Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2208 (10.3.1967)
- Date
- 1967-03-10
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, i# de Marx* de 1967 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Añ* XXVIII. _ Ne sa«« Glauben - Wissen - Hoffen (Schluss von Seite 1) Decartee (Cartesius), Spinoza. Leibniz und andere nickt unter den moralischen Aspekten eines Hiob oder Hobelet, sondern unter dem Druck eines erweiterten Wissen versuchten. m. Das Vorurteil Ein schlimmer Br'.der des Aberglaubens ist das Vorurteil, unter dem die Juden seit Jahrhunderten am meisten leiden, aber auch die Neger. Wae das Vorurteil bedeutet, welche Kraft ts entfalten und welche Rolle es in dem täglichen Geschehen spielen kann, beweist aus früherer Zeit — um einmal ein ganz anderes Beispiel zu wählen. — das beeindruckende Schicksal der Hexen*', d. h. jener un glücklichen Frauen denen man im abergläubischen Mittelalter übernatürliche Kräfte zuschrieb, und die — ahn lieh wie die Juden — für zahlreiche Unglücksfälle wie •Tierseuchen, schwere Krankheiten und dergleichen verantwortlich gemacht worden sind. Den meisten unbekannt dürfte es sein, dass es eine umfangreiche Literatur gegen die Hexen gibt, wie wir cner beinahe nicht mehr übersehbaren Antisemiten-Literatur gegen überstehen. Die päpstlichen Inquisitoren Heinrich Institoris und Jakob Sprenger schrieben den Hexenhammer* (Malleus maleiicarum, 1489), der eir komplettes Lehrgebäude des Hexenwahns und der Hexenbekämpfung enthielt. Unter dem Einfluss dieses Hexenbammers“ setzte eine Sturmllut von Prozessen gegen die verdächtigen Frauen ein di“ zu den berüchtigten Hexenverbrennungen führten. Wie Dr. FREY ABOGADO PUEYBREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezia'qeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. oerät Sie kostenlos und ob verbindlich beim Kauf odei Verkam von GESCHÄRFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY OE! PINO 2*6« T. E. 13-78*7 tief eingewurzelt dieses Vorurteil oder dieser Aberglauben war, mag man daraus entnehmen, dass diese Prozesse erst im 18. Jahrhundert allmählich nachliessen und dann aufhörten. Vorurteile gegen Mensche»! gegen Gruppen von Menschen, gegen Bewegungen, auch gegen Ideen werden geschaffen. Wie sie erzeugt werden und entstehen ist nicht immer recht erkennbar. Vorurteile sind vererbl'ch sowohl bei den Trägern dieser Vorurteile wie bei denen die von ihnen betroffen werden Vorurteil und Aberglauben werden häufig in den Dienst der herrschenden Majorität gestellt. Die Ablenkung nach aussen war seit alten Zeiten ein beliebtes Mittel zur Beschwichtigung der unzufriedenen Massen. Beräumt ist die Klage des Kirchenechriftstellers Tertullian (um 20^ n.d.g.Z.): „Die Christen werden als die Ursache für jedes Missgeschick des States, für jedes Unglück im Volk angesehen Wenn der Tiber die Ufer überschwemmt, wenn der Nil die Felde nicht überschwemmt, wenn der Himmel ehern ist oder die Erde bebt, wenn es Hungersnot oder Pest gibt, sofort erhebt sich der Schrei; Werft die Christen vor < ie Löwen“. Nach diesem Rezept ist dann die Christenheit einmal zur Mehrheit geworden, mit den Juden umgegangen bis heute... Das Vorurteil belastet, der Aberglauben erdrückt IV. Rassenhass Der UN-Generalsekretär TT Thant warnte; „Wenn es uns nicht gelingt, den Rassenhass endgültig auszutilgen, wird er eine Zerstörungskraft entwickeln, gegenüber der die vergangenen Kample zwischen Religionen und Ideologien als kleiner Famil.enstreit erscheinen“. Hier spricht der Zeitpolitiker Nr. 1, aer aus Asien kommt und den Westen kennt, der die Mentalität der führenden Männer der Völker studiert hat und durchschaut. Es ist auch nicht le’cht die Grenzen zwischen der Kämpfen der Religionen und der Rassen zu ziehen. Der Hass war immer ein Motiv für die Führung wie für die Massen. Ihr Friseur ERICH JACCBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTU »STICKEREIEN Schabbosdecker - radis öeutel Käppchen Mai zot-Tasehep Handane Maschiaenstickerej tob Bettand risebwäsebe Dr. P. 