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Jüdische Wochenschau · 1967-03-31 · 2211 (31.3.1967) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2211 (31.3.1967)
Date
1967-03-31
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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JVDISCBI WOCHENSCHAU A«« XXTIIL _ N« Mtn 4 — Viernes, St 4« Marx« d< 1967 Ereignisse der Woche DAS EHERNE GESETZ Oftmals wurde auch in unseren Kreisen die alte Frage diskutiert, ob sich die Geschichte der Menschheit nach klaren und festen Gesetzen ■vollzieht, ob insbesondere unsere eigene, die jüdische Geschichte, solchen .unverändelichen* Gesetzen unterwor. len ist. Diese Frage hat Menschen aller Zeiten und Zonen bewegt. Sie ist eine jener ungelösten Schicksalsfragen, bei denen sich die tiefe Kluft swisehen den Möglichkeiten menschlicher Erkenntnis und der mangelnden Kraft zu ihrer Durchführung zeigt. Der Mensch sieht mitunter das nichtige, aber ist zu schwach, es zu tun. Dies gilt allgemein für viele Erscheinungen im Internationalen Leben der Völker. Niemand zweifelt daran, um ein Beispiel herauszugreifen, dass die Kriege nicht die geeigneten Mittel zur Beseitigung der Schwierigkeiten sind, die sich in den Beziehungen verschiedener Nationen untereinander ergeben können. Dennoch hallt die Erde vom Lärm der Waffen wider, die nun Entscheidungen bringen sollen, die Vernunft und Verstand nicht erreichen konnten... Der Mensch lernt nichts aus der Geschichte; er lernt nur sehr selten aus seinen Fehlern, aus seinen Erfahrungen und Erlebnissen. Erfahrung und Wissen sind nicht vererblich, wenn man es so Ausdrücken möchte. Jede Generation muss wieder die gleichen Erfahrungen sammeln, die bereits von ihrer. Eltern oder weiteren Vorfahren gemacht worden sind. Einwendungen wie die. dass die Zeiten sich ändern, werden als Vorwand oder als Entschuldigung dafür benutzt wenn die junge Generation die Mahnungen der älteren ausschlägt. Kinder hören nicht auf die Warnung der Eltern; sie begreifen erst, dass das Feu'r brennt, wenn sie selbst hineingefasst haben. Ein solches Kind ist die Menschheit, jedenfalls auf dem Gebiet geschichtlicher Erkenntnisse. j Das trotz des chaotischen Ablaufs der Begebenheiten I auf dieser Erde, dass trotz i der Vielfalt und Unterschied- | lichkeit der Meinungen, Be- ' Strebungen, Tendenzen und Bewegungen, dass trotz der vielen Divergenzen, die niemand leugnen kann, jeden- | falls unsere Geschichte — i und übrigens auch die der i anderen Völker. — gewissen S Gesetzen unterworfen ist. j dürfte von der Mehrheit der I Juden als eine für unser Le ' ben wesentliche Tatsache hingenommen werden. ,,Das ist i eben jüdisches Schicksal“,! pflegt man zu sagen, im poj sitiven oder resignierenden! Sinn, wenn man sich auf ge- 1 wisse Erscheinungen, die un6! angehen, bezieht. Dies ist leben jüdisches Schicksal.... bedeutet aber doch nichts anj deres, als dass hier eine be- | stimmte Gesetzmässigkeit im I Erleben, in der Aktion oder Reaktion der anderen, uns umgebenden Völker und unserer eigenen Menschen beobachtet werden muss, eine Regelmässigkeit, die man als ein in unserer Geschichte waltendes Gesetz anzusehen hat. Die Purim-Chronik Die Geschichte, die uns in der Megilla Ester berichtet wird, spiegelt das immer wiederkehrende Schicksal der jüdischen Minderheit in der Galut wider. Nicht immer (oder sogar sehr selten) sind die in Gefahr gesetzten Judenheiten so glimpflich davongekommen. Aber immer wieder, von Geschlecht zu Geschlecht, von