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Jüdische Wochenschau · 1967-07-14 · 2226 (14.7.1967) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2226 (14.7.1967)
Date
1967-07-14
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU f 4 — Viernes, 14 de Julio «le 1967 Año XXVm. — N* 222« Nach der arabischen Niederlage Die politische und propagandistische Linie der arabischen Extremisten nach der Niederlage im dritten israelisch-arabischen Krieg wird Allmählich deutlicher, in der kürzlich erschienenen Nummer der Wochenschrift , Al Hurriya", die als das Sprachrohr der ,,Bewegung der Arabischen Nationalisten“ (der „Haraka“) gilt, ziehen die beiden wichtigsten Agitatoren und Doktrinäre der „Be- ■Wegung“, Mushin Ibrahim und Muhammed Kischli, die Lehre aus den vergangenen Ereignissen, so wie sie sich In ihren Augen darstellt. Ibrahim betitelt seinen Beitrag: „Nein, die Araber haben keine Niederlage erlitten; es war auch kein Krieg gegen Israel; es ist ein totaler Krieg gegen Amerika!“ Seine ttlhese lautet, die Vereinigten Staaten seien seit geraumer Zeit darauf aus, die sogenannten Befreiungsbewegungen unter den Völkern der „Dritten Welt“ zu ersticken, ßie hätten besonders die „arabische Revolution“ aufs Korn genommen, indem sie die Aufrüstung Israels betrieben, den Widerstand in Jemen gegen die „arabische Resolution“ gefördert und versucht hätten, Aegypten dort In einen ausweglosen Krieg *u verwickeln. Ferner umfasst der Katalog an Anschuldigungen folgende Punkte- Ausbau von Militärbasen; „Nervenkrieg“ gegen die Araber; Isolierungs - Versuche;, .Verschwörungen“ mit den reaktionären arabischen Herrschern und wirtschaftliche „Druckmassnahmen“. Schliesslich seien die Vereinigten Staaten zur Endoffensive gegen das revoluf’onäre Arabertum geschritten, indem sie „ihren Militärstützpunkt Israel'“ zurrt Angriff aufgeboten und beim Angriff „heimlich“ unterstützt hätten. Ihr Ziel dabei sei gewesen, die revolutionären arabischen Regime zu stürzen. Abdel Nasser, fährt der Verfasser fort, habe keine andere Wahl gehabt, als sich der Herausforderung „des Neokolonialismus“ zu stellen, oder aber — was undenkbar sei— klein beizugeben. Er habe die Herausforderung angenommen. Man habe dabei zwar einen „militärischen Rückschlag erlitten“; es handle sich jedoch nur um die Eröffnungsphase des Gesamtkrieges der Araber gegen den „Neokolonialismus“, Der Kampf werde hart sein, aber er müsse am Ende erfolgreich ausgehen; denn es sei kein Beispiel aus der Geschichte bekannt, in dem ein Volk, das sich habe befreien wollen, nicht am Ende seine Befreiung erkämpft habe; die Völ- BIBLIOTECA POPULAR JUDIA Publicaciones del Ejecutivo Sudamericano del Congreso Judío Mundial CORRIENTES 1979 BUENOS AIRES Colección: HECHOS DE LA HISTORIA JUDIA 1. Menajem Boreisho: LA HISTORIA DEL IDT3CH 2. Teodoro Herzl: EL PRIMER CONGRESO SIONISTA 3. Abraham Platkin: LA HISTORIA DEL HEBREO Colección: GRANDES FIGURAS DEL JUDAISMO 1. Samuel Rodanskv; SCHOLEM ALEIJEM 2. Natán Gesang- YEHUDA HALEVI 3. Simja Sneh: SCHMUEL IOSEF AGNON 4. León Dujovne: MAIMONIDES 6. Nahum Goldmann: TEODORO HERZL 6. Schalom Rósenberg FILON DE ALEJANDRIA 7. Eugen Relgis: STEFAN ZWEIG ' 8. David Elnecavé: JEREMIAS 9. León Dujovne: MOISES HESS EN PREPARACION: Hardi Swarsensky: WALTHER RATHENAU Mark Turkow: JANUSZ KORCZAK Bibliografía de Temas Judíos en Castellano Bestexlungen dieser hochinteressanten Serie direkt