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Jüdische Wochenschau · 1967-03-31 · 2211 (31.3.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2211 (31.3.1967)
Date
1967-03-31
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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— Vier»««, ti é* Marzo de ÍM JÜDISCHE WOCHENSCHAU Mhê xxvm. — N« Im Labyrinth des Wahnsinns (Schluss von Seite 1) gung einzelner Personen beruht, — wie viele Menschen konnten befragt werden? - dürften nicht sonderlich interessant sein. Wesentlich ist nur, dass die Landwirte und die Bewohner des flachen Landes die Hauptmasse der Wähler darstellen. Diese Kreise bilden stets den Nährboden radikaler Bewegungen mit ihren billigen Parolen und vielen Versprechungen. Wichtig dagegen dürfte die Warnung sein, sich nicht mit der Erklärung einer ungünstigen Wirtschaftslage zufrieden zu geben. Hierin allein jedenfalls kann die Radikalisierung gewisser schichten nicht gesucht werden. Dennoch dürften diese Kreise für „nationale“ Parolen immer zugänglicher als die Städter | sein. Wenn die schlechter auf die Fragen g^wor<jene Wirtschaftslage nicht der Grund für das An. ten. Die meisten von ihnen sind auch in der bonner Zeit auf ihren Lehrstühlen sitzen geblieben. Einen ..politischen Irrtum“, wie sich einer ausdrückte. haben nachträglich nur ganz wenige dieser Ehemaligen bekannt. III. Prognose für NPD Wird die DPN, die neue rechtsradikale Partei, weiteren Stimmenzuwachs erhalten? Diese Frage beschäftigt auch di« Amtsstellen der Bundesrepublik Hierüber berichtet die letzte Ausgabe der „deutschen Korrespondenz", die in Bonn erscheint. In einer „demoskopischen Untersuchung“ wird das Problem mit vielen Einzelheiten erläutert, wobei eingegangen W’ird, aus wel chen Volksschichten sich die , wa(,hsen der NPD ist muss bisherige Wählerschaft dieser | man anüere Faktoren suchen Partei zusammensetzte. — Zunächst einmal wird darauf hingewiesen, dass die internen Auseinandersetzungen und IFührungskämpfe in der Partei, die sich in der letzten worüber aber in der Expertise nichts gesagt wird. Wenn wir annehmen, dass in der allgemeinen Begriffsverwirrung ein entscheidender Grund für die Rechtsra- Zeit abgespielt haben, ohne)"" - . , — «■- ,_! dikahsierung erblickt werden muss, so dürfte diese Erklärung zutreffen. IV. Eine Dokumentation ..Die kommunistische Verleumdungs-Kampagne gegen den Bundespräsidenten“ ist eine „Stellungnahme des Bundesministsrs des Innern Paul Lücke mit Dokumentation“ bezeichnet. Uncer dem Titel „Innere Sicherheit“, Bundespräsidialamt — sereferat — erfolgte einen Einfluss auf die kom menden. Wahlen bleiben werden. Dass es sich hierbe» nicht um eine demoskopische Feststellung, sondern um eine politische Meinungsäusserung handelt, dürfte klar sein. Bei 2.5 Millionen Stimmen die diese Partei bei den Wahlen in Hessen und Bayern erhielt. hat sie doch nur 40— 50.000 Anhänger, d. h.eingeschriebene Mitglieder Diese Zahl ist nicht wichtig, da es bei Wahlen nicht darauf anpresdiese kommt, wer die stimmen ab j „Information zu Fragen des gab. sondern dass sie abgegei Staatsschutzes . Ers .1 7 ben worden sind. j wurde uns diese Dokumentäre verschiedenen Ziffern tion zugeleitet, die vom Oküber die Zasammensetzunpj tober 1966 stammt. der Wähler, die auf Befra- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1“ izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialqeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PR0PIEDADES FRANKENBERG s it u oerät Sie kostenlos und ooverbindlich oeim Kaut odei Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN Haeusern VIRREY DEI PINO 4868 T. E. 73-7887 Die gegen Bundespräsidenten ¡jiibke erhobenen Vor. würfe waren zurückgewiesen worden, worüber Einzelheiten in der allgemeinen Presse seinerzeit, mitgeteilt worden sind. Dem Bundespräsidenten waren sowohl kriminelle wie politische Vergehen von den Ostdeutschen vorgeworfen worden, die er in der Nazizeit begangen haben soll. Die Beschuldigungen gegen den Bundespräsidenten, er habe ein Eigentumsdelikt begangen, wirken ebenso befremdend wie abwegig. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine lange eidesstattliche Versicherung eines Giessener Anwaltes, der heute in zahlreichen Entschädigungställen Juden vertreten hat und seinerzeit die Brü. der Liibke verteidigte. Das vorliegende Material reicht auch nicht dazu aus den Vorwurf gegen den jetzigen Bundespräsidenten aufrecht zu erhalten, er habe beim Bau von KZ mitge- JUDITH SCHENK OLE WSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdeckee Laifisbeutel Kännchen Ma» zot-Taschen Hand am- Maschrtenstickerei von ßettuno Pisenwäsche Di. P. t RIVERA 258t (tr Bebedero) T. E /3 “»135 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, es«j CONO! 76-0286 73-1049 wirkt. Dass aber solche Behauptungen aufgestellt werden konnten, zeigt das Chaos, in welchem sich die Deutschen, die ostischen wie die westlichen, befinden. Hätte die Bundesrepublik nicht zu viele Ehemalige in heute hohen Positionen geschützt, angefangen mit Globke, dann wären derartige Vorwürfe als absurd niemals ernst genommen worden. Da dies nicht geschah, darf man sich in Bonn nicht darüber wundern, wenn schlüssige Beweise dafür verlangt werden, dass die Beschuldigungen aus Ostberlin auf Fälschungen beruhen. V. Stanislau Erst im Laufe eines längeren Gespräches stellt sich heraus, dass der erfolgreiche Kaufmann ein Jude aus Stanislau ist. der wie durch ein Wunder während der Verfolgungsaeit überlebte. Der sichere selbstbswusste Mann wird nervös, als er über seine Erlebnise zu berichten begann. Stanislau war Bezirkshaupt- «tadt, Handelszentrum, Mittelpunkt des jüdischen Lebens nicht nur für die 20 oder 36 000 Juden, die vor dem Krieg dort lebten, sondern für alle die vielen Juden irden kleinen Ortschaften und Dörfern, die sich in der Nähe vor. Stanislau befanden. Von Juden in Stanislau blieb niemand und nichts übrig. Nur wenige haben die Katastrophe überlebt. Die Juden der umliegenden Ort- . schäften sind alle ums Lej ben gebracht worden, schon; bevor die Aktionen in Stanislau begannen. Manche von ihnen haben sich im Angesicht cer drohenden Gefahr in die benachbarte Haupti stadt geflüchtet, weil sic j hofften, dort sicher zu sein. Aber das Schicksal erreichte j sie auch dort. Schon bald nach, dem Einmarsch der deutschen Truppen erschien, wie in allen Städten der besetzten Länder, die SS. die Gestapo, der SD und andere NS-Formationen, deren einzige Aufgabe die Endlösung der Judenfra. ge und der organisierte Diebstahl aller jüdischen Vermögen war. Unter Namensnennung der Mörder, die damals in sta‘ nisiau über Leben und Tod der Juden verfügten, berichtet mein Gesprächspartner, wie die Juden von schwerbewaffneten SS und Ukrainern, ihren alzu völligen Handlangern, auf den Friedhof getrieben wurden, wo bereits Gräber ausgehoben waren. Dort mussten die Juden sich entkleiden und in die Gräber spritsgen. Im gleichen Augenblick schoss die SS die Ab-! springenden ab... Mehrere Tage dauerte dieses Morden. Tausende Juden JACOB LAPIDUS rfipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 7037 4* B 46-1716 und 48-8124 wurden auf dem Friedhof liquidiert. Aber die Erde über den Gräbern bewegte sich, denn nicht alle waren tot, auf die von der Ss und den Ukrainern geschossen worden war. Einer, der aus einem Grab auf diese furchtbare Weise herauskroch, befindet sich heute in Kanada, ein lebendiger Zeuge dieser unfassbaren Vorgänge... Mein Gesprächspartner, der erfolgreiche Kaufmann, war völlig verändert. Die Vergangenheit war wieder lebendig geworden. Tränen fielen