Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2215 (28.4.1967)
- Date
- 1967-04-28
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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/ 4 _ Vier»«*, 28 dt Abril dt 1967 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ai« ..XVIII. — N* 221* Ereignisse der Ein neuer Leitartikel Dk bonaerenser Tageszeitung ..Le Prensa" hat unter «ler Deberschrift ..La Actividad Extremista" am 22. April dieses Jahres erneut zu den Exzessen rechtsextremistischer Gruppen Stellung genommen und sich mit einigen Fragen an die Regierung gewandt, die zum Erstaunen der Zeitung und weitester Kreise gegen diese Gruppen nichl einschreitet. Zu dieser Krage hat sich die DAIA als die zentrale Repräsentanz der jüdischen Gemeinschaft in Argentinien in einem zweiten Brief an den Innenminister der Republik geäussert. der von uns heute in deutscher Uebersetzung veröffentlicht wird. Aus diesem Schreiben ergibt sich vor allem, aus wel ehen Gründen die Juden über diese Entwicklung besorgt sind. Denn der antisemitische Charakter dieser Terroristen ist eindeutig. Das oftmals gehörte Argument, es handele sich um kleine Splittergruppen, ist deswegen nicht überzeugend. weil die Konsequenzen der Aktionen dieser Stoss truppen immer ein blutiges Saldo aufweisen, diesmal der Tod eines jungen Polizisten. Wer morgen das Opfer sein wird, weiss niemand. — Auch die hohen kirchlichen Kreise haben sich bisher nicht zu den Vorkommnissen geäussert, die im Atrium einer der grossen Kirchen in Buenos Aires Aufsehen erregf ten. als eine uniformierte Gruppe mit dem Hitlergruss! aufmarschiert war. Das Bild ging durch die Presse. Von kirchlicher Seite erfolgte keij ne Stellungnahme. Dagegen erfuhr man. dass der Priester. der bei einer katholischen Hochzeit in einem jti- : diseben Ferienlager mitwirkt«. inzwischen (straf-)versetzt; worden sei. Offenbar sehen die hohen kirchlichen Instani zen diese Art der ..Verbrüde rung“ nicht gern. Das Problem der Extremisten ist jedoch keineswegs ein ..jüdisches“, sondern ein allgemeines. So fasst es die Prensa mit Recht, wie wir meinen, auf. Gedenken an den Ghetto-Aufstand Binnen kurzem jährt sich zum 24. Mal der heroische Aufstand im Warschauer Ghetto. Die Vorbereitungen für die Massenkundgebung, welche die jüdische Kollektivität. zum Gedenken an dieses glorreiche Kapitel der jüdischen Geschichte veranstalten wird, stehen vor ihrem Abschluss. Die Kundgebung findet am Sonntag, den 17. Mai <27. Nissan) vormittags im Teatro Opera. Corrientes 860, statt Veranstalter sind die DAIA AMIA und die Zionistische Organisation Argentiniens zusammen mit der Föderation der Opfer des Nazismus, dem Polnischen Jüdischen Zentralverband, dem Verband ehemaliger Einwohner von I Warschau und Prag, dem Jü dischen Zentralverband der! Galizianer, dem Verband der I Juden aus Bessarabien und; dem Jüdischen Zentralverj band der Litauer. Folgende Redner werden ' bei dieser Gelegenheit da6 Wort ergreifen: der Vizeprä-! sident der DAIA. Ing Grego- ■ rio Faigön. der Präsident der ■ AMIA, Dr. Tobias Kamen szain, der Repräsentant des Jüdischen Weltkongresses, Herr Marc Turkow, im Namen der Juden aus Europa, und in Vertretung der Israel. Botschaft der