Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2211 (31.3.1967)
- Date
- 1967-03-31
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viente«, 21 de Man« de 1 *67 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVHH. — N*? 2211 — 3 Schatten über Brüderlichkeitswoche Bekanntlich gibt ©s in Deutschland eine Woche der Brüderlichkeit, wobei viele gutwillig« Menschen mit grossen Illusionen von der Annahme ausgehen, dass man durch Ansprachen in einer Woche den Antisemitismus während des übrigen Jahres bekämpfen könne. EJs würde hier zu weit führen, eine Aanlyse der Gesell schaft zu geben, die diese Woche der Brüderlichkeit veranstaltet, und ihre Bestrebungen, den Traum uivd die Wirklichkeit im einzelnen darzustellen. Gerade zu dieser Woche, in der in über 40 Städten der Bundesrepublik Veranstaltungen durchge führt wurden, in manchen Städten w.'e Berlin und München dutzende Veranstaltungen, erschien eine vom Jüdischen Gemeindeverband der DDR (Deutschen Demokratischen Republik, allgemein Ostdeutschland genannt) her ausgegebene Broschüre, die den Titel „Antisemitismus in Deutschland — Tatsachen, Ursachen, Vollstrecker'“ trug. In wie weit diese Broschüre Halb- oder Unwahrheiten bringt, wie dies Bonner Kreise behaupten, wird man erst nach der Ueberprüfung des vorgelegten Materials wissen. Aber es werden dort viele und viele führende Namen genannt, und Männer wie Bundespräsident Lübke, Mivon M. KARGER (Frankfurt) JUNCAL Sociedad Cooperativa de Crédito Ltda. Die Sparkasse des zentraleuropaeischen Sektors Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr A R A 0 Z 2854 T. E. 71-9059 BUENOS AIRES nisterpräsident Kiesinger, der Bankiers Abs, Staatsekretär Viaion, u. a. als Antisemiten oder Nazis (oder beides) be. zeichnet. Bei jedem Durchschnittsleser muss der Eindruck entstehen. diese Dokumentation sei echt. Dieser Eindruck wird verstärkt, wenn man nur zwei Seiten betrachtet, die eine Gegenüberstellung bringen: „Antisemitismus früher — Antisemitismus heute“. Auf der einen Seite sieht man eine Auslese von 15 Leit artikel-Ueberschriften aus der üblen Hetzzeitung „Der Stürmer“ die Hitlers Freund Streicher seinerzeit herausgab, auf der anderen Seite etwa die gleiche Anzahl von Ueberschriften aus der Deutschen National- und Solda. tenzeitung, die in der Bundesrepublik erscheint. Die Ueberschriften der Nationalzeitung tragen nicht weniger zum Rassenhass bei als die des „Stürmer“. Ich wollte nicht leichtfer tig urteilen und habe deswegen eine Reihe anderer Personen nach ihrer Ansicht gefragt. Alle haben ohne Zaudern das gleiche Urteil gefällt, es gäbe keinen Unterschied zwischen den beiden Publikationen. Dass die Bundesregierung der DDiR billiges Material für ihre Propaganda liefert, weil sie gegen die Nationalzeitung nicht einschreitet, ist eindeutig. Rede des Grafen Yorck Die Familie Graf Yorck von Wartenburg gehört zu den nationalen Kreisen Deutschlands. die gegen Hitler revoltierten. Ein Mitglied dieser Familie, Paul Graf Yorck von Wartenburg, war der Redner bei einer zentralen Kundgebung anlässlich der Woche der Brüderlichkeit in Hamburg. In dieser Rede sagte er über die , .Soldaten zeitung“: Weit ernster ist die planmässige Hetze der „Soldatenzeitung“ zu nehmen Dass dieses Blatt in steinern Titel den Namen des Soldaten missbraucht, vorgibt für ihn zu schreiben und seine Gesinnung zu repräsentieren, gehört zu den infamen Kunstgriffen, an denen die Geschichte des Journalismus reich ist. Den grössten Teil, seiner auf sehr hohem Niveau stehenden Rede widmete der Graf der Judenverfolgung in der Nazizeit: ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 FAST ECKE PINO Tel.: 76 9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep pichen in erstklassigen Qualitäten für iedes gemütliche Heim. 