Jahrhundert zu Jahrhundert, mehr als zwei Jahrtausende hindurch, wiederholte sich die gleichbleibende Situation: da ist ein Volk anders als wir. dieses Volk gehorcht anderen Gesetzen wie wir. wir wollen dieses Volk eliminieren. Dass die Völker in ihrem Hass und bei ihren Judenverfolgungen eine grosse Phantasie entfaltet hätten, wird niemand behaupten können. Zu allen Zeiten wurde nach den gleichen oder sehr ähnlichen Rezepten vorgegan- BIBLIOTECA POPULAR JUDIA Publicaciones del Ejecutivo Sudamericano del Congreso Judío Munndial CORRIENTES 1979 BUENOS AIRES Colección: HECHOS DE LA HISTORIA JUDIA 1. Menajem Boreisho: LA HISTORIA DEL ID13CH 2. Teodoro Herzl; EL PRIMER CONGRESO SIONISTA Colección: GRANDES FIGURAS DEL JUDAISMO 1. Samuel Roilansky: SCHOLEM ALEIJEM 2. Natan Gesang- YEHUDA HALEVI 3. Sim ja Sneh: SCHMUEL IOSIEF AGNON 4. León Dujovne; MAIMONIDES 5. Nahum Goldmann: TEODORO HERZL 6. Schalom Rosenberg- FII-ON DE ALEJANDRIA Bibliografía de Temas Judíos en Castellano gen, wenn mar. die Juden ausrottete, ausplünderte, vertrieb und verleumdete. Die Argumente eines Cicero sind von denen der NS-Verbrecher nicht übermässig different. Die Methoden der Gestapo unterschieden sich nicht im Prinzip, vielleicht in der Ausnutzung gewisser technischer Neuigkeiten von denen der Inquisition. Die Bücherverbrennungen der Index, die -rtrsuc-ne der Vertilgung von Gedanken, Ideen, Gebräuchen usw. sind zu allen Zeiten zu beobachten. Die jüdische Situation blieb die gleiche, und die Mentalität,, Argumentation und Methodik der Gegner war dieselbe. Mit einr harten und rauhen Regelmässigkeit tritt die Gefahr der Verfolgung für die jüdischen Minderheiten in allen Ländrn und ausnahm.ios in einer Bewegung auf. die wellenmässig erfolgt, mit einem Hoch, in welchem die Juden bis in die Spitzen der Gesellschaft aufsteigen können, und mit einem Tief, das sie in den Abgrund schleudert oder zu schleudern droht. Das ist ein Gesetz, das in unserer Geschichte unverkennbar und unbarmherzig immer wiederkeht. Dieses Gesetz ist stärker als der Wil len der jüdischen Minderheit, die selbstverständlich nur am Frieden, nur an Gleichberechtigung, nur am Mitleben der Länder interessiert ist die sie umgeben Beweis: das deutsche Judentum, das völlig gleichbercht gt ein fester, ,.unlösbarer“ Bestandteil des deutschen Volkes in einer Epoche der Toleranz, des Liberalismus, der Freiheit und der Demokratie gewesen ist Es bedurfte nur eines stärkeren Wellenganges, um dies« stolze in sich gefestigte, an ihre Umgebung assimilierte und starke Judenheit in den Strudel des endgültigen Unterganges zu reissen. Was haben die Juden daraus gelernt? Haben sie über haupt etwas gelernt? Haben wenigst:ns die deutschen Juden, die sich retten konnten und aus der Ferne den Rauch der Scheiterhaufen und Gasöfen sahen, irgendwelche Konsequenzen aus ihrem Erleben gezogen? Eine generelle Antwort wollen wir nicht geben. Die Antwort sollte auch nicht kollektiv erteilt, sondern von jedem Einzelnen gegeben werden. Ben 6uri«n wieder in Israel Tel Aviv. — David Ben Gurion kehrte von seiner Reise, die er am 1. März in verschiedene Länder des Westens angetreten hatte, voller Befriedigung und Begeisterung nun wieder nach Israel zurück. Besonders anerkennend äusserte er sich über die jüdische Jugend in Nordamerika, die seiner Aussage nach „ebenso gut ist wie die Jugend, die mit der zweiten Alija in das Land kam“ Etwa 200 Personen begrüssten Ben Gurion und seine Gattin im Flughafen. unter denen sich ein Repräsentant