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Jüdische Wochenschau · 1967-05-19 · 2218 (19.5.1967) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2218 (19.5.1967)
Date
1967-05-19
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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f — Vien««, ÏS de May*' de 1967 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ereignisse der Woche Rede des Israel-Botschafters Am ADtnd des Jom Haazmaut hielt Israel-Botschafter Mosehe Alon über den Staats- Bender eine Radioansprache an das argentinische Volk. Er erklärte eingangs die Be deutung dieses Tages für sein eigenes Volk, das zweitausend Jahre lang in der Verbannung lebte und von dem Tag der Wiederkehr auf seinen Heimatboden träumte, von dem es gewaltsam vertrieben worden war. Er sprach von der Vision Theodor Herzls und seinem Einfluss auf die Juden in der Welt, die schon seit Anfang dieses Jahrhunderts als Pioniere nach Israel strömten, um den ausgedörrten Boden zum Leben zu erwecken. die hebräische Sprache neuzubeleben. Dörfer und fitädte zu bauen und eine auf fortschrittlichen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Prinzipien ruhende Gemeinschaft zu begründen. ,,Auf diesem Werk und verankert in dem natürlichen Recht des jüdischen Volkes auf eine unabhängige Existenz entstand als Erbe unserer Vorväter der neue Staat Israel“, führte der Botschafter aus. .An diesem 19 Jahrestag der Unabhängigkeit unseres Staates gedenken wir der Tage des Befreiungskrieges. der zahllosen Schwierigkeiten. die es zu überwinden galt, um seit dem ersten Tag seiner Geburt das Leben der neuen Nation zu sichern. Dieser chronologisch kurze Zeitraum im Bestand eines Landes war besonders reich an Ereignissen. Hunderttausende neue Einwanderer kamen nach Israel auf der Suche nach einem Nationalheim, für die Arbeit beschafft. Un. terkoinfte gebaut und Schulen errichtet werden mussten für die es galt, die wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen für eine auf blühende nationale Gemeinschaft in einer Atmosphäre der Freiheit, des Friedens und der Gerechtigkeit zu schaffen.“ Mosche Alon beschrieb die harten Mühen, deren es bedurfte. dem von der Natur karg bedaehten Boden des Landes Ackerland abzugewinnen, den Kampf gegen die feindlichen, ständig die Grenzen bedrohenden Nachbarn zu führen und trotz all dieser Widrigkeiten ein gesichertes Staatswesen aufzubauen und fuhr fort: „Di' gleiche Arbeit erwartet uns auch in Zukunft. Am Tage seiner 20jährigen Existenz steht Israel vor der Verfolgung neuer Ziele. Das israelische Volk, gestählt im Kampf gegen die Wüste, nimmt diese Aufgaben mit Festigkeit und Verantwortung auf sich. ..Doch leider sind alle unsere Vorhaben, alle unsere Hoffnungen von dem Fehlen des so ersehnten Friedens überschattet. Wenn unsere Friedenswünsche sich erfüllen, so wird der Mittelosten Zeuge eines Erwachens aller ihn bewohnenden Völker sein. Innerhalb der souveränen Gleichheit, die von der Charter der Vereinten Natio. nen anerkannt worden ist wird eine neue schöpferische, friedliche Etappe für die ganze Region und den Austausch zwischen den Völkern beginnen. Wenn Frieden herrscht, werden Eisenbahnen, Stra. ssen und Brücken die entferntesten Gegenden der ver schiedenen Länder verbinden. Der Mittelosten könnte zu einem lebenswichtigen Mittelpunkt der Luftlinien werden der Tourismus würde alle Teile der Zone begünstigen, und der freie Zutritt zu den allen Religionen heiligen Stätten wäre frei Die Mitarbeit, welche wir heute auf wissenschaftlichem, kulturellem. technischem und ökonomischem Gebiet zahlreichen Ländern ia .Ameri^, Asien und Afrika leisten." würde mit erheblichem Gewinn für alle endlich auf die Nachbarländer ausgedehnt werden. Wir könnten bei der Pflege ihrer Gesundheit, bei der Kontrolle tropischer Krankheiten, der Entwicklung der Erzie- |hung. der Bewässerung trokkener Gebiete, der Entsalzung des Wassers und de’ Ausnutzung der natürlichen Bodenschätze mitarbeiten. Dies sind nur einige der Perspektiven die sich für eine Zukunft des Friedens eröffnen. „Israel ist hierzu bereit und unsere Geschichte lehrt uns, den Glauben an die Zukunft zu bewahren.'* Abschliessend dankte Botschafter Alon der Verwaltung der staatlichen Rundfunkstation für die ihm grosszügig gebotene Gelegenheit zum argentinischen Volk zu sprechen. „Ich bcgrüsse die solidarischen Gefühle", ende, te er. .mit welchen uns heute die Familie der Völker be gleitet und im besonderen dem edlen argentinischen Volk, dessen Geschichte sich auf das gleiche Ideal der Freiheit gründet, die die Geschichte des Volkes von Israel durchglüht. Meine aufrichtigen Wünsche gelten der Freundschaft, durch die Ar. ■* BIBLIOTECA POPULAR JUDIA Publicaciones del Ejecutivo Sudamericano del Congreso Judío Mundial CORRIENTES 1979 RUENOS AIRES Colección: HECHOS DE LA HISTORIA JUDIA 1. Menajem Boreisho: LA HISTORIA DEL IDT3CH 2. Teodoro Herzl: EL PRIMER CONGRESO SIONISTA 3- Abraham Platkin: LA HISTORIA DEL HEBREO Colección: GRANDES FIGURAS DEL JUDAISMO 1. Samuel Roilansky: SCHOLEM ALEIJEM 2. Natán Gesang: YEHUDA HALEVI 3. Simja Snelt: SCHMUEL IOSEF AGNON 4. León JVujovne: MAIMONIDEé 5. Nahum Goldmannt TEODORO HERZL 6. Sehalom Rósenberg- FILON DE ALBJANDRIA 1. Eugen Relgis: STEFAN ZWEIG Bibliografía de Temas Judíos en Castellano Bestellungen dieser hochinteressanten Serie direkt fon Büro des Jüdischen Weltkongresses (T, E.: 49-2911) Preis an Dr. Gold verliehen Der Theodor - Körner. Stiltungsfonds zur Förderung von Kunst und Wissenscraft in Wien hat dem Tel-Aviver Verleger und Historiker Dr. Hugo Gold für seine Leistungen auf dem Gebiet der jüdischen Geschichtsforschung, besonders der Geschichte der Juden in Wien und Oesterreich, einen Förderungspreis verliehen. s Anlässslich des Jom Haazmauth fand in der allgemeinen (nicht jüdischen) Schule „Estado de Israel'' eine Feier statt, auf der die Kinder Lieder in hebräischer Sprache sangen. Das Bild zeigt Botschafter Alon bei seiner Ansprache. gentinien und Israel verbunden sind und der Festigung der Bande des Austauschs und der Zusammenarbeit, welche zwischen unseren beiden Völkern und Regierungen bestehen.“ Jetzt in Guatemala Von Zeit zu Zeit tauchen Meldungen über den Aufenthaltsort bekannter und seit langem gesuchter ehemaliger Nazigrössen auf. Zu den Gesuchten gehört als Nr. 1 der ehemalige „Stellvertreter des Führers“, Martin Bormann, über den die Oeffentichkei“ relativ wenig weiss. Bormann hat bis zum „bitteren Ende“ jenes Amt innegehabt, das einst vom England : Flieger Rudolf Hess, dem Aegypter. bekleidet wurde, und der heute noch der einzige ist, der noch als Kriegsverbrecher seine Strafe im interalliierten Gefängnis in Spandau absitzen muss. Aus welchen Gründen ausgerechnet er nicht begnadigt wurde, ist nicht bekannt. Während also der „harmlose“ Herr als der er immer dargestellt wird, hinter Mauern sitzt, bewegt sich Bormann, der durchaus nicht harmlos war oder ist, frei und ungehindert durch die Länder. Wenn man den Gerüchten und Nachrichten Glauben schenken will, wandert Bormann aufgescheucht durch Kontinente oder durch den lateinamerikanischen Kontinent. wohlbewacht von einigen schussgewandten ehemaligen SS-Männern und sonstigen „pistolercs“. vor denen man sich in Acht nimmt... Auch Bormann ist mit einer bestimmten Sorte von Juden auf den Azoren Pässen nach Lateinamerika gekommen, ohne dass irgend' jemand bisher den Mut gehabt hätte, auch nur danach zu fragen, wie es zur Ausstellung dieser Pässe an die grössten NS-Verbrecher gekommen ist, von denen eine beachtliche Anzahl auch heute noch unter fremden Na. men 5n allen möglichen Staaten dieses Kontinents lebt und wahrscheinlich darauf wartet, ob und wann noch einmal ihre Stunde schlagen wird. Nur nach aussen kann der Anschein erweckt werden, dass diese Vorkommnisse nicht mit der allgemeinen Situation im Zusammenhang stehen würden. Gibt es doch zahlreiche ungelöste Fragen, die man noch nicht einmal deutlich gestellt hat, sei es dass politische Rücksichten genommen werden müssen oder mussten, sei es aus anderen Gründen und Entwicklungen, die heute oder morgen unsere vitalen Interessen berühren könnten. Die Geheimdienste und die Polizei-Organisationen in allen Ländern, auch in den südamerikanischen, arbeiten doch so gut, dass man jeden findet, den man finden will- Wie sollte es auch möglich sein, Jahre hindurch versteckt oder unerkannt zu leben? Juden kamen mit den Portugiesen schon sehr früh auf die Azoren. Im Jahre 1496, als der portugiesische König die Inquisition einführte, wurde diese auch auf die Azoren erstreckt. Diejenigen Juden, die nicht zum Uebertritt zur katholischen Religion zu bewegen waren, wurden ausgewiesen und gingen nach Afrika, in die Türkei und sogar nach Indien. Im 16- und 17. Jahrhundert kamen wieder „neue Christen“, die glaubten, ihre jü. dische Abstammung verheimlichen zu können. Das gelang ihnen, und sie sind dann durch Mischehen in der Be- ’Siiiiiiiiiiiiiimmiiiimiimimiiiimiiiiimiiitimimmiimmiiiiimmmiimmmmmmmmiiji; RIAS Dl völkerung des Landes aufgegangen. Die weitere jüdische Einwanderung erfolgte von Marokko aus. wobei es gelang, in Sao Miguel Handelsagenturen zu eröffnen. Obwohl die Inquisitionsgesetze noch in Kraft waren, geschah ihnen nichts. In der Folge hatten die jüdischen Kaufleute noch vielfach lokale Schwierigkeiten zu überwinden; im Jahre 1830, nach Einführung einer Verfassung, wurde das Gesuch um Naturalisation gestellt, das im Jahre 1834 bewilligt wurde. Anstelle eines privaten Gottesdiensten wurde in Ponte Delgado eine Synagoge gebaut, und zwar in einer Nebenstrasse, da andere als katholische Sakralbauten nicht allgemein sichtbar sein sollten. Ehe Synagoge wurde 1843 eingeweiht. Auf einigen der Inseln gibt es jüdische Friedhöfe. Derjenige in Sao Miguel, wo im Jahre 1843 die Synagoge eröffnet wurde, stammt aus dem Jahre 1824. Die jüdische Gemeinde hatte damals 150 Mitglieder. Nach 1870 setzte die Auswanderung nach Lissabon und nach Brasilien ein, weil sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert hatte. Nach 1930 kamen eine Anzahl Juden aus Polen; von 1935 bis 1965 gab es einen jüdischen Arzt aus Deutschland. Heute sind nicht mehr genügend Juden da, um einen Gottes dienst durchzuführen. Die Synagoge ist deshalb meistens geschlossen, aber nicht aufgegeben; sie wird öfters von Touristen besucht. Das Mysterium um den Tod des amerikanischen Präsiden' ten Kennedy gibt genügend Veranlassung nachzudenken Dass ein Staatsanwalt das Bedürfnis hat, Sensationen zu schaffen, ist doch nur schwer anzunehmen. Die nordamerikanische Oeffentlichkeit ist erregt, aber ein konkretes Ergebnis liegt noch nicht vor. Man hat sich mit dem Wsrren-Bericht nicht begnügt, die Affäre wurde wieder aufgegriffen. Wer aber interessiert sich heute noch für Bormann oder die vielen hunderte Kriegsverbrecher, die in verschiedenen Ländern leben. „Man“ sagt, man habe andere Sergen. Aber dass diese anderen Sorgen zu einem guten Teil die Folgen der Sorglosigkeit“ sind, mit denen die Probleme der Vergan. genheit übergangen werden, davon spricht man nicht oder selten Auf dem Schulhof Wie ist es nur möglich, dass auf einem Schulhof eines Gymnasiums in Buenos Aires prohitleristische Slo. gans angemalt werden, die von hemmlungslosen antisemitischen Schmierereien begleitet sind? — Wie ist das nur möglich: Wissen nicht alle, welches Unglück durch diese Parolen und deren Realisierung über die Welt, nicht nur über das jüdische Volk gebracht wurden?! Trotzdem sind gerade in den letzten Wochen antijüdische Attentate, selbst gegen eine Synagoge, Hochrufe auf Hitler, Skandale und vandilisehe Ausschreitungen nichts Seltenes. Wir wollen nicht sagen, dass diese Vorfälle an der Tagesordnung sind. Denn wir werden und müssen uiis davor hüten, diese Begebenheiten zu übertreiben. Aber es (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) HUGO A. ROZENBLUM ELVIRA I. JUDA de ROZENBLUM YERMAEHLTE Die Trauung findet s. G. w. am Samstag, den 27. Mai, in der Chaim Weizmann Synagoge, Arcos 2319 um 20 Uhr 30 statt. Obligado 2166 Buenos Aires Republiquetas 2320 Buenos Aires LUACH — (KALENDER) 9. Ijar 10. Ijar Freitag, den 19. Mai Sonnabend, den 20. Mai Schabbat BEHAR Lev. 25:1 — Haftara: Jeremias 32, 6—23 Sonntag den 21. Mai Montag, den 22. Mai Dienstag, den 23. Mai Mittwoch, den 24. Mai Donnerstag, den 25. Mai Freitag, den 26. Mai Sonnabend, den 27. Mai Schabbat BECHUKOTAI Lev. 26—3 — Haftara: Jeremias 16, 19—21 — 17, 1—14 Sonntag, den 28. Mai Uar Lag Be-Omer Montag, den 29. Mai 18- *iar Dienstag, den 30. Mai 20. Uar Mittwoch, den 31. Mai 21. Uar Donnerstag, den 1. Juni 22. Ijar Freitag, den 2. Juni 11. Ijar 12. Ijar 13. Ijar 14. Ijar 15. Ijar 16. Ijar 17. Ijar 23. Ijar

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