Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2206 (24.2.1967)
- Date
- 1967-02-24
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — VteWM». 24 dr Febrero de 4#67 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AA* XXV1H. — N‘ Ereignisse der Woche GRANDES FIGURAS Arolsen: Suchdienst — ohne Ende Dass der Jüdische 'Weltkongress grosse politische Funktionen und Aufgaben zu erfüllen hat. ist bekannt Hierüber wird auch ständig berichtet. Bereits in wenigen Tagen wird in Montevideo die südamerikanische Executive des Kongresses zu wichtigen Beratungen zusammentreten, über die wir zur gegebenen Zeit informieren werden. Heute sei aber eine andere wichtige Aufgabe des Jüdischen Weltkongresses in den Mittelpunkt unserer Betrachtung gestellt, die mitunter „zu kurz1' kommt, weil die schwierige politische Lage der Juden in vielen Ländern alle sonstigen Interessen zurückdrängt: wir sprechen hier von den kulturellen Aufgaben. die dem Jüdischen Weltkongress Zufällen. Das Kulturdepartment des JWK befindet sich in London. Es wird von einem bedeutenden jüdischen Gelehrten Herrn Dr. Steinberg, geleitet, der vielen von uns von seinen diversen Besuchen in Buenos Aires bekannt ist. Aro-> Steinberg ist durch seine Uebersetzung der 10 Bände des „grossen Dubnow" ins Deutsche bekannt geworden, ein hervorragender Kenner der jüdischen und der Weltliteratur. Mit grossem Elan hat er bei seiner Vielfalt gen Tätigkeit die kulturellen Interessen wahrgenom ren und für die jüdische Erziehung und Literatur Interessen geweckt. Wenn auch die lateinamerikanische Executive des Jüdischen Weltkongresses kein eigenes Kultur - Department mit eigenem Staff unternält. so besitzen wir doch hier in der Person des bekannter Journalisten. Schriftstellers : und ständigen Sekretärs der lateinamerikanischen Kon-! gress-Exekutive, Mark Tur- ■ kow. einen Kultur-Retereuten und -Sachverständigen, der in der jüdischen Welt eine Autorität ist. Seiner Initiative ist auch die Herausgabe einer Schriftenreihe zu verdanken, die in spanischer Sprache erscheint und unter dem Titel „Grandes Figuras del Judaismo“ Lebensbeschreibungen bedeutender Persönlichkeiten und Darstellungen über deren Lebens werk veröffentlicht die in; ihrer Handlichkeit, Uebersichtlichkeit und Kurze ein gutes Material zur Einführung in einen Wissensstoff darstellen. Die ersten drei Hefte I Heft 1 ist dem grossen jüdischen Dichter und Erzähler Scholem Alechem gewidmet dessen Wirken und Bedeutung von Samuel Roilansky dargestellt wird. Rollanskv. ein bekannter Journalist, ver- steht es durch die Lebendig- : keit seiner Schilderung, auch denen ein eindrucksvolles ’ Bild Alechems zu geben, die jenen intimen Kontakt mn dem europäischen, insbesondere mit dem polnischen Judentum verlöre.', oder niemals I gehabt haben. Das Heft eig-; net sich — ebenso wie die ' beiden darauf folgenden — zur Lektüre für Jugendgruppen, deren Mitglieder sich eine Sammlung dieser Schrif- 1 ten zulegen sollten. Es sei aber ausdrücklich hervorge-; hoben, dass diese Monographien keinesfalls nur für die Jugend bestimmt sind! Heft 2 ist dem giossen jüdischen Dichter Jeiiuda Haievy gewidmet und starr rr.t aus der Feder eines der grossen LUACH — (KALENDER) Freitag den 24. Februar 14. Adar I. Sonnabend, den 25 Februar 15. Adar I Schabat KI TISA (Ex. 30—11) Hcftara: 1. Buch Könige 18—1, 18—20 Sonntag, den 26 Februar 16 Adar T Montag den 27 Feoruar 17 A dar I. Dienstag, den 28. Februar 18. Adar I. Mittwoch den 1. März 19 Adar I. Donnerstag, den 2. März 20. «dar I. Freitag den 3 März 21. Adar I Sonnabend, den 4. März 22. Adar I Schabbat WA JÄKEL 'Fx. 35- -1) Ha'tara: I. Könige 7, 40 51 — 7, 13. 