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Jüdische Wochenschau · 1967-03-17 · 2209 (17.3.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2209 (17.3.1967)
Date
1967-03-17
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 17 de Mam de 1967 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Am XXVIII. — N« •>• <> i \ Aus Gefaelligkeit gewaehrt (Schluss von Seite 1) ter Rolf Hochhhuth mit seinem Drama ,.Der Stellvertreter" angeschnitten, behandelt und kritisiert worden ist. Im Gegensatz zu manchen anderen Kirchen fürsten, wie z.B. zum Wiener Kardina' Innitzer, der munter seinen Hei' Hitler'-Gruss leistete, war Kardinal Frings, damals Frzbischof in Köln, immer ein Gegner der Nazis gewesen. Im August 1943 bezeichnete ein gemeinsamer Hirtenbrief der deutschen Bischöfe den „Mord an unschuldigen Geiseln und entwaffneten Kriegsgefangenen" als sündhaft. Das wird dem Kardina' zugute geschrieben. Ueberlegen wir doch einen Augenblick: die Bischöfe sprechen sich gegen den Mord an unschuldigen Geiseln oder entwaffneten Kriegsgefangenen aus Welche Heldentat! Erzbischof Frings warnte ebenfalls 1943 von der Kanzel herab wie sein Ko'lege Bischof Galen vor dem Hass gegen den Feind. Bereits vorher hatte der neu ernannte Erzbischof von Köln, Dr. Joseph Frings einen Hirtenbrief am 20. Dezember 1942 in seiner Erzdiözese erlassen, in welchem er das Recht aller Menschen auf Leben. Freiheit, Eigentum und Ehe verteidigte. Diese Rechte dürften auch demjenigen nicht verweigert werden. ,,der nicht unseres Blutes ist oder unsere Sprache spricht“. Wir wollen uns in keine Polemik einlassen. Aber in solchen Aeusserungen, die Selbstverständlichkeiten wie dergeben, bereits eine antinazistische Haltung zu sehen, ist sehr wohlwollend. Frings hat sicher nicht die nazisti sehe Gesinnung und die Schandtaten der Nazis gebilligt. Er hat sie gewiss sogar scharf verdammt. Hochhutt hat die Frage aufgeworfen ob diese Einstellung mit gelegentlichen Verlautbarungen ausreicht, um die Kirche von Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? ixq. nachm. 16—19 Uhr Ttlefen: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S . E L. oerät sie kostenlos und anverbindlich beim Kaut oder Verkant von GRSCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEI PINO 06?. T. E. 73-7*87 ihrer Verantwortung durch Schweigen fre.zusprechen Dieses Urteil mag die Geschichte fällen. Die Kontroverse mit Nussbaum weckt diese Erinnerungen. Es ist wahr, dass es kirchlieche Würdenträger gab die offen für Juden eintraten, auch in Nazideutschland.Aber Kardinal Frings gehört zu ih nen nicht. Er kann dem grosen Kreis der Bischöfe zugezählt werden, die den Nazis mus ur.d seine Verbrechen verabscheuten, ohne hieraus Konsequenzen zu ziehen. Dass er Juden versteckte, wie dies jetzt vorgetragen wurde, nehmen wir als eine Wahrheit hin, wenn es uns von so hoher Seite mitgeteilt wird War das nicht Menschenpflicht? Sich hierauf heute zu berufen, um von der Kölner (.Rest-)Gemeinde zu verlangen, sie solle ihm seine . .projüdische" Einstellung bestätigen, kann nur als eine Fehlleistung angesehen werden. Im übrigen kann diese gan ze Affäre und der Ver'auf des Gesprächs nur denjenigen Recht geben, die vor dieser Art von Fühlungnahmen, von dieser Art christlich-jüdischer Verbrüderung und der Annäherung von Deutschen und Juden gewarnt haben. Dem Kardinal antisemi tische Gefühle vorzuwerfen, dürfte sinnlos sein. Dass er möglicherweise in seiner Argumentation mit Gedanken arbeitet, die von den Nazis und anderen Antijuden ianziert worden sind, ist möglich, aber kein Beweis, dass er ein Nazi oder Antisemit ist. Das hat auch Nussbaum wohl nicht behauptet. Aber von einem Deutschen, und der Kardinal ist doch ein Deutscher, kann man derartige Einwendungen auch dann hören, wenn er gulwil lig ist, wenn er sich von an tisemitischen Regungen frei weiss, wenn er mit Nazismus nichts zu tun hat. Die NPD sei ungefährlich, weil der jüdische Einfluss heute nicht mehr so stark wie früher ist, soll Kardina1 Frings gesagt haben Dass aber der Antisemit den Juden erfindet, wenn er ke.