im Büro des Jüdischen Weltkongresses (T. E-: 49-2817) ker seien stärker als die Kräfte des Kolonialismus. CHINESISCHE UNTERTOENE Ein leicht chinesischer Akzent tritt vor allem bei Kischli hervor, wenn er schreibt in den zwei früheren Kriegen habe der Kolonialismus ’m Bunde mit Israel gestanden; diesmal sei es der „Neokolonialismus“ in einer versteckten Form. In Zukunft könne man nicht mehr Israel allein bekämpfen, sondern müsse die USA mitbekämpfen. Der! Krieg stelle eine neue Stufe ¡ des Kampfes dar. Man müsse i nun die Angstgefühle vor 'Amerika und dem Westen all- I gemein aufgeben. Man brau- I che sich nicht zu fürchten, weil der Westen letztlich die Araber „mehr nötig haoe“ als die Araber den Westen. Die Araber müssten erkennen, dass man keinen Unterschied machen könne zwischen wohlgesinnten und übelgesinnten Amerikanern oder Westeuropäern; sie müssten samt und sonders abgelehnt und bekämpft werden. Die vergangenen Niederlagen seien auf den Fehler der Araber zurüokzuführen, der darin bestand, dass sie sich immer wieder auf westliche Freunde verlassen hätten. In Zukunft müssten die Araber sich radikal gegen die ganze westliche Wrelt auflehnen. Tel Aviv, Washington, London „und andere Hauptstädte“ seien nur verschiedene Ausdrucksformen einer einzigen „Gegenrevolution“, die die arabische Revolution besiegen müsse. So verschroben und unwirklich derartige Thesen einem westlichen Leser ersehet nen mögen, so muss man sie dennoch ernst nehmen. Tn dem hier skizzierten Vorstellungsbereich werden sich in Zukunft die arabischen Propagandisten ihre Slogans holen, Schon hat die „Stimme der Araber“ die These auf ein monumental einfaches Ni- Staatliche Hypotheken Tel Aviv. — Die Regierung stellte israelischen Bauunternehmern ungebundene Hypotheken mit 12 Prozent Sinsen im Betrage von 12.500 IL pro Wohnung zur Verfügung; hierfür sind bisher 1.30Ö An. träge gestellt worden. estudio PASTEUR 254 * 2’ y 5° pkoj, ffW 44.714«. 1371 a fUENOt AL*W uiiiiiiiJii'HiiimimimiimimiHiiiimmfiiifiiiiifmimimmififmimiiiiififimiiimiiiiiiiiiiiiiri "U FO**. 11 MIDI À veau gebracht mit dem neuen, täglich vielfach wiederholten Slogan; „Israel ist Amerika und Amerika ist Is. rael!“ Schon gilt die Dolchstosslegende von der angeblichen Hilfe, die die Vereinigten Staaten und England den Israelis während der Kämpfe geleistet hätten als „unumstös6liche Tatsache“. ENTTAEUSCHUNG UEBER MOSKAU Es ist recht interessant, festzustellen, dass die Chefs der „Haraka“ zwar auf „Amerika“ kräftig schimpfen, das6 sie jedoch die Sowjetunion überhaupt nicht erwähnen. Sie sprechen auch nicht von der Hilfe, die die Araber in ihrem Kampf gegen „Amerika“ von ihr erwarten könnten. Vor den Feindseligkeiten waren sie des Lobes für die Unterstützung voll, die die Sowjetunion den Arabern angedeihen lasse. Sie hoben die Existenz des „sozialistischen Lagers“ regelmässig als einen der Hauptfaktoren hervor, auf den die Araber ihre Politik zu stützen vermöchten. Dass sie heute die Sowjetunion und das „so. zialistische Lager“ in Schweigen übergehen, zeigt an, wie sehr sie über ihre sowjetischen Freunde enttäuscht sind. Man hebt nun vor allem die Notwendigkeit für die Araber hervor, sich selbst zu helfen. Noch zögert man damit, allzuklar zu umschrei, ben, wie diese „Selbsthilfe“ in der Parixs aussehen müsste. Es werden aber immer wieder zwei Völker als Beispiele dafür zitiert, dass „Befreiungskämpfe“ und „Volksrevolutionen“ nie verloren gehen könnten, wenn man nur entschlossen genug handle: dies sind Algerien und Vietnam. Man erreicht hier die Grenze. die die Extremisten von der Art der ,,Haraka“-Fühier noch nicht zu überschreiten vermögen, ohne sogar vor ih. rem eigenen arabischen Publikum unglaubwürdig zu wir ken. Die Araber können sieh noch nicht wirklich in der Rolle von Vietcongs sehen. Noch begnügen sie sich mit Wunschbildern zahmerer Art. Sie träumen davon, dass ihr Boykott den Westen „auf die Knie zwingen“ könnte. Die ,,Haraka“-Chefs und ähnliche Extremisten, etwa die Leute der Baath-Partei und andere .Revolutionäre* strengen sich an, die noch bestehenden Bande zwischen der arabischen und der westlichen Welt zu lösen. Wenn dabei die Wirtschaft der arabi. sehen Länder zugrunde geht, ist das ihnen nicht unwillkommen. Die echte „revolutionäre Stimmung“, die schliesslich einen Guerillakrieg in den Bereich des Möglichen rückte, würde da. durch gefördert. Wie weit werden sich die immerhin am gegenwärtigen Zustand ein Interesse aufweisenden arabischen Regierungen und Oberschichten derartig selbstzerstörerische und anarchische Entwicklungen bieten lassen? — Die weitere Entwicklung muss dies erweisen. Für den Augenblick kann man kaum Sitmmen vernehmen, die sich dagegen aufzulehnen wagten. Man verspürt nur hie und da, etwa in den Erdölländern, heimliche Widerstände dagegen. Auf der Oberfläche sind nur die extremistischen Thesen und Vorstellungen vorhanden. (NZZ) Juden in Tunis Und wenn es sich um HERRENKLEIDUNG handelt, dann zu Carlton MAIPU 982 — 31.7845 Vor der Unabhängigkeitserklärung sagte ein späterer tunesischer Minister, dass die Juden zwar körperlich in Tunesien lebten, ihre Herzen aber in anderen Ländern hätten. Das war auch weiter nicht auffällig, waren sie doch auf der einen Seite mit Frankreich kulturell verbunden und auf der anderen stand der Staat Israel mit seinem gefühlsmässigen Einfluss. Das unabhängige Tunesien behandelte die Juden zuerst als völlig gleichberechtigt. In der ersten Regierung befand sich ein jüdischer Minister. und in der Verfassung von 1959 wurde die Freiheit des Glaubens garantiert, wenn auch das Land offiziell als ein moslemisches erklärt wurde. Im Jahre 1956 hatte die Volkszählung ergeben, dass sich 58.000 tunesische und 20.000 französische Ju. den im Land^befanden. Tunesien kam aber rasch sozial und kulturell in Bewegung. Die Rabbinatsgerichte wurden abgeschafft und ihre Aufgaben den allgemeinen Gerichten übergeben, zugleich aber elf jüdische Richter bestellt. Dann folgte die Auflösung des Rates der jüdischen Gemeinden; an seiner Stelle wurde von der Regierung ein provisorischer Rat für religiöse Angelegenheiten gebildet. Er besteht nach acht Jahren immer noch. Zwischen 1957 und 1960 gab es Zeichen der Entspannung zwischen Juden und Mohammedanern. Zum Beispiel wurde der Jom Kipur als ein offizieller Feiertag erklärt, an welchem die jiidisehen Angestellten frei hatten und die jüdischen Schulen geschlossen waren. Anstelle der abreisenden Franzosen erhielten Juden die Posten, und sie entwickelten denn euch ein nationales Bewusstsein. Die Arabisierung hatte zuerst die Abwanderung der französischsprechenden Juden zur Folge. Zunächst wurden die Kinder in Schulen nach Frankreich geschickt. Die Anwälte hatten bisher die Möglichkeit gehabt, vor Gerichten französisch zuplädieren. Die öffentlichen Angestellten mussten sich