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Jüdische Wochenschau · 1967-02-24 · 2206 (24.2.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2206 (24.2.1967)
Date
1967-02-24
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Vim»*«, 24 *< Fehrw àt I?*¡7 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aáel&vin. — Ñ* mm Als der Reichstag brannte (Schluss von Sei** 1) l*j\ die oae AltentAi in Jerusalem verübten, haben niemals ihr Vorgehen abgestritten oder die Schuld auf andere. auf einen armen holländischen Landstreicher oder sonst wen abgewülzt... Die Wellen der Auseinandfisetvungen über die Täterschaft beim Reichstagsbrand schlugen vor einigen Jahren hoher, als die deutsche Zeitschrift .Der Spiegel“ einer. Aulsatz des Zeithistorikers Fritz Tobias veröffentlichte dessen Buch ,.Der Reichstagsbrand — Legende und Wirklichkeit“ den Beweis dafür erbringen sollt*, dass es nicht die Nazis gewesen seien, die den Brand gelegt ha heu. es kam zu scharfen Auseinandersetzungen. unter anderem auch in der Zeitschrift „Der Monat“, da man Tobias eine einseitige Interpretation und das Uebergehen wichtiger Tatsachen vorwarf. Heute ist man allgemein der Auffassung. dass auch Tobias keine ausreichenden Materialien vorzulegen imstande •war, um die Frage nach den Tätern eindeutig zu klären Hierauf weist vor allem Friedrich Glum in seinem sachlich und überzeugend geschriebene« Buch .Der Nationalsozialismus. Werden und Vergehen;; hin. das aus Vorlesungen an der Münchener Universität ensta-nden ist. Die These der nazistischen Täterschaft wird durch zwei Berichte gestützt, die von qualifizierten Zeugen gegeben worden sind. Beide, der ehemalige Danziger Senatspräsident Rauschnir.g und der ehemalige Generalstabschef Haider stimmen darin überein, dass Göring sich in ihrer Gegenwart selbst gerühmt habe, den Reichstag angezündet zu haben Göring selbst hat diese Aeusserungen im Nürnberger Prozess bestritten. Die Entscheidung darüber, wem man in diesem Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezkiigeschaeft CORRIENTES 56» T. 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Sie tasteten die Möglichkeit ab, in welchem Rahmen und in welchem Tempo sie ihre Macht festigen könnten. Rn übrigen muss man die Darstellung von Diels als irreführend — ob gewoll' oder nicht, kann dahinge stellt bleiben, weil dies uninteressant ist. — bezeichnen. Die Hinweise auf die Aktionen, die von den Nazis ganz offen durchgeführt, wurden und deren sie sich rühmten, sind abwegig. Denn keine dieser Schandtaten erfolgte vor dem Reichstagsbrand. Bei der Boykott-Aktion ist das eindeutig klar, denn diese wurde am 1, April angeordnet, also rund fünf Wochen nach dem Reichtstagbrand Diels bezieht sich auch auf die Bücherverbrennung ..sie verbrannten ja auch Bücher und Bilder vor dem ganzen Volk1' vergass aber hinzuzfügen, dass dieses erschütternde Kulturereignis am 10. Ma 1933 vor sich ging, also run i 10 Wochen nach dem Reichs tagsbrand. Der Fall dürft« typisch dafür sein, wie Exnazis Geschichte schreiben.. Ende Febouar 1933 wagten es die Nazis durchausnicht, die Brandstiftung offen einzugestehen. Sie brauchten diese Terror-Tat, die sie der, Kommunisten zuschoben, uni gegen die Linke vorzugehen, die aus welchen Gründen auch immer, im Effekt richtig, nichts unternommen hatte, um der Regierung keiner; Anlass zum Einschre-ten zu liefern, ln der Tatsache, dass alle Notverordnungen und Anweisungen an die Polizei bereits fertig Vorlagen, muss nur eine Bestätigung mehr Dir Friseur ERICN JACOBSOHN VERREIST BARILOCHE Cotonía Suiza JUDITH SCHENK OLE WSKI KULTUSSTICKE REIEN Schabbosdecker - Talltebeute) Käppchen Mat tot-Tasehen - Handone Maschkaensöckerel von Bett- und Tischwäsche Dt. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. 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Obwohl die Nazis skrupellos alle Register in ihrer Wahlpropaganda zogen, Radio und sonstige öffentliche Mittel ausschliesslich liir sich verwandten, die Kommun:. sten verfolgten, die SPD und die anderen Par teien an der Entfaltung ihrer Möglichkeiten hinderten, erhielten sie bei den Wahlen am 5. März 1933 bei einer Wahlbeteiligung von 89 Prozent doch nicht die ersehnten 50 Prozent, sondern nur oder im merhin 43.9 Prozent der Stimmen, die ihnen 44.5 Prozent der Mandate im Reichstag einbrachten. Die Mehrheit hatten sie trotz allem nicht errungen. Sie erhielten, obwohl am der Macht, nur 6 Prozent mehr als bei den Wahlen vom Juli 1932... Im merhin wurde die Mehrheit durch die Deutschnationalen gesichert, die mit ihren 52 Mandaten die Mehrheit dei NSDAP '288 plus 52) bei insgesamt 647 Sitzen sicherten. Das Verhältnis war: 340 Mandate für die Regierung, 327 dagegen oder... unsicher Da« Wahlergebnis