Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2202 (20.1.1967)
- Date
- 1967-01-20
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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“sasF"-. Viernes, 2# de Ener» de 1967 L A SEMANA ISRAELITA Año XXVIII. — — 3 Die Antwort aus Damaskus Die Frage, ob eine Regierung ihre poetischen Entscheidungen nach ideologischen Grundlinien oder als Reaktion auf Tagesereignisse treffen soll, lässt sich wohl kaum allgemeingiiltia beantworten. Dass Israel Frieden und Ruhe aufrechterhalten ■will, ist — für uns und die uns kennen und verstehen wollen — gewiss über jeden Zweifel erhaben. Trotzdem bringen uns die wiederholten syrischen Aggressionen wiederum in die Zwangslage, zu dem Problem der Reaktion Stellung zu nehmen. Drei israelische Noten liegen nun wieder dem Sicherheitsrat vor und falls die von Abba Eban durch Genera. Odd Bull in Damaskus übermittelte Warnung vergebens bleibt und die Syrer die Serie der Angriffe fortsetzen sollten, wäre die Regierung nochmals gezwungen, die Einberufung einer Sondersitzung des Sicherheitsrates zu verlangen — und das Ergebnis dieser Beratung und Abstimmung lässt sich nach den Erfahrungen, die wir mit dem Sicherheitsrat gemacht haben, leicht Vorhersagen. Wir haben bestenfalls eine Stimmenmehrheit für eine verwässerte Resolution und das sowjetische Veto zu erwarten. Die beste Antwort auf Bombardieren unserer Siedlungen und Besehiessen unserer Traktoren ist zweifellos die sofortige, indem die Angreifer auf frischer Tat durch Gegenfeuer zum Schweigen gebracht werden. Nicht immer aber und besonders bei nächtlichen Sabotageakten läst sich dieses Rezept anwenden. Zwei syrischen Tanks gegenüber ist das in der vorigen Woche gelungen, aber die topographischen Verhältnisse an unserer Nordgrenze geben den Syrern eben einen solchen Vorteil, dass wir diese Geschütz- und Schützenpositionen nicht so einfach mundtot machen können, wenn wir uns davor zurückhalten, die dafür geeigneten Waffen einzusetzen, um keinen Vorwand für die Behauptung zu geben, wir hätten zur Verschärfung der Lage beigetragen. Wir können uns auch nicht darauf einlassen gleiches mit gleichem vergelten zu wollen, denn Israel hat keine Absicht, auf syrischen Wegen und Feldern Minen zu legen und in der Nähe der Grenze arbeitende Bauern zu beschiessen. Erstens widerspricht das unserem Charakter und zweivon unserem M.F.-Korrespondenten teils sind die gegebenen Verhältnisse jenseits der Grenze, auf arabischem Gebiet anders als diesseits der Grenze, so dass die gleichen Mittel nicht die gleichen Ergebnisse hätten. Michael Comay hat dem Sicherheitsrat am 30. Dezember, am 8. und 9. Januar dringliche Warnungs-Noten überreicht und auf die Unhaltbarkeit der Lage aufmerksam gemacht, die eine ununterbrochene Kette syrisches Terrorakte geschaffen hat. Am 28. Dezember wurde drei Meter von der syrischer. Grenze eine Mine gefunden, tags darauf eine Mine gleicher (britische) Provenienz 200 Meter westlich von der vorigen, und in beiden Fällen führten die Fusspuren zur syrischen Grenze. Anti- Tankminen dieser Art befinden sich in regulärer Verwendung im syrischen Militär. Am 30. Dezember wurden zwei Traktoren auf den Feldern von Haon südöstlich des Kinereth-See aus der syrischen Stellung Amrat as- Din beschossen, am 1. Januar richteten die Syrer Maschinengewehrfeuer auf dre- Traktoren von Haon. Am 2. Januar drangen syrische Soldaten im Korasim-Gebiet im Jordantal in die israelische demilitarisierte Zone ein, wurden vertrieben und syrische Tanks schossen 20 Minuten lang Mörsergranater. ab, wobei ein israelischer Soldat leicht verletzt wurde. Am 3. Januar explodierte eine Sprengladung an einem