Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2210 (23.3.1967)
- Date
- 1967-03-23
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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B — Jueves, 23 rtf Marie de 1967 JtlDISCBI HOCHINSCHil Aña XXVIII_N» î'a» Vor etwa 2.500 Jahren tßehluss von Seit« 1) spricht dem Charakter unsere» Volkes. Ganz im Gegensatz zu dem Zerrbild, das unsere Gegner und die Hamans aller Zeiten >on uns zu entwerfen bemüht sind, beruht der Erfolg der Juden im wirtschaftlichen leben nicht auf Raub und Beute sondern auf den Erfolgen, die sie durch Beharr. Ikhkeit, Fleiss, Genügsam keit, Ordentlichkeit und Talent „im Schweiese ihres Angesichtes“ erringen. Dass hierbei Volkseigenschaften zutage treten, die man bei vielen anderen Völkern nicht findet, hat zum Hass gegen die Juden, oftmals ungewollt, beigetragen. — V. Leon Pinsker hat in seiner Schrift „Autoemanzipetion“. erschienen im Jahre 1882. eine feine Analyse des Verhältnisses der die Juden umgebenden Völker zu unserem Volk gegeben; als Arzt lieferte er damit einen interessan ten Beitrag zur Völkerpsychologie, längst bevor diese wissenschaftliche Disziplin anerkannt und untermauert war. Pinsker spricht von der „Judophobie“, von der Angst der Völker vor den Juden, die er als Psychose und deswegen vererblich bezeichnet. Da diese Krankheit seit zweitausend Jahren übertragen wird, hält Pinsker sie nicht für heilbar. „So gehen Juden und Judenhass seit Jahrhunderten unzertrennlich vereint durch die Geschichte“. Die Geschichte der Juden im Perserreich zeigt, dass die Krankheit offensichtlich so alt ist wie die jüdische Galut, also mehr als auf eine zweitausendjährige Geschichte zurückblicken kann. Denn Haman, der Erzantisemit „trachtete danach, (nicht nur den Mordechai sondern) alle Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? iaq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. I* oerät Sie kostenlos und unverbindlich oeira Kaut odei Verkaul von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEOSEBN VIRREY BEI PINO 22*2 X. E. 73-7887 Judäer im ganzen Königreich... zu vertilgen“. Und deswegen sprach dieser Haman zum König Ahasveros <Aseh*chwero6ch): „Da ist ein Volk, zerstreut und versprengt unter die Völker, durch alle Landschaften deines Königreiches, deren Gesetze verschieden sind von denen der anderen Völker, aber das Gesetz des Königs halten sie nicht, und dem König bringt cs nichts ein, wenn er sie lässt.“ — Was hat sich in den letzten 2-500 Jahren in der Phraseologie oder in der Vorstellungswelt oder in der politischen Aktion der Antisemiten geändert? Wohl nichts. Auch das Geschäft das zu allen Zeiten mit der Verfolgung und der Vernichtung der Juden verbunden war. kannte Ha man bereits. Er bietet dem König für die Juden, die er vernichten will, „wenn es dem König gefällt“, einen netten Preis, zehntausend Kikar Silber, „sie 2U bringen in die Schatzkammer des Königs“. Manche Päpste und Pürsten hatten verstanden, dass man die Juden garnicht zu „vertilgen“ braucht, wie Haman es machen wollte, son dem aus ihnen zu Lebzeiten Profit zu schlagen imstande ist. Aber die Methode ist die gleiche, die Juden ausserhalb der Gesetze unter eine Sonderregelung zu stellen. Dieses primitive „sie sind anders als wir“ ist eines der Elemente des Judenhasses und eines der Motive für die Judopr.obie. Die praktische Nutzanwendung war immer Verfolgung. Ermordung und A usplünderung. VI. Purim ist eine Kundgebung des jüdischen Lebenswillens, eines ungebrochenen Optimismus, trotz allem, was unserem Volk im Laufe der Zeiten widerfahren ist. Mit der Renaissance unseres Volkeo in den letzten Jahrzehnten ist dieser Optimismus, die Zuversicht zu sich selbst, die nationale Würde und das Bewusstsein eigener Werthaftigkeit erneut lebendig geworden. Purim erinnert nicht nur an die sich immer und immer wiederholende Litanei des jüdischen Schicksals in der Galut, sondern zeigt auch die Wege, aus einer schwierigen und tragischen Situation durch Mobilisierung der eigenen geistigen, morali U»r Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSST1CKERE1EN Scba bbosdecket - raihebeute) KäDDCbeo Mai zot-Ta sebee Handuw Mascbkiensbckerei vos Bett- und Fücbwäzckc Dr. P. L RIVERA 258t (fr Bebedero) T. E 73-*l55 sehen und physischen Kräfte zu gelangen. Deswegen ist Purim als Dokument unseres Optimismus und der jüdischen Lebensbejahung gegenwartsnah. Israel ist das Monument das unser wieder zu neuem Leben erwachtes Volk in unserer Zeit errichtet hat. Hierzu schreibt der frühere deutsche Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer im zweiten Band seiner Erinerungen: „Was ich in Israel sah und erlebte, hat mich mit grösster Bewunderung erfüllt, mit Achtung und Respekt vor den dortigen Leistungen. Menschen, die in Deutschland aufgewachsen waren, gewohnt an unser Klima und unser Lebensniveau, haben sich hier unter schwersten Lebensbedingungen, zum Teil mitten in der Wüste ein neues Leben aufgebaut. Von Hass oder Feindschaft habe ich wenig bei ihnen verspürt, sie zeigten eine menschliche Grösse, die ergreifend war.