aus seinen Augen, der kräftige Mann zitterte am ganzen Körper, er war leichenblass. Das haben Menschen anderen Menschen angetan, die Deutschen den Juden... VI. Zeuge gesucht Viele polnische Juden sind schon in den dreissiger Jahren ausgewandert. Manche hatten keine Existenz, andere befürchteten einen immer drohender werdenden Krieg. Viele gingen allein, Frau und Kinder in der Hoffnung zurück, sie bald nachkommen zu lassen, wenn sie erst einmal festen Fues gehabt haben. Dann wurde es zu spät. Der Mann war hier, die Familie in Polen. Meni als 90 Prozent dieser Frauen und Kinder sind umgekommen. unter ihnen auch die Familie eines Buchbinders aus dem Dorf T., in der Nähe einer bekannten grosseren Stadt. Die Entschädigungsbehörde verlangt von dem Buchbinder Zeuger die den Tod der Frau und Kinder bestätigen sollen ln der Ortschaft T. lebten vielleicht 100 jüdische Familien. Soweit man bisher feststellen konnte, gibt es auch nicht einen einzigen Ueberlebenden. Wer aber überlebt hat, war bestimmt nicht bei den Erschiessungen dabei Denn den deutschen Kugeln ist kaum einer ent gangen, und Menschen, die aus Gräbern auferstanden .sind selten. Dass dies die deutschen Behörden nicht wissen... VII. Für die Truppe Brigadekommandeur der 35 Panzergrenadier-Brigade ist Oberst Trentzsch, der schon mehrfach in Israel gewesen ist, wo er erst vor kurzem seinen Urlaub am Roten Meer verbrachte. Nach seiner Rückkehr hatte er den israelischen Botschafter, Asher Ben Nathan, zu einem Dis kussionsabend mit den Offizieren seiner Brigade einge laden. Die jungen Offiziere wollten viel vom Botschafter wissen, was sie interessierte, vom Sinaifelrzug bis zur Wehr pflicht der israelischen Mädchen. Auch der Botschafter stell te Fragen: was die Offiziere von der NPD halten würden. Natürlich waren sie gegen diese radikale Partei, mein ten aber, dass man mit Verboten das Problem nicht lösen könne. — Und was die jungen Offiziere vom Antise mitismus halten würden MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2*83 — 76-821* RAYOS X PARADENTOSF TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtiieher MALERARBEITEN HF! GÜERA 1915 — T. E. 58 4052 wollte Botschafter Ben Nathan wissen. Die meisten jungen Offiziere erklärten, niemals einen Juden kennen gelernt zu haben. Nur die rückständigen Teile der Bevölkerung könnten antisemitisch sein, meinten die Offiziere, deren Gespräch mit dem Israel-Botschafter in sehr angenehmen Formen verlief, wie von Rolf Vogel, dem bekannten deutschen Journalisten und Israel-Freund be richte*' wird. Trotzdem diese Episode sympathisch wirkt, gibt sie Veranlassung zum Nachden ken. Denn aus anderen Berichten der letzten Zeit ging hervor, dass antisemitische Redensarten schon beim Wecken der Truppe durch die Kaserne hallen. Auch diese Soldaten werden kaum einen Juden jemals zu Gesicht bekommen haben. Aber Unkenntnis der Menschen und LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Bstrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, I? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.000,— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. ihrer Probleme trägt ebenfalls nicht zur Klarheit und zur Ueberwindung einer Vergangenheit bei, deren tiefe Schatten noch heute über ganz Europa hängen. — Dra. Juana Nevler de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALABERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — NUTRICION ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Piso 3? Dto. H. T. E. 31-3889 y 69-8477 Consultas: Martes, Jucwes y Sábados de 15 a 19 horas CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología de) Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Bueno« Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. 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