Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2214 (21.4.1967)
- Date
- 1967-04-21
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viertte«. 21 «1« Abril de 1967 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Añ* XXVIII. _ N« 2214 Ereiffnmp Aer WftrKp IDie Haggada der chinesischen Juden M A A VvK A w w | Keine der Pessach-Haatrariische Gemeinden an ver- Verwalter, Dr. Herbert C_ BERICHT DER DAIA Bei der kiirzlichen gemeinschaftlichen Sitzung des Exe kutiven und des Beratenden Ausschusses der DAIA. welche allmonatlich stattzufinden pflegt, waren zahlreiche Vertreter der Zweigstellen aus dem Landesinnern anwesend. Den Vorsitz führte der Präsident der DAIA, Dr. Isaac Goldenberg. Sekretär Herzl Gesang berichtete u. a. dass auf die kürzlich von der DAIA an den argentinischen Innenminister und den Kardinal Caggiano gerichteten Schreiben, in denen auf die Kundgebung der ,,Tacuara“ im Atrium einer zentral gelegenen Kirche hingewiesen worden •war. eine Antwort nicht er teilt worden sei. Er informierte ferner, dass angesichts der angekündigten Reise des Presbyters Julio Meinvielle in die USA und nach Europa die DAIA die jüdischen Organisationen in Nordamerika, die Bne Brit und die Lateinamerikanische Exekutive des JWK über die Person dieses Geistlichen uni seine fortgesetzte nazistische und antisemitische Polemik ■unterrichtete. Herzl Gesang kündigte ferner die Vorbereitungen zu den Veranstaltungen an, welche am 7. Mai, dem 27. Nissan in Erinnerung an den Aufstand im Warschauer Ghetto geplant sind Des weiteren teilte er mit. dass beschlossen wurde, die 5. Konferenz lateinamerikanischer jüdischer Gemeinden am 17- Juni in Montevideo zu eröffnen. Anschliessend wurde einiiimmig der Vorschlag angenommen, zweimonatlich je- ♦n ersten Sonntag die Geneinschaftssitzung in Anwesenheit der Repräsentanten uus den Provinzen abzuhal wen Misrachi $e$torben Tel Aviv. — Leon Misrachi. Sxpräsident der rumänischen Zionistischen Föderation, Warb, 68 Jahre alt, im Bei- Ikison Hospital. (ITA) teil, um den Kontakt mit den Zweigstellen persönlicher zu gestalten. Dr. Goldenbreg berichtet Hierauf erstattete Dr. Goldenberg einen ausführlichen Bericht über die Themen, welche bei der letzten Sit- ■ zung des Verwaltungsrates! des Jüdischen Weltkongresses in Genf zur Sprache gelang. I ten. An erster Stelle wurde, dort das alarmierende Problem der Wiedererstarkung des Nazismus in Deutschland und seine möglichen Auswirkungen auf andere Länder behandelt Man müsse erkennen, dass diese Bewegung straff organisiert ist. Der Freispruch, den ein österreichisches Gericht, im Prozess gegen den Assistenten Adolf Eichmanns gefällt hat, sei ein beunruhiges Symptom für die dem Nazismus freundlichen Gefühle der österreichischen Bevölkerung. Die Beziehungen mit den Arabern wurden in dieser Sitzung ebenfalls analysiert, wie der Referent erwähnte. Man war sich einig, dass Verallgemeinerungen nicht am Platze sind, weil die arabische Welt kein geschlossenes Ganzes darstellt. Notwendig sei, die Beziehungen zu den lokalen demokratischen arabischen Kreisen aufzunehmen. Zur Frage der Lage der Juden in Russland und anderen kommunistischen Ländern, die je nach dem Ort eigene Aspekte aufweise, äusserte Dr. Goldenberg, dass es wegen dieser