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Jüdische Wochenschau · 1967-04-28 · 2215 (28.4.1967) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2215 (28.4.1967)
Date
1967-04-28
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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V'ernes, 28 de Abril de 1967 HL A SEMANA ISRAELITA Año XXVIII. — N» 2215 Neonazis in Westeuropa (Vorbem.: Wir geben der folgenden Stellungnahme Raum, ohne uns mit ihr zu identifizieren. D. Red.> „Woher wissen Sie denn so genau, dass es sechs Millionen Juden waren, welche die Nazis ermordeten?“, fragte Kardinal Frings von Köln den nordamerikanischen Rabbiner Nussbaum bei einem Gespräch. Vorher hatte der Kardinal sich ebenfalls in recht merkwürdigen Erklärungen geäussert. Er stellte fest, dass es „damals zweifei los Grund für den Antisemitismus der Nazis in Deutschland gegeben hat“. Die Juden, so meinte der Kardinal, besassen damals viel zu viel Einfluss auf das Wirtschalts¬ und Kulturleben Deutsch lands und zeigten das auch öffentlich. Heute aber könne kaum noch etwas passieren, denn es gebe ja nur sehr wenig Juden in Deutschland. Die Erklärungen des Kardinals in Köln waren weder sehr klug noch sehr angebracht Sie wurden von der jüdischen Presse der ganzen Welt ausgiebig zitiert und kommentiert und sollten als deutliches Anzeichen für d e „wirkliche Haltung des deutschen Volkes“ dienen. Man gab den unbedachten, übereilten Aeusserungen ’ eines Kirchenfürsten eine Bedeutung, die sie weder besassen JUNCAL Sociedad Oonerativa de Crédito Ltda. Die Sparkasse des zentraleuropaeischen Sektors Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr A R A 0 Z 2854 T. E. 71-9059 BUENOS AIRES noch verdienten. Aber man wies dabei viel zu wenig darauf hin, dass der Kardinal eindeutig und klar die Kriegsverbrechen der Nazis verurteilt hatte, dass er sich schrankenlos gegen Mord und Vernichtung aussprach. So etwas gab und gibt es wahrscheinlich oft genug. Man bejaht die Grundlagen, auf de nen der Mord gedieh und lehnt die Konsequenzen dieser Grundlagen ab. Darin dürfte der Kardinal nicht alleinstehen. Aber seine Haltung ¡st weder als symptomatisch anzusehen, noch meinte er es so neonazistisch, wie man ee nun darstellte. — — All das in einen Topf geworfen aber bringt einen ro. ten Faden sozusagen hervor, der si^h anscheinend logisch durch die Entwicklung zieht. Man findet einen Mann in Berlin, der zwei nicht jüdische Jugendliche als . Judenschweine“ beschimpft, man nimmt den Kardinal von Köln mit seinen Erklärungen als symptomatisch für die Haltung des Durchschnittsdeutschen und dann ist ja auch natürlich der Weg nicht weit zu den Analysen der Wahlerfolge der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands und ihrer Stärkung. Man ist fast versucht zu glauben, dass es angesichts der Meinungen des Kardinals Verleumdungen Johannesburg. — Der Kontrollaussehuss für staatliche Publikationen erwägt das mögliche Verbot eines Buches, das von einer sich selbst als rechtsstehend bezeichnenden Organisation herausgegeben worden ist. Die Organisation ist antisemitisch und fungiert als Propagandaorgan der Arabischen Liga. Das Buch heisst „Anleitung zum Mord“, und es wird darin behauptet, dass bei der Ermordung des Präsidenten Kennedy und des südafrikanischen Ministerpräsidenten Verwoerd ein „zionistisches Komplott“ bestanden habe. Ein Bericht des Kontrollausschusses nennt das Buch „derart verleumderisch“, dass es einem Sonderbüro (der nordamerikanischen FBI) zur Prüfung übergeben worden sei. Das Buch ist vom „Boomerang Verlag“ herausgege ben, der auch schon früher antisemitische und proarabisohe Schriften veröffentlicht hat. OTA) ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACwMAEMNISCHE AUSFUEWRTJNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEj<"!T-rrFRUNGEN VIDAL 1575 FAST ECKE PINO Tel : 76 9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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Die jüdische Masse weiss nur sehr wenig darüber, in welch erschreckendem Masse in Schweden wie in den Niederlanden, in Belgien wie in Frankreich neofaschistische, eindeutig antisemitische Gruppen an Raum und Anhängerschaft gewinnen und in sehr bedrohlichem Masse in das öffentliche Leben ihrer Länder eindringen. Ihre Verhältniszahl ist in vielen Fällen weit höher