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Anschliessend ging der Redner auf das Verhältnis der Kirche zum Judentum über. Jahrhunderte hindurch haben die Kirchen nicht nur den Antisemitismus geduldet, sondern gefördert. Ohne Namen zu nennen, bezog sich der Graf auf das Gespräch zwischen Kardinal Frings und Rabbiner Nussbaum in Köln. Der Kardinal hat die ihm zur Last gelegten Aeusserungen niemals bestritten, sondern nur erklärt, sie seien aus dem Zusammenhang gerissen worden: im übrigen habe es sich um ein privates Gespräch gehandelt, das nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesen sei. Nussbaum ist nicht als Privatmann zum Kardinal gegangen, sondern als Präsident des Amerikanischen Jüdischen Kongresses und auf Initiative oder durch die Vermittlung von Bonner Stellen. Kardinal Frings habe zwar inzwischen in einer Rede während der Woche der Brüderlichkeit seine Stellung revidiert, aber ein Schatten sei geblieben, was man aus der Rede des Grafen Yorck von Wartenburg entnehmen konnte. Eine Preisverteilung Drei Preise waren im Rahmen des Konrad Adenauer- Preises der Deutschland-Stiftung zu verteilen, Preisträger wurden ein Jude und zwei Nichtjuden. Die demokratische Presse in Deutschland vertritt die Auffassung, der jüdische Preisträger spiele die Rolle des „Feigenblattes“, um die nazistische Vergangenheit der beiden anderen zu verdecken. Der jüdische Preisgekrönte ist ein Prof. Ludwig Freund, ein Wissenschaftler, ein nicht bekannter Politologe, der unter Hitler aus rassischen Gründen emigrieren musste. ISID0R0 SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlichkeiten an und singt mit mit seiner angenehmen Basstimme T. £.: 86-5036 ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 Und wenn es sich uin HERRENKLEIDUNG handelt, dann zu (arlton MAIPU 982 — 31-7845 Er soll dem Kreis der „Naumann-Juden“ angehört und damals Hitler Ergebenheitsadressen geschickt haben... Die beiden anderen Preisträger sind: Arnim Möhler (Publizistik) und Bernd von Heiseier (Literatur), die beide über eine reiche Nazi-Vergangenheit verfügen sollen. Einer war der Redner Einer dieser beiden Preis, träger war der zentrale Redner auf der Kundgebung bei der Woche der Brüderlichkeit in Nürnberg. Man muss der Wahrheit die Ehre geben und sagen, dass dieser Redner weder seine Vergangenheit verleugnet noch Brüderlichkeit zu den Juden geheuchelt hat. Seine Rede war wirklich im Geist der Vergangenheit, d.h. seiner Nazivergangenheit. Er forderte bei dieser Brüderlichkeitskundgebung, dass man doch einmal vergessen und einen Strich unter die Fehler, die gemacht wurden, ziehen muss, dass die Propagandafilme, die im Fernsehen KZ und Vergasung zeigen, verboten werden müssen u.a.m. Die bei der Veranstaltung anwesenden christlichen Teilnehmer fragten nach Schluss der Veranstaltung den jüdischen Vorsteher, aus welchen Gründen die Juden nicht die Versammlung aus Protest über das Gesagte verlassen hätten Die Juden wussten nichts anderes zu erwidern, als ihr Bedauern darüber auszudrücken, dass sie es nicht taten. Diese Haltung löst den Gedanken aus, aus welchen Gründen sich die Juden bei der Frings-Affäre so zurückhaltend benommen und nicht protestiert haben, es vielmehr den Nichtjuden überlicssen, vom Kardinal eine richtigstellende Erklärung zu verlangen? Jetzt hat die Zionistische Organisation in Deutschland ein Podium-Gespräch über die Haltung der Juden in der Frings - Affäre angekündigt Die deutsche Presse hatte den Kardinal aufgefordert, sich wegen seiner kritisierten Aeusserungen zu rechtfertigen. Nur ein litauischer Ju- LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDÍENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2613 19. Adar II. 5727 31. März 1967 Stipendien in Israel Bay Harbour — De Exekutive der nordamerikanischen Arbeiter-Gewerkschaften AFL - CIO beschloss, 300.000 Dollar in drei Jahren für die Schaffung von Sti pendien im Afro-asiatischen Inst:tut von Tel Aviv beizusteuern. Diese Ankündigung i wurde gemeinsam vom Gfc-! werkschafts-Präsidenten George Meany und Zew Barasch, dem Repräsentanten des Histadrut-Comites in USA gemacht. (ITA! Textilien aus Israel Jerusalem — Nach langwierigen Verhandlungen hat sich die Regierung der Ver nigten Staaten bereiterklärt, die Quote für den Import von Textilien aus Israel um 60 Prozent zu erhöhen. de, Redakteur der in München erscheinenden Jiddischen Zeitung hat den Kardinal, das Deutschtum und den Katholizismus gegen Nussbaum verteidigt. Ausserdem hat sich ein Rabbiner Mitglied im Koordinationsrai der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit auf die Seite des Kardinals gegen seinen Rabbiner- Kollegen Nussbaum gestellt... Algerische Kommandos Tel Aviv. — Algerische Sonderkommandos bilden syri sehe M tglieder der El Fatach-Organisation für den Guerillakrieg gegen Israel aus, wie „Jediot Achronot“ berichtet. Aus ausländischer! Quellen verlautete, dass die Algerier auch eine Kommandoeinheit aufgestellt haben, die im Kampf gegen Israel eingesetzt werden soll (ITA! 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