Shazars. der Chef der RA FI. hohe Staatsbeamte. Führer ck-r Histadrut und Bewohner des Kibbuz Sde Boker befanden. (ITA) n I Die Wendung Die Zionssehnsucht des jüdischen Volkes ist so alt wie die Zerstreuung unter die Völker. In jedem Jahrhundert sind Menschen aufgestanden, die aus den täglichen Gebeten die eisernen Konsequenzen ziehen ■wollten und zur Rückkehr nach Zion aufriefen. Mit dem Fortschreiten der Assimilation und der Emanzipation der Juden verstärkten sich der Willen und die Bewegungen zur Rückkehr nach Zion.'Diefon(Sr '«¡¡¡iimiiDimmmimïimiimiui se Feststellung mag paradox klingen, ist aber eine Wirklichkeit. Im 18. und 19. Jahr hundert beobachten wir das Aufflackern ständig sich erneuernder Mahnungen, Publikationen, politischer Bestrebungen und Bemühungen, die im Volk lebendige Sehnsucht nach der Rückkehr in sein Land, um die der Jude wiederholte Mal an jedem Tag Jahrtausende lang betete, zu realisieren. Auf der Spitze aller emanzipatorischen Bestrebungen und auf dem Gipfel der „Hochassimilation“ wurde von einem vollkommen assimilierten Juden, Theodor Herzl. das Signal zur Umkehr zu sich seihst, der Rückkehr zum nationalen Leben des jüdischen Volkes gegeben. Gewiss gab es unzählige Vorläufer für diese Bewegung, im europäischen Osten wie im! Westen, vor allem in Deutsch-; land, dem klassischen Land | der jüdischen Assimilation i aber auch des Antisemitis- ' mus. Warum war es ein hochassimiiierter Jude, der zur Rückkehr aufrief, der am stärksten die Dskrcpanz zwischen einer traurigen Wirklichkeit und den Illusionen empfand denen sich die Juden hingaben? Bekannte Tatsachen Der Ablauf der letzten Jahi zehnte jüdischer Geschichte darf als bekannt vorausgesetzt werden. Herzl und seine zionistische Bewegung gaben dem jüdischen Volk einen alt-neuen Lebensinhalt, gaben ihm Selbstbewusstsein, Stolz und Vertrauen zur eigenen Zukunft, sie gaben ihm nach dem schrecklichsten Blutbad der Geschichte den eigenen Staat. Für eine neue Generation, ■heute noch Kinder, ist dieser Staat eine Selbstverständlichkeit, wie es andere Staaten auch gibt. Für un6, die wir den Kampf um diesen Staat miterlebten und mitführten, ist er die Erfüllung der Träume, denen ungezählte Geschlechter nachhingen. Hat die Errichtung des Staates das Gesetz der Galut ausser Kraft gesetzt? Sind die jüdischen Minderheiten in der Welt gesichert und gefestigt, weil es einen jüdischen Staat gibt? Genügt die staatliche Existenz allein, um das Leben, die Rechte und die Güter der Juden in allen Ländern zu schützen? Diese Fragen stellen sich in dieser nüchternen Einfachheit erst seit knapp 19 Jahren. Wir haben noch keine ausreichenden Erfahrungen, weil einfach 19 Jahre im Leben eines Volkes und eines Staates keine ausreichende Zeit sind, um sich endgülti ge Urteile zu bilden. Wir sehen aber, dass die Lage der Judenheiten überall weiterhin gefährdet, durch die Existenz Israels jedoch in mancher Hinsicht gebessert ist. Das Prestige Israels strahlt auf solche Judenheiten, die bedroht sind. Wenn auch die Juden in der Welt keine Bürger Israels sind. so hilft. Ihnen Israel — meist ohne ein Wort zu sprechen — einfach dadurch, dass es der Staat der Juden ist. Israel und die Juden in der Welt bilden keine organisatorische, staatliche oder internationale Einheit. Eine solche Kombination besteht nur in der Phantasie der unbelehrbaren Antisemiten. Aber Israel und die Juden in der Welt sind durch zahlreiche sichtbare und unsichtbare, geistige, sentimentale und reale Interessen und Gemein