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Jüdische Wochenschau · 1967-03-23 · 2210 (23.3.1967) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2210 (23.3.1967)
Date
1967-03-23
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Jueves, 23 de Maneo de 1967 LA SEMANA ISRAELITA Was wollte Stangl in Paris von KURT KAISER-BLUETH Año XXVIII. — N* »81« — i LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1« (zq. - T.E. 83-2613 11. Adar II. 5727 ». März 1967 Churchill - Wald bei Nazareth Fra> z Paul Stangl, Kommandant der nazistischen To deslager von Treblinka und Sobibor, der für den Tod von vielen zehntausenden Juden verantwortlich ist und jetzt in Brasilien festgenommen werden konnte, ist, wie priizi se Nachforschungen ergeben haben tatsächlich seinerzeit aus Linz in Oesterreich nach Syrien und von dort im Jah re 1953 nach Brasilien ge gangen, wie seine Frau erklärt hat. Linz verliess er mit einem falschen Pass auf den Namen Paeschner. Das gestattete ihm, auf einem Lu xusdampfer via Italien nach Syrien zu fahren. Die Reise organisierte die erste wirksame Untergrund-Hilfsorgani sation des Neonazismus, die meist noch aus alten Kämpfern bestand und die über riesige Geldmittel verfügte. In Syrien fühlte sich Stangl nach einiger Zeit beschattet Tatsächlich waren es keine Jüdischen Aufspür-Gruppen, die sich an seine Fersen hefteten und die damals keinerlei Spuren des Verbrechers verfolgten, da er nach einer Version als in den letzten Kriegsjahren gefallen, nach einer anderen als freiwillig aus dem Leben geschieden galt. In Wahrheit waren beide Versionen von Stangl und seinen Beschützern ausgestreut Worden, um seine spuren zu JUNCAL Sociedad Cooperativa de Crédito Ltda. Die Sparkasse des zentraleuropaeischen Sektors ★ Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr A R A 0 Z 2854 T. E. 71-9059 BUENOS AIRES verwischen. Aber stangl hat sich tatsächlich zu Recht ,, beschattet" gefühlt Das war die syrische Polizei, die ein Auge auf ihn geworfen hatte. Aber keineswegs aut Grund seiner NS-Vergangenheit, sondern wegen des Verdachts sich mit Rauschgiftschmuggel zu beschäftigen. Es ’St niemals geklärt worden, ob sich Stangl tatsächlich mit Rauschgifthandel beschäftigt hat. Jedenfalls wurde er von den österreichi sehen und bundesdeutschen Behörden sowie von gewissen jüdischen Organisationen gesucht, nachdem man verstanden hatte, dass der angebliche Tod nur eine Pinte war um die Spuren dieses Mannes zu verwischen. Man wusste noch nicht, wo er sich verbarg, aber man hatte gewisse Beweise, dass er noch am Leben war. Jetzt schaltete sich die bekannte ,,Spinne" ein, die in. ternational verzweigte Verschwörer- und Rettungsorganisation der schiffbrüchigen Mörder des Dritten Reiches, deren Geldmittel zweifellos zu einem beträchtlichen Teil aus Raubgut der Nazijahre stammten. Die ,,Spinne" be zieht aber auch heute noch Gelder aus anderen dunklen Quellen. Denn sie gibt Millionen für ihre Schützlinge aus, auch für Stangl, den sie mit einem falschen Pass unter dem Namen Franz Wachs mann nach Brasilien brachte Frau Stangl hat in einem rührseligen Interview erklärt, dass sie „keine Ahnung davon gehabt habe, was ihr Manu während des Krieges getan habe". Sie könne sich garnicht denken, dass dieser brave und gewissenhafte Familienvater, dieser gute Gat te und zärtlicher Beschützer seiner Kinder, „so viele