Unterschiedlichkeiten angezeigt sei, niemals eine internationale jüdische Politik zu betreiben, die der Koordination ermangelt, um die Probleme nicht noch zu erschweren. Das dringliche Problem das heute nach den Worten des Redners die Judenheit besenäftigen muss ist der Prozess der Auflösung der Gemeinschaft durch fortschreitende Assimilation, wie sie besonders in Nordamerika zu beobachten ist. Dahev BIBLIOTECA POPULAR JUDIA Publicaciones del Ejecutivo Sudamericano del Congreso Judío Munndial CORRIENTES 1979 BUENOS AIRES Colección: HECHOS DE LA HISTORIA JUDIA 1. Menajem Boreisho: LA HISTORIA DEL IDT3CH 2. Teodoro Herzl: EL PRIMER, CONGRESO SIONISTA Colección: GRANDES FIGURAS DEL JUDAISMO 1. Samuel Roilansky: SCHOLEM ALEIJEIM 2. Natán Gesang- YEHUDA HALEVI 3. Simja Sneh: SCHMUEL IOSEF AGNON 4. León Dujovne: MAIMONIDES 5. Nahum Goldmann: TEODORO HERZL 6. Schalom Rósenberg• FILON DE ALEJANDRIA Bibliografía de Temas Judíos en Castellano I muss das Augenmerk der Juden vor allem auf die jiidi sehe Erziehung gerichtet sein, wenn wir den Fortbestand unseres Volkes sichern wollen. Gastredner Nach Abschluss der Sitzung ergriff der bekannte Soziologe Dr. Norberto Rodríguez Bustamante auf besondere Einladung der DAIA das Wort Er behandelte ein Thema seines Spezialgebiets, zu dem er wchldurchdachte Ausführungen machte, welche von direktem Interesse für die Institution waren. Nach feinem Referat antwortete er bereitwilligst auf Fragen. Von der Einheitskampagne Mit grossem Enthusiasmus und mit Verantwortlichkeit wurde die Aktion 1967 eingeleitet. Zahlreiche Besprechungen in den Comitc's der Bundeshauptstadt und von Gran Buenos Aires, den Gremien und idiomatischen Gruppen, viele Empfänge in Privathäusern zu Ehren von Rabbiner Mordechai Kirsch blum sowie Veranstaltungen in Mendoza. Cordoba und Rosario sind unter den ersten Schritten zu nennen, d e zur Mobilisierung des Jischuw dienen. Auf den zahlreichen Veranstaltungen, bei denen Rabbiner Kirschblum das Wort ergriff — allein in Córdoba sprach er im Laufe eines Tages bei acht verschiedenen Gelegenheiten, in den jüdischen Schulen, der Kehilla, den wirtschaftlichen Institutionen. auf der Eröffvungskundgebung und auf einem für ein Uhr morgens angesetzten Empfang in der sefardischen Gemeinde. — hin terliess er einen slarken und nachhaltigen Eindruck. — Kulturarbeit der AMIA Die AMIA eröffnete ihre diesjährige Kulturarbeit mit einer grossen Veranstaltung in ihrem Festsaal, der die vielen Zuhörer nicht fassen konnte. Die Feier begann mit Darbietungen des Kehiüa- Chors Hasomir unter seinem Dirigenten Feuer. Der Gast des argentinischen Judentums. Rabbiner Dr Kirschblum, würdigte das iniensive jüdische Gemsindeleben in Argentinien mit seinen zahlreichen Institutionen. So sei der „Monat des jüdischen Buches“, den die Kehilla alljährlich durchführt, einzigartig in der jüdischen Welt. Der Präsident der Kehilla, Dr. Kamenszain, forderte zur Mitarbeit an der Kehilla auf. Die Kulturarbeit der Kehilla so sagte Dr. Kamenszain. richtet sich nach dem geistigen Fortschritt Israels, dem grösstes Interesse entgegengebrac-ht wird. Schenkung für die IWO Die grosse und wertvolle Bibliothek des verstorbenen -xiiiiiiiiiiiiiiiimimimmiimmmuimiiiiiimiiiiimmmnnmiiiimimiiimwtimiiimmiimii; Keine der