Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2206 (24.2.1967)
- Date
- 1967-02-24
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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^tornes, 34 de Febrero do 1987 LA SEMANA ISRAELITA Afto *XVH1 — N* 2«» — 5 Der Letzte der Alten Garde ist nicht mehr.. . \ Aufdeckung eines Skandals .... __ , - ._ rr.....: riunm w<.runpwn rla.rftllf dass ..dl« Wenige Tage nach seinem 96. Geburtstag, den er in seinem letzten Heim, im Sanatorium Gedera, im Kreise seiner Freunde und Verehrer verlebt hat. wurde Professor Hali um Slousch, Rit t er der légion d'Honneur, gründendes Mitglied der Akademie der hebräischen Sprache, etc. etc. auf dem Friedhof der von rhm geliebten Bilu-Koloule Gedera zur ewigen Ruhe bestattet. Mit ihm ist wohl der letzte der alten Garde — jenes Geschlecht von Giganten des Geistes und Charakters _von uns gegangen, die aus der Vorzeit des politischen Zionismus zu uns herüberragten und schon bei Lebzeiten zu sagenhaften Gestalten geworden sind. Er war. sagten W'r, einer der lei wahrscheinlich der letzt, aus den Ta?en der vorzionistischen Chowcwe Zion, des Odessaer Comités — aber er war in vielen Sphären seiner Tätigkeit der erste gewesen und auf seinen Schultern sind andere gestanden, die sein Werk fortzufiihren hatten — und die nicht immer die Grösse ihres Meisters, des Professor Slousch erreichten. Er war einer der ersten Jungzionisten in seiner russischen Heimatstadt; er war einer der ersten unter den junghebräischen Schriftstellern und rühmte sich der erst« gewesen zu sein, der eine Geschichte der neunebräischen Literatur (1903 Paris) verfasst hatte, die ihm übrigens den Doktorgrad an der Sorbonne einbrachte. Er war der erste Gelehrte, der an einer Universität einen Lehrstuhl für moderne hebräische Literatur erhielt. Er war von Dr. WOLFGANG VON WEISL (Gedera) später, nach Ende des ersten Weltkrieges, einer der ersten jüdischen Archäologen, und zwar, gleich einer der erfolgreichsten: seine Ausspähungen in Tiberias förderten u.a eine siebenarmige Menora (bei Ausgrabungen einer Synagoge) zu Tage. Nahum Slousch war der erste zionistische Gelehrte, der die Juden Nordafrikas besuchte und erforscht«. Heute, wo mehr als ein Drittel der Juden des Staates Israel aus Nordafrika stamm*: klingt es fast unglaublich, dass vor einem halben Jahrhundert die zionistische Bewegung von den hunderttausenden Stammesgenossen, die von Marokko bis Aegypten siedelten, so gut wie keine Kenntnis hatte, auf alle Fä'le keine Notiz von ihnen nahm Slousch war der erste, der diese Massen für die Führer des europäischen Judentums wieder entdeckte. Gewisse ,,romantische“, oder besser gesagt, exotische Entdeckungen, die Slousch bei diesen Reisen aber das Leben jüdischer Gemeinden machte, verschafften ihm Ruhm und Glanz. Wir denken dabei an die von ihm in der jiddische Presse Amerikas zueist veröffentlichten Berichte über die sogenannten ,,jüdischen Troglodyten“, d. hi. Höhlen bewohner, die er 1908 besucht hatte. Wie fast alle Grossen der Chowewe Zion-Epoche, entstammte auch Slousch einer Rabbinerdynastie. Der junge Slousch wurde dementsprechend unterrichtet — aber zu seinem und unserem Glück lehrte ihn sein Vater schon von seinem dritten Iebens jahr an Hebräisch zu sprechen. Seine ersten hebräischen Einsendungen erschienen 1888. als Nahum Slousch gerade 15 Jahre alt war. Eine seiner Erstlingsarbeiten aus jenem Jahr, in dem er die Abstammung der russischen Juden von den Chazaren als Argument für die Berechtigung der Juden, volle Bürgerrechte in Russ’and zu geniessen, anführte — brach te ihm die Ehre ein dass die Nummer der Zeitung ..Esh kol“, in der diese Arbeit erschien, von der Zensur in Russland beschlagnahmt wur de. In die gleiche Zeit fällt der Beginn seiner zionistischen Arbeit als Propagandist und Organisator. Als 18-J.ihriger fuhr er bereits, im Aufträge eines Kreises von Jugendlichen, die er für die \nsiedlung in Palästina gewonnen hatte, ins Heilige Land, um die Chancen ihrer Kolonisation zu studieren. 1896 besuchte Slousch zum zweiten Male Palästina. 