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Jüdische Wochenschau · 1967-02-17 · 2205 (17.2.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2205 (17.2.1967)
Date
1967-02-17
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 17 de Febrero de 1907 J » DI 8 CII WOCHENSCHAU Ate XXVIII. — N* 2ÄSb Das Abendland geht unter (Schluss von Seite l) heren Zeitabschnitten äusserst begrenzt gewesen ist, was umgekehrt in noch stärkerem Masse der Fall war. Die Kulturen des Westens und des Ostens sind bis heute nicht aufeinandergeprallt, dagegen jedoch die politischen Interessen und die Herrschaftssysteme, in denen sich diese Machtan6priiche präsentieren. Ueberall dort, wo Kulturen aufeinander „prallen“. wo die eine .siegt“, die untere unterliegt, handelt, es sich nicht um kulturelle sondern um machtpolitische Auseinandersetzungen, in denen meist nicht die lebenskräftige Kultur, sondern deren kraftvoller, machtstrotzender, zahlenmäseig überlegener Träger triumphiert. Eine Religion wird dadurch nicht wahrer dass sie von der Majorität vertreten wird, eine Kultur dadurch nicht höher dass sie von einer grössere« Masse Mensch gepflegt wird. Dann wären die sicher lieh bewundernswerten Kul turen Chinas oder Indiens ohnehin der westlichen über legen. Kulturen kann man nicht in Zahlen und in den Denkkategorien politischer Machtkämpfe messen. Wenn da*. Abendlano untergeht, wenn die westliche Kultur von anderen abgelöst wird dann nicht durch Verdrängung sondern durch eigene Schuld. Wie der Mahnruf der Propheten Hosea und Joel zur Umkehr mit der Feststellung verbunden ist, „denn du bist gefaben durch deine Schuld“ so sollten sich die abendländischen, westlichen Völker darauf besinnen, aus welchen Gründen sie ins Chaos gestürzt sind. Waren sie es doch -selbst, die alle Fundamente eines kulturellen Lebens (durch eigene Schuld) zerstört haben. - Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 219C 1? «q. nachm 16—19 Ubr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezia'geschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PR0P1EDADES FRANKENBERG SRI* | oerät Sie Kostenlos und anvert>ndncta oeim Kaul ode? Verkauf von geschaeften WOHNUNGEN BAEUSERN VtRRKY OE1 PINO ¿2S2 T. E. 73-7887 III. Neuer Rückfall? Dass der frühere deutsche Bundeskanzler Ludwig Erhard sich geirrt hat als er 1965 verkündete: „Alle Extremitäten der Politik haben keine Chance, in Deutschland festen Fuss zu fassen“, dürfte heute feststehen. Auch wenn die NPD .nur 25.000 Mitglieder hat, ist an dem Erstarken des Rechtsradikalismus in der Bundesrepublik nicht zu zweifeln. Sicherlich ist es schwierig, zu einer exakten Urteilsbildung über den Einfluss und dip Perspektiven dieser Partei oder einer anderen, die auf ihren Voraussetzungen aufbaut, im heutigen Deutschland zu gelangen. Man muss sich ebenso davor hüten, die Tatsachen zu übertreiben wie sie zu untershätzen. Nach den Wahlen in Bayern sind viele Untersuchungen über den Ruck nach rechts angestellt worden. ES wurden Tatsachen bekannt, die allein schon für sich sprechen und zeigen, wie stark das Element der nazistischen Veteranen in der neuen Partei ist, die sich dagegen wehri, als neonazistisch oder als Nachfolgerin der NSDAP bezeichnet zu werden. Die Zusammensetzung der Wählerschaft deutet darauf hin, dass die 45—59-Jährigen am stärksten vertreten sind, also diejenigen die als junge Männer in den Reihen der NSDAP gestanden haben Auch die Ausgangspunkte der Rechtsradikalen haben sich gegenüber 1918 nicht stark geändert: ihr Hass wendet sieh in gleicher Weise gegei die Siegermächte wie gegen die ihnen aufgezwungene Demokratie. Ueberhaupt spielt der Has6 eine starke Rolle, der Hass, der zu den destruktiven Lei denschaften innerhalb der menschlichen Gemeinschaft zu zählen ist. Man wird an die Worte erinnert, die Ernst Moritz Arndt 1813 niederschrieb: „Ich will den Hass gegen die Franzosen nicht bloss für diesen Krieg, ich will ihn für lange Zeit, ich will ihn für immer... Dieser Hass glühe als die Religion des deutschen Volkes als ein heiliger Wahn in allen Herzen und erhalte uns immer in unserer Treue. Redlichkeit und Tapferkeit.