Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2212 (7.4.1967)
- Date
- 1967-04-07
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU a«* xävm. — n* Mfee «- - Vier««*, 7 de Abril de liHi'i Ereignisse der Ein schwarzes Kapitel Die DAIA hat sich in einem Schreiben an den argentinischen Kardinal Erzbischof Dr. Antonio Caggiano wegen einiger Vorgänge gewandt, die »ich im Atrium einer katholischen Kirche in Buenos Aires abgespielt haben: eine Taeuara-Gruppe war zu einer Kundgebung aufmarschiert, die beteiligten jungen Leute hoben ihre Arme zum Hitler¬ oder Faschistengruss. Die Zeitung ..Buenos Aires Herald“ hatte ein Bild dieser Szene aufgenommen, das von einer grosser: Anzahl anderer Organe veröffentlicht worden ißt. „La Prensa“ hatte dem [Vorfall einen Leitartikel gewidmet und im Zusammenhang mit dem Wiederaufflakhem eines Neonazismus in ¡Deutschland vor ähnlichen Erscheinungen in Argentinien oder anderen südameri fcanisohen Ländern gewarnt, jpie oeffentlichkeit hatte sich tttoo mit einem Vorfall beschäftigt. der in weiten Krei. »en Beunruhigung hervorgerufen hatte, zumal es wohl alß ungewöhnlich bezeichnet werden darf, dass sieh ein Solcher Nazi-Aufzug in einer Kirche vollzieht. Von der Presse wurde darauf hingewiesen, dass zum Gleichen Augenblick, als diee Tacuara - Demonstration (tor sich ging, garnicht weis ¡lom Schauplatz der Ereignisse entfernt, die amerikanischen Staaten versammelt waren, unter ihnen selbstverständlich auch die Repräsen. tanten Argentiniens, um Re Solutionen über die MEN¬ SCHENRECHTE anzuneh- Bien.. Da die Kirche schwieg, der Kardinal «ich nicht ausserte, und die Oeffentlichkeit nicht über die erwarteten Schritte gegen politische Demonstrationen in Kirchen unterrichtet wurde, hat die DATA mutig und entschlossen ein Schreiben an den Kardinal Erzbischof gerichtet, in welchem auf die unhaltbare Situation hingewiesen worden ist, die durch derartige Vorkommnisse geschaffen wur de. Die DAIA wiederholt die Erklärungen und Versicherungen des päpstlichen Stuh les, des Konzils und sonstiger Kirchenfürsten gegen jede Aeusserung des Rassenhasses und vertritt mit vollem Recht den Standunkt, dass derartige Kundgebungen rechtsextremer Elemente von der Kirche nicht geduldet werden dürften, da sie mit der offiziellen Kirchenpolitik zur Versöhnung der Völker Konfessionen und Rassen im! Widerspruch steht. Keine Antwort Eine Antwort ist nicht eingegangen. Es ist bekannt, dass gewisse Kreise, zu denen die Regierung nicht zählt, seit langer Zeit den Versuch unternehmen, die DAIA zu ignorieren, um damit die Kraft des organisierten argentinischen Judentums zu mindern oder gar zu brechen. Dies ist bisher niemandem gelungen auch nicht in den Zeiten der Diktaturen. Die Entschlossenheit und die politische Reife, die von der Leitung der DAIA in allen schwierigen Situationen bisher gezeigt worden ist, Hessen uns alle Hindernisse überwinden. Eine Antwort an die DAIA, di« von den argentinischen Woche Juden erwartet wird, kann nichtdurch private Audienzen oder Ordensverleihungen an Reisebüros oder deren Repräsentanten ersetzt werden. Das wird die Kirche gut verstehen. Wenn sie deswegen die Antwort nicht an die DAIA erteilt, muss das von allen Juden als ein Affront betrachtet werden. Wir sehen in der Haltung der Spitzen ■ behörde der Katholischen Kirche, d. h. in der Haltung des Kardinals, die wesentliche Stellungnahme gegenüber den Juden, unabhängig davon, was vielleicht einige gutwillige kleinere kirchliche Würdetriiger tun. Mit einer noch grösseren