1898 'war er Delegierter am Zweiten Zionistenkongress, war auf der Landeskonferenz in Warschau, war Gründer dtr Zionistischen Landesorganisation der Schweiz und war Fiih rer eines Kreises von Studenten an der Sorbonne, wo er ab 1896 semitische Sprachen (Arabisch, Himariseh Assyrisch, etc.) studierte. Aber auch nachdem er schon Dozent an der Sorbonne geworden war, blieb er weiter dem jüdischen Werk innig verbunden. Politisch gehörte Slousch, wie nach seiner Vergangen¬ Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) oder anderen Form ein Neo nazismus wieder auf lebt, wird man bei konsequenter Durchführung der Pos'tion Amerys das Thema ad acta legen müssen. Auf einem ganz anderen Blatt Papier steht die Frage, wann endlich die Abrechnung erfolgt, bei der die Juden sehr wohl das entscheidende Wort sprechen müssten, aber bis heute nicht ergriffen haben. Ungelöste Probleme.. unbewälttgte Vergangenheit... bittere Gegenwart ... geringe Perspektiven für die Zukunft, wenn wir unsere Energien und unsere Zeit damit verlieren, Fragen zu debattieren auf die es in absehbarer Zeit keine zufriedenstellende Antwort geben wird. — Servicio Comunitario Das lateinamerikanische Büro des Jüdisch-Amei ikanischen Comités (American Jewish Committee) hat auch damit begonnen, Kultur-Material herauszugeben. Dre5 Hefte gingen uns zu: Die Bibel, besser gesagt, ein erklärender Ueberblick über den Inhalt der Bibel, — Der Talmud, eine kurze Erklärung und Erläuterung, — und Uebei blick über die jüdische Literatur. — Die stichwortartige kurze Erläuterung der dre' abge- C A TECA S. A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 j 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd — TEL AVIV — P.O.B. 4444 handelten Themen vermittelt einen ersten Einblick, und will auch nicht mehr als dies. Das Material ist sehr brauchbar, wenn natürlich auch diese Art kurzer Zusammenfassungen nichts weiter als eine erste Einführung, wenn auch an der Oberfläche bleibend, sein kann. Die versuchte Doppelgleisigktit der Arbeit, die sich jetzt auch auf das kulturelle Gebiet erstreckt, bleibt bedauerlich. Liess der Ruhm Turkows Herrn Monk nicht schlafen? Aus welchem Grunde werden sonst diese Hefte gerade zu dem Zeitpunkt publiziert zu dem d?r Jüdische Weltkongress h ermit begonnen hat? Eine sachliche Erklärung gibt es hierfür nicht Wie zweckmässig wäre es doch, wenn das American Jewish Committee seine Mittel dem Jüdischen Weltkongress zur Verfügung stellen wollte, wenigstens dort, wo der Kongress seit Jahrzehnten arbeitet, z. B. in Argentinien und den anderen lateinamerikanischen Ländern. Man würde erfolgreicher auf den Gebieten der Politik, der Erziehung und der Kultur arbeiten können. Ein Gebiet gäbe es für den Joint auch heute noch in Lar. teinamerika: die soziale Hil*. fe. Mit dieser Aufgabe ist man hier noch nicht, fertig geworden, da die erforderlichen Mittel fehlen, um die erschreckend grosse Armut, vor allem unter denen zu steuern, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg hierher gekommen sind und Opfer der NS-Verbrechen waren. Aber dass die Not unter den Juden hier geradezu deprimierend gross ist, davon will niemand etwas wissen, obwohl doch die Linderung des Elends nicht nur eine primäre Verpflichtung der Gemeinschaft ist, sondern eine Aufgabe, der sich die Juden zu allen Zeiten mit der grössten Bereitschaft unterzogen haben. heit und seinem Bhdungsgang eigentlich zu erwarten war, zu den Anhängern de« grosszionistischen Gedankens Herzls und Nordaus. Er war ein Gegner Achad Haams und sprach noch in den letzten Tagen seines Lebens mit Missmut von diesem Mann, der — wie er sich ausdrückte — ,,einen unheilvollen Einfluss auf eine ganze Generation zionistischer Politiker gehabt hat“. Aber vielleicht gerade deshalb blieb Slousch während der langet Jahre seines Aufenthaltes in Palästina, wo er sogleich nach Ende des ersten Weltkrieges seine bleibende Residenz auf schlug (1919), den innenpolitischen Auseinandersetzungen innerhalb des zionistischen Lagers fern .Er widmete sich seither nur den dre grossen Aufgaben seines Lebens: der Erforschung der jüdischen Vergangenheit und der Archäologie Palästinas — dem hebräischen Schrifttum und der Vermittlung der französischen modernen Literatur dem hebräischen Leserkreis: Maupassant, Flaubert Zola, wurden von ihm meisterhaft übersetzt. Leber zolas Leben schrieb er ausserdem eine von Begeisterung für den Vorkämpfer der Wahrheit im Dreyfus-Prozess getragene Monographie. Aber all dies genügt noch nicht um die Verdienste diese« Mannes um die iiidische Renaissance zu würdigen. Das Bild wäre unvollständig, wollte man nicht seiner Reisen nach Spanien und Portugal gedenken, die er im Auftrag des jiddischen „Morgenjournal“ (New York) anno 1926 unternahm, um die Lage der Marranen — ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart und insbesondere die Frage, inwieweit sie noch jüdisches Bewusstsein behalten haben — zu erforschen. Seine Arbeiten darüber, die im Verlag ,,Dwir“ in hebräischer eprache erschienen sind, haben bis heute ihren Wert nicht verloren. Die letzten Jahre seines Le bens waren nicht sehr glücklich. Eitrug schwer unter seinem Alter; er wollte noch weiter arbeiten, seine Artikel sichten, ordnen, seinen Briefwechsel mit fast allen grossen Männern des jüdischen Lebens herausgeben — aber er war dazu nicht mehr imstande. Anlässlich seines 95. Geburtstages, in den Chanukatagen des letzten Jahres, war er Gegenstand grosser Ehrungen. Der Schrifistellerverband Israels kündigte ihm Washington. — Zwei demokiatische Deputierte f:ii New York. William Fitzryan und Benjamin Rosentnal, protestierten gegen die Unterstützung, welche die CIA <USA- Büro für Spionageabwehr) einer antiisraelischen Orga nisation leistet. Sie stützten ihre Anklage auf glaubwürdige Informationen, dass dieses Büro einen proarabischen und an ti israelischen Verband finanziert, welcher sich „Amerikanische Freunde des Mittelostens“ nennt. Beide Deputierten verlangten eine präsidentielle Untersuchung mit folgender Begründung: „Die CIA untergräbt die Regierungspolitik der Freundschaft mit Israel, in dem sie dem genannten Verband geheime Fonds zur Verfügung stellt.“ Ferner enthiii’ten sie, dass dieser Verband eine „Organisation arabisener Studenten“ gegründet hat, die unter seiner Leitung antiisraelische und zeitweise sogar antijüdische Propaganda an über 100 amenkaniscl en Universitäten verbreitet, an denen arabische Studenten immatrikutiert sind. I>e indirekt von der CIA finanzierte Agitation dieser Studenten wird von der Arabischen Liga in Kairo durch Uebermittlung entsprechender Direktiven gefördert. Nach Ansicht dieser Deputierten habe sich die CIA anscheinend eingeschaltet, um die jungen Araber vom Kommunismus fernzuhalten. Fitzryan und RoserVhal an, dass eine Gesamtausgabe seiner Schriften vorbereitet werde; die Witwe des Staatspräsidenten Ben Zwi stellte sich an die Spitze dieser Aktion, die von seinem alten Freund Harzfeld unterstützt wurde — es war dies der letzte Sonnenschein, der sein Alter verklärte. Wenige Wochen später erlosch diese Leuchte in Zion. verwiesen darauf, dass „die geheime Aktivität dei CIA rrit den Grundprinzipien de« Regierung unvereinbar ist. denn wir können uns nicht den Luxus leisten, dass eine Regierungsstelle gegen die wahren Interessen des Volke« handelt.“ Sie ersuchten die Regierung, der .Einmischung? der CIA unverzüglich ein Ende zu setzen, und foiderten die Ernennung einer Kommission, welche die Tätigkeit dieses Büros überwachen sott. Der „Amerikanische Freunde des Mittelostens“ betitelte Verband schrieb sich öffentlich das Verdienst zu, die arabischen Studenten zu organisieren. Bei verschiedenen! Gelegenheiten legte er dem Kongress Anträge vor antiisraelische Standpunkte zu beziehen. Br widersetzte sich auch gewissen Massnahmen, die bezweckten, das Los dev russischen Juden zu erleichtern. Der grösste Teil der erhaltenen Gelder wurde von dem Verband dazu verwandt arabische Studenten nach den USA zu bringen, wo d'ese sich vorwiegend antiisrae* lischer Propaganda widmeten. Anstatt gegen die Kommunistischen zu kämpfen, drohten sie vielmehr, dass der Mittelosten kommunistisch werden würde wenn die USA nicht Israel fallen lassen würden. (ITA) Israaltsobe Techniker Jerusalem. — Israel hat der italienischen Regierung kürzlich eine Anlage verkauft, welche in Bari Aufstellung finden und die Dürregebiete in Süditalien mit Wasser beliefern wird. Die Maschinen sollen in den ersten Monaten von israelischen Technikern betrieben werden. Die Anlage kann 400 Tonnen Süsswasser täglich erzeugen. Eine ähnliche Installation wird gegenwärtig in Etat benutzt. (ITA) HEINZ und MARIO ARNSDORF Maler- und Tischlerarbeiten QUINTANA 1334 — FLORIDA — T.E. 797-4305 MALERARBEITEN JUAN JULIUSBURG 73-1148 BLANCO ENSALADA ¡S4C ESTUDIO económicas contadores públicas nationale* consol totes de'mmpresmS PASTEUR?54 * J9 y 5« pisos nt ««-nt«, 1373 * fUtNOS AÎRI5 1 ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES ANONIMAS Fiambres Finos - “FRIG UINCIA ’’ MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA 184137477019153993321170881901