war eine schwere Enttäuschung für die Hitler-Regierung. Diese hatte aber inzwi sehen gelernt, dass man je des Märchen auftischen konnte, ohne Gefahr zu laufen, vor der Weltöffentlichkeit oder gar von dieser angeprangert zu werden. Hierfür hatte die Inszer ierung des Reichstagsbrandes den sicheren Beweis geliefert. Jetzt konnten die einzelnen Programmpunkte abgewickelt werden, denn man wusste, dass niemand für den Gedanken des Rechtes seine eigene Sicherheit riskieren würde. Diese Spekulation sollte sich in den folgenden Jahren als richtig erweisen bis zur Zerstückelung der CSR. der di« Alliierten zustimmten, wei] sie ihre eigene Sicherheit damit zu erkaufen hofften. Nach diesem „Wahlerfolg'“ konnten alle Massnahmen ergriffen werden, von der Entrechtung der Juden bis zur Beseitigung aller Parteien, von der Versklavung der klei nen Völker bis zur französischen Niederlage. Am 6. Märe 1933 verlor Hit- JAC06 LAPIDUS Atpf. Möbel NEUE ADRESSE VI AMONTE 2037 4* B 46-1716 und 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Super! 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Klage ¿egen englischen Klub London. — Der Moor Golf Club in Hertfordshire wird beschuldigt, keine jüdischen Mitglieder aufzunehmen. Eine Gruppe von Londoner« beabsichtigt, den Klub gerichtlich zu zwingen, in 6eine Statuten die Klausel aufzunehmen, dass keine rassische Diskriminierung geübt werden darf. Zu denen, die sich gegen die von diesem Klub angewandte Taktik wenden, gehören Mitglieder der Britischen Gesellschaft gegen Diskriminierung. Der Protest zählt mit der Unterstützung des Deputierten Sir Barnett Jänner. Der Präsident des Klubs stellt« in Abrede, dass seine Institution diskriminatorisch vorgeht und behauptete, dass Juden Mitglieder des Klubs seien. (ITA) Widerstand gegen NDP München. — Münchner Studenten haben die seinerzeit gegen die NSDAP gerichtete Widerstandsgruppe ,Wei- 6se Rose* zur Bekämpfung der NDP neu ins Leben gerufen. In einem Manifest heisst es, die jüngsten Wahlen in Hessen und Bayern haben gezeigt, dass viele Menschen „alles vergessen und nichts dazugelernt haben.“ L Weck« dmr russischen Juden Jerusalem. — Eine Woche des sowjetischen Judentums wurde an allen israelischen Grundschulen veranstaltet Es fanden Vorträge über die kulturellen und religiösen Probleme der jüdischen Be völkerung in Russland statt, und in allen Klassen wurde auf diese Themen bezügliches Material an die Schüler vorteilt. (ITA) „Reichsbanner Schwarz Rot-Gold“ Bonn. — Auf Initiative des Referenten für KulturpoUUkim Parteivorstand der SDP, August Kerger, ist das im Jahre 1924 von den Sozialdemokraten geschaffene, 1933 von den Nationalsozialisten verbotene „Reichsbanner Schwarz- Rot-Gold“ neu gegründet LA SEMANA ISRAELITA ler die Wahlen, denn er erhielt nicht die erwarteten 50" Prozent. Aber am 14. Juli 1933 erliess er bereits ein Gesetz, dessen Paragraph 1 schlicht lautete. „In Deutschland besteht als einzige politische Partei die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“. Der zweite und letzte Paragraph enthielt nur noch Strafbedingungen für Versuche, irgendeine Partei zusammenzuhalten oder eine andere Partei zu gründen. Damit endete auch offiziell die deutsche Diemokratie. Irgendeinen Widerstand gab es von keiner Seite. Der grosse Test für das Wagnis der Beseitigung von Recht und Freiheit war der Reichstagsbrand. Als die Nazis sahen, was sie machen konnten und durften, ohne dass das deutsche Volk, ohne dass die Welt protestierte, gingen sie Schritt für Schritt weiter. Die Diskussion über die Urheberschaft des Reichstagsbrandes wird nicht über die Erkenntnisse und das Wissen des Anfangs hinausgehen. Denn schon damals, in jenen trüben Februar- und Märztagen des Jahre« 1933 pfiffen es die Spatzen von den Dächern Berlins, dass die Nazis den Reichstag angesteckt haben. Daran zweifelte niemand damals in Berlin, auch die Nazis nicht. ISIDORO SCHREIBER bietet Ihnen sein owderim Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlichkeiten an. T. E.: 86-5036 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-821* RAYOS X PARADENTOSE TELiEF. VORANMELDUNG Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 19 izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. worden. Das „Reichsbanner“ soll weder Kampfnoch Traditionsverband sein, sondern das Vordringen rechtsradikaler Kräfte in der Bundesrepublik verhindern helfen. BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58 4052 Dra. Juana Nevler de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALABERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — OBESIDAD ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Piso 3? Dto. H. T. 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