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Jüdische Wochenschau · 1967-04-07 · 2212 (7.4.1967) · p. [Seite 3]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2212 (7.4.1967)
Date
1967-04-07
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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LA SEMANA iSlilllT* Año XXVIII. — N* 2212 — I Viernes, 7 de Abril de 1987 4 6 fe Nathans Friedenssaeule Kürzlich fand am Fusse des Zions-Berges über Jerusalem bei strahlender Herbstsonne die feierliche Enthüllung der Friedenssäule des Friedens-Apostels Abie Nathan statt. Eine Gruppe seiner Anhänger hatte von dem arabischen Dorf Abu Gosch aus sich bereits am Vormittag zu einem neuerlichen Friedensmarsch auf Jerusalem in Bewegung gesetzt. Polizei begleitete die Wallfahrer und wurde von diesen mit Aepfeln bedacht. m Nathan, der Weise von Tel Aviv, und seine Anhänger waren pünktlich, Auf die Minute um 14 Uhr begann die schlichte Feier, die nur eine halbe Stunde dauerte, obwohl drei Reden gehalten wurden. Das allein ist schon ein Fortschritt. Die Feier fand einen Steinwurf entfernt vom Jerusalemer Hauptbahnhof statt. (Einen Nebenbahnhof haben wir gamicht, aber unser Bahnhöfle ist doch der Hauptbahnhof der Haupt Stadt). Der Bahnhof war gesperrt. weil die Bahnstrecke unbefahrbar war angesichts der Demolierungen die arabische Terroristen durch ein Bombenattentat auf die Ei senbahnlinie angerichtet hatten. Das ist nun — leider! — typisch für unsere Situation die Araber werfen Bomben, und wir — errichten Friedenssäulen, „denn nicht wie von SCHALOM BEN CHORUS JUNCAL Sociedad Cooperativa de Crédito Ltda. Die Sparkasse des zentraleuropaeischen Sektors Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr ARAOZ 2854 T. E. 71-9059 BUENOS AIRES alle Völker ist das Haus Israels“. Die Säule des Friedens konnte eigentlich garnicht enthüllt werden: nur der Sockel war verhüllt. Die Säule selbst ragte als Wahrzeichen des guten Willens in den fleckenlos blauen Himmel. Auf der Säule steht ein Wort aus der grossen Friedensvision des Propheten Jesaja (2,4): „Sie werden ihre gchwerter zu Pflugscharen und ihre Spiesse zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere mehr das Schwert erheben und sie werden hinfort das Kriegs Handwerk nicht mehr 1er nen“. Dieser Prophetenspruch ist in hebräischer und arab' scher Sprache eingemeisselt und zu Füssen der Säule ist er nochmals englisch auf ei ner schwarzen Tafel zu lesen. Den Sockel aber schuf der Pop-Künstler Jigal Tumar kin. Diesmal ist er voll verständlich. Aus Schrott aller Art schuf er das Symbol der Waffen, die zum alten Eisen — im Reiche Gottes — ge worfen sind, um zu landwirtschaftlichen Geräten nutz bringend umgeschmiedet zu werden, et bepinstelte diesen eschatologischen * Wirrwarr mit Silberbronze. Der Künstler selbst stand mit blondem Bart in einer rosaroten Bluse lächelnd neben seinem Kunstwerk, für das ihm Abie Nathan von Herzen dankte. Abie war in einem schlichten weissen Hemd erschienen, mit einer Kefija, die er als Halstuch umgebunden trug So liess er sich auch mit den Pfadfindern fotografieren, die rings um die Friedend säule standen und verhinder ten, dass die begeisterten Anhänger Nathans — schlichte Leute aus dem Volke „Amoha“, — die Anlage mit den frischen Grünpflanzen zertraten, die das Friedensdenkmal umgibt. Der Schauspieler Uri Sohar leitete die Veranstaltung und der aus dem Radio (und als Verleger) bekannte Rezitator Amikam Gurevitz rezitiert aus dem zweiten Kapitel Jesaja: „Aus Zion kommt Heil und Friede über alle Völker“. Es war ergreifend diese ewigen Worte hier am Fusse des Zion zu vernehmen. Als Abie Nathan sprach — unrhetorisch, schlicht, fast naiv — wurde ihm rauschender Beifall zuteil. Nur eine junge rotblonde Dame — bewaffnet mit einem TTanspa- ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 FAST ECKE PINO TeL: 76 9088 Teppichhaus - M. 