27 Sonntag, den 5. März 23. Adar I. Montag, den 6. März 24. Adar I. Dienstag. den 7. März 2o Adar I. Mittwoch, den 8. März 2b. Adar I Donnerstag, den 9. März 27. Adar I. Freitag, den 10. März 28. A.dar I. Sonnabend, den 11. März 29. Adar I. argentinischen Juden: Nathan Gesang. Wie schön, interessant und wissend diese Arbeit geschrieben wurde, ergibt sich allein schon aus der Tatsache, das man sie noch heute für würdig und zweckmässig betrachtet, im Rahmen dieser Schriftenreihe erhalten und weitergegeben zu werden. D e Arbeit’ Nathan Gesangs, der einer der Erbauer des argentinischen Judentums war, ist lesenswei“ und bringt uns den grossen Dichter auch menschlich nahe. der Jehuda Halevy gewesen ist. Heft 3 behandelt das aktuelle Thema; Nobelpieisträj öer Schmuei Josef Agnon, aus der Feder des Journali- | sten Simcha Sneh, eine Ar- | beit, die man als besonders I interessant bezeichnen darf. 1 nicht nur, weil sie ein aktuel-; les Thema behande’t. sonj; dern mit grossem Talent ge! j schrieben ist. Aus der Schili derung der Persönlichkeit Agnons erwächst das Bild des j I Dichtere, aber man lern,! : auch Sneh als einen tinfiihlj samen Interpreten und oe-! gabten Schriftsteller kennen. j Eine 2. Schriften-Reihe | Neben der Reihe dei Gro- : ssen Persönlichkeiten des Ju- : j dentums“ gibt die südameri-; | kanisehe Kongress-Executive : ' noch eine weitere Re,he un-! i ter dem Motto: ..Hechos de : la Historia Judia“ heraus, als . deren erstes Heft eine sehr | interessante und lesenswerte; Darstellung der Geschichte I i des Jiddischen erschienen ist ’ : Autor dieser Studie is* M:na- ’ j chem Boreisho, über dessen j j Persönlichkeit das Vorwort ■ . informiert. Das Thema ist j interessant und wichtig, auch : für diejenigen Juden die die! jidd sehe Sprache nick* spre- ,• Chen oder verstehen, j Wehere Hefte dieser Reihe werden die Geschichte des Htbräisclien. des Aramäischen und des Ladino behandeln. Dieses kleiner. Broschüren, ■ die hier besprochen worden sind und auf die noch eimna' ' mit Nachdruck hingewiesen werden soll, müsste von allen; Krtisen grosse Aufmerksamj keit geschenkt werden, damit I sie die Verbreitung finden,! die sie verdienen. — j Der Neuerwerb, d. h. die unausgesetzte Bemühung um die Beschaffung von neuen Dokumenten, die — nicht nur unter dem Gesichtspunkt „Entschädigung“ — für die wichtige und wertvolle Auskunftstätigkeit des seit 1945 in Arolsen Waldeck bestehenden Internaitonalen Such dienstes (ISD); englische Abkürzung: ITS International Tracing Service» die unerlässliche Grundlage bilden, reisst nicht ab, wenn aue.t die Zugänge an solchen Ma terialien im Vergleich zu Vorjahren nachzulassen schei neu. Immerhin, noch im ersten Halbjahr 1966. für das jetzt der offizielle Arbeitsbericht vorliegt, konnte allein die riesige Abteilung ..Konzentrationslager - Dokumen te“ u. a. durch folgende Bestände ergänzt W'erden: Listen über den Arbeitseinsatz der Häftlinge in Goleschau Auschwitz Dezember 1943 — Januar 1945 'mit 1475 Häftlingsnummern); Häftlingsverzeichnis des Transports vom 22. September 1941 aus len berichtet wurde sodass sich eine Wiedergabe des Inhaltes erübrigt. Nur e.ne kurze Einleitung des Verlegers und ein Schlusswort von Jean Amery (Brites.li wurde hinzugefügt. Die Broschüre enthält auch die Debattereden der Oppositionellen, die sich der Behandlung dieses Themas w ders.tzten und eine Beteiligung deutscher Sprecher ab!ehnten. Au< h die schriftliche Botschaft dej deutschen Philosophen Kar) Jaspers Basel', die auf dem Kongress verlesen wuide, ist abgedruckt Fort Huy Belgien, angekommen in Neuengamme zwei Tage danach (105 Namen); Auszüge aus den Sterbebüchern des Standesamtes über Todesfälle von Häftlingen