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Jüdische Wochenschau · 1967-03-10 · 2208 (10.3.1967) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2208 (10.3.1967)
Date
1967-03-10
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, ]• de Kan* dfc> 1967 LA 1 EMANA ISRAELITA Año XXVI«. — N® 2208 — 3 Erinnerungen an Rawitsch Wehmütige und stolze Erinnerungen ruft die Lektüre einer vor wenigen Jahren in Jerusalem erschienenen Monographie in hebräischer und englischer Sprache wach, deren Verfasser der in Israel lebende. frühere Rabbiner der Gemeinde Kiel, Dr. A. Posner, über dae Thema „Die Annalen der Synagogengemeinde von Rawitsch (Rawicz)“ ist. Die vorliegende Arbeit schil dert die geschichtliche Entwicklung und die Institutionen einer für die frühere Provinz Posen einst typischen Synagogengemeinde. Hunderte von Quellenangaben aus Geschichtswerken, aus Zeitschriften und Zeitungen belegen die Herkunft der vom Verfasser dargelegten Tatsachen und legen Zeugnis ab von seiner ameisenhaften Arbeit, dieses gesamte Material zu sichten, zusammenzustellen und schliesslich zur Veröffentlichung zu bringen. Die Schrift enthält auch eine Anzahl Fotografien der an der Gemeinde tätig gewesenen Rabbiner, Lehrer, der Synagoge und des Friedhofs und schliesslich ein im Jahre 1931 aufgenommenes Gruppenbild heimattreuer Rawitscher, die vor den hohen Feiertagen zum Besuch der Gräber nach ihrer Vaterstadt gekommen waren. Nach langer Zugehörigkeit zu Polen stand in der Provinz Posen das Talmudstudium noch in hoher Blüte, als dieses Gebiet an Pi eussen fiel; die ganze Zeit hindurch, während diese Provinz zum Deutschen Reich gehörte, bildeten die dort gelegenen Gemeinden Schmuckstücke des ehemals deutschen Judentums. Alle die in Posen gelegenen Gemeinden zeichneten sich durch ein äusserst intensives jüdisches Leben aus, welches seinen Ausdnick neben jener als „Frömmigkeit“ bezeichneten religiösen Ob- Stipendien New York. — Nach Mitteilungen des Präsidenten des Comités für Dank an Skandinavien wurden über 300.000 Dollar gesammelt* um als Zeichen der Anerkennung für die Bemühungen dieser Länder um die Rettung von Juden vor Naziverfolgungen während des Krieges skandinavischen Studenten Stipendien zu verleihen. Im Jahre 1966 wurden für diesen Zweck 150.000 Dollar aufgebracht. (ITA) servanz vor allem in der Hochschätzung der B ldung und der auch von Mittelstandskreisen angestrebten „Gelehrsamkeit“ gefunden hatte. Sie wie alle Posner Ge meinden wurde Rawitsch die Wiege bedeutender Akademi ker und Kaufleute, die später vorzugsweise in Brests u. Berlin und auch in New York anzutreffen waren. Unter den interessanten Quellenangaben, die die Arbeit enthält, fand ich den Wortlaut des im Jahre 1851 meinem in Rawitsch ansässigen Urgrossvater Robert Wit- und Untersuchungen von talmudischen Anordnungen kalendarisch - astronomischer Thematik. Sein Vater Mar cus Cohn, war in Rawitsch ein bedeutender Getreide kaufmann; eine seiner Töchter heiratete den berühmten Baseler Raw Dr. Arthur Cohn,- und eine weitere Tochter wurde die Lebensgefährtin des ebenfalls aus Rawitsch stammenden, im gesellschaftlichen und geschäftlichen Leben Breslaus eine bedeutende Rolle spieienden Kaufmanns Ludwig Wittenberg, der ein persönlicher tenberg erteilten Bürgerbrief der kgl. preussischen Regierung. Unter den bedeutenden Männern, die Rawitsch entstammen und später im jüdischen und allgemeinen Kulturleben unserer ehemaligen Heimat eine wichtige Rolle spielten, sind zu nennen- Professor Marcus Brann, Historiker jüdischer Geschichte und Literatur, einst Dozent dieser Materien am jüdischtheologischen Semiv ar zu Breslau, Arthur Ruppin, Begründer der modernen jüdischen Soziologie, eine Persönlichkeit, die aus der Planung des Aufbauwerkes von Medinat Israel gar nicht wegzudenken ist. Ordinarius für Mathematik an mehreren Universitäten, Professor Alfred Loewy und schliesslich Professor Berthold Cohn, Universitätslehrer für Astronomie an der Universität Strassburg und Verfasser zahlreicher Abhandlungen ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 FAST ECKE PINO Tel.: 76 9088 Freund Herzls gewesen ist und dessen Töchter die bekannten Misrachiiührer Lazarus und Dr. Aron Barth heirateten, der sich nicht n,ur als Kongressanwalt sondern als Finanzjurist und Präsident der ersten Währungsbank Israels einen bedeutenden Namen machte. In aller Welt verstreut befinden sich heute noch Nachkommen in dieser Gemeinde einst bedeutender Familien- Kalisky, Löwenberg, Litauer, Michalek, Neustadt, Rawack, Todtmann und Wittenberg, um nur einige herauszugreifen. Schon mit dem Ende des 1 Weltkrieges tritt d<e Geschichte dieser einst blühenden Gemeinde in ihr letztes Stadium; da der Ort an Polen fällt, wandern die meisten jüdischen Familien nach Deutschland ab. Nur wenige glauben trotz der polnischen Herrschaft noch aushalter, und ihre Existenz retten zu können. Schliesslich im Jahre 1924 blieben nur noch so wenige Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep Pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenieppiche in allen Farben und Grossen. 