Geschlossenheit sollte sich das organisierte argentinische Judentum hinter d!e DAIA stellen, deren politisches Vorgehen im Interesse eines harmonischen Zusammenlebens aller Teile der argentinischen Nation liegt.! Boletin der AMIA Boletin AMIA ist eine unscheinbare, aber sehr interessante Veröffentlichung, die wert ist. von einer breiten Oeffentlichkeit beachtet zu werden. In übersichtlicher Form gibt das Heft Nr. 6 (Februar-März, 1967» einen anschaulichen Überblick über die mannigfaltige Tätigkeit der „Kehilla‘\ die durch ihre Arbeit zahlreichen Institutionen und Gemeinden, auch denen unseres Sektors, hilft. Jeder Interessierte sollte diese anschaulich geschriebej ne und mit leicht verständlichem statistischen Material! ausgestattete Broschüre wenigstens „überfliegen“, besser natürlich genau lesen, um sich einen wirklichen Eindruck von dem Umfang der entfalteten Tätigkeit und der. tatsächlichen Leistungen der AMIÄ zu machen? Einheitskampagne eroeffnet BIBLIOTECA POPULAR JUDIA Publicaciones del Ejecutivo Sudamericano del Congreso Judío Munndial CORiRIENTES 1979 BUENOS AIRES Colección: HECHOS DE LA HISTORIA JUDIA 1. Menajem Boreisho: LA HISTORIA DEL IDTSCH 2. Teodoro Herzl: EL PRIMER CONGRESO SIONISTA Colección: GRANDES FIGURAS DEL JUDAISMO 1. Samuel Roilansky: SCHÖNEM ALEIJEM a. Natán Gesang: YEHUDA HÄLEVI 3. Simja Sn eh: SCHMUEL IOSEF AGNON 4. León Dujovne; MAIMONIDES 5. Nahum Goldmann: TEODORO HERZL 6. Schalom Rósenberg* FILON DE ALEJANDRIA Bibliografía de Temas Judíos en Castellano Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ TEL AVIV POB 309Ü SOEBEN ERSCHIENEN: HUGO GOLD: Geschichte der Juden in Wien. Das Standardwerk der Jüdischen Geschichte Wiens. Hunderte Illustrationen. Grossoktavformat.US$ 20.— K. J BALL-KADURI: Vor der Katastrophe. Das Leben der Juden in Deutschland (1934 bis 1939).US$ 5 — Dr. E. J. GOERLICH: RUTH, Geschichte eines Wiener jüdischen Mädchens . .. US$ 5.— Dr. NARRY ZOHN: Wiener Juden in deT deutschen Literatur Halbleinen.US$ 3 50 HUGO GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina, I. Band ..US$ 20.— HUGO GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina, II. Band .. .. ,« ... .. US$ 20.— IN VORBEREITUNG ó«* HUGO GOLD: Geschichte der Juden in Oesterreich (Ein Gedenkbuch* II. .. .. .. US$ 20,— HUGC GOLD: Gedenkbuch der untergegangenen Judengemeinden dec Burgenlandes US$ 20.— GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN- GEMETNDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. Erscheint ln zwei Bänden. I. Band Böhmen, Mähren und Schlesien. Mit einer grossen Veranstaltung. im Herzen des „jüdischen Viertels'“ im Kino Cosmos 70. wurde in diesem Jahr die Einheitska-mpagne in Argentinien eröffnet. Schon lange vor der angesetzten Zeit war das Kino überfüllt, sodass hunderte Interessierte zunächst keinen Einlass finden konnten. Als dann schliesslich die Türen auch für diejenigen sich öffneten, die draussen lange warten mussten, waren alle Gänge des grossen Theaterraumes dicht gedrängt von Menschen aller Altersschichten, die gekommen waren, um bei dieser feierlichen Kampagne- Eröffnung dabei zu sein. Das war der Eindruck, den der volle, besser gesagt, völlig überfüllte Saal auf alle machte: es gibt also noch einen sehr grossen Eireis von Juden in dieser Stadt, die zu jüdischen Veranstaltungen kommen, in denen sie etwas lernen und erfahren können. Die „wogende Masse" beleb, te nicht nur den Raum, sondern auch die Stimmung. Aus mehreren tausend Kehlen wurden einleitend die argentinische und die