in ¡Wittenberge (Neuengamme- ¡1942—44 (150 Namen»; 16 - Blatt Potokopien mit Angaben über die Identifizierung | von Leichen in der Neustädter Bucht und am Timmendorfer Strand (im Zusammenhang mit dem Untergang der „Cap Aroona-i; Abschriften je einer Toten- und Häftlingsliste, insgesamt 44 Namen (Februar bi« Mat 1945), aufgestellt von einem ehemaligen Häftlingsarzt des Konzentrationslagers Mauthausen — Dokumente die, so grauenvoll sie sind, aus vielen Gründen ihre besondere Bedeutung haben. Die Methode, wie Anträge auf Auskunft vom I.S D. behandelt werden, erklärt der neue Bericht des Internationalen Suchdienstes an zwei charakteristischen Beispielen: Für eine Staatsanwalt- ’ Schaft sollen die Anschriftei’.; von überlebenden Häftlingen ermittelt werden, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Konzentrationslager inhafiiert waren. Anhang einer Häftlingsliste w'ird in der Hauotkartei geprüft, für welche Häftlinge bereits Anfragen an den ISD gestellt wurden. Die entsprechenden Vorgänge werden herausgesucht und daraufhin geprüft, ob der Gesuchte heute noch lebt und ob der | Antrag Hinweise auf seine», j gegenwärtigen Wohnsitz gibt. : In der Regel kennt der ISD 1 aus eigenen Akten die heutigen Anschriften der seinerzeit Inhaftierten nicht. Es werden Fotokopien früherer Bescheide angefertigt, aus denen die zuständigen Wiedergutmachungsbehörden ersichtlich sind^; bei ihnen können die Staatsanwaltschaften dann selbst die gegenwärtige Anschrift der Gesuchten in Erfahrung bringen. Eine andere Staatsanwaltschaft benötigt Angaben über Häftlinge. die während einer bestimmten Zeit in einem Konzen tra toi »tslager gestorben sind. Liegt für diese Zeit eine Liste mit den Namen der Verstorbenen vor, so werden aufgrund der darin angeführten Namen die anderen Unterlagen für die Angaben über die Inhaftierung überprüft. Da die Staatsanwaltschaft nur die Ankunft in dem Lager und das Ableben interessiert, so werden nur wenige, meist nur zwei Unterlagen ausgewertet und ein Auszug aus diesen Dokumenten angefertigt. E. G. L. Einladung zur Mitarbeit Als Material ist diese Broschüre sehr nützlich Durch das Schlusswort Amerys erfolgt eine Stellungnahme zu n Problem als solchem, die im übrigen in der ZeHschrif* ..Kontakte“ »Heft IV 1966» abg-diuckt worden ist und einen eigenen Standpunkt vertritt. Tel Aviv. — Der Verband jiddischer Schriftsteller in Israel erhielt und akzeptierte eine Einladung, Material zu einer Sondernummer der Zeitschrift „Sowjetisch Heimland“ beizusteuern, die Israel und seinen in jiddischer Sprache schreibenden Autoren gewidmet sein soll. Die Aufforderung erging von Aaron Vergelis, dem Herausgeber der moskauer Publikation, der ähnliche Einladungen auch an israelische Schriftsteller richtete, dis arabisch oder hebräisch schreiben. Auch diese Organisationen haben ihre Mitar- 1 beit zugesagt. (ITA' Die BARMITZWA unseres Sohnes RONNIE findet s.G.w. am Schabath, den 4. März 1967. um 8 Uhr 30 in der Synagoge Bet Israel, Cramer 2070. statt. Amérys Standpunkt Publikation über den JWK Schabbat PEKUDE (Ex. 38—21) Schabbat SCHEKALIM (Ex. 30: 11—16) Haftara: II. Könige 11—17 12, 1—17 Rosch Chodesch-Benschen Sonntag, den 12. März Montag, den 13. März Dienstag, den 14. März Mittwoch, den 15. März 30. Adar I. 1. Adar II. 2. Adar II. 3. Adar II. Während wir bisher übet die H rausgabe von Broschüren sp.aehen. die hier in Buenos A res durch den JWK erfolgt, wollen wir auf eine, immerhin über 100 Seiten umfassende Publikation aufmerksam machen, die vom deutschen Verlag Kontakte über das Thema „Deutsche und Juden — Ein unlösbares Problem“ herausgegeben wurde. Die Broschüre umfasst im wesentlichen die Reden, die