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Jüdische Wochenschau · 1967-01-27 · 2203 (27.1.1967) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2203 (27.1.1967)
Date
1967-01-27
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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J ti D I S C 8 I WOCHENSCHAU Am XXVni. _ N* UK! % — Vifrnfs, 27 At- Fnerc de 1967 AUS DUESTEREN TAGEN (Schluss von Sei*« 1) oder wenigstens einen jüdischen Grossvater, was nach ihrer Rassentheorie zur Verdammung auereichte. Wenn man sich diese ..Episode“ der deutschen und der jüdischen Geschichte heute, etwa 35 Jahre nach ihrem Geschehen, überlegt, drängt sich noch mehr als früher die Präge auf. wie das alles nur möglich gewesen ist. Schon die Klassifizierung von Menschen nach rassischen Gesichtspunkten, die man sonst nur von Zoologen gewöhnt ist. erscheint widerlich, lir. übrigen standen die nazistischen Rassenforderungen von der Reinerhaltung der ,,germanischen“' Rasse mit den üblichen Auffassungen über die Aufzüchtung der tierischen Rassen durch Kreuzungen in einem diametralen Gegensatz. Rassische Prinzipien auf die menschlichen Beziehungen anwenden zu wollen wie es die Nazis unter Hi mm ler u. a. taten, musste zu solchen Entartungserscheinungen führen, wie sie m speziellen Häusern zur Aufrechterhaltung ..wertvoller Erbmassen“ sichtbaren Ausdruck gefunden haben Am wenigsten wollten aber diejenigen Nationen von den NS-Rassentheorien etwas wissen, die nach nazistischer Auffassung besonders wertvoll gewesen sind, die nordi sehen und die germanischen Völker. In keinem Lande sind die Deutschen bis heute so verachtet wie in Norwegen, das eigentlich das klassische „Germanenvolk“ ist. — Dagegen dürfte man wohl mit Recht feststehen, dass auf deutschem Boden die stärkste Rassenmischung in Europa vor sich gegangen ist 17 Jahre sind seit dem deutschen Zusammenbruch vergangen. Es kommt wahrscheinlich nicht nur uns selbst wie eine Ewigkeit vor, dass einmal diese Rassentheorien trotz ihrer völligen Abwegigkeit die Grundlagen Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 l?«q. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeit CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R- L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRRKY DEI PINO 2262 T. E. 73-7887 zur Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung von Millionen Menschen und ihrer Exi st nz gewesen sind. Und da:- begann mit jenem regnerischen 30. Januar des Jahres 1933, als Hugenberg den Reichspräsidenten nicht warten la-een wollte als Hinden bürg Hitler einsetzte und Hitler sein Terror-Regiment mit einem Packelzug einleitete. Natürlich ahnte niemand, was bevorstand Die Nazis selbst liihlten sich anfang-, garnicht sicher. Sie hatter wohl genau so wenig wie alle anderen damals damit ge rechnet, dass sie so schnell und so reibungslos an die Macht kommen würden Denn ihr Stern war bereits im Untergehen, als gewisse reaktionäre Kreise aus Hass gegen ihre Rivalen aus dem gleichen Milieu den Führer der NSDAP als Zwischenlösung vorschlugen, um dann in einem späteren, ihnen günstigen Augenblick die Nazis wieder abzulösen. Nur hatten diese Reaktionäre die Rechnung ohne den Wirt ge macht. Ehe sie sich neu orientieren konnten, hatte Hitler sie verdrängt. Wer von diesen Herrenreitern nicht mifcmachte, wurde liquidiert. Viele haben ihren Irrtum, ihre Fehler, ihre Dummheit und ihre Schuld mit dem Leben bezahlen müssen. Einer der ganz wenigen, die alle Gefahren überstanden, war der Herrenreiter par excellence, der Herr von Papen, nicht zuletzt wohl auch deswegen, weil er ein Schützling des Vatikans gewesen ist — Zwischen der 2. Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten und der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler fanden zweimal Wahlen zum Deutschen Reichstag statt: am 31. Juli und am 6. November 1932. Bei den ersten Wahlen (31. 