Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2212 (7.4.1967)
- Date
- 1967-04-07
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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0 — Viernes,? Ae Abril Ae 1967 J V D I 8CB B WOCHENSCHAU Am XXVIIÏ. — N«?21¿ Der Dokumenten - Prozess (Schluss von Seite 1) ¡Eetac-heidung wird jeder Mensch auch dann Respekt haben, wenn er diesen Gchritt, diesen Stellungswechsel oder die Annahme einer neuen religiösen Anschauung nicht für richtig hält. In unserer Geschichte sind uns viele Getaufte stets auf die Passivseite unseres Volkes — nicht von uns, sondern von den anderen — geschrieben worden. Viele Getaufte verwandelten sich auch in grosse Judenfeinde einige von ihnen wurden sogar Anstifter und Anführer hei Judenverfolgungen. Der Renegat hat meist die Tendenz seinen ..neuen“ Glaubens- oder Gesinnungsgenossen den Beweis dafür zu liefern, dass er eben nicht ,,schlecht getauft“ sei... Wir beklagen den Tod aller Opfer des nazistischen Verfolgungswahns. habe er nun seine Ursprünge in politischen. religiösen oder rassi sehen Motiven. Jeder Mord bleibt Mord, ob sein Opfer ein Freund oder Feind ist- Wir halten es auch nicht für zweckmässig, auf die Frage näher einzugehen, ob die Verhaftung der .jüdischen Christen“ in Holland eine Vergeltungsmassnahme und widerliche Antwort der •Nazis auf die Haltung der ■katholischen Bischöfe in Holland gewesen ist. Dennoch dürfte der Hinweis berechtigt sein, dass diese Unglücklichen dem nazistischen Ausrottur.gsprogramm als Juden aus rassischen Gründen auch dann zum Opfer gefallen wären, wenn die Bischöfe geschwiegen hätten. Nur die Frage bleibt ungeklärt, was geschehen wäre, wenn nicht nur holländische Bischöfe gesprochen haben würden! Dass die Nazis in verschiedenen Fällen nachgegeber haben, wo ein ernsthafter Widerstand spürbar wurde. — auch in der Zeit, in der Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1° izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spenalgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. U oerät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf odej Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREV DE1 PINO 1*8?. T. E. 73-7887 sich Hitler noch auf der Höhe seiner Macht befunden hat, — kann schwerlich in Abrede gestellt werden. — Im April 1933 erhielt Papst Pius XI. aus Deutschland eine Nachricht, in der ernste Besorgnis über die antisemitischen Ziele der Nationalsozialisten geäussert und der Papist gebeten wurde, eine Enzyklika über die Judenfrage zu erlassen. Dieser Brief stammte von der Philosophin Dr. Edith Stein der bereits genannten zum Katholizismus übergetretenen Jüdin, die später als Schwester Teresia Benedicta a Cruce im Karmeliter Orden bekannt geworden ist. Der Past nahm jedoch keine Stellung. Im Jahre 1928 hatte derselbe Past bei der Auflösung der Missionsgesellschaft ..Amici Israel'1 den Antisemitismus verdammt. Ende 1933 hatte der Papst ein ,,Wort für die deutschen Katholiken, die jüdischer Herkunft waren“, eingelegt. Eine klare, eindeutige Stellungnahme erfolgte nicht Dagegen haben einige wenige Bischöfe Erzbischöfe und Kardinale sich für Juden eingesetzt und das NS-Vorgehen verurteilt. Im Jahr 1942 protestierten die katholischen Bischöfe in Holland gegen die Judentransporte, und zwar gemeinsam mit der Reformierten Kirche. Ein Telegramm wurde an den deutschen Reichskomm’ss-s.r geschickt, in -welchem mit einem Protest vor aller Oeffentlichkeit gedroht wurde, wenn die Deportationen nicht sofort eingestellt werden. Das Telegramm wurde beantwor tet und ein ,,Vergleichsvorschlag1' gemacht. Die Deutschen boten an, Nichtarier von den Deportationen auszunehmen, die vor 1941 zum Christentum übergetreten sei en, wenn die Kirche schweigen würde. Die Reformierte. Kirche liess sich auf diesen Handel ein, nicht aber der katho1!sche Erzbischof von