Geräteschuppen des KKL, dre5 Kilometer nordöstlich von Idmit, 12 m von der libanesischen Grenze, und am gleichen Tage beschossen die Syrer aus Darbaschije das Hulegebiet und zwei Mal mit Maschinengewehren israelische Patrouillen. Am 4 Januar drangen zwei Syrer in die demilitarisierte Zone östlich von Ejn Geb ein und beschossen zwei israelische Feldarbeiter. Am 6. Januar drangen syrische Tanks nördlich und südlich des Kineretsees in israelisches Gebiet ein, beschossen eine Position bei Korasim und einen Traktor auf einem Felde von Tel Kazir. Binnen weniger als vier Stunden schossen diese Tanks 37 Geschosse ab Am 8. Januar machten die Syrer das Hulegebiet zu ihrem Angriffsziel und beschossen dreieinhalb Stunden lang aus Tanks und Maschinengeweh¬ ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. 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Das Ist eine Kette und eine Häufung von Aggressionen, die in solchem Umfang und mit solcher Konsequenz nur im Auftrag des syrischen Oberkommandos und auf Wunsch der höchsten Regierungsstellen von Damaskus möglich waren Dass das nicht so weiter gehen kann, ist auch dann klar, wenn der Sicherheitsrat ausserstande ist, etwas dagegen zu unternehmen. In diesen zwei Wochen war es der Grenzsektor von Dan bis Tel Kazir mit den dazwischen fegenden Orten Notera, Aschmurah, Almagor, Ejn Geb und Haon aber wenn den Arabern die Gefahr dieser Provokationspolitik nicht überzeugend klar gemacht wird, so muss sich der Terror ausbreiten und überhand nehmen Vor al lern muss jede defensive Möglichkeit der Absicherung der Grenze und der unmittelbaren scharfen Gegenaktion gegen die Angreifer selbst voll ausgenützt werden, wie dies einige Male erfolgreich ge handhabt wurde, beispielsweise gegen die syrischen Flugzeuge über dem Kinereth-See, gegen drei der über die Grenze gekommenen Tanks im Nordabschnitt und gegen ägyptische Flugzeuge. Wenn aber all dies nicht ausreicht wäre ein grösserer Vergeltungs- und Warnungs- Gegenangriff unvermeidlich Noch kurz bevor sich General Odd Bull zur Ueberbringung dieser Warnung nach Damaskus begab, beschossen Nach Russland delegiert Jerusalem. — Ein israelischer Experte für Fischfang im Kinneret-See, Nachman Jüdin, Mitglied des Kibbuz Ginosar, wurde kürzlich nach Moskau delegiert, um an einem Sonderkurs über Fischfang teilzunehmen, der dort unter den Auspizien der UN- Organisation für Ernährung und Landwirtschaft stattfand. Die Teilnehmer an diesem dreiwöchigen Kursus besuchten die am Kaspischen Meer gelegenen Anlagen für Fischfang. Vierzehn Nationen hatten Delegierte entsandt — (nz> Die Favoriten sommerlicher Fertigkleidung finden Sie bei CARLT0N ANZUEGE SACC0S HOSEN und wenn Sie Masskleidung wünschen erst recht zu CARLT0N Carlton ERNST KOPPEL Maipu 982 — T.E. 31 7845 syrische Soldaten etwa acht Minuten lang zweck- und ziellos den Kibbuz Schamir in Obergagiläa und Arbeiter euf den Feldern von Aschmo rah, sowie einen Traktoristen von Tel Kazir etc. Das Verhalten der Syrer macht den Eindruck, als herrsche in Damaskus statt einer politischen Linie Kopflosigkeit und Durcheinander Der Kampf gegen die Oelgesellschaft IPC, die vor den syrischen Forderungen nicht so einfach kapituliert, wie man das in Damaskus erwartet hatte, ist in eine Sackgasse geraten und beschwört einen ernsten Konflikt zwischen Syrien und dem Irak herauf. In Aegypten betrachtet man die syrische militärische Aktivität mit Besorgnis, da Nasser keineswegs imstande wäre, die zweite Front zu eröffnen, wenn es zu einem grösseren Zsammenstoss zwischen Zahal und dem syrischen Militär käme. Die entschiedenen Massnahmen, die König Hussein und Wassfi el Tal, sein Ministerpräsident, gegen die von