sprachlich umstellen. Dann wurden die Jugendorganisationen aufgelöst und schliesslich nur noch philanthropische Gesellschaften erlaubt. Hierauf wurde die Anerkennung vom Jom Kipur als Feiertag rückgängig gemacht, der jüdische Minister aus seinem Amt entlassen und der Rat der Gemeinden erhielt überhaupt keine Unterstützung mehr. Diese Entwicklung führte. zur Auswanderung. Zwischell 1948 und 1956 trafen in Israel' 30.000 Einwanderer aus Tunesien ein, im Jahre 195« wa<* reu es allein über 6.000. Im Jahre 1957 ging dann der Zug eher nach Frankreich. Uebei 20.000 gingen in den Westen, davon einige hundert naeß Kanada. Die Biaertakrise im Jahre 1961 brachte eine weitere Verschärfung der Situation. Den Juden wurde vorgewor« fen, dass sie sich zur Beteili» gung am Kampf gegen Frankreich nicht bereit gefunden hätten. Es kam deswegen zu vielen Verhaftungen und Angriffen gegen Juden, was 2.500 Juden bewog, nach Frankreich zu gehen, auch wenn sie ihr ganzes Vermögen und ihre Habe zurücklassen mussten. Insbesondere trat diesmal die Auswande. rungswelle im Süden auf, wo 1956 noch 8.000 Juden wohnten und heute nur noch 2.000, meistens auf der Insel Djerba Eins jüdische Aktivität besteht nicht mehr. Es erscheint keine Zeitung mehr und auch sonst keine Publikation. Einzig der Jugend- Gottesdienst in der Synagoge von Tunis findet noch statt Das Judentum löst sich rasch auf. Viele haben ihre Koffer gepackt, ohne zu wissen, wann sie abretsen können. Die Gemeinde in Kairouon existiert nicht mehr, in Bizerta ist nicht ein jüdischer Bewohner zurückgeblieben, und an vielen anderen Orten ist der gleiche Zustand zu’ finden. Nach den letzten Berichten gibt es in Tunesien jetzt noch etwa 17.000 Juden mit einer grossen Zahl von alten und arbeitsunfähigen Personen. Staatspräsident Bourguiba hat mehrmals erklärt, dass die Juden nicht belästigt werden sollten, und die Regierung hat dann auch keine weiteren antijüdischen Schritte mehr unternommen. Trotzdem schwindet die Gemeinde. Zuerst zieht die Jugend fort, und dann folgen die Eltern, sobald eine Existenz gefunden ist. Tote-Meer-Rollen aufgefunden Tel Aviv. — Eine grosse Zahl von Rollen vom Toten Meer wurden in dem in der Altstadt von Jerusalem gelegenen Ro ckefeher - Museo tn gefunden. Dr. Avraham Biran, Direktor der staatlichen israelischen Abteilung für Altertumskunde, Geilte mit, dass das Museum jetzt seiner Verwaltung unterstellt wurde. (ITA) Die BARMIZWA unseres Sohnes RICARDO PEDRO findet s.G.w. am Sonnabend, den 22. Juli, um 9 Uhr in der Synagoge Bet Israel, Cramer 2070, statt. Alfred Levy und Frau Paula geb. Rappaport Empfang anschliessend an den Gottesdienst im Bet Israel. Benjamin Victorica 2753 LUACH — (KALENDER) Freitag, den 14. Juli 6 Ta mus Sonnabend, den 15. Juli 7. Tamus Schabbat Balak CNüm 22,1-) Haftara: Micha 5, 6—14 — 6, 1—8 Sonntag, den 16 Juli 8. Ta mus Montag den 17. Juli 9 Tamus Dienstag, den 18. Juli 10. Tamus Mittwoch, den 19. Juli 11. Tamus Donnerstag, den 20. Juli 12 Tamus Freitag, den 21. Juli 13. Tamus Sonnabend, den 22. Juli 14. Tamus Schabbat Pinchas (Nüm. 25—10) Haftara: 1. Könige 18, 46 — 19, I—21 Tamus Sonntag, den 23. Juli 15 Montag den 24. Juli 16 Tamu» Dienstag, den 25. Juli 17. Tamus Fasten Shiva Asar b’Tamus Tamus Mittwoch, den 26. Juli 18. Donnerstag, den 27. Juli 19. Tamus Freitag, den 28. Juli 20. Tamus HERZLS TODESTAG (1904)

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