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Ich hatte diesen Eindruck nicht, aber wer weiss, was zwischen der Tizian-Blonden und Abie Nathan vorgefa;len oder nicht vorgefal'en ist“’ Jedenfalls wurde Abie durch die schmachtenden Blicke einer ganz und gar Blonden entlohnt, die an seiner Seite stand und die Friedensworte des kühnen Fliegers schlürfte. Die Friedenssäule sollte durch Jerusalems regierenden Oberbürgermeister Teddy Kollek enthüllt werden. Das unterblieb leider, da eine städtische Unterbaukommission die Erlaubnis zur Errichtung der Friedenssäule (noch) nicht gegeben hatte Dies hinderte aber die Stadtverwaltung nicht daran, den Festplatz und die Zufahrtsstrasse mit den Bannern der Stadt zu beflaggen. Auch Teddy Kolleks ergebenster Koalitionsmitarbeiter Vizebürgermeister Dr. A. Chouraqui war, allerdings nicht festredend, anwesend wobei dahin gestellt bleiben möge, ob er das in seiner munizipalen Eigenschaft war oder nur als Nachbar, da sein hübsches Haus sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Berges Zion befindet. Aber der Stadtverordnete und Knessetabgeordnete Victor Sehern Tow von der Mapam sprach dafür in voller amtlicher Doppelwürde. Er richtete seine Worte an „unsere arabischen Brüder“ und fragte, wann sie eine entsprechende Friedenssäule errichten werden, jenseits der Mauer, die so bedrohlich auf den israelischen Teil des Friedensberges Zion herabbliekt. Schern Tow sprach einem bewaffneten Frieden das Wort. Nur durch Stärkung unsere»- Armee können wir den Frie den erreichen, sagte er . und damit hatte er leiden wohl recht. Auch die energische blonde Schulamit Aloni, KnessetabgeordnetL der Maarach-Fraktion, sprach und ISIDORO SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlichkeiten an und singt mit mit seiner angenehmen Basstimme T. E.: 86-5036 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SEE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 Und wenn es sich um HERRENKLEIDUNG handelt, dann zu (arlton MAIPU 982 — 31.7845 entbot dem abwesenden Rafi-Bürgermeister Kollek ihre Grüsse, wobei sie betonte, dass sie und Kollege Schern Tow nicht unter einem Frak tionszwang stünden und ruhig das Friedenswerk ihres unabhängigen Freund« s Abie Nathan mit Segenswünschen begleiten dürften. (Lebhafter Beifall). Rings um Abie und die Seinen drängten sich viele Kinder, auch ein paar alte Leute. So stelle ich mir Jesus von Nazaret vor. So sprach er hier zu der Masse des Volkes, zu den einfachen Leuten und zu den Kindern, und ein paar Honoratioren waren auch darunter Heute wie damals. Aber dieser Vergleich ist gefährlich Vielleicht wenden sich dann auch ein Leser oder Hörer beschwerdeführend an das Religionsministerium. und ich bekommen einen Verweis wie ' der Direktor der Bezalel- Kunst-Schule. Dieser hatte nämlich — horrible tictu — seinen Studenten die Lektiir» des Neuen Testament empfohlen, damit sie die mittelalterliche Kunst verstehen können. Und