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Jüdische Wochenschau · 1967-07-14 · 2226 (14.7.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2226 (14.7.1967)
Date
1967-07-14
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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ft — Vierne», 14 At Juli« At 1967 J0BI8CBI WOCHENSCHAU Aft* xxvni. — N* vex Partei ohne Programm (Schluss von Seite 1) seelischen Erkrankung des Individuums oder der Massen nichts zu tun. Man muss die se Phänomene auseinandertialten, wenn man sieh ein klares Bild schaffen möchte. Ehe NPD wird vom Bundes- Kninisterium als eine Partei ohne Programm bezeichnet. Die NPD betrachtet sich, wie es im Bericht heisst, als „Kamplbund" und ..Gesinmjngiigemeinscahft“, die heute noch Zufluchtsstätte, morgen aber Ausgangsstellung für ein Deutschland ist, das Rieh wieder einmal erneuert*“ (DN-Sonderdruck Hannover ß. 2). Sie will d,en „anständigen Deutschen* eine politische Heimat bieten. In einer Zeit „der Missachtung aller nationalen Werte“, des politischen und wirtschaftlichen ßtaatsbankrottes und der mit Aufklärungsartikeln über die NS-Zeit angefüllten Presse“ sei sie zur „letzten Hoffnung aller wahren deutschen Patrioten“ geworden. Diese Selb6teinschätzung offenbart Optimismus, zugleich aber auch Intoleranz, Ueberhebliohkeit und primitives Preund-Feind-Denken. Aehnftiche Tendenzen zeigt die Agitation der Partei auf fast allen Gebieten. Sie neigt zu intellektfeindlichen, vorwiegend emotionalen Denkscha- •blonen ßowie dazu, sich nolitischen Auseinandersetzungen durch Flucht in Dogmen und irrationale Glaubenssätze zu entziehen. Die Partei versuchte, politische Leidenschaften zu entfesseln. Mehr als in den Jahxen zuvor hat sie Unzufriedenheit, Krisenangst und ßtaatsverdrossenheit agitatorisch ausgenutzt. Dies spiegeln Musterreden wider, die sie bei ihrer Reduerschultiog verbreitet hat. Die Sprecher der NPD versetzen ihre Zuhörer durch nationalistische Schlagworte und übersteigerte Kritik an der gesurrter Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telaftn: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. 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Verbände an, ..Themen der NS-Vergangenheit“ nicht in den Mittelpunkt der Versammlungen zu stellen. Der Propagandareferent der NPD Otto Hess (Alt-Pg. und ehemaliger Gauredner der NS¬ DAP) warnte die Funktionäre eindringlich vor jedem falschen Zungenschlag. E-* erklärte am 15. Mai 1966 wörtlich: „Hütet Buch vor dem Ton, den Ihr ein6t gelernt habt; das Publikum merkt es eher als Ihr“. Diese Ausführungen des Parteiredners Hess sind vom Standpunkt der Massen-Psvchologie besonders interessant und weisen auf die Tatsache hin, das» gerade bei radikalen Parteien dieses psychologische Argument zutreffend eingeschätzt wird. Weil ein grosser Teil der Wählerschaft. <J h. der Volksmassen, eine Wiederkehr von NS-Zuständen nicht wünscht, — es lebt sich in der heutigen Demokratie bequemer als in einem Diktaturstaat —, und deswegen gegen derartige Tendenzen eingestellt ist, mus8 alles vermieden werden, was darauf hindeuten könnte, die NPD sei eine Fortset zungspartei der NSDAP. Auf der anderen Seite gibt es sicherlich sehr viele, die „innerlich“ Nazis geblieben sind, was auch nicht weiter Wunder nehmen ward, sodass gewisse Anspielungen, die man bereits in der Buchstabenzusammenstellung der Parteiabkürzung findet, ebenfalls darauf abzielen, einen psychologischen Effekt zu erringen. Sicherlich gibt es in unserer Zeit der Mode-Wortkürzungen keine Zusammenstellung im politischen Leben, die so nahe an NSDAP anklingt wie NPD. Man kann dessen sicher sein, dass dieses „Wortspiel“ nicht zufällig ist. Diese Partei war nicht intensiv darum bemüht, eigene Vorstellungen zu wesentlichen Fragen der Tagespolitik zu