“ Die Geschichte brachte es mit sich, dass etwa 150 Jahre naeh diesem erschütternden Hassausbruch gegen die Franzosen die beiden Natio Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN VERREIST BARILOCHE Colonia Suiza nen freundschaftlich koope- Irierten, jedenfalls in den letzten 15 Ws 20 Jahren. An die Stelle der Franzosen wur- , de von den Deutschen als neues Hassobjekt das jüdische Volk gewählt, dessen Vernichtung zum nationalen Programmpunkt von einer übermächtigen Regierung erklärt. worden ist. Nach kurzen Jahren der Reue, Scham, eines bedingten Schuldbekenntnisses, des Bedauerns, des Versuches einer Wiedergutmachung, der Verurteilung von Schandtaten und der Distanzierung von einer blutigen Vergangenheit begegnen wir bereits seit längerer Zeit, jetzt aber einem massiven Versuch, das Geschehene zu leugnen und aus der „Nachgiebigkeit“ der ersten Nachkriegsregierungen politisches Kapital für den Rechtsradikalismus zu ziehen. Das ist die Situation heute. Hier einige Zitate zum Beweis: „Verbrecheji im nationalsozialistischen Deutschland hat es nie gegeben. Diese Verleumdungen sind nur eine Propaganda des internationalen Judentums und der Judenpresse“. Dies sind Worte eines Herrn Josef Truxa. NPD - Kreisvorßitzender in München, gesprochen am 18 Juni 1965 in einem Münchner Brauhaus, zitiert nach einer deutschen (katholischen) Zeitschrift. „Der Krieg wurde durch den inneren Feind und das internationale Judentum verloren“, rief Rechtsanwalt Pe ter Stöckicht aus Stuttgart bei einer NDP-Kundgebung am 16. Juli 1965 im „Hackerkeller“ in München aus. Der gleiche Rechtshüter Stökkicht sagte: „Wir haben die KZ nicht erfunden und verbitten es uns, dafür bestraft zu wer den. Man darf die erzieherische Wirkung der KZ nicht vergessen, die aus vielen, Rotfrontkämpfern und Marxisten anständige Deutsche gemacht haben_ Die grösste Menschenjagd auf deutschem Boden war die Verfolgung der NS-Verbrechen“. — Ob dieser merkwürdige Rechtsanwalt aus der An waltsehaft wegen Verhöh nung der Opfer der NS Verfolgungen ausgeschlossen wurde, ist nicht bekannt. Je denfalls konnte die Parte, weiter arbeiten und aufgrund dieser und ähnlicher Wahlpropaganda aus der Bedeutungslosigkeit zu einer politischen Grösse emporsteigen. Ob die Partei mit diesen Parolen, Behauptungen und Programmen als nazistisch, neonazistisch oder sonstwie zu bezeichnen ist, bleibt dem Kriterium jedes einzelnen Bürgers überlassen, der aufhorchen sollte, dass derartige harte Brocken dem deutschen Wähler wieder einmal vorgesetzt werden konnten. Seit alten Zeiten treten die Antisemiten auf der stelle. JUDITH SCHENKOLEWSKl KÜLTUSSTICKEREIEN Scöa bbosdecker TaDieoeutel KäpDCheo Mai zot-Taschen Handone MaschmenstJckere) vor ßett- und Tischwäsche Dr. P. L RTVERA 258i (fr Bebedero) T. E /3-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq- CONDE 76-0286 73-1049 75 Jahre vor den Rednern der NPD witzelte der Jesui tenprediger P. Abel in seinen Wahlversammlung für Führer Lueger; Die Presse führt das Publikum Gemütlich an der Nas’ herum. Die Loge führt