als dieselben Zahlen in Deutschland. Nur, darüber wird kaum gesprochen, man nimmt das nicht ernst. Warum eigentlich nicht? Und dabei handelt es sich nicht selten um Völker und Staaten, die, unter der deutschen Besetzung in vorbildlicher Weise zu der. Juden gehalten und sie geschützt hatten. Aber inzwischen sind eben mehr als zwei Jahrzehnte vergangen und anscheinend hat sich einiges geändert. Das bedeutet nicht, dass irgendjemand das Recht hätte, die neonazistischen und antisemitischen Gefanren in Deutschland gering zu schät zen. Dass man hier ein wenig aufmerksamer beobachtet, und kommentiert, ist verständlich. Aber im Rahmen der viel grösseren Wejtoffenheit, die heute besteht haben sich diese Gefahren weit über Deutschlands Grenzen ausgedehnt. Es handelt sich heute kein.swegs um eine deutsche Angelegenheit mehr. Ja, man hat durchaus den Eindruck, dass, trotz des Erstarkens restimmter Gruppen in Deutschland und der oftmals vorkommenden Zwischenfälle kleiner Natur, die Erinnerungen wachrufen mögen, die Gefahren in dieser Richtung hier noch geringer sind als in so manchen anderen Ländern, die hierbei das Glück haben, so gut wie nie genannt zu werden. Antisemitische Neonazibewegungen gibt es heute in ganz Westeuropa. MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Gesehäf te mit der grössten Auswahl SARMIENTO I M7 T E 35 703? 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Die Angeklagten waren laut Tass an Massenerschie ssungen in den Konzentrationslagern von Belzec, Buchenwald und Auschwitz be- „Zenith“ in Israel Jerusalem. — Die nordame. rikanische Firma Zenith“ errichtet eine Fabrik für Televisionsapparate mit eine«! Kostenaufwand voh 3 Millionen IL in Jerusalem; 5.000 Apparate sollen zunächst jährlich hergestellt werden. LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1? Izq. - T.E. 83-2613 18. Nissan 5727 28. April 1967 Scheidung wegen Antisemitismus New York. — Vor dem Obersten Gerichtshof des Staates New York ist ein Scheidungsprozess anhängig, in dem eine 29jährige Frau die Annullierung ihrer Ehe beantragt, weil ihr Mann ihr seine „Nazi-Ideologie“ und seinen „fanatischen Antisemitismus“ verheimlicht habe. Die Antragstellerin, Frau Kober ist keine Jüdin. Im Juli 1964 fällte ein Richter des staatlichen Ober sten Gerichtshofes ein Urteil, dass .eine Täusohung über solche Ansichten einen lebenswichtigen Aspekt des Ehelebens beeinträchtigt“ und im zutreffenden Fall einen Grund zur Auflösung des ehelichen Verhältnisses darstellt. Später wurde dieses Urteil von einem Berufungstribunal mit 4 Stimmen gegen eine aufgehoben mit der Begründung, dass die Verheimlichung einer Nazivergangenheit keine Angelegenheit ist, die „durch das Gesetz o<ler selbst durch die Moral entschieden werden kann“. Darauf fällte allerdings im Oktober 1965 das zweite und höchste Appellationsgericht des Staates, einen Beschluss von 4 zu 3 Anleihen an Studenten Tel Aviv. — Für Anleihen an gtudenten an allen Hochsohulen Israels wurden im verflossenen Jahr 4 Millionen XL zur Verfügung gestellt. Stipendien Jerusalem. — Die französische und die belgisohe Regierung haben 24 Stipendien für Israelis gestiftet, die sich im Hotelfach ausbilden wollen. Stimmen gegen dies« Auffassung, in dem es hiess, daiss „fanatische Ueberaeugungen ein Beweis von geistiger Erkrankung bilden und die Nichtigkeitserklärung einer Ehe rechtfertigen“. Das Oberste Gericht verfügte eine neuerliche Ueberprüfung der von Frau Kober erhobenen Klagen und, falls diese der Wahrheit entsprechen sollten, eine Klärung der Frage, ob sie zur Fortführung der Ehe bereit gewesen wäre, wenn sie die Vergangenheit ihres Mannes und seine Ideen gekannt hätte- Frau Kober ist eine in Oesterreich geborene Skilehrerin. Sie hat bestritten, während des letzten Krieges von den Deutschen angestellt oder Antisemitin gewesen zu sein. (ITA) Fiambres Finos “FRIG UINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE _ALLE ENT$fHAFM(HP£?FRA6EN BUEROSTUNDEN: von 15 — 18 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch (ICH BITTE. N/CHT VOR 14 UHR ZU ERSCHEINEN) oder nach Vereinbarung T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbsáaftssachen - Veríraege - Verwaltungen, Miefs-, Zivil- und Handelssachen T. 1.80 - PUEYRREPON 2190 esq, Av. LAS HERAS " v \

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