israeli sche Nationalhymne gesungen, nachdem der Botschaft ter Israels in Argentinien, Don M. Alon, und der Ehrengast, der nordamerikanische Rabbiner Dr. Mordechai Kirschblum, Mitglied der Executive der Jewish Agency, sehr herzlich begrüsst worden waren. Der Präsident der Einheitskampagne I960, Don Jizchak Levin, leitete ein und wies auf die vielfachen Schwierigkeiten hin, mit denen im vergangenen Jahr gerechnet wurden musste. Seine Worte wurden beilällig aufgenommen. — Sodann ergriff un Namen aller zentralen Organisationen der Präsident der Zionistischen CrAnpeatiniens, Don Emi'jio Gutkin, Purim in Moskau London. — Zweitausend Juden drängten sich in der Grossen Synagoge von Moskau, die 1.500 Men. sehen aufnehmen kann, um die Vorlesung der Megilla Ester anzuhören, wie aus Moskau hier eingetroffene Berichte sagen. Unter den Besuchern des Gottesdienstes waren viele junge Juden, die „sehr lange'1 im Tempel blieben, so dass die Purimfeier sich gewissermassen zu einer Demonstra tion der moskauer Judenheit gestaltete. (ITA* das Wort, um die Versammlung zu begrvissen und auf die Bedeutung der Einheitskampagne hinzuweisen, seine Worte wurden mehrere Male durch Beifall unterbrochen, denn das Publikum fühlte, wie ergriffen der Redner von dieser Versammlung war. — Anschliessend sprach der Botschafter Israels in Argentinien, Don Mosche Alon, von den vielen, ernsten Problemen, mit denen sich der junge Staat Israel auseinanderzusetzen hat. Als dann der Botschafter der Versammlung versicherte, dass durch den starken Lebens- und Auf bauwillen der israelischen Bevölkerung — wie durch ein neues Wunder — die Krise bereits ihren Höhepunkt überschritten habe, setzte ein langanhaltender Beifall ein. Allerdings solle man sich dessen bewusst sein, daßs es noch viele, schwierige Fragen zu lösen gebe, die vom ganzen jüdischen Volk gemeinsam mit Israel gemeistert werden müssen. — Rabbi Kirschblum Mit grosser Erwartung ergriff dann Rabbiner Dr. Mordechai Kirschblum das Wort, dem der Ruf eines grossen! Redners vorausging. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht." Mit grosser Bered, samkeit schilderte der Rabbiner, aus welchen Gründen unsere Generation die tragischste und die glücklichste sei. Wir trauern nicht allein : um sechs Millionen Menschen, sondern um die jüdi. sehe Welt, die zerschlagen wurde und untergegamgen ist, um die ungeheuren kul- : turellen und religiösen Werte, die niemals wieder geschaffen werden können. Was in mehr als tausend Jahren an jüdischem Leben; und Jiidischkeit auf gebaut wurde, ist dahin. Alles, was. anstelle dieses Verlorenen neu errichtet worden ist, sei es in Nord- oder Südamerika, sind nur Schatten dessen, was einmal war. Die glücklichste Generation sind wir, weil wir nach einem Warten von mehr als 1900 Jahren die Wiedererrichtung des Staates Israel erleben durften. Aber es gibt auch andere Völker, die nach langer Zeit, wenn auch nicht nach so langer, die Erfüllung ihrer nationalen Träume erleben. Hier ist aber nicht nur das Wunder geschehen, dass ein Volk auf sein Land 1900 Jahre gewartet hat, sondern ein zweites Wunder: auch das Land hat 1900 Jahre auf das Volk gewartet. Erst als die Juden auf ihren Boden zurückkehrten, erwachte die Wüste zum neuen Leben, Rabbiner Kirschblum ging dann auf die konkreten Aufgaben ein, die uns heute gestellt sind. Noch 200.000 Juden sind in verschiedenen Ländern bedroht, die uns vor grosse Probleme stellen. Aus diesem Grund sei die Aufbringung der erforderlichen Mittel ein Gebot der Stunde. Der Prozess