-ne Juden hat, das weiss der Kardv nal nicht. Dass der ‘üdische Einfluss niemals so gross war wie die Nazis esbehaupten, weiss der Kardinal nicht’ Aber nicht nur er, sondern 95 Prozent aller, selbst dei wirklich demokratischen Deutschen, glauben an diesen legendären .jüdischen“ Einfluss. Die Erwartung, ein Kardinal müsse von solchen Fehlvorstellungen oder Animositäten frei sein, ist irrig. Ihr FrisMf ERICH JACOBSÜHN BEDIENT SIE IN IHREM MAUSE T. E. 76 5842 JUDITH SCHENK0LEW8KI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker faiitwbeute) KäDDcbes Mai zot-Tascben Uaetf- «do Mascbkaensückerei vom Bettand risen wise*« Dr. P. t. RIVERA 168; (fr Bebedero) T. E fS-*155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 Für diese andersartige Beurteilung gibt es keine Verantwortlichen. Aus welchem Grunde hat Nussbaum den Kardi-.ai aufgesuent? Hat er von hm erwartet, dass er judenfreundliche Erklärungen abg'tt? Wozu brauchen wir nie Bestätigung eines deutschen Kardinals, dass auch wir Menschen, anständige Menschen sind? Oder wonte Politiker Nussbaum eine Erklärung des Kardinals herbeifiihren, die gegen die Neonazisten gerichtet ist' Ein Kardinal wird sich niemals äussern. Das ist Seche der Kirche. Politiker Fnng;- ist ausgewichen, und das war vorauszusehen. Auch der Einwand oder die Frage des Kardinals ob es wirklich sechs Millionen Juden waren, die ermordet wurden, zeigt deutlich die Linie auf der marschiert w'rd Ob ein französischer Kardinal diese Frage gestellt haben würde muss stark bezweifelt werden. Frings ist doch auch nicht der erste Deutscre, der die Zahl von sechs M.llionen beanstandet, weil so n.cht hinreichend belegt sei. obwohl es sicher ist dass mehr als sechs Millionen Juden unter nazistischer Möruerhand starben. Die Bemühungen, die Ziffer herabzusetzen, entspringen der Belastung des Gewissens. Als ob die deutsche Schuld kleiner werden würde, wenn es nicht sechs, sondern nur zwei Millionen gewesen wären. An dieser Stelle sol'te die jüdische Politik eingreiien. Hier müssten wir uns — nicht im Zusammenheng mit dem verunglückten Gespräch Nussbaum - Frings, sondern aus allgemeinen Gründen — mit Vehemenz gegen alle Versuche der Entstellung historischer Wahrheiten zur Wehr setzen Die Verfälschung der Tatsachen bezieht sich auf viele Gebiete, auch auf die Nürnberger Prozesse, gegen die sogar der Urdemokrat Adenauer polemisierte. Man Um Rudolf Hess Bonn. — Die Deutsche Bundesregierung bemüht sich um eine Begnadigung des letzten Häftlings in spandauer Kriegsverbrechergefängnis, Rudolf Hess. Das gab der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Klaus Schütz, auf Fragen in der Fragestunde des Bundestages bekannt — (AWZ) Revision Hagen. — Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil im Hagener Sobibor-Prozess Revision eingelegr Sechs Angeklagte waren zu Zuchthausstrafen zwischen dre' Jahren und lebenslänglich verurteilt, fünf waren freige- «prochen worden. (AWZ) JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE V1AMONTE 2*37 4» B 46-1716 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 WAHRUNG DER MENSCHENRECHTE Genf. — Die USA-Delegation vor der