7. 19321 erran gen die Nazis einen beacntlichen Erfolg: 13,7 Millionen deutsche Wähler schickten -236 NSDAP-Abgeordnete in den Deutschen Reichstag, der insgesamt aus 608 Mitgliedern bestand. Die SDP verlor nur 3 Mandate, dafür gewannen aber die Kommunisten, denen 89 Mandate (statt 78) zufielen. Das Zentrum und die andere katholische Partei (Bayerische Volkspartei) gewannen ebenfalls zusammen 8 Mandate. Nur die Deutschnationalen, auf die der damalige Kanzler von Papen gesetzt hatte, verloren Stimmen und Mandate. Dass die Nazis ihren Höhepunkt überschritten hatten, zeigte sich dann bei den Novemberwahlen. Das erste Mal Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN VERREIST BARILOCHE Cokmia Suiza JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREŒN Schabbosdecker TaUißbeutel ■ Käppchen Mai zot-Taschen Handand Maschkienstickerei von Bettand Tischwäsche Dt. P. L RIVERA 2585 seit langen Jahren verloren die Nazis nicht weniger als 2 Millionen Stimmen, 117 Millionen Deutsche wählter die NSDAP gegenüber den 13,7 Millionen, die nur wenige Monate zuvor dieser Partei ihre Stimme geliehe ■> hatten. Statt 230 Abgeordneten zogen nur ]96 Nazis in den R ichstag ein Bei der. Nazis machte sich ein Defai tismus breit den sie später nicht wahrhaben wollten. Vor allem Goebbels war ver zweifelt, denn er befürchtete l den völligen Zerfall der Par-! tei. in der mehrere Richtun gen miteinander rangen. Trotz dieser evidenten Niederlage wurde Hitler weniger als drei Monate später iiberi aschend zum Reichskanzler ernannt. Damit hatten Hlndenburg und Papen ungewollt die Krise innerhalb der NS¬ DAP überwinden helfen. Was nun?, das war die Frage, die sich nicht nur di«* 1 Juden in diesen Tagen vorlegten. Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird, daß war eines der vielen Trostworte, die damals umgingen, nicht nur in jüdischen Häusern und Kreisen Die Nazis waren zwar an der Macht, sie waren die grösste Partei sie hatten die mei sten Abgeordneten. Aber die Mehrheit hatten sie nicht Auf wen setzte man damals nicht eine Hoffnung auf Rettung Die Gewerkschaften werden sich nicht überrumpeln lassen, Sozialdemokraten und Kommunisten, die bei der letzten Wahl über 100 Mandate errungen hatten und die eigentlichen Sieger gewesen sind, werden sieh im Angesicht der ihnen beiden dro henden Gefahr zu einer Notgemeinschaft zusammenfinden, das Zentrum und die Kirche werden gegen dse gottlosen Nazis, die Feueranbeter, die Anhänger des antichristlichen Mythus des 20. Jahrhunderts, eine entschlossene Front bilden, das Militär, die Generäle, deh greise Feldmarschall sind Garanten dafür, dass nicht gegen das Recht Und gegen die Verfassung verstossen werde. Sicherlich waren diese und ähnliche Ueberlegungen nicht unberechtigt, denn die Weimarer Republik war ein Rechtsstaat, auf dessen Ver fassung mit allen ihren verbrieften Rechten auch der neue Reichskanzler geschworen hatte. Dass in einer so kurzen Zeit an die Stelle des Rechtes das Unrecht an die Stelle der Ordnung die Willkür, an die Stelle der Kultur die Barbarei gesetzt werden würde, das hat niemand vermutet oder befürchtet. In dieser Sorglosigkeit und Ah nungslosigkeit ist einer de: Gründen für die ..Erfolge“ der Nazis zu suchen. Dass alle Gesetze einer Zivilisation von Jahrtausenden aufgehoben werden würden, dass Attila und Dsehingis-Khan zahme Kulturträger gegen- JAC0B LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4? B 46-1716 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 JWK und OEA Washington. — Der Jüdische Weltkongress i6t die einzige jüdische Organisation unter den nicht gouvernementaien Orga nisationen. die zur Teilnahme an der 3. Konfe renz der amerikanischen Aussenminister. welche