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Jüdische Wochenschau · 1967-02-03 · 2204 (3.2.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2204 (3.2.1967)
Date
1967-02-03
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 JÜDISCHE WOCHENSCHAU A»« XXVIII. _ Nt 2204 ■— Vier»«*, 3 de Feferw« de 1967 Neue Dolchstoss-Legende (Schluss von Seite 1) den Amerikanern geförderten Prosperität halten an. Bk gibt mehr Autos, mehr Reisen, mehr Luxus, mehr Lebensfreuden. Die Wirtschaftskrise ist Gegenstand von Diskussionen. vielleicht ein politisches Druckmittel zur Herabsetzung oder zur Minderung unliebsamer Ausgaben, die auf diesem Umwege legitimierwerden sollen, um ihren po litischen Charakter zu verschleiern und den Eindruck zu vermeiden, dass man einer, nach rechts tendierenden Stimmung nachgeben muss. So betrachtet, ist die behauptete Wirtschaftskrise ein Weggenosse auf dem Marsch ins alte nationalistische Lager. Selbstverständlich sind gewisse Wechselwirkungen nicht zu leugnen, denn aut dem Boden wirtschaftlicher Schwierigkeiten gedeihen radikale Tendenzen immer leichter als in geordneten, normalisierten Verhältnissen. Man ist heute wieder saturiert. genug, um sich den Lu xus nationaler Gefühle und Forderungen auf Kosten Dritter zu erlauben. Zu den Themen, die in diesem Zusammenhang immer wieder aufgetischt werden, gehör1 der Widerstand gegen Hitler, den gewisse chauvinistische Kreise heute nicht nur ganc offen angreifen können, sondern ungestraft als Verrat bezeichnen dürfen. Die Debatte hierüber läuft auch schon seit Jahren, wenn auch anfangs nur zaghafte Stimmen laut wurden, die das Andenken der Widerstandskämpfer zu schmähen sich bemühten. Wenn wir uns mit diesem Thema beschäftigen so nicht aus dem Grund, hier zu einer bestimmten Frage Stellung nehmen zu wollen, die in einem gewissen Sinn vielleicht nur eine interne deutsche Frage ißt die uns nicht berührt. Das Dr. FREY abogado PUEYRREDON 2190 1® izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialqeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PROPiEDADES FRANKENBERG S. R. L. 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Angriffe gegen den Widerstand wurden in letzter Zeit auch in der sogenannten demokratischen deutschen Pres se lanziert. wobei der Landesverband Hamburg der „Vereinigten Arbeitersremeinschaft der Nazi verfolgten“ auf eine Artikelserie in dei Zeitung „Die Welt“ auf merk sam macht, die vom bekannten Springer-Verlag herausgegeben wird Der Chef dieses Verlages weilte wie seinerzeit mitgeteilt worden ist, in Israel, wo er eine grosszügige Spende gemacht hat Ob er damit die Veröffentlichung solcher Artikel ,wiedergutmachen“ wollte oder nicht, entzieht sich unserer Kenntnis, denn eine solche Publikation wie die hier zitierte, verursacht mitunter grösseren Schaden, als durch Geld ersetzt werden kann. Es handelt sich nach der genannten Arbeitsgemein - Schaft um eine Artikelserie „Deutsche Spionage Moskau 1939 bis 1945“, die von einem Winfried Martini geschrieben wurde. Ueber diesen Autor werden auch Mitteilung ei. gemacht, die interessieren dürften: „Martini stand in jenen Jahren auf der anderen Seite der Barrikade. Nacr. unvollständigen Einlassungen war er seit 1940 als Leiter des politischen Ressorts in der Informationsabteilung des Auswärtigen Amtes für die Hitler-Regierung tätig und hatte den Spezialauftrag, in die ausländische Presse Pro pagandaartikel zu lanzieren. die auf subtile Weise das Dritte Reich zu glorifizieren hatten. Nach dem Ueberfall auf die Sowjetunion wurde er zeitweilig als „Korrespondent“ nach Schweden