um ihnen Ausgaben zu ersparen, hat er ihnen empfohlen, sich das Neue Testament (hebräisch) kostenlos in den zwei Missionsbuchhandlungen Jerusalems zu besorgen. (In einer anderen ist es übrigens garnicht zu bekommen... das nebenbei.) Er hätte aber den guten Rat einer Abendzeitung befolgen sollen, die ihn dahin belehrte, dass es genügt, wenn die Kunstschüler das Buch von Prof. Joseph Klausner über Jesus lesen. Das ist nun allerdings viel umfangreicher als da,; Neue Testament selbst, viel kostspieliger und sch liess1 ich konnte auch Klausner seine Darstellung nur aus dem Neuen Testament gewinnen denn andere Quellen gibt es da bekanntlich nicht Aber bitte, ich habe Klausner gele sen, und mein Vergleich geht nur auf dieses Buch zurück! Abie Nathan lässt auch die Kindlein zu sich kommen — und lässt sich dann allerdings (das ist der Unterschied) mit ihnen fotografieren, wofür ein Pressefotograf sorgt. LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» Izq. - T.E. 83-2613 26. Adar II. 5727 7. April 1967 Schulamit Aloni hat offenbar auch das Buch von Klausner gelesen und spielte darauf an, indem sie sag te, dass es nicht möglich sei, den Frieden dadurch zu gewinnen, dass man die linke Wange hinhalte, wenn man auf die rechte geschlagen werde. (In diesem Augen blick knallte der emrüstete Chassid Abies der Tizianblonden eine Watschen.., und sie h(ielt auch nicht die andere Wange hin; nein, das tat sie nicht.) Da fragte mich ein amerikanisches Touristen P3ar- .Sind das Kommunisten?' Wenn sie das Wort Frieden hören wittern sie Kommunismus... Ich beruh:cte das ältliche Touristenpaar eingedenk der Mahnung unseres Touristik - Ministers Mosche Kol: „Seid freundl'ch zu den Touristen“. Ich legte dar dass auch der Prophet Jesaja 'und ebenso der Prophet Mi cha> vom Frieden sprachen und nachweislich keine Kommunisten waren. Das weiss ich aus erster Hand denn das Alte Testament darf man ja noch lesen; da ist der kostspielige Umweg über Klausner nicht nötig. Unter den prominenten Anhängern Abie Nathans bemerkte man auch Chaim Schiff, Jerusalems Grössten Hotelbesitzer, der anschliessend in seinem Erholungshotel an der Grenze de? geteilten Stadt einen Empfang für Abie und die Seinen gab zu dem ich leider nicht mehr geladen wer. ich hätte so gern auf den Frieden getrunken. — Unter Gesang gingen wir dann auseinander Bs wurde nicht die Hatikwa gesungen, sondern „Mah gadol hayom haseh... “ (Wie gross ist dieser Tag). Ja, es war cm grosser Tag. Den Elick zum Zion hebend murmelte ich „Jahrhunderte blicken auf uns herab, und wir können sagen, dass wir mit dabei gewesen sind.“ Eine bange Frage aller Import Tel Aviv. — Im Jahre 1966 waren die Vereinigten Staaten unverändert der grösste Lieferant Israels mit mehr als 25 Prozent des Gesamtimports. ZitrusExport Haifa. — Bis Ende Januar wurden 4098 Millionen Kisten Zitrusfrüchte exportiert, ungefähr die gleiche Zahl wie bis zur selben Zeit des Vorjahres. dings raubt mir seither den Schlal der Nacht' w'rd die Friedenssäule Nathans Be stand haben? Wird nie Bürokratie soweit gehen >md de Sä ule wieder ausgraben... da sie ohne Lizenz den Frieden verkündigt? Aber selbst dann tröste ich mich m t dem Dichter: Komm, wir wollen d;r versorechen Rettung aus dem tiefsten Schmer*' Säulen, Pfeiler kann man orechen Aber nicht ein freies Herz. Gewiss nicht das freie Hera des Abie Nathan. 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