der OEA angehören, einge’aden werden. Die Dele gation des JWK wird, wie verlautet, vom Präsiden ten der lateinamerikanischen Exekutive Dr. Moisés Goldman, angeführt und besteht ausserdem aus dem Präsidenten der DAIA. Dr. Isaac Goldenberg, und dem Sekretär Herzl Gesang, dem Sekretär des Weltkongresses in Argentinien. Marc Tur. kow. u. a. Die Konferenz soll am 15. Februar in Buenos Aires eröffnet werden. (ITA) über den Bestialitäten der Nazis gewesen sind, wer sollte das vorausahnen? — Wenn man heute von den Greueltaten liest, die in NS-Verbrecher-Prozessen als Tatsachen festgestellt werden, muss man sich zugestehen, dass derartige Grausamkeiten unbegreifbar sind und das menschliche Vorstellungsvermögen bei weitem überschreiten. Das alles begann am 30. Januar 1933. vor nunmehr 34 Jahren. Noch leben viele, die diesen Umsturz mitgemacht haben und dessen Folgen sehr bald am eigenen Leib zu spüren bekamen. Nicht alle haben die volle Härte des feindlichen Hasses erfahren, wenn auch viele in den Schreckenslagern gewesen sind, die für Millionen den sicheren Tod bedeuteten Aber w allen gällt noch jene sei? Stimme des Hasses und ier Bedrohung in den Oluvn, die mit wachsender Lautstärke und steigen der Wut Beleidigungen, Verleumdungen. Morddrohungen in den Aether schrie und immer bedrängender wurde, bis sie verstummte, nachdem sechs Millionen Juden ermordet, jüdisches Leben in Europa erstickt und unschätzbare kulturelle Werte vernicht worden waren. Drusische Grenzpolizisten Tel Aviv. — Fünf drusische Grenzpolizisten welche an der Aktion gegen syrische Eindringlinge in Nordgaiiläa teilgenommen hatten, wurden durch den Kommandanten der Grenzpolizei für ihre Tapferkeit, Initiative und Hingabe ausgezeichnet. ISID0R0 SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorehester zu allen Ihren Festlichkeiten an. T. E.: 86-5036 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE Infiltrant gotoetot Tel Aviv. — Ein arabischer Infiltrant wurde von einer israelischen Patrouille an der Grenze des Gaza-Streifens erschossen. Der Araber, der anscheinend mit der Absicht, einen Raub zu begehen, die Grenze gekreuzt hatte, folgte der Aufforderung stehen zu bleiben nicht, so dass der Anführer der Patrouille den israelischen Soldaten Befehl zu feuern erteilte. (ITA) Nazis in Kanada Montreal. — Während To ronto als Hauptquartier der kanadischen Nazis bezeichnet werden könnte, so sei Montreal die potentielle Brutstätte für die Philosophie des Hasses. so erklärte John Garrity, der im Auftrag des Kanadisch-Jüdischen Kongresses die kanadische Nazipartei einer eingehenden Untersuchung von innen her unterzogen hat Garrity ist Privatdetektiv und hat während 16 LA SEMANA IS RA Et »TA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 A bono-Preise Argentinien: $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500,— jährl. Monaten zum Zweck der Untersuchung der Nazipartei angehört. Garrity deckte auf, dass ha Montreal eine zweite Nazipartei existiert, welche von der Weltunion der Nationalsozialisten offizielle Anerkennung anfordert. Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE •»e nooc 73-1049 (fr. Bebedero) T. E. 13-9155 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 TELEF. VORANMELDUNG Dra. Juana Nevler de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALABERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — OBESIDAD ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN (41 - Piso 3? Dto. H. T. E. 31-3889 y 69-8477 Consultas: Martes, Jueves y Sábados de 15 a 19 horas CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeM (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E. URIBÜRU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. GOLDSTEIN VOM 26. DEZEMBER BIS 8. 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