geschickt, jedoch über seine dortigen Aufträge und Kontakte hüllt er sich wohlweislich in Schweigen. „Seine persönlichen Motive, die Todesurteile der Preis ler-Justiz gegen... unter ausschliesslicher Verwendung von Gestapo- und anderer NS-Materialien noch einmal „zeitgeschichtlich“ zu „begründen, sind daher nur allzu durchsichtig. Wenn er seine eigene Rolle im Hitlerstaat rechtfertigen will, muss er zwangsläufig seine damaligen politischen Gegner diskredi- Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN VERREIST BARILOCHE Colonia Suiza JUDITH SCHENKOLEWSKI KTJLTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker railiebeutel Käppchen Maz zot-Taschen Handano Maschkiensückere) von Bett- und ftschwäsctve Dr. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 13-9155 Confitería NIZA Servicios fie lunch de categoría SALON DE FfESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 [ tieren. iiiu«, für ihn der Widerstand von vornherein Landesverrat gewesen sein“... Sehen wir einmal vom Gegenstand dieser Auseinander setzung der Arbeitsgemeinschaft der Naz'verfolgten mit Martini ab und lassen die Frage des Widerstandes ei nen Augenblick noch unerörtert. Die groteske oder tragische. die komische oder verzweifelte Lage, in welcher sich die Deutschen nach dev Hitler-Epoche befinden, wird aus dieser Kontroverse ersichtlich. Wenn die Darstellung der Vergangenheit des Journalisten Martini richtig ist, die vom Verfolgtenverband gegeben wird dann bleibt doch nur die Feststellung übrig, dass sich hier der Bock Martini selbst zum Gärtner Martini macht. Er selbst, der alte, bewährte Nazi verurteilt heute seine früheren Gegner, die er. wenn er ihrer habhaft geworden wäre, als treuer Diener seines Herrn der Freister-Justiz ans Messer geliefert hätte. Aus dem Schreiber im Dienste der NS-Grössen wurde inzwischen ein Schreiber des demokratischen Zeitungskönigs im Nachkriegsdeutschland. Aber der Inhalt seiner Ergüsse blieb offensichtlich der gleiche; Kampf gegen diejenigen, die unter Einsatz ihres Lebens nicht nur die Befreiung Europas vom Nazijoch erzwingen wollten, sondern die gleichzeitig ihren Beitrag zur Wiederherstellung der menschlichen Würde zu leisten bereit waren. Wir wollen nicht in die Debatte eintreten, ob es in Deutschland von vereinzelter Ausnahmen abgesehen überhaupt einen ernst zu nehmenden Widerstand gegeben hat. Als wir dies einmal vor Jahren behaupteten wurde von deutscher Seite 'hiergegen protestiert Heute überhört man diese Zweifel, weil „man“ nicht gern an dieser Widerstand erinnert wird, der nicht populär ist. Wenn deutsche Schriftsteller oder Militärwissenschaftler, Politiker oder technische Experten den Angriff Hitlers gegen die Sowjetunion rechtfertigen sollten, dann ist dies deren Sache. Eine solche Verteidigung des Ueberfalls auf die Sowjetunion ist nuv selten von deutscher Seite vorgenommen worden, und dies mit gutem Grund. Der Versuch, geschichtliche Tatsachen auf den Kopf zu steilen, ist so alt wie Politik und Weltgeschichte. Heute aber von den Russen behaupten zu wollen, sie seien die Angreifer gewesen, geht weit über das zulässige Mass einer Auto- Verteidigung hinaus. Wenn solche Formulierungen be reits in demokratischer Zeitungen erscheinen, was darf man von der rechtsextremistischen Presse noch alles erwarten? Gerade in den Tagen, in denen wir an die „Machter- JAC0B LAPIDUS dip!. Mohel NEUE ADRESSE VTAMONTE 2037 4? B 46-1716 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Lavon sagte nein Tel Aviv. — Pinchas Lavor, erklärte, dass er „unter den gegenwärtigen Umständen' nicht in