zu diesem Thema auf dem Jüdischen Weltkongress in Brüssel gehalten worden sind und über die auch ton uns bereits zu wiederholten Ma- Jean A.re.y beze'chnete die Reierate als Monologe, worin oifer.siohil ch e:ne Be- oder Entwti.uv.g zu erblicken ist. Jedenfalls sei diese De batte zu früh gekommen, eit. Standpunkt, der von uns bereits vor der Debatte vertreten wurde. Heute kann man nur mit Bedauern feststellen, dass diejenigen Recht behalten haben, die den Zeitpunkt dhser „Diskussion“, die keine war. für verfrüht gehalten haben. Robert Frank und Frau Edda geb. Loewensberg Wir laden alle unsere Freunde zu dem daran anschliessenden Kiddusch ein. Cramer 2250, 3° D. Für die uns zur Barmitzwa unseres Sohnes RAFAEL so zahlreich erwiesenen Freundschaftsbezeugungen und Aufmerksamkeiten danken wir auch auf diesem Wege allen sehr herzlich. ¿uiiiiiiiiiiiiiimmHiiimimmmmiimmiimmmmmmmmiiiimimiiimiHiimimiiimiiiMi; fl u 3 DE DiniiiiimumiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiimimiunmiHiü Amery schreibt: ..E« gibt nämlich k ine „deutsch-jüdisches“ Problem mehr, nur noch einen Konfliktstoff zwischen dem deutschen VoIk und seiner Jüngstgeschichte. Was zwischen 1933 und 1945 geschah, geht die Juden wohl an: aber kaum noch im Hinblick auf Deutschland und die Deutschen. Es sind die Deutschen, die... zu bereinigen haben: denn um Reinigung vom geschichtlichen Schmutz handelt es sich doch wohl. Sie fand nicht statt...“ Und dann führt Amery aus, dass diese Reinigung nur und ausschliesslich Sache der Deutschen sei, bei der ihnen die Juden nicht helfen kön nen. „Sie können nur warten, bis der Reinigungsprozess vollzogen ist. Erst dann wird ein Gespräch möglich sein.“ — Diese Auffassung kommt derjenigen nahe, die von der Oppositionellen auf dem Brüsseler Kongress geäussert wurde. Da im übrigen nicht damit gerechnet werden kann, dass diese „Reinigung“, wie Amery die „Bewältigung der nicht bewältigten Vergangenheit“ bezeichnet, jemals vorgenommen wird, dürfte auch ein solches Gespräch niemals möglich sein und niemals möglich werden. Wenn man berücksichtigt, da,ss in der einen Peter und Edith Wind Buenos Aires, im Februar 1967 (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ TEL AVIV POB 30*2 SOEBEN ERSCHIENEN: HUGO GOLD: Geschichte der Juden in Wien. Das Standardwerk der Jüdischen Geschichte Wiens. Hunderte Illustrationen. Grossoktavformat.US$ 20.— K. J- BALL-KADURI: Vor der Katastrophe. Das Leben der Juden in Deutschland (1934 bis 1939).US$ 5.— Dr. E. J. GOERLICH: RUTH, Geschichte eines Wiener jüdischen Mädchens.US$ 5.— Dr. NARRY ZOHN: Wiener Juden in der deutschen Literatur Halbleinen.US$ 3.50 HUGO GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina, I. Band .. ..US$ 20.— HUGO GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina, II. Band.•• .. US$ 20.— IN VORBEREITUNG HUGO GOLD: Geschichte der Juden in Oesterreich (Ein Gedenkbuchl» II. .. .. .. US$ 20.— HUGO GOLD: Gedenkbuch der untergegangenen Judengemeinden des Burgenlandes US$ 20.— GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. Erscheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen, Mähren und Schlesien. w-«»ief ft. (Kburt Eeindri Erlebt W UBiiu«1 ¡¡s¡i d# (** _ von linder Vo^1 jjonis*11* ragten unc seite»zU ten t<*°rd ft warder k' der le®1-' a rorzionisns on. 001 »her er *a ren «einer jte geweser geultem standen, di zuführen n nicht imm« Meisters, di usch errekl Er war ' Jungzionist; siechen Hei einer der junghebräii lern und rii st« geweser Geschichte sehen Ute» verfasst ha gens den I Sorbonne t der erst« einer Univ Stuhl für n Literatur (Fortsetzu v< oder andf naaismus man bei! fiihrung das The müssen. ei cab flfln ÔÉ7A Isr