entwickeln. Das „Manifest der NPD“ und die Erläuterungen dazu enthalten nur Ansatzpunkte einer eigenen politischen Konzeption. Sie wurden vorwiegend für Zwekke der Wahlagitation herausgegeben. Auch gelegentliche Grundsatzreden und Veröffentlichungen in den „Deutschen Nachrichten“ konnten das Fehlen eigenständiger politischer Grundgedanken nicht ausgleichen. Soweit sie konkrete und realisierbare Forderungen enthalten, sind Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq CONDF 76-0286 73-1049 es meist Forderungen, die andere politische Parteien bereits vorher erhoben hatten. Die NPD hat also noch kein Parteiprogramm. Erst nach den Land tags wählen in Hessen und Bayern hat sie sich entschlossen, ihre politischen Vorstellungen mit mehr Nachdruck ate zuvor „auf einen einheitlichen Nenner zu bringen“'. In breiten Bevölkerungsschichten gilt die NPD wegen ihres ressentimentgeladenen Nationalismus und ihres Agitations- und Versammlungs- Stils, der vielfach bestürzende Erinnerungen an die nationalsozialistische Agitation gegen die Republik von Weimar wecken muss, als neonazistisch. Das um so mehr, als ehemalige Mitglieder und Funktionäre die Führung« gruppe der NPD öffentlich bezichtigt haben, sie sei von Männern beherrscht, die einen „radikalen Gefühlsnationalismus“ verkörperten und „nichts vergessen und nichts hinzugelernt hätten“. Im Jahre 1966 waren vermehrt Anhaltspunkte festzustellen, dass zwischen der weltanschaulichen Basis der NPD und der NS-Ideologie Parallelen bestehen. Hinweise dieser Art bot das bereits zitierte Grundsatzreferat des Ideologen der NPD, Dr. Anrich („Alt-Pg“ und ehemaliger Reichsschulungsleiter des NS - Studentenbundes), auf dem Parteitag in Karlsruhe, das teilweise w-örtliche Ueb:reinstimmungen mit seiner Rede anlässlich einer Reichsgründungsfeier im Jahre 1934 enthielt. Die „Deutschen Nachrichten“ feierten diese Rede, die inzwischen von der NPD als Broschüre verbreitet wird, als ..geistige Basis der jungen Partei, auf der die nationaldemokratische Poli-ik beruht“ (Deutsche Nachrich ten 25 66, S. 1». Das Referat ist also zum offiziellen Bekenntnis der NPD geworden. Es propagiert rassenbiologischen Kollektivismus und lässt sieh wie die vergleichbaren Kernstücke der NS- Ideologie von staatsautoritären Vorstellungen leiten. Trotzdem die NPD leugnet. NS-Ideologie übernommen zu haben, und sich immer wieder dagegen sträubt, als neonazistisch angesehen oder bezeichnet zu werden, hat sic zahlreiche NS-Theorien und „Gedanken“ übernommen wie die Auslegung der Begriffe Volk, Volkstum, Staat und Souveränität. Auch der Begriff des Rechts wird aus einer angeblichen . .Bezogenheit auf das Volkstum und seine Gemeinschaft“ hergeleitet. Dabei wird eine ..Neuformulierung des Rechts des Ganzen über den einzelnen“ gefordert. Diese Themen erscheinen in Reden und Veröffentlichungen der NPD -mmer wieder. Anzeichen einer staatsautoritären Grundhaltung lassen sich häufig feststellen. Bezeichnend ist auch die Selbstverständlichkeit, mit der die NPD den Nationalsozialismus, von dem sie sich öffentlich distanziert, intern in die Tradition des „Nationalen Lagers“ einbezieht. Allen Ehemaligen wird geraten, bei Lebensläufen einfach einzusetzen; „Immer im nationalen Lager gestanden“... Ueber den Nationalsozialis mus wird gesagt: „Der deutsche NS - 1920 bis 1945 — stellte den Versuch dar, die vier Grundelemente des menschlichen Lebens, nämlich das biologische Element mische der Artversorgung der Arterhaltung. das ökonodas politische zur Regelung des Zusammenlebens und das religiöse zur letzten Sinndeutung des Lebens, miteinander in Einklang zu bringen.“ Nachdem dann darauf hingewiesen wird, dass der NS eine eigene Form des Sozialismus geschaffen, den Klassen, kampf überwunden und den Arbeits - Frieden hergestcllt habe, wird dann „Kritik“ am NS-Regime geübt. Es heiS6t dann wörtlich: „Andrerseits führte — vor allem nach Hitlers Regierungsübernahme am 30. Januar 1933 — vielfache menschliche Unzulänglichkeit in der Parteiführung und ein Mangel an Mass zur verhängnisvollen Ueberspitzung sowohl in der Vorstellung als auch bei der Verwirklichung vom Führerstaat, vom Führungsanspruch der „deutschen Rasse“ und vom Vorrecht der Gemeinschaft gegenüber dem berechtigten und notwendigen Freiheitsbediirfnis des einzelnen“. — Das Zugeben einiger „Irrtümer“ soll den Nazismus nur sympathischer machen. Bei seiner Rückkehr an die Macht werden diese Fehler vermieden werden, was man ohne Zweifel aus diesen Erläuterungen zu entnehmen hat. Auf der gleichen Linie liegen die Bekanntmachungen der Partei zur Jude «'rage. Die Formulierung .Endlii. sung der Judenfrage“ wird als Vermutung erklärt, obwohl sie in einer Weisung Görings an Heydrioh enthalten ist, „um daraus die planmässige Ausrottung des europäischen Judentums dim-h die deutsche Reichsführung zu konstruieren“... Das schreckliche Geschehen der Nazizeit wird weiter bagatellisiert, „Dass sich im Verlauf der Geschichte bei allen Völkern wiederholt eine .Judenfräse“ ergab und auch zu Versuchen einer .Lösung“ führte, liegt der religiösen und soziologischen Sonderstellung, an dem betonten Anderssein der Juden vor und nach ihres Emanzipation. Dieses Anderssein ist durch die aussereuropäische Wesensart wie auch durch den religiösen Auserwähltheitsanspruch der Juden bedingt. „Eine weitere Verschärfung brachte die unbegründete Kriegstreiberei der Vereinigten Staaten, die man weitgehend auf den Einfluss jüdischer Berater Roosevelts zurückführte. „Ein Befehl zur pianmäesigen Ausrottung der jüdischen Bevölkerung ist bislier anhand von Dokumenten nicht naehgewiesen. „Ist also die behauptete Bedeutung des Ausdruckes .Endlösung“ nicht beweisbar, so kann andererseits nicht widerlegt werden dass im 2. Weltkrieg und im Rahmen kriegsbedingter Aktionen Juden zu Hundert~AUS*.-nden (verhältnismässig glaubwürdige Angaben schwanken zwischen 350.000 und einer Million) von deutschen oder in deutschen Diensten stehenden Spezialeinheiten onne Wissen der deutschen Oeffentlichkeit getötet worden sind. Diese Untaten sind von der allgemeinen Baibarisierung der Knegsone'hoden seit 1939 nicht zu trennen." Diese Entstellung der Tatsachen ist deswegen geeignet, eine neue Art Dolchslosslegende zu schaffen weil sie sich auf die Unkenntnis der Leser- und Wählerschaft stützt, die sich verständlicherweise dagegen sträubt, die Wahrheit zu erkennen, weil hierdurch eine eigene Schuld durch Beteiligung oder Schweigen zugegeben werden müsste. Diesen Bemühungen der NPD kommen Tendenzen entgegen, die auch ausserhalb dieser Partei, wenn auch nicht in der gleichen systematischen Form, häufig festzustellen sind. Der hauptsächliche Träger dieser Behauptungen ist aber nicht die NPD, sondern die National - Zeitung, deren Stimmungsmache der NPD zugute kommt und von ihr im Rahmen ihrer parteipoliti- LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swaraensky Pueyrredón 2190, iv izq T. E 83-2613 Abono-Preise Argentinien : $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. sehen Tätigkeit ausgenutzt wird. Zu diesen Erscheinungen in einem weiteren Artikel Stellung zu nehmen, bleibt Vorbehalten, Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 3283 - 76-821* RAYOS X PARADENTOSF PELEE. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtliebcr MALERARBEITEN HFi CUERA 1915 — T. E. 58 4052 Dra. Juana Nevler de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALABERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — NUTRICION ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Pist 3? Dio. H. T. 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