Botschaftsrat Dr. Aba Gefen. Der religiös-liturgische Tel: wird vom Oberkantor des Pa so-Tempels, Cbasan Aaron Gutman, durchgeführt. Besuch eines Wissenschaftlers In diesen Tagen weilt der Professor der Hebräischen Universität Jerusalem, Dr. David Amirän, zu kurzem Besuch in Buenos Aires, dessen Spezialität die Geographie der Wüstengebiete ist. Prof. Amirän. Vizepräsident der BIBLIOTECA POPULAR JUDÍA Publicaciones del Ejecutivo Sudamericano del Congreso Judío Munndial CORRIENTES 1979 BUENOS AIRES Colección: HECHOS DE LA HISTORIA JUDIA 1. Menajem Boreisho: LA HISTORIA DEL IDTSOH 2. Teodoro Hczl: EL PRIMER CONGRESO SIONISTA 3. Abraham Platkin: LA HISTORIA DEL HEBREO Colección: GRANDES FIGURAS DEL JUDAISMO 1. Samuel Roüanskv: SCHOLEM ALEIJEM 2. Natan Gesang- YEHUDA HALEVI 3. Sim ja Sneh: SCHMUEL IOSEF AGNON 4. Leói. Dujovne: MAIMONIDES 5. Nahum Goldmann: TEODORO HERZL 6. Scha’.om Rosenberg' FILON DE ALEJANDRIA Bibliografía de Temas Judíos en Castellano Hebräischen Universität, wurde 1910 in Berlin geboren Er stellte besondere Untersuchungen im Appenin -und Uralgebiet an. Während des Krieges diente Dr. Amirän vier Jahre hindurch im britischen Heer und später in der israelischen Verteidigungsarmee. Seit 1948 lehrt er an der Universität Er befindet sich auf einei Reise durch südamerikanische Länder und ko.xmt jetzt aus Peru, wo er einige wissenschaftliche Vorträge gehalten hat. Hier spricht Prof. Amirän in der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Buenos Aires über Entwick¬ BALA an den Innenminister Im Zusammenhang mit kürzliehen Gewaltakten, die von den nazistischen Elementen der ..Tacuara" provoziert worden sind, hat die DAIA an den Innenminister. Dr. Guillermo A. Borda, ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet: , Buenos Aires, den 18. Aipril 1967 ,.Herr Minister: ..Am 16. März hatten wir die Ehre. uns an Sie zu wenden, um Ihnen das Erstaunen und die Unruhe auszudrücken. die in der jüdischen Kollektivität durch die öffentlich bekanntgemachte Veranstaltung im Vorhof einer Kirche hervorgervfen worden sind. Die Veranstalter waren offensichtlich Nazis nach den Uniformen mit Riemen und dem zum bekannten Gruse erhobenen Arm zu urteilen, wie dies auf den von einer Agentur und verschiedenen Zeitung publizierten Fotos festgehalten wurde. Dass Bestürzung und Empörung in anderen Sektoren der öffentlichen Meinung zum Ausdruck gelangten. enthüllte eindeutig der Leitartikel der Zeitung ,,La Prensa* , den wir uns anzufügen gestatten. ..In den verflossenen Wochen haben wir von Ihnen, Herr Minister, keine Antwort erhalten. Aber gerade nach Ablauf eines Monats seit unserem Einspruch hat sich ein sehr ernstes Vorkommnis ereignet, das leider unsere Voraussagen bestätigt. Wie die Zeitungen berichtet haben, brach eine Gruppe von Individuen in die Halle eines Kunstinstituts ein, wo die Eindringlinge Männer und Frauen mit „nicht wiederzugebenden Ausdrücken“ beschimpften (,La Nación’ vom 16. 4. 