Utrecht! Er gab einen Hir tenbrief heraus, in welchem er das den Juden zugefügte Unrecht verurteilte. Daraufhin erfolgte die Verhaftung der nichtarischen Christen, wie Harster sagte, als Vergeltungsmassnahme gegen die Kirche Wohlwollende Kritiker unterstreichen, dass durch die mutige Haltung des Erzbischofs von Utrecht zwar die Lage der Juden weder verschlechtert noch verbessert werden konnte. — was sollte eigentlich noch schlechter werden? —. wohj aber einig -, katholische Nichtarier gefährdet worden sind, wobei es allerdings dahingestellt bleibt ob man sie nicht trotz aller Versprechungen eines Tages doch auch deportiert haben würde. Hitler und seine Kumpanen haben ganz andere Verträge und Versprechungen geb'Ochen, ohne irgendwelche Skrupel zu empfinden. JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Scba bbosdecker faUiebeutel Käppchen Mai zot-Taschen Handodt Maschkjenstickerej vo® Bett- und risenwäsch« Di. P. l RIVERA 258t <fr Bebedero) T. E 13^155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 Es ist schwer zu verstehen und überhaupt nicht zu er kennen, aus welchen Gründen dieser Harster-Prozess das kirchliche Vorgehen rechtfertigen könnte. Dass es einige Bischöfe und andere kirchliche Würdenträger aller Kategorien gegeben hat, die mutig für Juden eingetreten sind, ist niemals bestritten worden. Die Haltung des Erzbischofs von U;recht verdient gerade deswegen Anerkennung, weil nur wenige den Mut hatten, si :o selbst treu zu bleiben. Denn man kann nicht Liebe pred.gen, zu Ver. brechen gegen die Menschlichkeit jedoch schweigen. Recht gegenüber schwachen Gegnern zu vertreten und durchzusetzen, ist nicht schwer. Gegenüber einem mächtigen Feinde die Gesetze des Rechtes, der menschlichen Freiheit und der Nächstenliebe zu schützen, dazu gehört das, was man Zivilcourage nennt, die gerade in finsteren Zeiten unabdingbar notwendig ist. Selbst der Tod der Schwester Teresia Benedicta a Cruce, alias Edith Stein, kann nicht als Argument gegen Hochhuth und seine Thesen, angewandt werden, denn die Kirche als solche hat geschwiegen, wo nicht nur die Juden von ihr ein klares Wort erwarteten. Eine ungeheuere Devalorisierung liegt aber in dem Bemühen, diesen Fragenkomplex als eine utilitaristische Frage hinzustellen. Man zerrt dieses Problem von der Höhe ethischer und moralischer Wertungen auf das Niveau politischer Zweckmässigkeit. Man lässt nicht die Stimme des Recnles und der Menschlichkeit ei - klingen, weil man Nachteile hieraus befürchtet. . Kardinal Bertram, der Vorsitzende der Fuldaer Bischofskonferenz, richtete am 2. September 1933 ein jangej Schreiben an" den'Kardinal Staatssekretär Eugen Pacelli den späteren Papst Pius XII Unter Punkt IV. dieses Be richtes fragt Kardinal Ber tram, ob es möglich sein wer de, dass „der Heilige Stuhl ein warmherziges Wort e: 1 legt für jene vom Judentum zur christlichen Religion Be kehrten, die selbst oder de ren Kinder oder Grosskirder jetzt wegen Mangels der ar sehen Abstammung ins Elend kommen?“ Im Vatikan hatte man be reits nach wenigen Tagen diese Anregung aufgegriffen und ist in Verhandlune i mit der damaligen R'-c’uregie rung über die Ausführung des Reichskonkordates emge treten. In diesem Zusammenhang dürfte es nicht u.nnleressant sein, dass der spätere Adenauer-Staatssekretär Dr. Hans Globke sich immer wie der zur Verteidigung .seiner braunen Vergangenheit darauf berief, als Referent des JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRENSE VIAMONTE 2037 4? B 46-1716 und 48-2124 früheren Reichsinnenministeriums alles versucht zu haben, um diesen „Bekehrten“ zu helfen. In dem auffallend langen Berichtschreiben des Kardinal Bertram findet sich kein Wort über die Juden oder gar für die Juden. Sie werden nicht erwähnt. Dagegen beklagt sich der Kardina] über viele Seiten hinweg über den auf alle Katholiken ausgeübten Druck, Mitglieder