UN-Kommission für Menschenrechte, die iu Genf zusammentrat, kündigte die Vorlage eines Zusatzes zum Konventionsentwurf an in dem die Verjährung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit für immer cei der Prozessierung von des „Massenmordes" angeklagten Kriegsverbrechern ausge schlossen wird. Diese Mitteilung machte Morris Abram, der Chef der USA-Delegation, welcher betonte. dass die Beschränkung der betreffenden Klausel auf die „hauptsächlichsten Ver brec-her" d. h. auf jene die für die Morde verantwortlich 6ind, die Konvention für Ostdeutschland annehmbar ma eben würde und automatisch in die westdeutsche Gesetzge bung auf genommen werden dürfte ohne neue Beratungen im bonner Bundestag nach Unterzeichnung des Dokuments notwendig zu machen. Mit offensichtlicher Bezugnahme auf Ostdeutschland führte Abram aus: , Wir hoffen, dass die Konvention für alle Regierungeiannehmbar sein wird, besonders für jene, welche die Hauptkann sich aber nicht ein Thema aussuchen, andere unterdrücken. Dolchsto6sleger.de, Judenmorde. Kriegsverbrecher, Nazi-Mörder, das sind alles Fragen, die in einem engen und untrennbaren Zusammenhang stehen. Die Widerstandskämpfer des 20 Juli sind für die deutsche Niederlage verantwortlich (eine Form der Dolchstossiegende', die Judenmorde waren garnicht so entsetzlich, denn es waren keine sechs Millionen, die Kriegsverbrecher hätte man nicht richten dürfen, denn die Alliierten haber. auch Kriegsverbrechen begangen, und die KZ-Henker sollte man nicht aburteilen, denn sie haben ,nur‘ auf Befehl gehandelt, im übrigen sei eine lange Zeit verstrichen. — Diese und ähnliche Argumentationen dringen tief ins Bewusstsein eines Volkes ein, denn es lässt sich besser ohne als mit einem Schuldbewusstsein leben. Eines hat das Gespräch zwischen dem Kardinal und dem Rabbiner gezeigt: wie tief die billige Nazi-Argumentation sich festgesetzt hat, ohne dass selbst so hochgestellte und angesehene Persönlichkeiten wie Kardinal Frings kritisch hierzu stehen würden. NB.: Wenn schon ein Kardinal diesen Argumenten zum Opfer fällt, was dürfen wir vom Volk erwarten...? Verantwortung für die Verfolgung der NS-Verbrecher tragen. Diese Konvention kann ein Mittel sein die Ge rechtigkeit zu wahren und die Last eines schwierigen und ernsten Problems aus der Ge richtbarkeit der Vereinten Nationen zu entfernen.“ Ostdeutschland, das nicht Mitglied der UN ist und nur als Beobachter in der Korn mission fungiert, hat dieser mitgeteilt, dass es sich dem gegenwärtigen Konventionsentwurf widersetzt, weil die Konvention eine rückwirkende Verjährung in den Fü.’len gestatten könnte, du. schon vor ihrem Inkrafttreten behandelt wurden. Polen fordert andererseits die Anweu düng des Verbots einer Verjährung auf alle F’ille von Kriegsverbrechen und Ver brechen gegen die Menseh- ISIDORO SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmiing**reli»3ter zu allen Ihren Festlichkeiten an. T. E.: 86-5036 Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — T6-821f RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemfliehtr MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, I? izq, T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. heit. Die polnische Ir 'tiative richtet sich im besonderen gegen Deutschland da sämtliche Verjährungsfristen in fast allen europäischen Ländern abgeschafft worden sind. (ITA) Dra. Juana Nevler de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALARERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — NUTRICION ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Piso 3? Dto. 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