der Einordnung der Einwanderer geht langsam vorwärts, vor allem bei den orientalischen Juden. Zwei Messiasse Es gibt ein Wort, dass zwei Messiasse zur Erlösung des jüdischen Volkes kommen müssten. Warum zwei Messiasse, so habe man gefragt. Und die sehr kluge Antwort lautete; der Messias ben David müsse die Juden aus der Galut nach Israel führen, der Messias ben Josef dagegen müsse die Galut aus den nach Israel gekommenen Juden herausnehmen. Diesen doppelten Prozess der Befreiung der Juden aus der Galut und die innere Ueberwindung des Galut-¡Denkens bei den nach Ierael gebrachten Juden ist eine Aufgabe, die nur mit grosser Geduld durchgesetzt werden muss. Zionistisches Denken und proisraelische Gefühle allein genügen nicht. Ausser dem Herzen und ausser dem Kopf seien uns die Hände gegeben worden, mit denen wir tun. mit denen wir schaffen, mit denen wir geben müssen. — Die hinreissenden Ausführungen des Redners wurden immer wieder von Beifall unterbrochen. — AbsohUessend rezitierte Berta Singermann zwei Gedichte jüdischer Thematik, die von nichtjüdischen spanischen Dichtern geschrieben wurden und ein Gedicht in jiddischer Sprache. Der wunderbare Vortrag dieser Künstlerin schloss eine würdige und eindrucksvolle Veranstaltung ab, an die sich alle Teiinehaner noch lange erinnern werden. — Generalversammlung Das zentraleuropäische Co mité der Einheitskampagne veranstaltete seine diesjährige Generalversammlung in einer vom Schema abweichenden Form und hatte auch die Damen der Mitar. beiter und Vorstandsmitglieder der angeschlossenen Gemeinden und Vereinigungen eingeladen. Nach Begriissungsworten des Generalse. kretärs, des Herrn Erich Neuberger, wurde der Vorsitzende der ACIBA, Herr Manfred Anspach, zum Tagespräsidenten gewählt. Kassenbe. rieht und Arbeitsbericht wurden von den Herren German Hamburger und dem geschäftsführenden Vizepräsidenten des Comités, Curt Hamburger erstattet, in der Aussprache stellte Herr Rabbiner Harf einige interessante Fragen und gab wertvolle Anregungen, Nach der Wahl des neuen Vorstandes (Präsidium) wurden zwei Israel-Tonfilme gezeigt, die alle Anwesenden interessierten. Die Leitung des Comités besteht aus den folgenden Herren: Präsident: Dr. Hardi Swar. sensky; Vizepräsidenten : Hermann Levy und Curt Hamburger; Generalsekretär: Erich Neuberger; Sekretäre: S&roi Mejer und Alex Sielsky; Tesorero : German Hamburger; Pro - Tesorero: Ing. José Smilg; Beisitzer; Curt Wilk, Werner Rosenberg, Peter Wind und Kurt Zimmerspitz. Das Comité besteht ferner (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Adolfo Politansky und Frau Ricardo Kahn und Frau Eugenia G. de Politansky Moebhy L. de Kahn geben die VERMAEHLUNG ihrer Kinder FEDERICO R. und RAYMONDE bekannt. Die Vermählung findet s.G.w. am Samstag, den 15. April 1967 in der Synagoge Bet El, Capitán R. Freire 1762, um 20 Uhr 30 statt. Conde 2040 Av. Gral. Paz 12408 Cepita! Capital nvrstt “D nuesho hijo EDUARDO JORGE se efectuará el Sábado 8 de Abril de 1967 en la Sinagoga Lamroth Hakol, Caseros 1450, Fio rida, a las 9 horas. Dr. GUALTERIO LUBASCH MARIANA BAER de LUBASCH Ricardo Gutiérrez 1950 Olivos .... Asociación Sinagoga y Beneficencia Aschkenasi J. E. URIBURU 348 gratulieren Herrn LUIS HIRSCH und Frau zur HOCHZEIT seiner Tochter BEATRIZ CARLOTA mit Herrn AÑORÉ RENÉ BAUMANN STATT KARTEN Für die uns anlässlich unserer Vermählung so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten danken allen herzlichßt Dr. Edgardo A. Manguel Susana S. Tobias de Manguel Pampa 2779, 4^ p 8