die" Mapai zurückkehren werde. Er Uusserte sich nicht darüber, welche geänderten Umstände seinen Vorstellungen entsprechen würden. greifung“ vor nunmehr 34 Jahren zurückdenken sollten wir wissen, dass jeder Widerstand gegen Hitler, von welcher Seite er auch immer gekommen sein mag, ein legitimer Akt der Notwehr gewesen ist. Widerstand gegen das Unrecht sann niemals~Landesverrat gewesen sein, auch dann nicht, wenn dieser Widerstand während eines Krieges geleistet wurde, in dessen Verlauf die unerhörtesten Grausamkeiten begangen worden sind, die in dei Geschichte bekannt wurden Gegen ein Regime sich zu empören, das an die Stelle des Rechtes die Willkür setzt, soll Landesverrat sein? Gegen ein System aufzuste hen, das Unschuldige verfolgt und Völker ausrottet, soll ein Unrecht sein? Gegen ein System zu kämpfen, da-- Gasöfen errichtet. Kinder köpfe an Mauern zertrümmert. wahrend seine NS-Kapellen Marschmusik spielen soll ein Verbrechen sein? Gegen ein System sich zu verschwören, das Millionen Menschen aller Völker kaltblütig ermordet hat, das so’l gegen das Rechtsgefühl verstossen? Dem deutschen Volk in seiner Gesamtheit muss man heute wie am ersten Tage dieser NS - Unrechtsherrschaft den Vorwurf machen, nicht die entscheidenden, die notwendigen, die moralisch erforderlichen Schritte unternommen zu haben, um dieses Sohandregime zu beseitigen. Auch die Männer des 20. Juli haben viel zu lange gewartet, bis sie ihr Vorhaben konkretisierten. Damals war es schon zu spät. Die Oefen der Gaskammern rauchten, das Feuer war weithin sichtbar. Nicht gewusst zu haben, ist ein Einwand, der nach allem, was heute bekannt ist und was nach wissenschaftlichen Me thoden festgestellt wurde, nicht mehr überzeugt sie ha ben gewusst und sie haben geschwiegen. Das war mehr als Landesverrat, es war ein Verrat an der Menschheit und der Menschlichkeit, ein Verrat an den wahren und höchsten Prinzipien der gesitteten Welt, ein Verrat am Recht und an der Freiheit. Dass heute schon wiedei die Werte und die Ereignisse umgedreht werden können, dass man als Verrat zu bezeichnen wagt, was Auflehnung gegen Unrecht war, das ist bedenklich. ISID0R0 SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlichkeiten an. T. E.: 86 5036 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELETE. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HFXGUERA 1915 — T. E. 58-4052 Judftn und Kommunisten Rom. — Ein italienischer Senator, aktives Mitglied in der italienischen Kommunistischen Partei, erklärte in einer Konferenz, dass der Prozentsatz der Juden in den verschiedenen kommunistischen Parteien geringer sei als ihr Prozentsatz an der Bevölkerung der Länder, in denen solche Parteien bestehen. Senator Umberto Terracinl sprach im Weizmann- Klub über das Thema „Juden und Kommunismus“ und stellte fest, dass Antisemiten und Faschisten systematisch die Juden mit dem Kommunismus in Verbindung bringen, um sie zu verleumden. Er gab zu, dass auch Juden sich dem Kommunismus zu wandten, weil sie als „unterdrückte Minorität eine revo- LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsenshy Pueyrredón 2190, l1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. lutionäre Befreiung erstreben“. Bei dieser Gelegenheit protestierte der Senator gegen die Unterdrückung der Juden in Sowjetrussland. —< (ITA) Dra. Juana Nevler de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALABERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — OBESIDAD ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Piso 3? Dto, H. T. 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