hinwiederum Die Presse und das Publikum. Und Presse, Loge, Publikum Wird ‘rumgeiührt vom Judentum. — ‘ IV. Die gelbe Gefahr So nahe uns als Juden die merkwürdig - betrüblichen Rückfälle deutscher Wähler in die Zeiten des Unrechts Staates und der Unmenschlichkeit berühren mögen, diese Strömungen liegen am Rande des Weltgeschehens, das in den letzten Wochen und Monaten in ein neues Stadium getreten ist. Der Besuch, den der Präsiden*“ der Sowjetunion beim Papst erstattet hat, ist ein untrügliches Zeichen einer Wandlung, die sich seit längerem angebahnt hat, jetzt allmählich jedoch einer Entscheidung zueilt. Wünscht der Welt-Kommunismus, wollen die Sowjet-Machthaber ernsthaft eine Annäherung an die westliche Welt, um sich gegen die immer stärker sie bedrängenden Chinesen Rükkendeckung zu erhalten? Suchen sie nierbei den Umweg über die Kirche, weil ihnen der direkte Weg zu den Amerikanern durch den Vietnam- Krieg versperrt ist? Die Differenzen zwischen den Chinesen und den Russen bestehen seit Jahren. Man hat sie lange Zeit als Meinungsverschiedenheiten ideologischen Charakters, als abweichende Interpretationen des Marxismus-Leninismus hingestellt. Dass es sich um Machtkämpfe schwerster Art handelt, wusste die Welt. Heute zweifelt niemand an den wahren Gründen dieser Auseinandersetzungen. Die Russen suchen einen Weg der Koexistenz mit dem Westen. Ohne es auszusprechen, wollen sie heute die von Krutschew einst reklamierte Koexistenz zur Basis ihrer Beziehungen mit Europa und Amerika machen. Diese Koexistenz bedeutet weder Ausgleich noch Frieden. Denn der Kommunismus kann .ohne seinen wirklichen Charakter zu verlieren, zu keinem Ausgleich und zu keinem Frieden mit der nicht- oder antikommunistischen Welt gelangen. Einen modus vivendi dagegen muss er suchen und finden, wenn er sei - ne Position wahren und gegen einen möglichen Angriff der Chinesen absichern will Inzwischen hat sich aber auch die Lage Chinas geän- JAC0B LAPIDUS tfipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4? B 46-1716 und 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 dert, das offensichtlich von inneren Kämpfen erschüttert wird. Wie diese Auseinandersetzungen schliesslich abgeschlossen werden, ob sie überhaupt zu einer Klärung führen, ob Entscheidungen fallen oder nicht, lässt sich nur schwer Voraussagen. Die wenigen Informationen, die in die westliche Welt gelangen, lassen ein klares Urteil noch nicht zu. Immerhin steht fest, dass es einen Monoliten „Ostblock“ nicht mehr gibt, und dass die Aussichten auf seine Wiederherstellung ausserordentlich geringe sind. Diese neue Situation bringt für den Westen nicht nur Vorteile. Dass auch der Westen kein einheitliches Gebilde ist, wie sen wir. Die Differenzierung erschwert politische Klarheit. Sie erleichtert jedem geschickten Spieler auf der Bühne der internationalen Politik, verschiedene Wege LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amolde W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 19 izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. ISID0R0 SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Sfimmungsorebester zu allen Ihren Festlichkeiten an. T. E.: 86-5036 Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 74-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58 4052 einzuschlagen und nach allen Seiten hin zu paktieren. Den Vorteil aus solchen Komplikationen werden die Radikalen, in diesem Fall die Chinesen ziehen können. Was der Morgen uns bringt, vermag unter solchen Bedingungen niemand zu sagen. Dra. 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