der Partei zu werden. Noch auffallender und ausführlicher ist die unterwür fige „Denkschrift der deutschen Bischöfe an Hitler“, abgedruckt in Hans Müller. Katholische Kirche und Nationalsozialismus, Seiten 264 ff, in der sogar aus Hitlers „Mein Kampf“ zitiert wird... Zum Schluss der Denkschrift an Hitler heisst es: „Wir sind nach wie vor gewillt und entschlossen in bejahender Einstellung zum Staat mit den unvergleich - liehen moralischen Kräften der Katholischen Religion dem deutschen Volk zu die nen und Ihr (gemeint Hitlers, (Anm. d. Red.). Erneue rungswerk zu unterstützen. Wir hoffen nur, als Bischöfe und treudeutsche Männer, dass diese Mitarbeit nicht durch staatliche Gesetze und Forderungen gehemmt werde, die einem göttlichen Gebot und damit unserem Gewissen widersprechen. Wir bitten den allmächtigen Gott, dass er das Leben unseres Führers und Reichskanzlers in Seinen Schutz nehme... “ Die Denkschrift datiert vom 20. August 1935. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 72 Gesetze, Verordnungen, Erlässe, Anordnungen und Richtlinien gegen die Juden ergangen. Zahlreiche Katholiken neben vielen Juden, Kommunisten, Sozialisten und Bibelforschern stöhnten bereits in den NS- KZ, wo sie zu Tode gequält wurden. Die blutige Willkürherrschaft Hitlers war für einige Tage mit aller Krassheit während der Rohm-Aktion in Htecheinung getreten, m deren Verlauf auch mehrere katholische Politiker brutal ermordet worden waren. Aber die Bischofskonferenz zu Fulda betete noch immer für das Leben „unseres Führers“. Genau 26 Tage nach der Abfassung dieser Denkschrift „an unseren Führer“ wurde das Reichsbürgergesetz erlassen, mit dem die sogenannte Nürnberger Rassengesetzgebung eingeleitet wurde (am 15. 9. 1935). Diese Nürnberger Gesetze waren die Grundlage für die spätere „Bndlösung der Judenfrage“, was bisher nicht bestritten wor den ist. Ein Protest gegen die Nürnberger Gesetze erfolgte von seiten der Kirche nicht, obwohl durch dieses Gesetz die Eheschliessung zwischen Katholiken verboten worden war, wenn einer der Partner Nicht-Arier gewesen ist. Nur in einigen Fällen umgingen mutige Priester diese Bestimmung. indem sie sich auf das Konkordat beriefen, das im Falle eines „sittlichen Notstandes“ eine kirchliche Trau ung vw der Zivilehe gestattete. Doch die Kirche als sol che, von diesen Ausnahmen abgesehen, beugte sich einem „unerlaubten ESngrif in ihre geistliche Jurisdiktion“, wie sie dies selbst einmal früher bezeichnet hatte. Ende 1942 war die Kirche, waren vor allem die Geistlichen in Deutschland, über die Vorgänge in Polen genauesten informiert. was nicht zu bestreiten ist, da entsprechende Dokumentationen vorliegen. Dennoch hielt das Schweigen an. Dabei hiess es in dem Schreiben der Fuldaer Bischofskonferenz vom 20 . 8. 1935: „Wir hoffen..., dass diese Mitarbeit nicht durch staatliche Gesetze und Forderungen gehemmt werde, die einem göttlichen Gebot und damit unserem Gewissen widersprechen“ (!). — .. und es geschah nichts. LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG als die Deportation der „jüdischen“ Mönche und Nonnen aus Holland bekannt wurde... Dra. Juana Nevler de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALABERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — NUTRICION ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Pise 39 Dto. H. T. E. 31-3889 y 69-8477 Consultas: Martes, JMaree y Sábados de 15 a 19 horas CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe dei Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Medicas de Buenos .-»lres UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBÜRU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73 8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 BERNARDO STERN Ausführung saemtiieher MALERARBEITEN HFf CUERA 1915 — T. 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