samkeiten miteinander verbunden. immer deutlicher tritt in das Bewusstsein der Juden und auch der Israelis, die sich ursprünglich hiergegen aus verständlichen Gründen junger Nationalität sträubten, dass der Staat Israel das jüdische Volk und das jüdische Schicksal eine EINHEIT waren, sind und bleiben werden. Die Einheit Diese Einheit des Schicksals, aes Lebens und der Zukunft muss auf vielen Gebieten unserer persönlichen und kollektiven Existenz einen konkreten Ausdruck finden. Hierüber müssen gerade in diesem Augenblick einige Bemerkungen gemacht werden W'o die Einheitskampagne proklamiert werden würd, die vor 19 Jahren das erste Mal durchgeführt wurde. Wir ha-! ben uns an dieser Steile bej müht, die grossen bistori-; sehen Zusammenhänge auf- : zuweisen, die unsere Galut. Existenz mit dem Staat Israel verbindet, denn wir wollen nicht, dass Juden Geld geben, weil man an ihre Sentiment« oder an ihr Pflichtbewusstsein appelliert, sie sollen beisteuern, weil sie verstehen, dass ihre Beisteuerung der Ausdruck ihrer jü. dischen Solidarität mit ihrem Volk, mit dem Heiligen Land, mit den Gegenwartsaufgaben der Galut und mit sich selbst ist. Es kommt nicht darauf an, dass Geld gegeben wird, um damit diejenigen ,,loszuwerden-, die es fordert. Es ist entscheidend, dass jeder Jude versteht, welche die Grundlagen seiner Existenz, der Zukunft seiner Kinder und seiner engeren Gemeinschaft sind. Die Eiinheitskampagne wendet sich an das HERZ und an den VERSTAND aller Juden, die ihr Judentum bejahen. Einheitskampagne ist weder eine Steuerbehörde noch eine Bank zur Unterstützung irgendwelcher guter Zwecke. Einheitskampagne ist zweierlei: der Lebensnerv unserer bürgerlichen Gleichberechtigung in der Galut und die Sicherung unserer jüdischen Zukunft in Israel. Weil wir eine Gesetemä- (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Füi die anlnesslich der Bar Mizwa unseres bohnes JOSE GABRIEL so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir allen Freunden und Bekannten aufs herzlichste. HORST SPANGENTHAL und Frau CLOTILDE geb. SCHUSTER Pasaje Prometeo 3145, dto. 2 JULIO BERNARDO DE JONGE JUANITA DE JONGE, geb. HÜLSE VERMAEHLTE Die Trauung findet s. G. w. am Sonntag, den 2. April, um 11 Uhr im Tempel Chaim Weizmann, Arcos 2319, statt. Olazdbal 3019 Rivadavia 5447 Für aie vielen herzlichen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu meinem 65. Geburtstage danke ich allen Freunden und Organisationen. JOSE BRECHER Von menier Reise zurück, danken ich allen Freunden und Bekannten für die mir so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten anlaesslich meines 75. Geburtstages. ARTURO LANG ZUM AUFBEWAHREN WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 5727? Schabbat Hagadol Erew Pessach 1. Tag Pesßach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken an den Aufstand im Warsohauei Ghetto (27. Nissan) Yom Haatzma’ut Lag Se’Omer Erew Sehawuot 1. Tag Sehawuot 2. Tag Sehawuot Fasten Schiva assar b’Tamus Erew Ti sc ha be’Aw Fa-;ten Tischa be’Aw Erew Rösch Haschana Sonnabend, den 22. April Montag, den 24. April Dienstag, den 25. April Mittwoch, den 26. April Montag den 1. Mai Dienstag, den 2. Mai Sonntag, den 7. Mai Montag, den 15. Mai Sonntag, den 28. Mai Dienstag, den 13. Juni Mittwoch, den 14. Juni Donnerstag, den 15. Juni Dienstag, den 25 Juli Montag, den 14. August Dienstag, den 15 August Mittwoch, den 4 Oktober 48235323482348534823482348484889000200010200

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