Menschen in den Kriegsjahren getötet habe“. — In Wahrheit aber war Frau Stangl über die Taten ihres Mannes genau unterrichtet. Denn auch sie war eine aktive Na zi-Frau. Sie spielte trotz ihrer Jugend schon eine nicht unbeträchtliche Rolle ln der illegalen Nazi - Organisation während der letzten Periode des Schuschnigg-Regimes in Oesterreich. Wenn sie heute erklärt, sie habe während des Krieges „jeden Kontakt mit ihrem Mann verloren“, so sagt sie aus leicht verständlichen Gründen die Unwahrheit. Sie hat ihren Mann mindestens einmal im KZ Treblinka besucht, wo sie gewiss nicht den Eindruck gewonnen hat, dass es sich um ein Erholungsheim gehandelt hat. Sie soll früher einmal erklärt haben, die Lösung der Judenfrage müsse aus rassehygienischen Gründen mit Unerbittlichkeit und eiserner Konsequenz durchgeführt werden Jede Sentimentalität in dieser Hinsicht sei Verrat. Frau Stangl erklärte, sie sei stolz darauf, die Frau ei nes Mannes zu sein, der auf einem Vorposten des rassisch bewussten Gossdeutscher. Reiches stehe... _ In dieser Affäre ist aber noch ein weiterer Punkt zu klären. Massenmörder Stangl war sechs Jahre nach seiner Uebersiedlung nach Brasilien wieder in Europa. Was hatte er dort zu tun? In wessen Auftrag war Stangl i9ßi in Paris’, abgesehen von der. anderen europäischen Städten, die er damals besucht hat. Er trat unter dem holländisch klingenden Namen Hendrik de Winter auf u„d stieg in einem kleinen Hotel in einer der Nebenstraßen der Champs Elvssees ab Nachträglich wurde er, als die Bilder von seiner Verhaftung in Brasilien erschienen in Pans identifiziert. Aber de Wmtei blieb nicht in Paris Ctegcn Mitte Dezember machte er eine Geschufsreise nach Forbach, einem betriebsamen Städtchen an der deutschen! Grenze. Dort in Forbach traf sich Stangi mit einem gewissen Hermann Kubiez, einem ge ' hurtigen Wiener, der schcm lange vor Hitlers Einmarsch m Wien der Ss angehörte •KU0162 hat eine bew~°te Nit. ^-Vergangenheit und avanzterte während des Krieges zum Sturmführer. Ais 19<r> neue Einzelheiten über Nszit verbrechen bekannt wurden verschwand Kubiez aus seiner Wohnung in der Steiermark Er ist irgendwo unter getaucht. Wahrscheinlich halt er sich im Ausland auf... Mit diesem Kubiez hatte Und wenn es sich um HERRENKLEIDUNG handelt, dann zu Csrlton MAIPU 982 — 31.7845 also der Herr de Winter (Stangl) in einem Cafehau» eine lange, mindestens zweistündige Unterredung. Stangl fuhr nach Paris und Kubiez nach Oesterreich zurück. Was aber hatte de Winter-Stangl aus Brasilien in Paris, was in Forbach zu tun? Ergibt sich nicht daraus, dass Stangl auch noch nach dem Kriege in nazistischen Kreisen und Arbeiten eine Rolle spielte? — Von wem erhielt er die sicherlich nicht unerheblichen Mittel für seine Reisen und seine Tätigkeit? Auffallend ist ferner, dass zur gleichen Zeit der berüchtigte „Mussolini - Befreier“ Skorzeny ebenfalls in Paris weilte. War dies nur ein Zufall? Auch Skorzeny erschien damals in Paris unter einem anderen Namen mit falschen Papieren, Er wohnte zwar nicht im gleichen Hotei wie Stängel, jedoch nur 50 Meter von ihm entfernt... Braunschweig; Juden Als erste Stadt ln Niedersachsen veröffentlichte die Stadt Braunschweig am 3. Januar ein Gedenkbuch über die jüdischen Bürger der Stadt, die aus ihrer Heimat vertrieben, verschleppt oder in Konzentrationslagern ermordet wurden. In dem auf Anregung