67) und erhebliche Zerstörungen anrichteten. Als ein Schusswechsel entstand, wurde ein junger Polizist, der bei Beginn des Ueberfalles einschritt, von einer Kugel tödlich getroffen. „Wir hatten Ihnen. Herr Innenminister, unsere Erwartung ausgesprochen dass die öffentlichen Stellen auf dieses Alarmsignal reagieren würden. Die Aufreizung zum Has6 zieht unvermeidlich Gewaltakte nach sich, wenn diejenigen, welche zur Störung des sozialen Friedens hetzen, nicht bestraft werden. Leider beweist dies der Vorfall, der mit der Ermordung eines Hüters der Ordnung endete, einmal mehr. „Von den Einzelheiten, die dieses Attentat charakterisieren, ist der Kriegsschrei der Terroristen nicht die am wenigsten bedeutungsvollste. Mitten im Zentrum von Buenos Aires, in der Florida, erinnerten die wiederholten Rufe „Heil Hitler“ und „Viva Hitler“ an die für die ganze Menschheit schmerzlichen Untaten. Dies enthüllt ausserdem einen überraschenden Umstand: während nämlich den politischen Parteien jegliche Betätigung verboten worden ist, bleiben nur die Nazis aktiv und zwar in der ihnen gewohnten Weise, welche das vergossene Blut kennzeichnet. ..Einen Tag später war die Explosion einer Bombe in den Nebenräumen eines im Zentrum gelegenen Kinos eine neue Warnung vor den Plänen der Terroristen. „G'eichzeitig mit dieser hier zum Ausdruck gebrachten Beunruhigung sprechen wir erneut unsere Erwartung aus. dass rechtzeitig diesen Provokationen ein Ende gemacht wird, welche nur noch grössere Uebel ankündigen können. „Wir begrüssen Sie, Herr Minister, mit vorzüglicher Hochachtung. gez.: Herzl Gesang gez.: Isaac Goldenberg Sekretär Präsident.“ H »Ü K| HUI PASTEUR?54 » 3t y 5° pisos ffk 48-.71<iS,l3?J C fUINOS AÍRES | ^%Ä/AI Di 6#^ I ~ hHiutimiimiímimiiiHüiíüiiiUfiiiiiiuiiiimiiiiiiiiiiii; lungsprobleme der Wüstengebiete“ unter besonderer Berücksichtigung Israels. — „Hebraeisches Ostern*' In einem ebenfalls in „La ‘ Frensa“ erschienenen Artikel | vom Sonntag, den 19. März j 1967, schreibt der Presbyter 1 Dr. Carlos Cucchetti über das | Thema „Das hebräische und das christliche Ostern“. Dr. Cucchetti war einer der führenden Persönlichkeiten der christlich-jüdischen Verbrüderungsbewegung, der seit vielen Jahren neben unserem Rabbiner Dr. Schlesinger und einem protestantischen Geistlichen für eine Verständigung zwischen den verschiedenen Glaubensbekenntnissen eingetreten ist. Dr. Cucchetti ist ein aufrechter Freund der Juden, der, ohne seinen eigenen Standpunkt aufzugeben, jenen Respekt vor den Gedanken, Gefühlen und Traditionen anderer bewies, der Ausdruck echter Menschlichkeit ist. In seinem Artikel weist der christliche Autor auf die bestehenden „historisch-dogmatischen Unterschiede“ hin, »Meine Schwester und ich“ Die Deutschen Kammerspiele eröffneten die Spielzeit mit einer flotten und schmis. sigen Aufführung von Benatzkys unverwüstlicher „Meine Schwester und ich“. Gert Oberdörfer war als Liebhaber ein reizender Naturbursche und brillanter Sänger Hanita Hall an sah aus und spie*, te zum Verlieben. Fritz Kost war mit seinem Talent füx fremde Dialekte unerhört komisch. Ale anderen Darsteller gut. Das Publikum fojgte hoch zufrieden. O. O zeigt dann aber viele Gemeinsamkeiten auf, die zwischen den beiden Festen, zwischen Pessach und Ostern, bestehen, vor allem in ihren Ursprüngen. Wir wollen durchaus nicht hiergegen opponieren, wohl aber müssen wir auf eine Tatsache hinweisen, die während unserer langen Galut-Geschichte im. mer wieder zu einer grausamen Realität