Syrien geleiteten Terrorbanden ergriffen haben. durchkreuzten die Hoffnung, das cisjordanische Gebiet des Haschemitisehen Königreiches zu einem Aufmarschglacis für die „Befreiung Palästina“ auszubauen. Der syrische Wirtschaftsminister Muhammed suabi beschwert sich darüber, dass aus Transjordanien eingedrungene Saboteure in Sy rien Terrorakte durchführen. Er gibt zwar nicht an, wo und wann es solche Sabotageakte gab, wenn seine Beschwerde aber auf Wahrheit beruhen sollte, so revanchieren sich eben Wassfi Tal und Hussein jetzt an den Syrern für die Explosionen in Amman und Alt-Jerusalem und für die Aufputschung der Palästinenser in Nablus Hebron etc. Vielleicht kommt es dem syrischen Wirtschaftsminister gelegen, die öffentliche Meinung von der Tatsache ablenken zu können, dass sich die syrische Wirtschaft seit dem Konflikt mit der IPC in einem so desolaten Zustand befindet, dass drastische Sparmassnahmen ergriffen werden mussten. Inzwischen gelingt es der LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1« izq. - T.E. 83-2613 9. Shevat 5727 20- Januar 1967 Israels Botschafter bei U Thant Vereinte Nationen. — Israels ständiger Reprä-=entant vor den UN, Botschafter Michael Comay, hatte ein 45 Minuten währendes Gespräch mit dem Generalsekretär U Thant und veranstaltete danach eine Pressekonferenz, zu der über 100 Berichterstatter aus der ganzen Welt erschienen. Comay eröffnete, dass er U Thant von der Bereitschaft Israels unterrichtete, den Vorschlag zur Abhaltung einer Sondersitzung der gemischten Waffenstillstands- Kommission zu akzeptieren. Er habe dabei Israels Auffassung klargestellt, dass die Sitzung sich auf „praktische IPC, die durch Syrien führende Oelleitung zu umgehen. Der erste Oeltanker mit 38.000 Tonnen Rohpetroleum aus dem Persischen Meerbuse ist in der Oelraffinerie in Tripoli im Libanon eingetroffen, und zwei weitere Oeltank-Schiffe wurden erwartet. Seit der Beschlagnahme der IPC-Oelleitung durch Syrien ist nun ein Monat vergangen, aber eine Lösung des Konflikts die von den Syrern wiederholt als unmittelbar bevorstehend avisiert wurde, ist noch nicht abzusehen. Insgesamt ist die Lage der art, dass eine gemeinsame zielbewusste Aktion, wenn sie gleichzeitig von Washington, London, Paris und Moskau aus einsetzen würde, oder auch nur von Washington und Moskau, die Syrer mit Leichtigkeit veranlassen könnte, ihre Provokationen einzustellen. Auf keinen Fall kann Israel das Erscheinen syrischer Tanks in der demilitarisierten Zone dulden. Wenn Genera! Odd Bull seine Aufgabe erfüllen will, muss er darauf bestehen, eine eindeutige Antwort in Damaskus zu bekommen, denn von der Antwort aus Damaskus hängt jetzt die Entscheidung Israels ab. Regelungen“ der Rechte zur Bebauung des Bodens in den entmilitarisierten Zonen beschränken müsse. Comay erläuterte die feindselige Haltung der syrischen Regierung zu Israel und fügte hinzu, er habe den Generalsekretär darauf aufmerssam gemacht, dass Syrien seit dem 28. Dezember sieben Mal in Israel eingefallen ist. Dem von U Thant vorgebrachten Einwand, dass diese Zwischenfälle „sich in dieser Jahreszeit wiederholende Ausbrüche“ darstellen, habe er widersprochen. Syriens Repräsentant vor den UN. Botschafter George J. Tomeh, wurde ebenfalls von U Thant empfangen, und auch er gab nach dieser Unterredung der Presse Erklärungen ab. Tomeh beschuldigte Israel wieder ..aggressiver Absichten“ und war auch nicht mit U Thants Meinung über „der Jahreszeit entsprechende Ausbrüche“ einverstanden. Er klagte Israel an, der Arbeit der UN-Organisation für die Ueberwachung der Waffenstillstände Schwierigkeiten in den Weg zu legen. 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