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Die Bestrebungen Südafrikas, die Rassentrennung streng beizubehalter.. sind ebenso wie die sich in Nordamerika abspielenden Rassenkämpfe der letzte Versuch, unter „rassischen“ ider anderen Gründen einen wesentlichen Teil der Bevölkerung von der wirklichen Gleichberechtigung auszuschalten, weil dies;n Südafrika deutlich das Ende der weissen Herrschaft bedeuten würde Oer Um- und Ueberbau der rassistischen Theorien ist zweckbedingt. Die Schwarzen sind durchaus keine schlechteren Christen, um ein Beispiel zu nehmen, als die Weissen. Sie sind auch nicht weniger begabt oder haben geringere menschliche Qualitäten. Die Vorstellungskraft der Menschen hat sich seit Jahrtausenden nur in kleinem Masstab entwickelt. Selten denken die Massen über shre eigene Existenz hinaus. Wenn sie vom Menschen sprechen, reden sie von sich selbst. Gerade in dieser Beziehung zwi sehen Schwarzen und Weissen wirken auch heute noch die Prinzipien, die n dem Xenophanes - Fragment niedergelegt wurden; mehr als 2 000 Jahre sind vergangen, ohne dass eine wesentliche Aenderung eingetreten wäre Der griechische Philosoph Xenophanes legte die Erkenntnis in den folgenden Versen nieder; „Die Menschen wähnen, dass die Götter, so wie sie, Geboren werden, und wie sie Gewand Und Form und Stimme haben. — Ja, wären Löw’ und Stier mit Händen nu» Versehen, um zu malen und zu tun. Was Menschen können, sicher würden sie Die Götter malen, w,e sie selber sind— Und ihnen Körper geben die den ihren Vollkommen glichen.“ — In der christlichen Kunst der Weissen wird der Christus mit weisser Hautfarbe dargestellt, während die Schwarzen ihrem Christus das Aussehen eines Negers geben... Die Kirche wie die internationale Weltpoutik haben diese Bewertungen und Werturteile der Rassen offiziell überwunden, denn es gibt eine grosse Reihe hoher kirchlicher Würdenträger schwarzer Hautfarbe, und die politischen Repräsentanten der schwarzen oder andersfarbiger Völker sitzen in der. UN. Das allein aber bedeutet noch nicht die Ueberwindung der rassischen Theorien Vorurteile und Irrlehren, die noch immer eine bedeutende Kraft mit unheilvollem Einfluss darstellen. Wahrscheinlich tat Jean Paul Sartre in seinen „Betrachtungen zur Judenfrage" Recht, wenn er schreibt „Der Antisemit fürchtet sich vor der Erkenntnis, dass die Welt schlecht sei denn in diesem Fall müsste man erfinden, verbessern und der Mensch wäre wieder der Herr seines Schicksals mit e'ner beängstigenden, unaufhörlichen Verantwortung. Darum sieht er im Juden das Grund übel der Welt.“ — Die Furcht vor der -igenen Verantwortung erzeugt die Rassentheorien wie sie den Antisemitismus schiirt Aus der behaupteten Ueberleeenheit einer Rasse über die andere, der weissen über die schwarze, der gelben über die weisse und umgekehrt, erwächst nicht nur der Hass gegen das angeblich „Minderwertige“, sondern tugleich der Herrschaftsanspruch über die Welt. Die Nazis haben ihre Rassentheorien noch weiter spezialisiert, indem s;e sich mit der Höherwertigkeit der Weissen nicht al ein zufrieden gaben. Für sie waren die Franzosen ein „Affenvolk' Sie erklärten die germanische Rasse als die einzige die das Recht habe als Herüber alle anderen zu regieren. Damit war auf einem einfachen Wege der totale Herrschaftsanspruch für sie legitimiert. Daraus leiteten sie ihr „Recht“ ab. Die Primitivität der Gewalt feierte ungeahnte Triumphe. Nur sehr langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Vielseitigkeit und Vie!- schxhtigkelt des Menschengeschlechts auf eine besser* Zukunft der Menschheit hof- LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director; Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1*? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500,— jährl. fen lässt, wenn durch diese Verschiedenartigke’t jene Harmonie unter den Völkern hergestellt wird, die ahehj Aussicht auf Leben bietet JACOB LAPIDUS Jipi. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4« B 46-171« und 48-2124 MOHEL M. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Brunshvig gestorben Genf. — Der Ehrenpräsident der jüdischen Gemeinde von Genf, Armand Brunshvig, einer der massgebensten Führer der schweizerischen Judenheit, verschied im Alter von 85 Jahren. Der Verstorbene war ein aufrich tiger Freund Israels und hatte sein besonderes Interesse der ORT - Bewegung zugewandt, zu deren grosszügigsten Spendern er zählte. Brunshvig hatte viele wichtige Aemter in Genf und in der schweizer Kollektivität im allgemeinen. Er war Vizepräsident der Föderation schweizer jüdischer Gemeinden, Ehrenpräsident der Leitung des ORT-Zentralinstituts, Präsident des genfer Israel-Bonds-Comites, sowie Präsident der Verwaltung der Schweizer-Israehschen Handelsbank. Während des Krieges bemühte er sich, den vor den Naziverfolgungen flüchtenden Juden zu helfen. Frst vor wenigen Monaten starb seine Tochter in Paris. Sein Sohn, Jean Brunshiig, ist Präsident des Keren Haje-sod in der Französischen Schweiz. ISIDORO SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungserchester su allen Ihren Festlichkeiten an, T. E.: 86-5036 Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESXOMBA 2283 — 76-821» RAYOS X PARADENTOSF TELEF. VORANMELDUNG Dra. 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