Pessach-Haggadot, die in den letzten Jahren zugunsten des ..Kranken, heims für Waisenkinder in Israel“ tOrphan Hospital Ward in Israel) herausgegeben wurden, ist so interessant wie die diesjährige. — die erste Publikation des bisher unbekannten Peseachabend-Rituais der sogenanndische Gemeinden an verschiedenen Orten in China. Wir haben aber nur Kenntnis von der Gemeinde in Kaifeng Fu am Gelben Fluss. Diese Juden, die allem Anschein nach niemals der Verfolgung oder Diskriminierung ausgesetzt waren, assimilierten sich mit der Zeit erstaunlich in ihrem Aussehen, ihren fWAS Dl 6* DIE SYNAGOGE VON KAI-FENG FU ten ,,Waisen-Kolonie“ der in China geborenen Juden. Diese Haggada trägt den Titel ,.Haggada der chinesischen Juden““- In der Einleitung zu dieser Ausgabe die Prof. Cecil Roth verfasst hat sind interessante Einzelheiten über die Geschichte dieser jüdischen Gemeinschaft vermerkt. Es gibt wohl kaum irgendeine Gruppe von Juden in der Vergangenheit, von der man so wenig weiss und die so vollständig verschwunden ist wie die winzige Gemeinde welche einst im ..Reich des Himmels“ bestand. Ihre Ursprünge sind mysteriös, doch datiert ihr Anfang wahrscheinlich bis in das Jah:. 1000 zurück, als die jüdische Wanderung aus dem Mittelosten in den Orient und Okzident ihren“ Höhepunkt erreicht hatte. Sicherlich gab es einige jü- Chefredakteurs der jüdischen Tageszeitung ,,Di Presse“, Dr. Shitnitzky, wurde von seiner Witwe dem Jüdischen Wissenschaftlichen Institut in Buenos Aires geschenkt. Die Bibliothek umfasst viele wertvolle Bücher, die heute im Buchhandel nicht mehr erhältlich sind, so dass sie für die IWO eine kulturelle Be reicherung bedeuten. Dr. Shitnitzky war Jahre hindurch Präsident dieser Institution, die auch das einzige jüdische Museum in Argentinien besitzt. Jüdisches Hospital Das jüdische Krankenhaus Esra in Buenos Aires empfing eine Stiftung von einer halben Million Pesos von der Familie Leon und Frida Mogilewsky in Anerkennung der sozialen Dienste, welche das Hospital unbemittelten Menschen täglich leistet. Der Betrag soll für die Modernisierung einer Station verwendet werden. Gemeinde in La Plata Die Kehilla in der Stadt La Plata hat jetzt ihr 60jähriges Jubiläum begehen kön neu, weiches im Festsaai des dortigen Gemeindehauses gefeiert wurde. Diese Kehilla wurde am 7. Juii 1907 gegründet und entwickelt ein reges Gemeindeleben. Sie besitzt jüdische Schulen, und viele Organisationen und Landsmannschaften sind ihr ange schlossen. sozialen Gewohnheiten, ja sogar in ihrer religiösen Philosophie an die chinesische Umwelt. Die Gemeinde erlebte noch eine gewisse Blüte sogar eine Art Wiedergeburt um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Aber ihr späterer Niedergang vollzog sich unaufhaltsam, da sie von anderen jüdischen Gruppen völ. lig isoliert war. Als schliesslich um die Mitte des 19- Jahrhunderts ihr letzter geistiger Führer starb, folgte das Ende sehr schnell. In wenigen Jahren blieben nur ein paar Leute übrig, die sich um ihre alte Synagoge scharten, ihrem Aussehen und ihrer Lebensweise nach völlig Chinesen glichen, und die sich nur unklar an ihren jüdischen Ursprung erinnerten. Vor dem endgültigen Untergang der Gemeinde wurden glücklicherweise einige der liturgischen Schriften ge. rettet. Hierzu gehören zwei Exemplare der Pessach-Haggada, welche in der unschätzbaren Bibliothek des Hebrew Union College in Cinewmati aufbewahrt werden, deren Verwalter, Dr. Herbert C. Zafran, die vorliegende Publikation freundlicherweise ermöglicht hat. Der Text dieser Haggadot ist bisher noch niemals studiert worden, und selbst Liturgie-Porsehern war ihre Existenz kaum bekannt. Alles, was wir früher von der Beobachtung des Pess ach festes durch die chinesischen Juden wussten, ging auf einen Brief zurück, den einer der letzten Ueberlebenden aus dem Jahre 1850 verfasst hatte und in dem er beschrieb. wie ,,am vierzehnten Tage im zweiten Mond das Fest des trockenen Weizens, oder des ungesäuerten Brotes gefeiert wurde, an dem man Freunden ölduftendes •Brot (yu-hsiang) schenkte.“ Die beiden kleinen Bände, die eigentlich identisch sind, wurden wahrscheinlich in einem Abstand von hundert Jahren verfasst. Sie sind auf chinesischem Pergamentpapier niedergeschrieben. Die hebräischen Schriftzeichea tragen orientalische Züge, obwohl sie nach chinesischem Brauch mit einem Rohrgriffel gemalt sind, so dass sie auf den ersten Blick wie chinesische Buchstaben wirken. Der Text der chinesischen Haggadot ist im Grunde der gleiche, den wir heute benutzen. Trotzdem finden wir eine Zahl auffallender Unterschiede an unwesentlichen Stellen. Einige hiervon kennen wir aus anderen orientalischen Riten, während andere uns nicht vertraut s!nd. Bemerkenswert ist ferner, dass in dem Text an vielen Stellen die persische Sprache gebraucht wird, die durchweg in hebräischen Lettern geschrieben wird. Die Tatsache, dass die chinesischen Juden das Persische quasi als heilige Sprache in ihren Gebetbüchern verwandten, deutet darauf hin, dass sie höchstwahrscheinlich ihren Ursprung und wohl auch ihre religiöse Lehre aus Persien herleiteten. Auch dies stellt gewissermassen eine Ueberraschung dar, da dies zu einer Zeit der Faill war, als ihre direkten Verbindungen mit der persischen Judenheit kaum etwas anderes als eine entfernte, sehnsuchtsvolle Erinnerung gewesen sein können. Die Pessaeh-Haggada der chinesischen Juden bietet somit nicht nur denen interessantes Material, die sich auch dem Studium der jüdischen Geschichte und der Entwicklung der jüdischen Liturgie widmen, sondern sie bezaubert auch die Laien durch eine ihr eigentümliche tiefe Romantik. Unserer lieben Mutter, Frau BETTYPFEFFER gratulieren herzlichst zum 85. GEBURTSTAG IHRE KINDER MARTIN und BRONIA Empfang: Sonntag, den 23. IV. von 17—19 Uhr in Larrea 735, Piso II, dio. B, Capital ZUM AUFBEWAHREN WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 5727? Schabbat Hagadol Sonnabend, den 22 April Erew Pess ach Montag, den 24. April 1. Tag Pessach Dienstag, den 25. April Mittwooh, den 26 April Montag den 1. Mai Dienstag, den 2. Mai 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto (27. Nissan) Yom Haatzmaut Lag 3e’Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot Fasten Schiva assar oTamus Erew rise ha be’Aw Fakten Tischa oe'Aw Erew Rosch Haschana Sonntag, den 7. Mai Montag, den 15. Mai Sonntag, den 28 Mai Dienstag, den 13 Juni Mittwoch den 14 Juni Donnerstag, den 15 Juni Dienstag, den 25 Juli Montag, den 14 August Dienstag, den 15 August Mittwoch, den 4 Oktober