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Da aber für alle Soldaten der polnischen Armee, gleich welcher Konfession, der Besuch des Gottesdienstes obligatorisch war, wurden an Feiertagen von der Behörde den Gemeindemitglieiern die Schlüssel zur Synagoge über lassen, damit unter Anwe senheit der jüdischen Soldaten der nun polnischer, Garnison Gottesdienst veranstaltet werden konnte. In den Jahres 1923 und 1924 konnte ich anlässlich des Besuchs bei meinen Verwandten, an diesen letzten in der Synagoge stattgefundenen Soldatengottesdiensten teilnehmen, die von meinem unvergesslichen Onkel Robert A. Wittenberg s. A. in seiner Eigenschaft als Präsident Gabbja. Chasan und Baal Kaure zelebriert wurden. Noch einmal und gerade während meines Besuchs machte mein Onkel, begleitet von seinem Schwiegervater, dem Posen« Oberrabbiner Dr. Freimann s. A. und einem jüdischen Abgeordneten des Sejm >.n Warschau eine verzweifelte Anstrengung zur Rückgewinnung der Synagoge Es gelang der Deputation zwar, ein Dekret der polnischen Regierung zur Rückgabe der Synagogenschlüssel zu erlangen, welches aber von der Magistratsverwaltung niemals erfüllt wurde. Mitte der Zwanzigerjahre zogen auch die letzten Juden aus Rawitsch fort, in Breslau fanden sie in den Synagogen des Rhedigerheimes und des jüdischen Krankenhauses neue religiös»; Zentren. Der letzte Rabbiner der streng thoratreu geführten Gemeinde Rawitsch, Dr. John Cohn s. A. war ebenfalls nach Breslau gezogen, wo er als Dajan der dortigen Gemeinde wirkte und Hen Ehrentitel eines „Oberkauhen“ erhielt, da er in der Storchsynagoge beim „duchenen“ die Kauhanim führte Hans M. Danziger LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» Izq. - T.E. 63-2613 88. Adar I. 5727 1«. März 1967 yy Lassikü!“ - ein Zeitdokument Unter den ca. 1.200 Zeugenaussagen, Memoiren, Berichten und Aufzeichnungen über das Geschick der deutschen Juden in den Schick salsjahren 1933—1945. die „Jad Waschern“ auf dem Austauschwege von der „Wiener Library“ in London erhielt, fiel nach Form und Inhalt der Mikrofilm eines vielseitigen Manuskriptes auf - es nennt sich „Lassikül“ und gibt authentischen Bericht, über die Geschehnisse in Hunderten jüdischen Kleingemeinden Deutschlands während des Novemberpogroms 193«, der unter dem späteren Nazispottnamen „Kristallnacht“ — ein geschichtlicher Begriff wurde. Bekanntlich wütete in vielen Kleingemeinden der Pogrom ärger als in den Grossstädten. Andererseits blieben nur wenige Dokumentarunterlagen über das Geschehen in ihnen enthalten. Der „Lassikül“-Bericht wurde daherein Schlüsseldokument für die geschichtliche Erfassung des Pogroms und seiner Folgen. „Jad Waschern“ bemühte sich, den anonymen Ver fasser des ,,Lassikül“-Berichtes zu ermitteln, denn es war augenscheinlich, das; dieser Anonymus nur aufgrund von hunderten Einzel - Aussagen seine Uebersicht verfassen konnte. Eine Anfrage in der „Wiener Library“ blieb erfolglosauch sie kannte den Verfasser nicht. Es setzte nun eine regelrechte Detektivarbeit ein; die Rundfrage unter Ueberlebenden, die aus deutschen Kleingemeinden stammen, führte schliesslich auf die Spur des Anonymus- Simon Brückheimer, ein jüdischer Lehrer aus Marktbreit in Bayern. Mit seiner Entdeckung entschlüssele sich auch das Geheimnis des Berichtes: LAs — Lasar des Vaters Namen, SI — S mon, der Name des Verfassers, und KÜL — Namen seiner Geburtsstadt Külsheim in Barden. Und dies ist die Entstehungsgeschichte des „Lissikül“-Berichtes: Simot Brückheimer. der sich nach London gerettet hatte, war von der Idee besessen dass “as den deutschen Juden zugefügte Unrecht nicht vergessen werden dürfte. Vielleicht empfand er auch, dass die , Lösung der Judenfrage“ die bis 1938 hauptsächlich in der Emigration gesehen wurde, in ein neues Stadium eineetreten war. Simon Brückheimer erahnte, was damals die Diplomaten noch nicht erkannten — und nahm noch 1939 hunderte Berichte und Zeugenaussagen von jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland, meist von Lehrern wie er, auf. Nach zweijährigen Verhandlungen übergaben die Söhne des Verstorbenen ..Jad Waschern“ seine Sammlung zur wissenschaftlichen Ausnützung. Dr. H. ROSENKRANZ MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschalte mit der grössten Auswahl SARMIENTO M47 T E 35 . 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvirate Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN BUEROSTUNDEN von 15 — 18 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch (ICH BITTE NICHT VOR 14 UHR ZU ERSCHEINEN) oder nach Vereinbarung T. f.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUD AM EK1CANOS Erbschaftssachen - Vertraege - V.rwaltui gen - Miets-, Zivil- und Handeissa Jisn T. E : 80 6930 _ PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS

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