des Deutschen Städtetag es verfassten Werk, wird vom Schicksal der rund 1.000 Juden berichtet, die 1932 in Braunschweig lebten. Gegenwärtig zählt die jüdische Gemeinde in Braunschweig 40 Mitglieder. Das Gedenkbuch mit dem Titel „Brunsvicensia Judaica“ enthält eine Namensliste der zu Beginn der Nazizeit in Braun - schweig lebenden Juden. Würdigung ehemaliger führender jüdischer Persönlichkeiten der Stadt sowie einen Dokumententeil mit Verordnungen des Naziregitnes zur Verfolgung der Juden Zugleich mit der Veröffentlichung des Gedenkbuchs wurde im Braunschweiger Stadtarchiv eine Ausstellung über die Verfolgung der jüdischen Braunschweiger während der Nazizeit sowie über das Leben und Wirken der Braunschweiger Juden vor 1933 eröffnet. (db) Am 6. April wird auf der. Hügeln von Nazaret der Win. ston Churchill-Wald in Gegenwart von Randolph und Mary Churchill — Sohn und Tochter des verstorbenen britischen Staatsmanns — und zweier Enkelkinder eingeweiht. Eine grosse Delegation aus England sowie der britische Botschafter und der israelische Außenminister werden dem Festakt beiwohnen. . Der Wald von 300.000 Bäumen, Kiefern udn Zypressen, wird mit Hilfe der britischen ' Judenheit durch den Jüdischen Nationalfonds ge-; pflanzt Das Zentrum des Monuments, unterhalb eines natiir. liehen Amphitheaters, bildet eine etwa 900 qm grosse halbelliptische Plattform, an deren Kopf sich über einem tiefen Abgrund eine sieben Meter hohe Basaltwand erhebt mit dem Reliefporträt von Churchill, vom englischen Bildhauer Oscar Nemon gehauen. Churchill war zwar als Maler bekannt, hat sich aber nur einmal als Bildhauer versucht, als er den Kopf von Oscar Nemon in Lehm modellierte. Dass derselbe Künstler jetzt Churchills Porträt in Stein auf den Bergen von Nazaret verewigt, tst eine historische Pikanterie. Der Kesalotbeng, ajf dem der Churchill - Wald angepflanzt wird, ist neben dem bekannten Taborberp gelegen. Wie aus Funden von einem menschlichen Skelett und von Werkzeugen hervorgeht, wurden diese Berge schon in der Steinzeit bewohnt. h. r. 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Nach Erhalt von Nachrichten aus Brasilien, dass Stangl seine Freiheit wiedererlangen könnte, weil es in Brasilien ein Gesetz gibt, das die Verjährung von Verbrechen nach 20 Jahren vorsieht, appellierten die israelischen Verbände der Partisanen, Widerstandskämpfer und Ueberlebenden der KZ-Lager an die brasilianische Botschaft und verlangten, dass dieses Gesetz auf den Massenmörder Stangl keine Anwendung finden solle. (ITA) D-MARK DOLLARS Wechselstube An- und Verkauf von Schecks, Zahlungsanweisungen und UeberWeisungen auf Plätze in alten Erdteilen — auch Israel durch eigene Korrespondenten. — Man spricht deutsch — Konkurrenzlose Schnelligkeit — BESTE TAGESKURSE CASA PIANO 347 — SAN MARTIN — 349 Passagen — CASA PIANO SRL. — Gesellschaftsreisen SAN MARTIN 1«« ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky APUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN BUEROSTUNDEN: von 15 — 18 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch «CH BITTE NICHT VOR 14 UHR ZU ERSCHEINEN) oder nach Vereinbarung I. F.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - V.r waltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssa?hcn T. 1 :80 6930 PUEYRREDON 2Í9Q esq. Av. LAS HERAS

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