindlichen Gefangenen hier folgende Anekdote aus dem Ersten Weltkrieg, die den Vorzug hat, wahr zu sein: Als 1917 die Türkei besiegt und hierbei Palästina — unter Mitwirkung der von Jabotinsky gegründeten Jüdischen Legion — erobert wurde, zog der siegreiche General Allenby an der Spitze -¡einer Truppen hoch zu Ross in Jerusalem ein, wobei er in der Jaffa-Strasse an dem bekannten Schaare-Zedek-Hospital vorbeikam. Der Begründer und die Seele dieses Krankenhauses war sein Direktor Dr Mosche Wallach, ein tief religiöser Jude. Er stand vor dem Gebäude, unr» den siegreichen Feldherrn zu begrüssen. Allenby hielt eine kurze Weile und fragte ihn- „Wie viel feindliche Soldaten haben Sie in Ihrem Spital?- Darauf erwiderte der Befragte- „Keinen einzigen Herr General, hier gibt es nur leidende Menschen!“ Und heute hat sich in Israel in dieser Beziehung nichts geändert. ★ Es ist nur natürlich, dass die israelische Regierung nach der Eroberung der Altstadt das seelische Bedürfnis empfand, beide Teile Jerusalems sofort gesetzlich zu vereinigen. Wie vorauszusehen war, kamen hierauf unsere Feinde und griffen uns heftig LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPEND*ENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - 83-2613 5. Aw 5787 11. August 1967 an. Nachher meldeten sich die „Neutralen“, hoben den Zeigefinger und erteilten eine strenge Rüge für diesen „übereilten“ Schritt. Ganz merkwürdig war die Einstellung des Papstes Paulus VI., von dem wir in Lsrael ja schon seit seinem Besuch im Lande wissen, dass er nicht zu unseren Freunden zählt. Zum Zeichen des Protestes gegen die Israelis, die gewagt hatten, die Altstadt Jerusalem zu erobern, verlangte er diesmal sofort die Tnternationalisierung der Hei. ligen Stadt. Merkwürdig ist diese Haltung, weil im Mittelalter die Römische Kirche nicht weniger als sieben Kreuzsüge veranstaltete, um die Heiligen Stätten in Palästina den ketzerischen Sarazenen (so nannte man damals die Araber) zu entreissen Als 1948 die Jerusalemer Altstadt von den Arabern erobert — wie schwach war Israel nur in den Tagen der Staatwerdung! _und Transjordanien einverleibt wurde, da beeilte sich der damalige Papst Pius XII., der nicht den kleinen Finger rührte, um nur das Geringste für die von Hitler verfolgten Juden zu tun, den Herrscher Transjordaniens, Emir Abdallah, telegraphisch aufs herzlichste zu begrüssen. Heute wird dasselbe gespielt: der Päpstliche Stuhl kann sich trotz aller Konzilien und der Abschaffung judenfeindlicher Gebete nicht mit dem Gedanken befreunden, dass Juden in der Heiligen Stadt herrschen sollen. Dann schon lieber die Sarazenen! Freilich haben wir auch Freunde. Vor kurzem weilte Lord Robert Boothby, der Vorsitzende der engliSGh-israelischen Freundschaftsliga, im Lande. Bei einem Presseempfang wies er alle Angriffe auf den Anschluss der Jerusalemer Altstadt an Israel aufs entschiedenste zurück und erklärte, Israel sei das einzige Land, das die Frei hei“ von Jerusalem und den Juden in Osteuropa New York. — Irr. Jahre 1939 wohnten in Polen 3 300 000 Juden, jetzt 25 000; in Rumänien 750.000, jetzt 110 900; in Ungarn 575 000, jetzt 80.000; in der Tschechoslowakei 350.000, jetzt 18.000: in Jugoslawien 75.000. jetzt 6 500 und in Bulgarien 50.000, jetzt 7.0000. Die bulgarischen Juden überlebten zumeist, die Reduktion der Ziffer ist auf die Auswanderung nach dem Kriege zurückzuführen. Schutz der Heiligen Stätten aller Religionen zu sichern vermag. Lord Boothby forderte Israel auf. unter keinen Umständen einer neuerlichen Teilung seine Hauptstadt zuzustimmen. „Die vor neunzehn Jahren erfolgte Spaltung Jerusalems — meinte er — war der schändlichste Skandal der Geschichte.“ |uu»omu** Ce*Si! CAIA POPULAR DE BELGRANO COOPERATIVA 0E CREDITO LT0A. DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA 'CASA CENTRAL- AMENA8AR 296$ AGENCIA N“ 1 CABILDO 3102 esq IBERA AGENDA N* t CORRIENTES 229* - P. V* esq PASTEUR Horario, de 12 a 16 HS. tnscnpcibA en trimile ni et Registro de Entidades fmancteratl no bancanas del Banco Central CAPITAL REALIZADO ACTUAL 200.000.000,- Estudio Jurídico internacional Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCH A EDIGUNGSFRAGEN BUEROSTUNDEN: von 15 — 19 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch (Ich bitte, nicht vor 14 Uhr za erscheinen) oder nach Vereinbarung T. E.: 83 - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS T SUDAMERICANOS Erbschaftssadieti - Verfraege - Verwaltungen Miefi-, Zivil- und Handelssachen T. E.: 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS