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Jüdische Wochenschau · 1967-05-12 · 2217 (12.5.1967) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2217 (12.5.1967)
Date
1967-05-12
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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fjtemse, tl A* Maye 4« MAT t,â HNâlt I»«IIHT* "Der Jude” Jahrgang 1916/17 i. Vor ia*r liegt, gebunden, der «nie Jahrgang der von Martin Buber herausgegebenen Monatsechrift. der vor fünfzig Jahren erschienen. ihm heute ein lebendiges Bild davon geben kann, was damals — noch kurz vor der Balfour - Erklärung — der Kampf für und im Zionismus um seine Verwirklichung und seine Weltanschauung bedeutete. Altes, was damals gepredigt. propagiert und diskutiert wurde, ist auch heute nooh im jüdischen Leben in Israel und ausserhalb des Landes aktuell. , Ais Gabriel Riesser im Jahre t*32 eine Zeitschrift . Für Religion und Gewissensfrei. heit“ herauszugeben begann nannte er sie: „Der Jude“. Bk meinte den einzelnen Juden. für den er die bürgerliche Gleichberechtigung forderte. Wir geben unserem Blatt den gleiohen Namen, aber wir meinen nicht den BÜnaelnen sondern den Juden von Dr. HARRY COHN JUNCAL Crédito Ltda. Die Sparkasse des zentraleuropaeischen Sektors Cooperativa de Sociedad Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr ARNO Z 2854 T. E. 71-9059 BUENOS AIRES Und wenn es sich um HERRENKLEIDUNG handelt, dann xu Carlton MAIPU 982 — 31.7845 als Träger des Volkstums und seiner Aufgabe.“ Dies war das Programm der Zeitschrift Martin Bu bers, ,,Freiheit zu fordern für eine niedergehaltene Volksgemeinschaft, dass sie nicht als ohnmächtiges Objekt der Ereignisse behandelt, sondern freies Subjekt ihres Schicksals werde, damit sie zur Erfüllung ihres Amtes an der Menschheit beranwachee.“ Der erste Weltkrieg war auf seinem Höhepunkt: Die Schlachten an der Somme und am Isonzo, der Kampf um Verdun; in Russland be reitete sich die Märzrevolution vor; die im Osten von den deutschen Armeen besetzten Gebiete wurden vom Militär-Kommando Ober-Ost und dem General-Gouvernement verwaltet. Im Oster, und Westen fielen Juden auf beiden Frontseiten. Da proklamierte Bubers Zeitschrift „Subjekt des jüdischen Schicksals zu werden, das ist die Losung unseres Krieges.“ II. Aus dem damaligen Ideal ist Wirklichkeit geworden und trotz der vergangenen fünfzig Jahre wirken noch heute Persönlichkeiten, die schon damals Mitarbeiter der Zeitschrift waren. Da ist der ewig junge Elias Auerbach, seit Jahrzehnten Arzt, Bibelforscher und Schriftsteller in Haifa; Hugo Bergmann, heute emeritierter Philosophieprofessor der Hebräischen Universität; Max Brod, der sich damals (wie später Kafka) für den blinden jüdischen Dichter Oskar Baum einsetzte und noch heute an seinem umfangreichen künst lerischen und gedanklichen Werk weiterbaut; Gerhard (jetzt Gerehon) Scho lern, des sen wissenschaftliche« Spezialgebiet die jüdische Mystik wurde, stellt an die jüdische Jugend mit der ihm schon damals eigenen Klarheit und Prägnanz des Stils den Anspruch auf „Ganz heit“. Robert Weltsoh ergreift daä Wort und auch Arnold Zweig. Mit historisch-politischen Betrachtungen erscheint unter dem Pseudonym R. Salm an der jetzige israelische Staatspräsident zu jener Zeit Salman Rubaschoff. Sie alle formten die geistige Haltung mit, die zum Aufbau des Staates Israel führte. Wir können nicht alle damaligen Mitarbeiter des „Juden“ anführen, die heute nicht mehr am Leben sind ALFREDO STERN MALERARBEITEN F achmaennische ausfuehrung AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 FAST ECKE PINO TeL: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgelcnüpften Tep pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grossen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE Nl)K SAMSTAG UN® SONN TAG VON »—1» UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL: 52 2993 4 Quader van Station Btquin und wollen nicht Einzelne herausgreifen. Viele sind unter ihnen, deren Andenken noch lange fortleben wird als wesentliche Figuren in der Geschiohte des Zionismus und in der letzten Geschichte des deutschen Judentum«. III. Sä mtliohe zionistischen Richtungen kamen zu Wort: Achad Haam als Pre diger des ..geistigen Zen. trums“ in Zion al« Mittelpunkt für das Geistesleben der Juden in aller Welt; der „Golus - verneinende“ Jakob Klatzkin; Vertreter de« politischen und des religiösen Zionismus; solche de« praktischen Zionismus, für die die kolonisatorischen Fortschritte in Palästina entscheidend waren und der Mystiker der Arbeit und der Erneuerung A. D. Gordon. Auffallend ist in dieser deutsch-jüdischen Zeitschrift, welch’ grossen Raum die Beschäftigung mit dem östlichen Judentum einnimmt: Damals traten im Krieg gegen Russland deutsche Juden mit „Ostjuden“ in engen persönlichen Kontakt. Die Folge war in deutsch-zionistischen Kreisen eine UeberbeWertung der ostjüdischen Kultur, deren Aufnahme als eine Zwischenlösung auf dem Wege zum positiven Judentum galt. Was deutsche Juden in Polen und Litauen sahen, das war im Vergleich mit der eigenen Entfremdung durch Assimilation ein vollkräftiges. lebendiges Judentum. Von dieser Haltung legen zahlreiche Beiträge Zeugnis ab, nicht nur Bubers eigene Verklärung des Chassidismus, sondern auch Artikel, die sich auf die geschichtliche, soziale, wirtschaftliche Situation der Juden im Osten beziehen und solche, die sich mit ihrer Literatur, ihrem Folklore, ihren Volksliedern beschäftigen. Andererseits wird berichtet vom „Jüdischen Volksheim“ in Berlin, in welchem in einem besonders vom ostjüdischen Proletariat bewohnten Stadtviertel deutschjüdische Studenten und Studentinnen soziale Arbeit als nationales Handeln trieben mit dem Ziel der „Verbesserung der Herzen im Sinne von Achad Haam“. Man stellte sich die zionistische Idee als Lösung für Ost und West vor und der Ausgleich zwischen den Juden in Ost und West war noch eine Aufgabe. Die jemenitischen oder marokkanischen Juden waren vor fünfzig Jahren noch nicht in den zionistischen Gesichtskreis getreten. Der Kontakt mit den Juden des Ostens verstärkte das Interesse für die jiddische Sprache. Aber die Jargon- Bewegung wird als Missgeburt der nationalen bezeichnet. „Nur dank der Wiedergeburt der Sprache wird das verstreute Volk sich mit seinem Lande und dessen Kul tur vereinigen können; nur durch diese hebräische Sprache wird die Wiedergeburt des Landes eine Wiederge- MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Gesehät te mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1141 T E . 35 . 1*33 CABILDO 2614 PAMPA 4979 Zahlungserleichterunger fust Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zu verkommen de fach aiännische Bedienung burt des Volkes bringen können.“ IV. Ueber die damalige Situation in Palästina berichtet der jetzige Staatspräsident Israels; „Die Grüsse. die aus dem Lande der jüdischen Arbeit und Hoffnung kommen, werden mit jedem Tag trauriger. Zu all den unzähligen Plagen der Zeit (z. B Krieg. Choleragefahr und Heuschrecken-lnvasion) kam eine neue hinzu, die die früherer in den Schatten zu stellen droht. Einen Flecktyphus schenkte der Krieg dem Lande. der sich in ganz kurzer Zeit vielversprechende und begabte Volksschullehrer, verdienstvolle Aerzte. junge Pioniere, treue Krankenpfleger als Opfer suchte und eine grosse Schar von Unbekannten dahinraffte. Die Tore Palästinas stehen fast für jeden offen, der flüchten will. Warum bleiben die Menschen? ,.. Sie kennen nicht Pflichten, die ihren palästinensischen vorgehen ... Alle anderen Wege sind fiir sie ein für alle mal unbeschreitbar... Nicht nur zu leiden und zu kämpfen weiss diese Schar der auserwählten Dagebliebenen, sondern auch mitten im Ringen geistig fruchtbar zu sein ... Weltgäste, die nirgends zu Hause sind und sich überall niederzulassen verstehen; wer hat sie über Nacht in Bürger verwandelt, die dem Baume gleich sich an LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE B*. Aire» - PUEYRREOON 2190, 1* izq. - T.E. 83-2513 3. Ijar 5727 13. Mal 1967 Kundgebung in Lyon Paris. — Rund 600 Menschen demonstrierten kürzlieh auf einer Kundgebung in Lyon gegen die NPD und ein Wiederaufleben des Nazismus in der Bundesrepublik. Die Protestversammlung war von mehreren Vereinigungen ehemaliger Verfolgter, Wider Standskämpfer, Deportierter und von verschiedenen Gewerkschaft« - Organisationen einberufen worden. (AWZ) einem Fleck eingewurzelt fühlen?“ El« konnte hier nur angedeutet werden, was „Der Jude“ vor fünfzig Jahren als Sammelpunkt jüdischen Geisteslebens in Deutschland be deutete. Besuch Koenig Feisale London. — König Feisai von Saudi Arabien weilt zu einem neuntägigen Staatsbesuch in London. Er wohnt zunächst als Gast von Königin Elisabeth im Buckingham-Palast und wird später eine Rundreise durch England machen. (AWZ) Protestmarsch London. — Etwa 1.509 jüdische Studenten aus gar« England veranstalteten einen Schweigemarsch zur sowjetischen Botschaft in London. Einem Sekretär der Botschaft wurde eine Petition übergeben, die an den sowjetischen Ministerpräsidenten Kossygin gerichtet war. — (AWZ) RADIO LEON REICHE AUSWAHL israelischer und jüdischer Schallplatte«! LAVALLE 2760 TeL 87-8474 Fiambres Finos FRIGUINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN BUEROSTUNDEN: ven 15 — 18 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch (ICH BITTE, NICHT VOR 14 UHR ZU ERSCHEINEN) oder nach Vereinbarung T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Frbschaflssachen - Vertraege - Verwaltungen, Hieb-, Zivil- und Handelssachen T.E.Rö-6®*«* PUEYRREDON 2190 ae* Au. 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