“ — Nach dem Sturz des zeitgenössischen Haman. der zu einem grossen Teil vollbracht hat. was der biblische Haman nur beabsichtigte, haben die Juden nicht die Hand nach der Beute ausgestreckt, sie haben nicht den Hass geschürt und jene menschliche Grösse gezeigt, die unser Volk auch in den schwersten Lebenslagen zu bewahren bemüht ist. Aus den Trümmern Neues zu schaffen, an die Stelle der vernichteten Gemeinden und Gemeinschaften neue zu errichten, unser Leben als jüdisches Leben im Geist unserer Ueberlieferung und der Gewohnheiten weiterzuführen, wie sie historisch geworden sind das war das Bestreben der Juden, allerorts, wohin sie sich retten konnten. Mit einem ungebrochenen Optimismus ohne an die Schrecken und die Verluste zu vergessen, -in den Weiterbau der jüdischen Existenz unter zum Teil erheblich ver. änderten Lebensbedingungen zu schreiten, auch das ist ei ne Lehre aus de? kleinen Megilla Ester. VII. Am Eiode des Kapitels, ir. dem die hier wiedergegebenen Sätze Adenauers stehen, wendet sich der Altkanzier an seine eigenen Landsleute und sagt: „Der Besuch in Israel hat mir gezeigt, was Hoffnung und Glaube eines Volkes auszu richten vermögen. Israel ist ein grosses Beispiel“. Hoffnung und Glaube atmet das Buch Ester, Hoffnung und Glaube strömt uns aus unserer langen Geschichte entgegen. Hoffnung und Glaube sind die beiden Kräfte, die uns jeden Haman unserer Geschichte überleben Hessen. Denn schon in der JACOB LAPIDUS Jipi. Mofctl NEUE ADRESSE VIAMONTE 7037 4» B 46-1716 und 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Zum T»de verurteilt Wien. — Ein Ukrainer, der während der deutschen Besetzung eine hohe Polizeifunktion aus übte, ist von einem sowjetischen Gericht wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden. Unter der .persönlichen Beteiligung und Führung“ des Verurteilten sollen etwa 8.500 sowjetische Staatsangehörige erschossen worden sein. (AWZ) Hagada steht geschrieben. Denn nicht etwa nur e i - n e r ist wider uns aufgestan den, uns zu vertilgen, sondern in jeglichem Zeitalter stand man wider uns auf uns zu vertilgen, aber der Heilige, gelobt sei er. rettete uns aus der Verfolger Hand.“ — Mordechai glaubte an sein Volk, wie Juda Hammakkabi an des jüoischen Volkes Ideen, Gedanken und Aufgaben geglaubt hat. Als Theodor Herzl von diesem tiefen Glauben erfasst wurde, dass die Sendung Israels noch nicht beendet ist, sondern dass unser Volk zu sich zurückkehren müsse, um zu neuem Leben zu erwachen, da ging von der Kraft seines eigenen wiedergefundenen und des alten jüdischen Glaubens, der die Massen beseelte, jene dynamische Kraft aus, die einen Adenauer ergriffen hat, als er die konkreten und nüchternen Werke kennenlernte, die d.ese Hoffnung eines Volkes für seine Zukunft und die dieser Glaube der Juden an ihre Sendung erfüllte. Ist Purim ein Fest der „Re ligion“? Dieses lateinische Wort, das andere geschaffen haben, ist nicht imstande, das, was Judentum ist, in die ' Schranken seines engen Begriffes einzufangen. Wir sind keine „Religionsgemeinschaft“. Aber wir sind ein Volk des Glaubens an das Recht, an die Freiheit, an den Fortschritt, an den Sieg der Kräfte des Guten über das Böse, jenes Glaubens, der auch aus dem Buch Ester herausstrahlt, uns mit Zuversicht und Optimismus erfüllt, wie er einen Mordechai in einer schweren Stunde beseelte und ihm die Kraft verlieh. Glauben gegen Macht zu stellen. Das war und das ist die Mission unseres Volkes in dieser zerklüfteten Welt: Glauben gegen Macht, Geist gegen Gewalt, Recht gegen die Panzerfaust zu setzen und damit der Menschheit heute wie stets die Hoffnung und den Glauben an die wahren und ewigen Werte des Lebens zu vermitteln. ISID0R0 SCHREIBER bietet Ihnen «ein moderne* Stimmungsorcbester zu allen Ihren Festlichkeiten an. T. £.: 86-5096 Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT BSTOMBA 2283 - 76-82« RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Confitería NIZA BERNARDO STERN Servicios de lunch de categoría Ausführung saemtlicher SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76.0286 78-1049 MALERARBEITEN HEIvGUERA 1915 — T. E. 58-4052 Deggendtrfer Bildtafeln Die sogenannte „ueggendorfer Gnad “, zwölf aus der Barockzeit stammende Bildtafeln in der Klosterkirche der Redemptoristen im niederbayerischen Deggendorf auf denen eine seit dem antisemitischen Spätmittelalter weitergegebene Legende von einem angeblich von Deggendorfer Juden verübten Hostienfrevel dargestellt ist, soll jetzt mit Gobehns verhängt werden. Dieser merkwürdige Vorschlag kam zustande, nachdem in Deggendorf und beim Landesamt für Denkmalspflege in München der vernünftigere Plan auf Ablehnung gestossen war, die Tafeln als ein Demonstrationsobjekt zur unseligen Geschichte des Antisemitismus in ein Museum zu bringen LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. Die Bildunterschriften waren bereits vor einiger Zeit aui Veranlassung des Regensburger Bischöflichen Ordinariats I unkenntlich gemacht worden 1 (db) Dra. Juana Nevler de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALABERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — NUTRICION ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Piso 39 DU. H. T. E. 31-3889 y 69-8477 Consultas: Martes, Jueves y Sábados de 15 a 19 horas CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeH (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencia*. Médicas de Bueno* Aires UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. 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