geworden war. Gerade in den Ostertagen setzten Jahrhunderte hindurch ein, weil durch die vorherge- „Sowjetisch „Heimland“ Jerusalem. — Die Aprilnummer von „Sowjetisch Hei-mland“ enthält vier Kurzgeschichten von S. Y. Agnon in jiddischer Uebersetzung und kündigt den Abdruck weiterer Geschichten Agnons in künftigen Ausgaben an. In der gleichen Nummer erscheint ferner eine Würdigung von Avigdor Hameiri, ein bekannter hebräischer Schriftsteller und ehemaliger Herausgeber des „Dwar Haknesset“ anlässlich seines 80. Geburtstages, sowie ein Artikel über sowjetische jüdische Poesie seit der Oktoberrevolution von Hirsch Remenik. Die 160 Seiten starke Ausgabe enthält einen Auszug des, Romans von Eli Schee-htmann „Am Vorbend“, und Gedichte von Schike Driz und Chaim Maltinsky. Des 24. Jahrestages des Aufstandes im Warschauer Ghetto wird mit verschiedenen Gedichten gedacht, darunter mit einem Gedicht des berühmten sowjetischen Poeten Andgai Wozhnjewski, das von dem kürzlich verstorbenen Dichter Mosche Tief ins Jiddische übertragen worden ist. (ITA) teiligt. (AWZ) schwere Judenverfolgungen hende Karwoche der Leiden und des Todes Christi gedacht wird. Bei dieser Gelegenheit wurden die Leidenschaften der breiten Masse, des einfachen Volkes gegen die Juden entzündet, denen die schuld und Verantwortung am Tode des christlichen Heilands aufgebürdet wurde. Beim Abendmahl, das sicherlich unser Sederabend gewesen ist, wurde Jesus durch einen seiner Jünger, Judas Ischariot, d.h. Juda aus Kariot, nach der christlichen Tradition verraten. Die Koinzidenz des Namens dieses Jüngers mit der .allgemeinen Bezeichnung Ju-, da=Jude, hat sicherlich auch dazu beigetragen, die Juden schlechthin des Verrates am christlichen Heiland zu bezichtigen. Aus diesen Gründen sahen die Juden in langen Epochen unserer Geschichte mit banger Erwartung jeweils dem Herannahen des Osterfestes entgegen. — Diese histori. sehen Tatsachen ändern natürlich nichts an den guten Absichten und den wissenschaftlichen Feststellungen des Presbyters Dr. Carlos Cucchetti. Diese können von uns wie von allen Menschen guten Willens nur begrüsst •werden. Es bleibt uns die Hoffnung, dass sich dieser Standpunkt eines Tages durchsetzen möge. — Neuerscheinungen des Verlages i f OLAMENU (( TEL AVIV POB 3002 SOEBEN ERSCHIENEN: HUGO GOLD: Geschichte der Juden in Wien. Das Standardwerk der Jüdischen Geschichte Wiens. Hunderte Illustrationen. Grossoktavformat.US$ 20.— K. J BALL-KADURI: Vor der Katastrophe. Das Leben der Juden in Deutschland (1934 bis 1939).ÜS$ 5,— Dr. E. J GOERLICH: RUTH, Geschichte eines Wiener jüdischen Mädchens . .. US$ 5.— Dr. NARRY ZOHN: Wiener Juden in der deutschen Literatur Halbleinen.US$ 3.50 HUGO GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina, I. Band ..US$ 20.— HUGO GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina, II. Band.•• .. USS 20 — IN VORBEREITUNG HUGO GOLD: Geschichte der Juden in Oesterreich (Ein Gedenkbuch) II. .. .. .. US$ 20.— HUGC GOLD: Gedenkbuch der untergegangenen Judengemeinden des Burgenlandes ÜS$ 20.— GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN- GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI. 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